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A Week in Pictures 03/2018

16. Januar 2018 – Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Kinder Maxi King gegessen.
Wow, was habe ich da nur verpasst?! Sie müssen wissen, bei mir ist das tatsächlich problematisch: Ich darf bspw. kein Kinder Pingui essen. Bzw. eins wäre vielleicht okay, aber es gibt nur Dreier-, Fünfer- und Achterpacks und wenn ich dann davor stehe, vergleiche natürlich die 100g-Preise und da sind acht Stück natürlich günstiger als drei, weswegen ich natürlich acht kaufe, was leider aber auch heißt, dass ich auf jeden Fall acht Kinder Pingui esse. Nein, nicht innerhalb einer Woche, sondern hintereinander. Ja, direkt hintereinander. EINS – Boah leeeeecker! – ZWEI – Na komm, einer ist schon noch okay! – DREI – Okay, reicht, ach, was soll’s. – VIER – Komm, vier sind genau die Hälfte! – FÜNF – Jetzt isses auch egal! – SECHS – Komisch, schmeckt immer noch total super! – SIEBEN – Ich kann nicht aufhören! – ACHT –Gottseidank, es ist vorbei! Oh Gott! Es ist vorbei! Soll ich einfach nochmal losgehen! Nein! Du bleibst hier! – ENDE
Es ist grauenhaft. Ich bin der Prototyp aller Süchtigen. Und deshalb ist es eben tragisch, wenn mir Kinder Maxi King jetzt auch noch schmeckt. Hätte ich es doch nur nicht probiert. Ich war schon nach so vielen Dingen süchtig: Wick Rachendrachen, Em Eukal-Bonbons, diese kleinen Luft-Kartoffelchips von Aldi, Chicken Wings, Milchschnitte, Kinder Schokobons usw. usw. Ich muss mich einfach im Zaum halten. Ich bitte Sie also: Bieten Sie mir niemals ein Kinder Maxi King an. Essen Sie bitte kein Kinder Maxi King in meiner Gegenwart, weil ich sonst frage, ob ich auch eins haben kann. Und wenn Sie dann sagen, Sie hätten nur eines, dann werde ich sagen: Pah, die gibt’s nur im Dreier- und Fünferpack, ALSO HER MIT DEM MAXIKING! So möchte ich nicht sein. Darum helfen Sie mir bitte, meine Sucht zu bekämpfen. Ich danke Ihnen.

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A Week in Pictures 02/2018

Ich glaube, ich kannte bis vor krzem niemanden, der reich ist. Also nicht wohlhabend im Sinne eines Einkommens in Höhe einer monatlichen Sofortrente, wie es sie damals beim Lotto zu gewinnen gab, 8000 Euro monatlich oder so. Nein, ich meine so richtig reich. So „Ich kaufe mir einen 5.000 Euro-Laptop, schmeiße ihn direkt vorm Laden auf den Boden und kaufe mir direkt einen neuen, weil es mir egal ist“-reich. Was für ein absurdes Gefühl das sein muss, sich keine Sorgen um Geld mehr machen zu müssen. Also nicht Sorgen im Sinne von „Oh Gott, in zwei Monaten habe ich 0 Euro auf dem Konto“-Sorgen, sondern wirklich so, dass schon sehr viele Fehlentscheidungen machen muss, damit das irgendwann mal alle ist. Wenn man sich nicht einmal mehr Gedanken darüber machen muss. Das muss krass sein. Und ich glaube, ich könnte damit umgehen. Beziehungsweise überhaupt nicht. Ich hätte viel zu viel Angst, dass das irgendwann alle sein könnte, sodass ich total vorsichtig damit wäre. Okay, was ich machen würde, wäre vielleicht Folgendes: Erstmal die Hälfte beseite legen, irgendwie anlegen oder so. Und zwar genau so viel, dass die Zinsen monatlich 5.000 Euro ergeben. Dann würde ich von mir sagen, dass ich ausgesorgt habe. Wenn ich von Zinsen leben könnte. Und den Rest würde ich natürlich auch nicht verprassen. Aber so einen winzigen Teil davon auf jeden Fall. Zum Beispiel würde ich irgendjemanden beauftragen: „Hier hast du 50.000 Euro, such mir bitte eine 6-Zimmer-Altbauwohnung mit Stuck, Balkon, Fischgrätenparkett in meinem Lieblingsstadtteil. Aber bitte entmiete dafür niemanden. Außer reiche Leute, die kannst du ruhig entmieten.“ Wobei das wirklich ein bisschen auf die Größe meines Reichtums ankäme. Wenn ich RICHTIG reich wäre, dann würde mir natürlich schon irgendewas Absurdes einfallen. Das Gewandhaus abreißen lassen zum Beispiel. Oder die Unikirche. Und direkt darauf eine kostenlose Obdachlosenunterkunft errichten. Oder direkt vor dem Büro der AfD eine Moschee errichten lassen, einfach, weil ich seit unserem Israel-Urlaub den Muezzin so gern höre. Und jedes Mal, wenn jemand ankäme und sagen würde: „Also Herr Herrmann, so geht’s aber nicht“, würde ich ihm angewidert ein Bündel Geld zuwerfen, damit er/sie mich in Ruhe ließe.
Große Empfehlung zum Thema: Till Reiners – Ich will reich sein.

