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Was gehypte Literatur angeht, bin ich ein Mainstreamer vor dem Herren. Ich musste einfach Twilight und The Hunger Games lesen. Jetzt also die 50 Shades-Trilogie. Viele Leute haben bereits darüber gesprochen und geschrieben, obgleich ich bezweifle, dass viele von ihnen sie überhaupt gelesen haben. Das mache ich anders. Ich lese sie. Und damit man einen Eindruck davon bekommt, was ich dabei durchlebe, hier mein gestückelter Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns bei Teil 1 - 50 Shades of Grey (englische Ausgabe), Kapitel 6 bis 10 (34%).

Hier geht's zu Teil 1.

Achtung, Spoiler:

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Miranda July, Alleskönnerin und Mensch, startet demnächst ein Kunstprojekt, das wirklich sehr schön werden könnte. Ab 1. Juli erhält jede/r die/der sich auf der Projektseite namens We Think Alone in den Mailverteiler einträgt, wöchentlich Mails bekannter oder besonders interessanter Personen zu einem bestimmten Thema, wie bspw. in der ersten Woche zum Thema Geld. Das Besondere dabei ist, dass diese Mails nicht erst geschrieben werden, sondern bereits von den jeweiligen Sendern in anderem Zusammenhang geschrieben wurden. Warum genau das interessant ist, erklärt Frau July selbst:

"But our inner life is not actually the same thing as our life on the computer — a quiet person might !!!! a lot. A person with a busy mind might write almost nothing. And of course while none of these emails were originally intended to be read by me (much less you*) they were all carefully selected by their authors in response to my list of email genres — so self-portraiture is quietly at work here. Privacy, the art of it, is evolving. Radical self-exposure and classically manicured discretion can both be powerful, both be elegant." (About)

Natürlich bin ich angemeldet. Und am meisten freue ich mich auf die Mails vom NBA-Alltime-Scorer-Gott Kareem Abdul-Jabbar, der Girls-Erfinderin Lena Dunham und von Kirsten Dunst. Aber auch auf die anderen Teilnehmer (ein Theoretischer Physiker ist dabei, viele Künstler und und und) freue ich mich, selbst wenn ich bis auf Rodarte noch nie von ihnen gehört habe. Letztlich soll das Projekt zwanzig Wochen dauern. Das heißt, man erhält zwanzig Wochen lang mindestens neun thematisch passende Emails (es waren wohl mal zwanzig angedacht, aber zumindest auf der Projektseite sind nur neun Namen aufgeführt). Ich bin gespannt.

via @evaschulz

24/2013

17. Juni 2013, a week in pictures

 

Quiet times are quiet. Ein bisschen abhustlen im Park und die Anderen beim Tischtennis abziehen, auch wenn ich gar kein Tischtennis kann. Dennoch ist es meine größte Stärke, dass es mir völlig egal ist, ob ich gewinne oder verliere. Und allein dadurch entwickle ich hin und wieder Kräfte, wie nur wir Super-Saiyajins sie haben können. Folglich gewinne ich somit fast automatisch gegen alle, die unbedingt gewinnen müssen und ruiniere ihnen erfolgreich die Woche. Alternativ kann man auch einfach erklären, man habe eigentlich keinen richtigen Grund, jemals vor Mittag aufzustehen.

Darauf wird es sich dann ab jetzt wohl beschränken. Eigentlich total schrecklich, dass es als ganz normal hingenommen wird, dass sich ab einem bestimmten Zeitpunkt alle voneinander entfernen, man sich richtig umständlich Termine ausmachen muss und so weiter. Und man dann doch nur davon erzählt, was man sonst so macht, um sich gegenseitig auf den letzten Stand zu bringen. Aber so muss das wohl sein. Trotzdem verstehe ich es nicht. Und vielleicht habe ich genau deshalb auch keine Lust darauf. Wenn schon alle es so machen, dann muss ich nicht auch noch mitmachen. Ein Satz, der völlig unglaubwürdig, wenn man drei praktisch identische Fahrräder auf einem Haufen fotografiert hat. Aber so sind wir Super-Sajyajins, voller Widersprüche.

Es müssten jetzt so circa zehn Jahre sein. Was die kleine Bestandsaufnahme auch gar nicht so imposant macht, zumal sich eigentlich viel digital abgespielt. Und wenn insgesamt 1% davon brauchbar sind, ist das wahrscheinlich sehr viel. In den Kisten daneben lagert übrigens seit anderthalb Jahren das 'Prokrastination für Anfänger'-Set und wartet auf Benutzung. Ich weiß auch längst nicht mehr, woraus es eigentlich besteht, aber vielleicht schau ich morgen mal rein.

Und das ist Berlin. S-Bahnhof ICC Messe Nord, um genau zu sein. Mich fuhren drei nette Herren, die sich praktisch die ganze Zeit mit einander unterhielten, ohne dass ich hätte verstehen können, welche Sprache sie sprechen oder was sie sich erzählen. Trotzdem waren sie sehr nett. Wenn der Mann neben mir mal wieder einen übelsten Hustenanfall bekam, dann spuckte er seinen Auswurf aus dem Fenster, verfehlte jedes Mal knapp ein vorbeifahrendes Auto und warnte mich wohlmeinend: 'Kommt alles von Zigaretten! Rauchen ist nicht gut!' Keine Ahnung, was die Männer in Berlin machten, immerhin habe ich ihnen ja auch nicht verraten, dass ich unterwegs zum Wetten-dass-Casting war. Geht auch niemand etwas an.

