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A Week in Pictures 42/2017

Digital Zwangsdetox Woche 2: Es ist ganz ganz toll. Was fallen einem nicht alles für tolle Dinge auf? Wie die Vögel zwitschern! Wie die Blumen riechen! Wie unendlich nutzlos mein Fernseher ohne Wlan ist! Wie wenig man sich ablenken kann, wenn man einen Text für die Lesebühne schreiben muss, einem aber nichts einfällt und man viel lieber sinnlos im Internet surfen würde!
Ach, es ist ja alles halb so wild. Aber halt eher so wie die CDU: Einfach nicht zeitgemäß. Wenn alles gut geht, dann habe ich in einer Woche wieder Internet und endlich kein Leben mehr. Das wird schön. Vor allem freue ich mich auf die neue Staffel „Bauer sucht Frau“. Und natürlich auf „Goodbye Deutschland“. Menschen beim Scheitern zusehen, das ist einfach unendlich entspannend.


Ich weiß nicht warum, aber Waschsalons entspannen mich zutiefst.
Nicht im Bild: Wie ich ein paar Stunden später zu einem Treffen in die Innenstadt musste. Leider ist die Innenstadt ebenfalls die Hölle, denn wenn gutes Wetter ist, dann lungerndie ganzen Student*innen draußen herum und sind immer total irritiert, wenn man ihnen „aus Versehen“ das Tablett mit ihrem Mensaessen wegtritt, weil sie schon wieder im Weg sitzen und während ihrer total wichtigen Diskussionen („Veganer Käse sollte halt vielleicht doch wirklich nicht ‚Käse‘ heißen, weil das ist voll irritierend, wenn da eigentlich ja gar kein Käse drin ist und so, sag ich maaa, ja?“) mal wieder vergessen, dass sie nicht allein auf der Welt sind. Wahrscheinlich wurde genau deshalb das Bachelor-Master-System eingeführt. Weil alle dachten: „Wenn wir das System verschulter machen, dann kommen die nur noch zur großen Pause raus und den restlichen Tag über haben wir Ruhe!“. Pustekuchen! Dann rollern die Halt vor und nach Uni noch ein, zwei Stunden mit ihrem Longboard durch die Innenstadt und niemand beweist ein bisschen Zivilcourage und wirft den ersten Stein. In solchen Momenten muss man einfach ganz kräftig an den inneren Waschsalon denken und dann geht es. Waschsalons sind super. Sie haben viele Pluspunkte:

  1. Sie riechen gut, weil sie immer voller Waschmittel sind.
  2. Sie machen Dinge sauber und Sauberkeit ist mir wichtig.
  3. Die Leute dort halten meist die Klappe, lesen (!) oder sind einfach nicht da, während ihre Wäsche wäscht.
  4. Mit einer IKEA-Tüte voller Schlüppis herumlaufen ist überall peinlich, außer im Waschsalon, weil da sitzen alle im selben Boot.
  5. Die Zeit im Waschsalon kommt mir nie vertan vor, weil ich
    1. währenddessen meist lese und lesen eh gut ist und
    2. weil ich anschließend sogar noch saubere Wäsche habe.
  6. Man zelebriert nirgendwo das Waschen so wie im Waschsalon. Zu Hause habe ich noch nie eine Ladung Wäsche angestellt, mich davorgesetzt und dann eine dreiviertel Stunde gelesen. So etwas geht nur im Waschsalon.