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A Week in Pictures 01/2018

Wie schon gesagt: Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und die erste Jahreswoche sind immer am besten. Alles ist noch irgendwie einen Ticken langsamer gestellt und man hat genügend Gelegenheit, sich über die wichtigen Dinge des Lebens Gedanken zu machen. Wie zum Beispiel darüber, dass ich eigentlich nie einen Spitznamen hatte. Okay, in der Grundschule versuchte einer meiner Mitschüler mal für einen Tag, den Namen „Kläranlage“ zu kultivieren, weil er glaubte, es würde sich irgendwie auf „Herrmann“ reimen oder so. Leider scheiterte sein Plan, da es mir erstens total egal war (und so etwas macht halt nur Spaß, wenn es die Leute auch trifft) und sich zweitens der angebliche Gleichklang auch niemandem sonst erschloss. Man konnte mich nicht Andi nennen, weil so schon alle Leute namens „Andreas“ genannt wurden und schon waren die Möglichkeiten äußerst beschränkt. Und es dauerte viele Jahre, ehe ich bemerkte, dass ich praktisch schon immer einen Spitznamen hatte: Antreh! Einen Namen, den man zwingend mit Ausrufezeichen schreiben muss, weil es sonst den Klang verfälscht. Eigentlich ist mein Spitzname sogar: „Antreh! Komm ma!“, aber verkürzt natürlich „Antreh!“. Niemand nennt mich „André“, weshalb ich immer ein bisschen in innerliche Verzückung gerate, wenn es doch mal jemand sagt. Wobei ich auch keineswegs böse oder eingeschnappt bin, wenn jemand „Andre“ sagt. Ich weiß ja selbst, dass man „André“, mit der Betonung auf dem E, ganz schlecht in einem normalen Satz sprechen kann. Schon „Andreeeeeee Herrmann“ klingt ja komisch. Soll es aber auch. Ist doch super, wenn man darüber stolpert, denn dann muss man darüber nachdenken, was es wiederum zu etwas Besonderem macht. Und mittlerweile mag ich ja auch „Antreh!“ sehr gerne, weil das alles ganz gut zusammenfasst. Trotzdem weigere ich mich meistens, Leute bei ihren Spitznamen zu nennen, zumindest dann, wenn sie sich mir nicht mit ihrem Spitznamen vorgestellt oder es sich explizit gewünscht haben. Warum sollte ich auch jemanden, der Stefan heißt, plötzlich Steff nennen? Noch schlimmer: Wieso nennen Eltern ihr Kind „Gregor“ und rufen es dann immer „Greg“? Nennt es halt gleich so, wenn ihr den Namen eh besser findet. Nun ja, Sie merken, es wird Zeit, dass ich mal wieder mehr zu tun habe. Ich komme nur auf komische Gedanken.

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A Week in Pictures 52/2017

Während ich das schreibe, sitze ich in der Küche, draußen wird Bürgerkrieg geübt und hier drinnen läuft im Hintergrund Radio. Es ist eine Sendung, in der Hörer*innen anrufen können, um dann live vor Ohren der Weltöffentlichkeit eine zufällig ausgewählte Fragen mit vollster Ehrlichkeit zu beantworten. Zum Beispiel: Gibt es etwas, dass du deinen Eltern vorwirfst? Oder: Welche große Aufgabe steht dir gerade bevor? Oder: Fühlst du dich zur Gesellschaft zugehörig oder als Außenseiter? Hach und dann ruft da zum Beispiel eine Frau an und erzählt, dass gerade ihre Kinder zu Hause ausgezogen sind und sich das alles ganz komisch anfühlt und sie deshalb beschlossen hat, die zwei freigewordenen Zimmer unterzuvermieten und mit 57 Jahren noch einmal quasi eine WG zu gründen. Und die Moderatorin ist total interessiert und fasziniert und freut sich immer über die Anrufenden und ich sitze gebannt vorm Radio und hoffe, man könnte Silvester noch ein paar Stunden nach hinten verschieben, damit ich alle 70 Wahrheitsfragen anhören kann.
Das Witzige an der Sendung: Die Moderatorin sitzt in Berlin und es rufen fast ausschließlich Leute aus Berlin an. Oder Leute, die mal in Berlin gewohnt haben und es total vermissen, weil sie jetzt irgendwo in NRW wohnen müssen. Und dann fragen Sie immer: „Von wo rufst du an? Ach, aus Charlottenburg!“ Das ist doch super. Warum gibt es das nicht in Leipzig? Bzw warum sind alle Leipziger Radiosender absolut unhörbar, wenn man einen IQ über 80 hat? Ich würde so eine Sendung sofort moderieren! Wirklich! Das ist doch super. Man bekommt die coolen Geschichten quasi freihaus geliefert! Und dann ruft jemand an, ich sage: Na, von wo aus rufst du an? ACH HERRJEH! AUS GOHLIS?! NA DAS TUT MIR LEID! Hier deine Frage, bitte ehrlich beantworten: Wieso wirfst du dein Leben weg und wohnst in Gohlis?
Nein, ehrlich. Ich würde das echt moderieren. Und ich wäre überhaupt nicht fies. Höchstens so frech, sodass sie Leute sagen „Ich mag den Radio-Antreh, der ist immer so frech, wenn er on air ist!“.
Und jetzt ruft gerade ein 15-jähriges Mädchen an, das erzählt, dass ihre Freundin einfach so ihr allerallerallergrößtes Geheimnis ausgeplappert hat und sie jetzt total enttäuscht ist. Aber sie hat ihr schon verziehen, owbohl sie Stier ist. Und obwohl die Freundin Silvester keine Zeit für sie hat und sie deshalb mit ihren Eltern Fernsehen guckt, bis es Mitternacht ist. Ach, dieses arme Mädchen.

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