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A Week in Pictures 09/2015

So kann das aussehen, wenn man ein Hörbuch aufnimmt. Also natürlich nimmt da gerade niemand auf, aber Sie verstehen, was ich meine. Oder man lässt das Hörbuch von einem Ninja einsprechen, dann könnte es auch gut hinkommen.
Tja, und da sitzt man dann halt den ganzen Tag lang und redet vor sich hin, verplappert sich tausendmal und merkt erst einmal, wie schrecklich man eigentlich spricht und wie wenig Chancen man bei einem dieser Grundschulvorlesewettbewerbe hätte. So ähnlich, wie den ganzen Tag in einem schalldichten zu sitzen, stelle ich mir übrigens auch das Leben in einer Gated Community vor. Sie kennen das Konzept: Sie legen ganz schön viel Geld auf den Tisch und bekommen dafür Ihre Eigentumswohnung in einem abgeschlossenen Wohnkomplex, am besten noch mit Sicherheitsdienst und allem Drum und Dran, weil Sie vor der Welt dort draußen ganz grausame Angst haben. In Leipzig gibt’s so etwas auch. Wie verrückt ich das finde, das habe ich bei Weltnest mal aufgeschrieben.
I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

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Ich woanders: Gibt’s im Späti bald ab 22 Uhr kein Bier mehr?

Als ich vor 75 Jahren nach Leipzig zog, da lernte ich die vielen Spätis in der Stadt sofort lieben. Spätis, das sind die überteuerten Lebensretter, die man erst so richtig zu schätzen weiß, wenn die Leute beim Supermarkt um 21:59 Uhr schon wieder abwinken, obwohl man doch nur noch schnell ein paar Chips kaufen will. Und ich bin mir sicher: Wir haben alle Spätis schätzen gelernt, wenn es wieder einmal hieß: „Oh kacke, es ist Sonntag und wir haben keine Milch mehr!“ oder „Waaah, es ist 23.30 Uhr und ICH! BRAUCHE! JETZT! CHIPS!“

Aber sind wir ehrlich: Nach 22 Uhr kauft man sowieso nur noch Wegbier, das heißt jenes Bier, das man trinkt, während man irgendwo hin geht, um Bier zu trinken. Und ich wette, dass Spätis ihr Geld nachts ausschließlich mit dem Verkauf von Bier verdienen. Und Chips vielleicht. Chips gehen eigentlich immer. Gerade in Verbindung mit Wegbier.

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A Week in Pictures 08/2015

Ein großer Vorteil des Lebens in Großstädten (oder sagen wir: größeren Städten) ist, dass man selbst um 21:45 Uhr noch losrennen und sich irgendetwas Ungesundes im Supermarkt kaufen kann. Und selbst, wenn man erst 22:45 Uhr auf diese Idee kommt, gibt es da immer noch die Spätis, die ihr Geld ausschließlich mit ekligen Leuten wie mir verdienen, die sich schon beim Einschlafen so sehr darauf freuen, dass sie am nächsten Tag Döner essen werden, dass das mit dem Einschlafen eh nicht klappt. Ich wette, Spätis verdienen ihr Geld zu jeweils 1/3 mit der Rettung bei weltbewegenden Sätzen wie “Oh Scheiße, es ist Sonntag und wir haben keine Milch!”, “Waaaah, es ist nachts und ich brauche dringend Chips!” sowie “Holen wir uns noch ein Bier für den Weg?”. Jetzt allerdings gibt es im Deutschen Bundestag ernsthafte Erwägungen, insbesondere Letzterem einen Riegel vorzuschieben. Ja, man denkt darüber nach, Spätis ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen zu lassen. Was bringen soll, das habe ich bei Weltnest mal debattiert.

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Ich woanders: Fixie, Fair trade, Flüchtlinge – Leipzigs integrativer Westen

Als ich vor 75 Jahren nach Leipzig zog, da lebte ich im Wohnheim. Ich residierte zwischen einem rustikalen Maschinenbauer, der jeden zweiten Abend betrunken die Gemeinschaftsküche nach Süßwaren durchwühlte und einem Japanologiestudenten, den ich nie zu Gesicht bekam, wahrscheinlich, weil er gerade für seinen Abschluss als Ninja lernte. Es war mehr so geht so und schon nach einem halben Jahr zog ich wieder aus und begann, wieder Freude am Leben zu haben.
Was für mich ziemlich einfach ging, ist für die in Leipzig lebenden Flüchtlinge ein nahezu unüberbrückbares Hindernis. Noch immer leben 44% der Flüchtlinge in Leipzig in Gemeinschaftsunterkünften, wie jener gruseligen in der Torgauer Straße, die hauptsächlich für ihren desolaten Zustände bekannt ist.

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