Oben: Wasserwerfereinsatz gegen linksextreme Parolenträger am Cottaweg! Irgendwie ironisch, dass der Rasensprenger genau dann angeht, wenn man sich gegen Rassismus positioniert. Leider ein bisschen doofes 0:2 in der Youth League, womit man so langsam aber sicher das Überleben in der Gruppenphase abschreiben kann. Aber es geschehen ja manchmal kleine Wunder. Wobei es diesmal wirklich hätte klappen können, wenn man die eigenen Chancen einfach hätte nutzen können. Auffällig ist vor allem, dass die Jugendmannschaften der übrigens CL-Teilnehmer alle ein bisschen breiter sind, also so körperlich. Da spielen natürlich auch so Vereinsvorlieben mit, aber so ganz generell wirken die Jungs auf mich immer ein bisschen bulliger, was zumindest in der Verteidigung oft einen großen Unterschied macht. Nun ja, schauen wir mal, was gegen Beşiktaş noch geht und dann sehen wir weiter.
Nicht im Bild: Das großartige 3:2 der Erwachsenen. Was für ein gutes Spiel von Bruma, Keita und Augustin. Forsberg auch. Und Sabitzer sowieso. Und damit dann auch gleich auf Platz 2 in der Gruppe. Na wenn da mal nicht vielleicht sogar ein Weiterkommen drin ist? Schön wär’s!
Auch nicht im Bild: Und dann noch der Sieg gegen den VfB. Natürlich Sabitzer. Was für eine Bilanz bisher. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass das gegen Bayern halten wird, aber lassen wir uns überraschen.
Unten: Das obligatorische Zugfahrfoto. Wahrscheinlich, also ganz sicher, verliere ich im nächsten Jahr nach achttausend Jahren meinen comfort-Status, aber ich sehe das eher als eine Art „Von der Skyline zum Bordstein“ zurück, um an dieser Stelle den bekannten Gegenwartsphilosophen Bushido zu zitieren. Soll heißen: Passt schon.


Oben: Lesebühne in Berlin. Dem echten Berlin. Dort, wo ich mich immer direkt sehr wohl fühle, aber auch schnell merke, dass ich dort einfach nicht (mehr) wohnen will. Zu groß, zu laut, zu hektisch, würde meine Oma sagen, aber sage mittlerweile auch ich, denn im Gegensatz zu meiner Oma scheine ich viel viel schneller zu altern. Zum Beispiel habe ich am Sonntag sogar Tatort geguckt und wusste sofort: Keine Ahnung, worum es geht, aber es war auf jeden Fall die orientalisch aussehende Frau! Gleich danach kam übrigens der erste Teil einer Miniserie über drei Mädchen, die sich alle in einem bayrischen Dorf an der tschechischen Grenze wohnen und sich irgendwie ins Crystal-Nehmen verstricken. Und wer verkauft das Crystal? Natürlich der junge Mann vom Dönerladen! Obwohl die Mutter natürlich voll in Ordnung ist, aber die weiß natürlich auch, was die Integration geläutet hat! Hach, es ist nicht leicht, so ohne Internet.
Nicht im Bild: Wie unspektakulär die Fahrt nach Berlin war. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut, endlich mal wieder echte Berliner Verrückte zu sehen und dann ist da einfach niemand! Stattdessen wird man in Berlin mittlerweile schon selbst wie ein Verrückter angeschaut, wenn man kein iPad dabei hat oder nicht auf einem dieser Rolldinger herumfährt. Sie wissen schon, diese „Hoverboards“, bei denen ich mich aber weigere, sie „Hoverboards“ zu nennen, denn 1) hovern sie überhaupt nicht und 2) ist der Begriff ja wohl mal für „Zürück in die Zukunft“ reserviert! Aber: Wie kommt man darauf, damit in der U-Bahn herumzufahren? Da sind doch überall Treppen! Wenn ihr wenigstens irgendwie cool damit die Treppen runtersliden könntet, aber nein. Ich steigt total mühsam ab (denn obwohl dieses Rumgerollere ganz lässig aussieht, sieht dafür das Auf- und Absteigen uuuuuunglaublich bescheuert aus), tragt (!) das Teil die Treppe hoch oder runter und steigt dann wieder auf, wobei ich euch schon fünfmal überholt habe und mich ärgere, dass ihr da so im Weg herumsteht und nicht vorwärts kommt. Grr!
Auch nicht im Bild: Die guten alten 23-Uhr-Nachos, ein neues „Reserviert“-Schild und das neue Buch des Mannes, der mir in Berlin immer Obhut in seiner riesigen Wohnung gibt, das heißt Sebastian Lehmanns Buch namens Parallel leben, das jetzt demnächst mal dran ist.
Unten: Lesebühne in Leipzig. Auch sehr voll und sehr gut, denn endlich habe ich meinen Traum wahr gemacht und mich den Gegenbenheiten des Backstages angepasst und mir ein ekliges Mikrowellen mitgebracht, das ich dann dort verzehrte. Und so eklig war es überhaupt nicht. Okay, man kann an Huhn und Reis jetzt auch nicht sooo viel falsch machen, aber man könnte es zumindest schon einmal zu fad machen, was es auf jeden Fall nicht war. Außerdem war es genug (und in Sachsen-Anhalt gilt normalerweise: „Qualität heeßt och immer viel!“) und es gab sogar eine Auswahl aus zwei „frisch gekochten“ Gerichten, wobei „frisch gekocht“ nur heißt, so lernte ich es im Fernsehen, dass es nicht älter als zwei Tage sein darf. Und das alles für 2,69 Euro! Das ist quasi geschenkt! Ich mach das jetzt einfach immer so.


