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A Week in Pictures 28/2018

Ich glaube nicht an das Paradies, das jüngste Gericht oder irgendeine Art Pro-Contra-Liste, die man nach dem eigenen Tod vorgelegt bekommt. Prinzipiell glaube ich, dass einfach Schluss ist. Und das wäre auch vollkommen okay. Ich glaube nicht daran, dass man Ende noch einmal das eigene Leben im Schnelldurchlauf vorgespielt bekommt. Das einzige, was ich hoffe, ist, dass vielleicht noch einmal alle USB-Ladekabel, alle Feuerzeuge, alles Filterbeutel und Papes, die mir im Laufe meines Lebens so beim gemeinsamen Am-Tisch-Sitzen oder während eines „Kann ich das kurz mal benutzen?“ so geklaut wurden, auf einem großen Haufen sehe. Am liebsten mit so einer kleinen Tabelle daneben, auf der steht, wie viel Geld ich in meinem Leben gespart hätte. Nicht, weil ich mich um irgendetwas betrogen oder bestohlen fühle, sondern einfach nur, weil es dann so herrlich ironisch ist: Ich bin tot, Geld kann mir sowas von egal sein, aber dass ich 1.030 Euro allein für Ladekabel ausgegeben habe, die ich dann „mal kurz“ verliehen und nie wieder gesehen habe, 450 Euro für Filterbeutel, die beim Gehen irgendjemand anderes eingesteckt hat, das fände ich, so als Gerade-Verstorbener, wahrscheinlich sehr erheiternd.

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A Week in Pictures 27/2018

Vielleicht ist es so eine ganz weirde Art von Masochismus, vielleicht es auch nur meine ganz eigene masochistische Weirdheit, aber irgendwie finde ich es schade, dass ich ein Alter erreicht habe, in dem ich praktisch nie wieder eine Prüfung ablegen müsste. Ich habe Abitur gemacht, einen Bachelor, einen Master, habe aus Langeweile mal die Schwimmprüfungen bis einschließlich Gold gemacht und muss meinen Führerschein wahrscheinlich erst dann abgeben, wenn ich halbblind mit 90 Jahren durch eine Einkaufsstraße fahre und es dann auf mein Alter schiebe. Ich mache so einen lustigen Schreibkurs bei Shonda Rhymes und übe immer Französisch bei Rosetta Stone, aber beide werden nie von mir verlangen, mein Wissen in einer Prüfungssituation unter Beweis zu stellen. Ich will jetzt gar keine Diskussion über Sinn und Unsinn von Prüfungen anzetteln, sondern nur mal klarstellen, dass ich Prüfungen auch nie cool fand, es aber auch komisch finde, praktisch nie wieder welche zu haben. Natürlich komme ich immer mal wieder in Situation, in denen ich mich beweisen muss, aber niemals in eine solche, in der ich am Ende irgendein Zertifikat oder so etwas bekomme, einen Titel oder wasweißich. Das ist doch weird. Und natürlich finde ich es falsch, gleich eine Pflicht einzuführen, die Menschen dazu verpflichtet, immer mal wieder etwas Neues zu lernen, aber ich merke ja selbst, dass ich es auch nur mache, wenn ich quasi muss. Oder halt so lange allen davon erzählt habe, dass ich es irgendwann machen muss, weil mich sonst niemand mehr ernst nimmt. Keine Angst, ich mache nicht plötzlich einen Motorboot-Führerschein, lerne Segelfliegen oder anderes Midlife-crisis-Zeug. Ich vermisse es nur irgendwie, mich so wie damals bei der Führerscheinprüfung auf irgendetwas vorzubereiten, was nichts mit meinem restlichen Leben zu tun hat. Und dann da einfach hinzugehen, die Prüfung zu machen und danach so einen Zettel zu bekommen, der besagt, dass ich jetzt endlich einen Hummer fahren darf. Gibt es eine Prüfung für Produkttester von Tiefkühlpizza oder Chips? Die würde ich sehr gern ablegen.