Jayne bewohnt seit letzten Sommer schon das eine Geldscheinfach meines Portemonnais. Weiß auch nicht, wieso, aber ich finde, es hat etwas für sich, immer eine Cheerleader-Sammelkarte bei sich zu haben. Genau wie ich nachwievor auf mein 1-Dollar-Schein-Lesezeichen schwöre, auch wenn dessen Benutzung spätestens bei meinem Kindle etwas schwierig wird. Außerdem birgt meine Jayne-Sammelkarte nachwievor diese tolle Geschichte, als wir in Chicago beim Fußballspiel im Baseballstadion waren. Als es vorbei war und wir zurück zum Auto liefen, kamen wir an einem Retro-Store vorbei, wo es unter anderem Cheerleader-Sammelkarten, Batman-Postkarten und ALF-Kaugummi gab. Ich kaufte mir einen Alf-Kaugummi, freute mich über die schönen Alf-Karten und Alf-Sticker und steckte mir nebenbei den Kaugummi in den Mund, ohne zu bemerken, dass er schon 1992 abgelaufen war. Das Ding zerfiel mir im Mund quasi zu Staub und hinterließ einen Geschmack, als habe mal genau auf dem T-Shirt eines pubertierenden Teenies nach einem Justin-Bieber-Konzert gekaut. Schrecklich. Aber immerhin eine gute Erinnerung.

Und dann wurde Berlin ganz wetterunabhängig plötzlich so gut wie nie. Besser als Cola-Light-Trinken und Erdbeereis-Essen in der DB-Lounge am Hauptbahnhof. Besser als das Gefühl, damals mit schulterlangen Haaren und kaputten Schuhen an den wütenden Türstehern des Weekends vorbei marschieren zu dürfen, weil irgendjemand irgendwen kannte. Besser als S75-Fahren und die Ansage auf dem Bahnsteig zu hören: 'Zug na Ahrenfelde, zurück blei'm bitte! ZURÜCK BLEI'M HA ICK JESACHT, DU KNALLO DA, EY!' Ich bin gespannt.

Die Sachsenbrücke. Und plötzlich weiß man, wer diese ominösen Menschen sind, die tatsächlich Mixbier trinken. Menschen, die Einweggrills kaufen und darauf Formfleisch braten, aber strengstens darauf achten, dass der Jute-Beutel aus Fairtrade-Wolle hergestellt wurde. Aber ich mecker da nicht. Immerhin habe ich freiwillig alle Gilmore-Girls-Staffeln geguckt, habe eines dieser In-Fahrräder und auch Sex-and-the-City fand ich gut. Aber spätestens, wenn dann ein paar Idioten tatsächlich anfangen, Frei.Wild durch ihre mitgebrachten Boxen zu drücken und niemand etwas dagegen sagt, bekommt das alles einen komischen Beigeschmack, der mindestens an Kaugummi von 1992 erinnert. Und dann fragt man sich, warum da niemand etwas sagt und denkt sich, dass vielleicht alle einfach nur auf so einen S-Bahn-Mann warten, der das nicht auf sich sitzen lässt und einfach mal brüllt: 'Den Müll bitte ausmachen, DEN MÜLL SOLLT IHR AUSMACHEN, IHR KNALLOS, EY!'

 

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Wenn du wieder einmal auf einem SPD-Parteitag kellnerst, auf der Bühne von 8,50 Euro Mindestlohn erzählt wird, man dir aber nur 6,62 Euro pro Stunde zahlt und du dich fragst, ob du womöglich den schlimmsten Job der Welt hast, dann lass dir gesagt sein: Du bist nah dran, aber nur fast.

Immerhin hättest ja auch im Jahr 1835 in Frankreich als Blutegelsammler arbeiten können. Oder 2007 in China den ganzen Tag vorm Computer sitzen müssen, um bei World of Warcraft Gold zu sammeln. Wie gesagt, Kellnern beim Parteitag oder Messehostess ist nah dran. Und wenn du wissen willst, welche anderen schrecklichen Jobs du an Stelle deines jetzigen hättest haben können, dann gibt es hier eine nette Auflistung all der Dinge, die man im besten Falle niemals gemacht haben sollte.

via 22 words

 

Was gehypte Literatur angeht, bin ich ein Mainstreamer vor dem Herren. Ich musste einfach Twilight und The Hunger Games lesen. Jetzt also die 50 Shades-Trilogie. Viele Leute haben bereits darüber gesprochen und geschrieben, obgleich ich bezweifle, dass viele von ihnen sie überhaupt gelesen haben. Das mache ich anders. Ich lese sie. Und damit man einen Eindruck davon bekommt, was ich dabei durchlebe, hier mein gestückelter Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns bei Teil 1 - 50 Shades of Grey (englische Ausgabe), Kapitel 1 bis 5 (16%).

Achtung, Spoiler:

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