Müder Hundi ist müde.
Nicht im Bild: Wie ich, glaube ich, zum ersten mal Gottes Werk und Teufels Beitrag gesehen habe und jetzt wohl doch mal Bücher von John Irving lesen muss. Nicht, weil ich bisher immer Vorurteile dem gegenüber gehabt habe, aber er war aus irgendeinem Grund einfach nie so auf meiner Liste. Naja, das ändern wir dann mal bei Gelegenheit. Sehr guter Film jedenfalls. Auch wenn ich es nach wie vor etwas befremdlich fand, dass (Spoiler) Homer am Ende halt einfach als Hochstapler praktiziert. Als ehrlich und gründlich ausgebildet zwar, aber eben auch als einer, dessen ganze Zeugnisse etc. Fake sind. Und no offense, aber so ein Leben kann dann auch mal ganz fix zusammenbrechen, wie wir beim Tatort gelernt haben!
Auch nicht im Bild: Wie wir nachts mal eben ausarbeiteten, wie man den Kapitalismus mit eigenen Mitteln schlägt, wenn man schon nicht mit einer politischen Abschaffung desselben in absehbarer Zeit rechnen darf. Darum: Völlig egal, ob Porsche all seine Werke nach China verlegt. Porsche wegziehen lassen, Einfuhrzoll für Porsches hoch und stattdessen selbst klobige Autos produzieren, mit denen reiche Muttis auf dem Fahrradweg parken, weil sie ihre Kinder vom Blockflötenunterricht abholen müssen. Anschließend die eigene Währung abwerten und zack! total billig exportieren, exportieren, exportieren und Porsche beim verzweifeln zusehen. Dann statt eines Bundestags mit Durschnittsalter 50 ausschließlich parteiunabhängige Expert*innengremien zu allen Politikfeldern, Grundeinkommen, so viel wie möglich auf möglichst kleiner Ebene klären und im Bund nur noch über die Richtung unserer Kursfahrt debattieren. So würde König André herrschen. Okay, der würde natürlich auch erstmal alle Leute, die beim Essen einatmen oder schmatzen beiseite schaffen, aber niemand hat gesagt, dass König André nicht auch seine Eigenheiten hätte. Hach, das Volk würde mich lieben. Oder zumindest alle, die nicht schmatzen.