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A Week in Pictures 26/2018

Bei Zurück in die Zukunft 2 geht es darum, dass Biff in der Zukunft heimlich die Zeitmaschine stiehlt, um seinem Vergangenheits-Ich ein Heft mit allen Sportergebnisse zu geben, durch das er unendlich reich wird. Dadurch verändert sich die Vergangenheit so sehr, dass Marty beim Versuch, in die normale Vergangenheit zurückzufliegen, in die neue, veränderte Vergangenheit gerät, die auf den ersten Blick genau so aussieht wie die alte Vergangenheit, aber unglaublich schrecklich, weil unmenschlich und böse, ist.
Ich weiß nicht, ob ich jemals Zugang zu einer Zeitmaschine hatte, aber anders kann ich mir langsam nicht mehr erklären, was hier abläuft. Rechtsruck, eine Verrohung des Diskurses, die völlig normal gewordene Übernahme von rechtspopulistischer Sprache durch einzelne Medien, das Kreieren eines diffusen Untergangsmythos‘ sowie eines Feindbildes der Linken und Gutmenschen und die gleichzeitige Dämoniesierung dessen, was man früher gesunder Menschenverstand oder Humanität genannt hatte. Irgendwo muss ich falsch abgebogen sein und an der Stelle gelandet sein, an der sich entscheidet, ob in Deutschland das Vierte Reich entsteht. Und alles, was Marty machen konnte, um die „normale“ Vergangenheit wiederherzustellen war, an den Zeitpunkt zurückzureisen, da sich die Vergangenheit spliteten, um dort die Ursache für die Veränderung zu beseitigen, das heißt den Sport-Almanach zu finden und zu verbrennen. Klingt schwierig, ist aber doch noch verhältnismäßig einfach, wenn man es versucht, auf die Situation hier zu transferieren. War es die AfD? Ich glaube nicht. Die AfD war wahrscheinlich selbst überrascht von der Übernahme durch die Nazis. Aber was war es dann? Die nicht-zerschlagene NPD? Vielleicht. Eine Rot-Grüne Politik, die nicht die Wehen der Globalisierung abfedern konnte, obwohl sie genau dafür gewählt worden war? Auch. Eine verfehlte Aufarbeitung des Nationalsozialismus‘ und eine ebenso verfehlte Entnazifizierung? Jap. Ein gestörtes innerdeutsches Ost-West-Verhältnis? Auch das. Aber versuch mal, genau dort hinzureisen. Vor allem, wenn du vergessen hast, wo du die Zeitmaschine geparkt hast.

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Best of Twitter Juni 2018 #ff

Das war also der Juni. Es folgt eine Auswahl der schönsten Tweets des Monats.

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A Week in Pictures 25/2018

Lange habe ich überlegt, ob es der richtige Schritt ist. Ob das jetzt wirklich sein muss. Schließlich ging es ja auch die ganze Zeit ohne. Und nur, weil das alle Anderen machen, muss man da ja nicht direkt nachziehen, ganz im Gegenteil! Eigentlich dürfte man es genau deshalb eben nicht machen! Andererseits sind wir jetzt schon so lange zusammen. Wir brauchen so etwas im Prinzip gar nicht. Es funktioniert und fühlt sich gut an, warum also? Ja, aber warum eigentlich nicht? Nicht, weil man sich von außen gedrängt fühlt, sondern weil man es aus sich selbst heraus einfach nur möchte. Klar ist es cheesy, aber es hat schließlich auch Vorteile! Und so teuer ist es ja nun auch wieder nicht, wenn man es nicht drauf anlegt. Okay, dachte ich, dann frag ich sie halt. Aber wann? Zum Monatsende? Ist der Tag wichtig? Merkt man sich das Datum später? Oder zählt das eh erst ab der Unterschrift? Kann man das eigentlich danach noch annulieren? Ach, dachte ich, ich lass es einfach. Wobei, was soll schon passieren? Fragen kostet nichts. Und mehr als ein Nein und ein Lachen wird schon nicht kommen. Also Flucht nach vorn! Muss man sich da irgendwie eine besondere Situation aussuchen? Oder ist es egal, wenn ich jede Situation irgendwie besonders finde? Ach, das klingt bescheuert. Okay, ich habe also gefragt. Und ich hatte noch nie so viel Schiss wie bei dieser Frage. Aber sie hat Ja gesagt. Und es fühlt sich super an. Wer hätte das gedacht?! Und ich darf freudig verkünden: Ja, wir sind seit heute ADAC Partner-Mitglieder.

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