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A Week in Pictures 32/2017

Wenn man vergisst, Fotos zu machen, dann war es vermutlich einfach gut. Oder man war bei einem Punkkonzert und wollte nicht riskieren, das Gesicht bearbeitet zu bekommen, weil man aus Versehen irgendjemanden im Bild hatte. Oder man saß einfach viel am Schreibtisch und da gibt es halt einfach nicht Besonders viel Interessantes zu fotografieren.
Immer zum Ferienende bekomme ich total Lust, mir Stifte und Hefter und all dieses Zeug zu kaufen, weil es das gerade überall im Angebot gibt und ich schreibwarensüchtig bin. Das war schon früher das einzig Okaye an Schule, sich immer zum nächsten Schuljahr mit neuem Zeug einzudecken und das eigene „System“ zu perfektionieren. Ich glaube, am Ende hatte ich es dann auch ziemlich perfekt hinbekommen. Es ist simpel wie großartig: Man kauft sich einen vorgelochten Schreibblock, dazu für jedes Fach einen Hefter, schreibt dann immer im Block und heftet anschließend alles rückwärts/umgedreht ein, sodass man nicht immer alle bisherigen Blätter rausnehmen muss, sodass sie nicht beim fünften Einheften schon völlig zerfleddert sind. Natürlich schreibt man immer mit Kugelschreiber, denn Tinte verblasst viel zu schnell. Farben und solchen Kram braucht man nicht, maximal einen Textmarker (am besten hellblau) zum Markieren. Lineal immer aus Metall. Winkelmesser immer in der 360-Grad-Variante und als Radiergummi ausschließlich Knetgummis oder weißen Kautschuk. Bleistifte immer als Druckbleistift, außer im Kunstunterricht. Dort immer als Standardbleistift Stärke 3b, 5 bis 7/8b fürs Schattieren, 3h für die Vorzeichnung, aber wer vorzeichnet, verliert. Daneben immer Acryl- statt Wasserfarben benutzen, einfach weil es besser aussieht. Das ist schon das ganze Geheimnis.

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A Week in Pictures 31/2017

Das Schönste am Wegfahren ist, wenn man wieder nach Hause kommt und erstmal ganz viel Wäsche waschen kann. Bis vor kurzem fand ich das noch ein bisschen strange, aber dann habe ich in der inTouch gelesen, dass Charlize Theron das genau mag und seither geht es eigentlich. Ja, meine Güte, ich lese halt die inTouch. Und die Bravo, na und? Lesen Sie erstmal die ganzen Dostojewski-Bücher und dann reden wir nochmal darüber, wer hier etwas verpasst hat. Letztens fiel mir auf, dass der Sommer ja praktisch schon vorbei ist. August und das war’s eigentlich. Ich gucke mir ja immer die 20-Tage-Wettervoraussicht an, damit ich etwas zu talken habe, falls ich zufällig alten Leuten begegne. So transformiere ich ganz schleichend selbst zum Rentner. Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich etwas zu lang am Fenster stehe und leblos nach draußen starre. Oder wie ich auf der Couch sitze, absolut nichts tue und das völlig okay ist. Ich glaube, den Grad an innerer Verrentung bestimmt man zuverlässig daran, wie lang man, ohne etwas zu tun, irgendwo sitzen kann, ohne dass man etwas vermisst oder eine*r/m langweilig wird. Und letztens, als ich nach ein paar Tagen zurück in meine Wohnung kam, da roch es ganz komisch und seither frage ich mich, ob das jetzt einfach daran lag, dass es tagelang draußen warm und die Fenster geschlossen waren oder ob das vielleicht mein eigener Geruch nach Tod ist. Vielleicht geht das jetzt ja los bei mir. Man selbst riecht es ja nicht, das wissen wir spätestens seit Jean-Baptiste Grenouille. Aber die anderen riechen es natürlich. Aber die sagen es einem ja nicht, solang sie noch so einen Funken Restrespekt haben. Stattdessen denken sie sich: „Ach je, der André. Jetzt hat er endgültig die Kontrolle über sein Leben verloren. Jetzt wäscht er sich nicht einmal mehr. Und Arbeit hat er ja auch nicht. Sitzt den ganzen Tag zu Hause und starrt auf seinen Wand. Hoffentlich stirbt er bald.“ Ich mache mir wirklich Sorgen. Ich möchte den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem ich innerlich zum Rentner werde, damit ich mich noch rechtzeitig davon abhalten kann, Ausländer zu hassen, die DDR zurückzufordern, AfD zu wählen und was nicht alles sonst noch. „Uns passiert so was nich“, „Wir bleiben cool“, pah! Das glaube ich schon lange nicht mehr. Stete Introspektion vorausgesetzt, glaube ich allerdings, dass man okay bleiben kann. Nicht jetzt ich, dafür bin ich eigentlich schon seit dem Kindergarten viel zu frustriert, aber ich habe ja noch Hoffnung für andere Menschen.