Was fehlt:

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A Week in Pictures 41/2017

Computerlogbuch aus der Internetlosigkeit, Sternzeit Keine-Ahnung-weil-ich-nicht-die-Sternzeitumrechneseite-aufrufen-kann.
Ich bin ja immer sehr erstaunt darüber, wie eindeutig ich, immer wenn ich krank bin, bestimmen kann, wann genau ich krank wurde. Diesmal zum Beispiel war es Montag. Ich bestieg die Straßenbahn, wollte mir ein Ticket holen (Scheißverein!) und der Automat war kaputt. Also lief ich einmal quer durch die gesamte Bahn zum zweiten Automaten, der dann (leider) funktionierte und mir ein Ticket ausstellte. Und obwohl ich eigentlich gar nicht dort sitzen wollte (Leute, die vorne in der Bahn sitzen, sind mir immer ein bisschen suspekt), hatte ich noch weniger Bock, wieder zurückzulaufen. Also setzte ich mich hin und merkte sofort: Fuck, hinter dir sitzt ein Todkranker. Er röchelte so richtig, roch nach Fieber und seine Nase war wahrscheinlich schon seit Tagen fest verschlossen. Schnell wegsetzen, dachte ich, als die Bahn anhielt und sofort tausende Leute raus- und reinstürmten, sodass ich nicht rechtzeitig vom Fleck kam und RÖCHEL RÖCHEL mir der Kranke in den Nacken atmete. Geil, dachte ich, das war’s. Jetzt wirste krank. Es brauchte genau zwei Tage Inkubationszeit und zack! Mittwoch war ich krank. Wenn du also mitliest, du röchelnder Mann: Ich hasse dich! Also nicht dich persönlich. Schon irgendwie, aber mehr hasse ich Kranksein an sich. Nicht wegen Unproduktivität oder solchem Quatsch. Ich hasse es einfach, Schleim im Kopf zu haben. Es nervt und außerdem finde ich die Vorstellung eklig. Wie das wohl aussieht und so. Und damit muss ich dann tagelang rumlaufen. Bäh. Ich ekle ich vor mir selbst noch mehr als sonst. Menschlich zu sein, ist eine Plage. Und immer, wenn ich dann krank bin, denke ich dasselbe: Wenn du jemals wieder gesund werden solltest, dann machst du dir jeden Tag bewusst, wie schön es ist, unbeschwert atmen zu können. So ohne Halsschmerzen, ohne Husten und ohne Dröhnen im Kopf. Ich hasse es.


Ich lebe den Traum. Den Traum eines sehr weirden Zwölfjährigen zwar, aber ich lebe ihn. Eigentlich war der Plan ganz simpel: Die Internetleute brauchen bis Ende Oktober, ehe sie das mit den Leitungen hinbekommen haben, da kann ich ja in der Zwischenzeit ganz easy eine halbe Bibliothek lesen, einen Roman schreiben, tausende Serien gucken und ein cooles Puzzle puzzlen. Ich weiß, was Sie jetzt denken. „Puzzle? Alles klar, Abfahrt Richtung endgültiger Weirdness!“ Oder das hier. Stimmt ja auch ein bisschen. Ich merke das auch, wie ich immer seltsamer werde. Manchmal denke ich sogar: „Oah, jetzt einen schönen Schluck Wasser trinken!“ oder so etwas Irres. Dabei schmeckt Wasser nach absolut nichts! Naja, egal. Ich werde das beobachten. Leider sind die Motive der meisten Puzzle so grauenvoll, dass ich mittlerweile fest davon ausgehe, dass sie ausschließlich von und für Leute von „Mitten im Leben“ designt werden. Weiße Pferde, die im Sonnenuntergang unter Palmen am Strand entlang reiten, ich kotze. Einsame Berghütten im Blumenmeer, über das sich zwei Regenbögen spannen, pfui. Gruselige, pausbäckige Kinder, würg. Und Piratenschiffe. Andauernd Piratenschiffe. Okay, Piratenschiffe sind schon cool, aber man muss sich ja wenigstens mal mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass man das fertige Produkt vielleicht irgendwann mal irgendwo hinhängen will. Und will ich irgendwo Piratenschiffe an der Wand hängen haben? Dann lieber irgend so eine hässliche antike Weltkarte oder irgendwas mit Wasserfällen (Wasserfälle, oh Gott!). Na ja, und deshalb habe ich mir ausgesucht: Die Guernica von Picasso. Nur um dann festzustellen: Das Bild ist leider in 3.000 Teile zerfallen und besteht ausschließlich aus Graustufen. Und wenn man dann schon fast zwei Tage braucht, um überhaupt erst einmal den Rand zu erpuzzlen, na dann gute Nacht. Aber ich mache das jetzt. Mit Hilfe zwar (also jetzt ohne Cheat, sondern einfach zu zweit), aber es ist trotzdem noch langwierig genug. Diese ganzen gestrichelten Parts da in der Mitte unten sind schon fertig. Damit sind jetzt vielleicht zehn Prozent fertig. In einer Woche, haha. Ich bin so dumm. Aber immerhin hartnäckig. Wenn alles gut geht, ist also um Heiligabend alles fertig!
Nicht im Bild: Wie ich einen Herd geliefert bekam und der Herdanschlussmann meinte: „Haben Sie ein Herdanschlusskabel?“
Und ich: „Nee.“
Und er: „Naja, das kostet dann noch mal 10 Euro extra.“
Und ich: „Wieso? Weil man bei der Bestellung eines Herdes ja nicht automatisch davon ausgehen kann, dass ich den Herd auch wirklich benutzen will? Vielleicht will ich ihn mir ja nur hinstellen und angucken? Vielleicht sammle ich ja Herde? Und wenn dem so wäre, dann hätte ich ja praktisch 10 Euro gespart?“
Und er: „Zehn! Euro!“
Und ich: „Hab ich nich.“
Und er: „Herd für 200 Euro bestellen und dann keine 10 Euro mehr haben oder was?“
Und ich: „Hab kein Bargeld. Da muss ich nochmal zur Bank.“
Und er: „Na ich kann ja in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken. Haben Sie welchen?“
Und ich: „Ja, kostet aber 10 Euro!“


