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Ich woanders: Beim Badewannenrennen am Völkerschlachtdenkmal

Unmenschliche Hitze am Wochenende. Wer könnte dort dem Drang widerstehen, zum Badesee zu fahren oder sich im Schwimmbad zu installieren? Ich natürlich! Denn wenn es so richtig heiß ist, dann habe ich nichts Besseres zu tun, als ganz viel Zug zu fahren. Warum nicht dann auch noch zum Badewannenrennen ans Völkerschlachtdenkmal fahren? Immerhin habe ich es in 22 Jahren noch nie dorthin geschafft. Bei Weltnest habe ich dazu mal etwas aufgeschrieben.

Als ich vor 75 Jahren nach Leipzig zog, da war ich froh, mich nicht allzu sehr umgewöhnen zu müssen.
Denn auch in meiner Heimatstadt (wen es interessiert: Mordor, Sachsen-Anhalt), hatte es seit jeher ein jährliches Badewannenrennen gegeben. Dort musste man etwa drei Kilometer lang in einen kleinen Fluss entlang paddeln, der sich durch einige Stromschnellen, Sandbänke und Brücken auszeichnete.
Das Event war bis vor zwei Jahren eines der zahlreichen das Highlight und umso wohler fühlte mich sofort in Leipzig, als ich von der jährlichen, von der naTo organisierten Régates de Baquet erfuhr.

Nur irgendwie schaffte ich es nie dorthin. Zweiundzwanzigmal. Mal war ich nicht in der Stadt, mal machten mir Kondition und Vorabendgestaltung einen Strich durch Rechnung, mal musste durfte ich zu Omas Geburtstag. Doch jetzt, nach 22 Jahren, hat es endlich geklappt. Ich war beim Badewannenrennen am Völkerschlachtdenkmal. Dass es gleichzeitig das heißeste Wochenende des Jahres war und ich beinahe gestorben wäre, ist bei so einer Vorgeschichte selbstverständlich.

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A Week in Pictures 29/2014

Auf der Durchreise. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal zwölf Stunden Zug gefahren bin. Eigentlich gar nicht so stressig, wenn man sich immer direkt zu den bahn.comfort-Plätzen bewegt und müde genug ist, um mindestens die Hälfte der Zeit zu verschlafen. Dann noch ein gutes Buch dabei haben und die Zeit vergeht doch recht schnell. Wobei die letzte Stunde Busfahrt (!) dann doch so nervte, dass ich begann, mir haufenweise Hassnotizen auf dem Handy zu machen. Ein Beispiel: “Im Bus fällt mir ein Rentner in den Schoß. Danach erklärt er freudig, der einzige Privatversicherte im Ort zu sein.” “Natürlich heißt der Italiener hier ‘Alfredo’ und das freche Café ‘Strandmuschel’. Wer hier als Einwohner Glück hatte, der ist schon vor zwanzig Jahren gestorben.” Doch immerhin hat es sich in diesem Jahr zum ersten Mal ergeben, dass ich zum Badewannenrennen am Völkerschlachtdenkmal gehen konnte. Bei Weltnest habe ich dazu mal etwas aufgeschrieben.

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Ich woanders: Platz da, die Wagen kommen!

In Leipzig wird gebaut. Überall und nirgends. Doch was gibt es für alternative Wohnkonzepte und was kann die Stadt tun, um diesen entgegen zu kommen. Dazu habe ich bei Weltnest mal etwas aufgeschrieben.

Als ich vor 75 Jahren nach Leipzig zog, da fiel es mir alles noch nicht so auf.
Doch je älter ich wurde und je mehr meine Eltern mich dazu ermutigten, endlich Miete für mein Kinderzimmer zu bezahlen, umso mehr begann ich, mich nach Alternativen zum herkömmlichen Wohnen umzusehen.
Leipzig hat auf Grund seiner Geschichte gleich mit mehreren davon Erfahrung:
1. Wächterhäuser: Der Versuch, Häuser zu erhalten, indem man sie an übergangsweise Nutzer vermittelt, die das Objekt in Schuss halten und dafür dort leben können.
2. Wohnprojekte: Sind gerade so in, dass es eines davon just auf Spiegel Online geschafft hat.
3. Hausbesetzungen: Hätten mir meine Eltern eh nie erlaubt.

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A Week in Pictures 28/2014

Was ich mir sehr gut vorstelle, ist dieses Im-Café-Schreiben. Okay, es wirkt immer automatisch ein wenig aufgesetzt, noch dazu so schrecklich Digitale-Bohème-like, aber trotzdem. Im Café sitzen und schreiben, womöglich noch analog, das imponiert mir. Dummerweise fällt mir an solchen Orten eigentlich nie auch nur irgendetwas ein. Und wenn überhaupt, dann wäre ich vermutlich so ein In-der-Kneipe-Schreiber. Schon des Styles wegen. Ich brauche nach wie vor einen Tisch und möglichst viel Ruhe, so ist das eben. Und auch, wenn ich mir damit jetzt jede möglichst galante Überleitung verbaut habe, muss es sein: Bei Weltnest habe ich etwas über die Wagenplätze in Leipzig geschrieben.

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Shepard Fairey und die Street-Art-Ikonographie

Viele Leute werden Obey nur als Klamottenmarke kennen, deren Kapuzenpullover für 80 Euro man tragen muss, wenn man bei Instagram als Fashionblogger oder Flygirl durchgehen will.
Dann wäre es ziemlich schade, nicht zu wissen, dass besagtes Label eigentlich auf dem Street-Art-”Projekt” von Shepard Fairey fußt, der einst nicht nur das bekannte Hope-Poster der Obama-Kampagne bastelte, sondern schon seit den 90ern überall auf der Welt Aufkleber und großformatige Poster mit der vielsagenden Aufschrift Obey und einem zugehörigen Konterfei anbringt. Jenem Konterfei von André the Giant, einem mittlerweile leider verstorbenen WWF-Wrestler.

Vielleicht haben Sie den Banksy-Film Exit through the Gift Shop gesehen, in dem sich besagter Shepard Fairey ziemlich enttäuscht von dem Street-Art-Emporkömmling Mr Brainwash zeigt. Davon ab konnte man sich schon während des Films fragen: “Hmm, macht Herr Fairey eigentlich wirklich nur dieses Obey-Zeug? Ist das nicht langweilig, immer nur dieses Gesicht an die Wände zu pinseln?”

Wie schön, dass es genau dafür jetzt Abhilfe gibt. Und zwar in Form einer 12-minütigen Doku über das, was Shepard Fairey so macht, wenn er nicht gerade Wrestlergesichter in der Weltgeschichte verklebt, was er sich dabei denkt und was das alles mit Aussehen guter alter US-amerikanischer Werbung zu tun hat. Sie werden erstaunt sein, wie gut dieser Mann ist.

Also, liebe Richkids, sehet selbst:

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