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A Week in Pictures 30/2017

Sachsen-Anhalt bedeutet auch, dass man sehr wohl gleichzeitig im China-Restaurant sitzen und sich über die Ausländer beschweren kann. Oder wie der Mann am Nachbartisch es formulierte: „Ach, gegen Ausländer hab ich überhaupt nüscht. Is do nett hier bei’n Fitschi!“
Vielleicht reagiere ich über, wenn ich bei solchen Sätzen an diese Szene aus ‚Jim Caroll – In den Straßen von New York‘ denke, aber irgendwie muss ich meinen inneren Brechreiz schließlich verarbeiten.
„Gibt’s bei euch och so viele Schwarze?“
„Keine Ahnung, aber ist es okay, wenn ich ‚Fickdichfickdichfickdich!‘ antworte?“
Ihr interessiert euch für nichts. Ihr könnte nicht eine aktuelle Nachricht der Bundes-, Europa- oder Weltpolitik nennen (Nein, die Fernsehzeitung ist keine Zeitung!). Aber wenn ihr auf der Straße jemandem begegnet, der anders aussieht als ihr oder anderweitig nicht in eurer verkümmertes Wendeverliererweltbild passt, dann sammelt ihr eilig euer Hab und Gut zusammen. Denn jetzt fallen sie über uns her, vergewaltigen unsere Frauen (um den lieben Moritz Neumeier zu zitieren: Niemand will deine Frau anfassen. Du fässt deine Frau ja nicht mal selbst an!) und essen unsere Kinder. DIE! WIR! UNS! Das seine eure Kategorien. Ihr habt keine Ahnung, aber ihr wisst Bescheid. Und ihr stellt Schilder auf: „Nein Frau Merkel, wir schaffen das nicht – 1.200 Einwohner, 200 Asylanten“. Ihr regt euch darüber auf, dass sich Manager für Menschen erster Klasse halten und behandelt selbst andere Menschen wir Abschaum. Wie liebend gern würde ich euch genau jene Mauer, die in euren Köpfen herumtragt, rundherum um euer Kackdorf bauen. Und dann von außen Gülle rüberpumpen. Bis ihr zum Hals genau in dem steht, was sonst so euren grundfrustrierten Mund verlässt oder sonstwie in eurem hermetisch abgesteckten Kleingartenkopf herumspukt.
Ja, das war undifferenziert. Aber es gibt so Momente, da hab ich kurz mal keine Lust mehr auf Entgegenkommen, da will ich nur noch Abstand.

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Best of Twitter Juli 2017 #ff

So, das war also der Juli.

Es folgt eine Auswahl der schönsten Tweets der vergangenen Monats.

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A Week in Pictures 29/2017

Frage: Wenn ein Riese neben mir stünde und ganz normal reden würde, dann wäre das ja total laut für mich. Für einen kleinen Vogel bin ich quasi solch ein Riese. Wenn so ein Vogel allerdings so laut zwitschert, dass selbst ich als vergleichsweiser Riese total laut finde, heißt das dann, dass sich die Vögel draußen praktisch die ganze Zeit anbrüllen? Und was brüllen sie dann die ganze Zeit?
„ICH BIN EIN SPAAAAAAAAAAATZ!!1eins“ und so weiter? „ICH BIN EINE AMSEEEEEEEEEL!!!1“ „ICH BIN PAARUNGSWILLIIIIIIIIIIIIIIIG!!!1111“ „ICH AAAAAAAUUUUUCH!!! ABER ICH BIN EINE AMSEL, DAS KÖNNEN WIR NICHT MACHEN!!!!!!!111“ „WARUM NIIIIIIIICHT?!?!?!“ „DAS KLAPPT NIIIIICHT!! WAS SOLL DA RAUSKOMMEN??? EINE SPAMSEL???!“ „ODER EIN AMTZ!“
Ja, das sind so Dinge, über die ich mir Gedanken mache. Sorry.

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