Keine Ahnung, wieso, aber im Hausflur hatte jemand Geld liegen lassen und niemand hat es mitgenommen. Und weil es mich interessiert hat, wann es wohl genug Geld ist, sodass es jemand mitnimmt, habe ich einfach täglich neues Geld dazugelegt. Bis es 38 Cent waren. Dann war das Geld weg. Wobei ich aber glaube, dass es der Haussaubermachdienst war, der es mitgenommen hat. Und der zählt nicht. Also habe ich einfach eine zweite Versuchsrunde gestartet, diesmal mit 7 Cent. Vielleicht werde ich das jetzt einfach überall dort probieren, wo ich öfter mal vorbeikommen. Ich hab ja sonst nicht so viel zu tun. Und bitte glauben Sie nicht, ich würde hier Geld verschwenden. Also ja, schon, ein bisschen. Aber ich habe hier eine ganze 5-Minuten-Terrine voll mit Kupfergeld, das immer das ganze Jahr über sammle. Und bis vor ein paar Jahren brachte ich diese ganzen Münzen immer am 29. Dezember zum Münzautomaten in die Bank, um mir vom Erlös (sie würden staunen, was da zusammenkommt!) Knaller zu kaufen. Ja, ich war jung und dumm. Und weil ich mindestens Ersteres nicht mehr bin, habe ich mir schon sehr lange keine Knaller mehr gekauft. Zuletzt vor ein paar Jahren mal sechs Raketen. Die hab ich dann Silvester auf dem Nachhauseweg Richtung Himmel geschossen, fand es jetzt nicht soooo spannend und dann explodierte zu allem Überfluss auch noch eine andere Rakete direkt neben meinem Kopf, weil irgendein Atze sie direkt auf das Straßenschild neben mir geschossen hatte. Ich glaube, seitdem bin ich ein bisschen geheilt.
Nicht im Bild: Wie ich jetzt fast Qualityland durchgelesen habe und mittlerweile echt begeistert bin. Ich fühle mich an so vielen Stellen an Robert Anton Wilson und die Illuminatus!-Trilogie erinnert. Was man da unterschwellig alles an Wissen vermittelt bekommt, herrlich. Ich muss unbedingt mal wieder Illuminatus lesen. Nein, nicht das mit Tom Hanks.


Oben: Beim Netto wird wieder ekliges Zeug verkauft. Pfui.
Unten: Was für ein ironischer Move, es kurz vor der unendlichen Kälte noch einmal richtig schön zu machen. Gott hasst uns! Also „Gott“, sie wissen schon. Der Zufall, meine ich. Und wenn uns selbst der Zufall hasst, der ja eigentlich total zufällig sein soll, na dann heißt das wohl nichts Gutes.
Nicht im Bild: Wie ich zum Deutschen Comedypreis eingeladen wurde und zuerst ein ganz kleines Bisschen geschmeichelt war und dann zum Glück doch noch dachte: Nee! Niemals! Niemals fraternisieren, denn das macht mild. Wenn da wenigstens die richtigen Leute gewinnen würden, aber nicht einmal das passiert ja. Also lieber die Finger davon lassen.
Auch nicht im Bild: Wie ich nicht zur Goldenen Henne eingeladen wurde und zuerst ein kleines bisschen böse war und dann dachte: Manche Dinge erledigen sich ganz von selber. Außerdem wird man da eh nur mit Frührente angesteckt und in die blöde Super Illu will ich sowieso nicht.
Ebenso nicht im Bild: Wie ich während meines Krankseins drei Tage lang MDR schaute und irgendwann festellte: Wow, ich bin innerlich schon voll der Rentner. Ich habe Angst vor Gift in Eiern, vor Abzockanrufen aus dem Ausland und vor gemeinen Planenschlitzern aus Osteuropa. Kommt auf diesen Sendern eigentlich auch mal irgendwas, das nichts mit Volksmusik, Kochen oder Angstmache zu tun hat? Den ganzen Tag lang geht es nur um kriminelle Ausländer, Amokläufer, Grenzkontrollen (und der Bürger findet es gut!) und wie schrecklich alles ist. Kein Wunder, dass die ganzen Omas und Opas die AfD wählen, wenn sie glauben, da vor ihrem Balkon regiere das Chaos. Und dann sieht man den blöden Althusmann bei einer Rede im Bierzelt, wie er sagt: „Vielleicht müssen wir bei unserer Politik auch wieder öfter auf die Bürger hören.“ Ganz großes Kino. Das sind Weisheiten, die stehen nicht mal in der Bibel, so absurd sind sie. Und eigentlich ist mir die CDU ja noch egaler als die SPD, aber als dann direkt darauf eine CDU-Bürgermeisterin eines kleinen Ortes spricht, da offenbart sich dann doch mal kurz ein ganz kleines bisschen echte Wahrheit. Sie sagt: „Ist ja alles schön, was der Althusmann und die Bundespolitik da so redet, aber was man mich hier in der Kommunalpolitik interessiert, ist: Wie krieg ich mehr Lehrer*innen in meine Schulen? Wie kann ich meine kleinen Betriebe hier halten? Und wie sorg ich dafür, dass es hier noch Kultur gibt?“ – In dein Gesicht, Bernd!


U17, U17, U17. Endlich mal wieder richtig überzeugend. Schöne 6:1, das auch gut und gern ein 9 oder 10:1 hätte sein können, wenn man alle eindeutigen Chancen gemacht hätte. Aber wir wollen nicht meckern.
Nicht im Bild: Samstag in Dortmund. Also nicht ich, aber die Mannschaft halt. Und wir dann hier in Leipzig. Ich gebe zu, ich hab auf Niederlage getippt. 2:1 war mein Tipp. Aber ich lasse mich ja gern berichtigen. Auch das 2:3 geht in Ordnung. Zwei Elfmeter, die nicht hätten gegeben werden müssen. Eine Gelbrote für Ilsanker, die richtig war, aber einfach nicht hätte sein müssen. Keita irgendwie seltsam aggressiv in letzter Zeit, was ist da los? Sabitzer avanciert immer mehr zum Lieblingsspieler meiner Saison. Poulsen endlich mal mit einem Tor. Und es geht auch perspektivisch mal ohne Forsberg und Werner, wobei das nicht heißen sollen, dass es mit ihnen einfach tausendmal besser geht. Wird schon eine riesige Lücke, wenn die mal gehen sollten. Und Bruma tut endlich wieder das, weswegen er da ist: Chancen schaffen. Supertyp, genau wie mein zweiter Lieblingsspieler der Saison Augustin, der mir immer Leid tut, weil die ganzen Bergwerksarbeiter im Block ihn immer so richtig deutsch „Augustiiiin“ nennen. Aber da muss er durch. Für mehrere Millionen pro Jahr lasse ich mich auch Antreh nennen. Oh, wait!
Auch nicht im Bild: Mein allerneustes Ritual – jeden Tag mindestens (!) ein Mal die tolle „selbstklebende“ Folie neu ans Badfenster zu klatschen, weil der Dreck einfach nicht hält. Oder ich zu Blöd dafür bin. Ich krieg ja nicht einmal die Blubbern da drunter weg. Ist mir auch egal. Das ist wie mit Steuern. Ich will mich damit einfach nicht beschäftigten. Obwohl es einfach unendlich nervig ist. Und wenn ich der Amokläufer-Doku aus dem WDR glauben darf, dann ist so eine tägliche, klitzekleine Frustration oft einer der ersten Auslöser für einen Amoklauf. Oh weia, jetzt habe ich Angst vor mir selbst. Und alles nur wegen dieser dämlichen „Klebe“folie. Ich wollte das nicht. Ich sollte weniger Rentnerfernsehen gucken. Wie macht das die 187 Straßenbande? Wo bringen die immer ihren Mercedes zum Folieren hin? Und machen die da auch Badfenster?

Was fehlt:

  • Was für ein Skandal: Das Verfahren um den Mord an Oury Jalloh wird eingestellt. Das muss man sich mal vergegenwärtigen. Ein Prozess, durchsetzt mit sich gegenseitig deckenden Polizist*innen, die maximal zu einer Geldstrafe verurteilt werden, obwohl unter ihrer Aufsicht ein Mensch in einer Zelle verbrennt, und dazu noch mehreren (!) Gutachten, die allesamt bestätigen, dass sich Oury Jalloh nicht selbst angezündet haben kann, wird einfach so eingestellt. Was geht eigentlich bei euch ab? „Keine ausreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung Dritter an der Brandlegung“? Aber dass sich die Aussagen der Polizist*innen zum Teil widersprochen haben, willentlich die Wechselsprechanlage ausgeschaltet wurde und Oury Jalloh eigentlich gar kein Feuerzeug hätte haben dürfen, das ist jetzt egal oder was? Was für eine Schande. Einen ganzen LKW voller Pech müsste man über die Staatsanwaltschaft Halle gießen, so peinlich ist das. „Keine sicheren Erkenntnisse“ ist doch kein Grund, ein Verfahren einzustellen. Denn das heißt doch im Umkehrschluss für jede*n Polizist*in nur: Ich muss möglichst viel Verwirrung stiften und dann werde ich schon irgendwie davon kommen. Was für eine Aussicht auf Rechtssicherheit, meine Güte. Aber es illustriert so gut, was in Dessau abgeht. Ganz tief verwurzelter Klüngel. Zutiefst verankerte Fremdenfeindlichkeit. Absolutes Armutszeugnis. Hoffentlich kann man das Verfahren wieder in Gang bekommen.
  • Just SPD things: Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln (SPD) fordert: Obdachlose aus Parks vertreiben und per Bus nach Osteuropa abschieben.
  • Neuigkeiten aus dem Opfermythos der Leipziger Polizei: Erst drangsaliert man zwei Ausländer ohne triftigen Grund, dann wundert man sich, dass dieses Verhalten treffenderweise als rassistisch bezeichnet wird und fordert (als Polizeipräsident) im Gegenzug, dass ausländische Gäste doch lieber vorab der Polizei gemeldet werden sollten! (Weil man dann weiß, welche Ausländer man verkloppen darf und welche nicht? Oder führt ihr schon wieder Listen?) Was für eine Zeit …
  • Der Erfolg der Anderen: Sophie Passmann durfte mal eben den Instagram-Account von Spiegel Online übernehmen.
  • Ein Schelm, wer Böses denkt: Die „Blaue Partei“ ist offenbar schon vor der Bundestagswahl und damit auch vor Petrys Ausstieg aus der AfD gegründet worden. Hihi.
  • Laura Jane Grace erstellt eine Rangliste aller Against-Me-Alben.
  • Die Besitzer von Walter Whites Haus bauen einen Zwei-Meter-Zaun um ihr Grundstück, weil dauernd Pizzas auf die Garage geworfen werden. Was für eine grausame Verschwendung!
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A Week in Pictures 40/2017

Zu spät! Zu spät! Was soll denn das? Wokommerdenndahin? Daswardochfrühernichso! Ja, früher hat man die Capri-Sonne-Pappkartons auch noch wie einen coolen Koffer aufklappen können und heute geht das nicht mehr. Ist halt so. Manchmal kommt halt was unverhofft dazwischen. So wie man bei IKEA immer denkt: Nur hier diese zwei Nupsis für die Gardinenstrange kaufen, damit der Vorhang nicht immer an der Seite so runterbaumelt und dann an der Kasse heißt es plötzlich: 4 Millionen Euro. Das ist nicht okay, ist aber so. Trotzdem ein paar Dinge, die ich gelernt habe: 1) Ich bin ein Transporterfahrergott. Wenn man irgendwann alles schief geht, dann fahre ich einfach Transporter. Das krieg ich hin. 2) Jedes Stück Brot schmeckt besser, wenn ein bisschen Deko drauf ist. Und sei es nur ein winziges Stück Gurke, ein Salatblatt oder eine Scheibe Radieschen. 3) Ich mag keine Verniedlichungen. Aber Radies klingt auch doof. Außerdem ist das ein Ort in Sachsen-Anhalt, in dem die Buchhalterin jener Firma wohnte, in der ich mal arbeitete und diese Firma war doof und deshalb kann das nicht gut sein. 4) Ich kann super organisieren, mache es aber einfach nicht gern. 5) Das mit den Capri-Sonne-Kartons ist halt so, aber trotzdem noch lange nicht cool. 6) Capri Sonne! Es heißt Capri Sonne!

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A Week in Pictures 39/2017

Was ich nicht mag: Dinge, die ich gern erledigen würde, nicht erledigen können, weil sie sich erst zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigen lassen, was mein Unterbewusstsein allerdings nicht davon abhält, mich immer wieder daran zu erinnern, dass es sie gern und ganz dringend jetzt erledigen würde, denn dann wäre ja alles viel entspannter und dann hätte ich endlich meine Ruhe. Also nicht Ruhe im Sinne von Rentner, sondern diese Grundruhe, die ich brauche, ehe ich etwas wirklich Cooles machen kann, Schreiben oder so. Ich muss ja auch immer erst aufräumen, ehe ich schreiben kann. Was nicht heißt, dass ich nicht alles zumülle, WÄHREND ich schreibe, aber Sie verstehen. Und so trommel ich halt noch eine Weile mit den Fingern in bestem Wissen, dass ich es nicht werde ändern können und beobachte nebenher interessiert, wie das meinem Unterbewusstsein völlig egal ist, was mich wiederum zu der weiteren Frage führt, ob ich vielleicht völlig verloren bin, denn bisher glaubte ich immer, man müsse Verhaltensmuster nur kennen und erkennen, um sie verändern zu können. Aber darüber denke ich dann nach, wenn ich Ruhe habe.

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

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Best of Twitter September 2017 #ff

Das war also der September.
Es folgt eine Auswahl der schönsten Tweets des vergangenen Monats.

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