awip04201601
Kommentare 3

A Week in Pictures 04/2016

Vier Wochen 2016.
Das ist die Aussicht vom Kölner Dom. Zumindest halb. Denn nachdem man bereits 386 Stufen einer kleinen Steinwendeltreppe hinaufgeklettert und halbtot ist, gelangt man in den offenen Teil des Südturms. Und wenn man vier Stunden später wieder zu Kräften gekommen ist, muss man noch 146 Stufen auf einer mitten im Turm frei stehenden Metalltreppe bezwingen, auf der ganz wunderbar der Wind pfeift, denn Fenster gibt es dort oben ja eh keine mehr. Und wenn man nach unten guckt, sieht man nichts als hundert Meter Abgrund. Und wenn man nach vorn gut, dann sieht man 300 Meter unter sich die Stadt Köln. Und wenn man nun eh ein Problem mit Höhen hat, außerdem der 1.200 Jahre alten Baukunst in puncto Stabilität nicht recht traut und dann mitten auf der Metalltreppe eine Frau niederkniet und ruft „Es geht nicht! Es geht nicht! Es geht nicht!“, dann gehe zumindest ich auch nicht höher. Ich bin doch nicht verrückt! Wer weiß denn schon, was die Frau da gesehen hat? Dann war ich eben nur zu 4/5 auf dem Kölner Dom. Na und? Bei meinem Glück wäre er sowieso genau dann umgefallen, wenn ich gerade die oberste Aussichtsplattform erreicht hätte. Und die vier Euro sind mir auch egal. Ich gebe nach jedem Einkauf all mein Kleingeld dem netten Obdachlosen, der immer vor der Tür sitzt. Da machen es die vier Euro jetzt auch nicht mehr. Für mich steht fest: Der Mensch ist nicht dafür gemacht, irgendwo hoch zu klettern. Fliegen ist okay. Das geht immer ganz schnell und ist so absurd hoch, dass man eh tot ist, wenn etwas passiert. Außer man landet auf so einer verrückten Lost-Insel, das wäre auch recht uncool. Aber auf einem zerbröselnden Turm fest zu sitzen und mich an irgendeiner Zinne festklammern zu müssen, ehe die Feuerwehr herausgefunden hat, woher sie eine 300 Meter lange Leiter bekommen, das ist nichts für mich. Dafür müsste mich schon Red Bull sponsoren.

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

awip0301201601
Kommentare 0

A Week in Pictures 03/2016

Das war also schon die dritte Woche 2016.
Hier war ich gerade auf dem Weg, mir etwas zum Mittagessen zu kaufen. Ich finde das sehr angenehm, jeden Tag einkaufen zu gehen. Ich kaufe nie mehr als für einen Tag, maximal zwei, ein. Und wenn ich Luxus definieren müsste, dann würde ich sagen: Luxus ist, sich jeden Tag frei einteilen zu können. Und jeden Tag auswärts essen zu können. Während man in Deutschland leider am Sonntag gezwungen ist, zu Hause zu bleiben, ist das in Brüssel weitaus praktischer. Supermärkte haben von Montag bis Samstag geöffnet. Die ganzen Express-Supermärkte immer auch am Sonntag. Und die Spätis sowieso. Aber in Brüssel ist sowieso alles etwas anders. Wie schön wäre es bspw., die lieblichen Brüsseler Staus zum Weltkulturerbe zu machen?
Ich weiß nicht mehr wo, aber irgendwann habe ich mal von einem Literaten gehört, der nicht einmal mehr eine Küche besaß, sondern zum Essen immer nach draußen ging. Und wenn es eine Sache gibt, die mich jahrelang gestresst hat, dann war es, eine Küche zu besitzen. Leider weiß ich wirklich nicht mehr, wer das mit der Nicht-Küche war. Aber ich kenne jemanden, er jahrelang ohne Dusche und Badewanne gelebt hat und dafür jeden zweiten Tag ins Schwimmbad gegangen ist. Speaking about motivation: Ich war in diesem Jahr noch nicht einmal schwimmen.
Dafür habe an genau dem Abend dieses Bildes noch Ein großer Aufbruch geschaut. Der Film hat übrigens den Deutschen Fernsehpreis für das beste Drehbuch gewonnen, vor Schland 83, wohlgemerkt. Guter Film. In der Mitte vielleicht kurz etwas abwegig, aber dafür mit einem ganz großen Ende. Man fühlt sich beim Schauen unweigerlich an diese eine Episode aus Karte und Gebiet erinnert, aber das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Meiner Meinung fehlen noch eine Reihe guter Bücher zum Thema.

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

6101573515_bc67d07ef1_b
Kommentare 2

Mein Kindle-Clipboard

Ich gehöre ja zu diesen Monstern, die eBooks mögen und sogar freiwillig einen Kindle besitzen. An dieser Stelle aber keine Diskussion über eBooks und „richtige“ Bücher. Vielleicht nur so viel: Ich mag und habe beides.
Was ich bei „echten“ Büchern allerdings wirklich hasse ist, wenn jemand mit einem Bleistift oder gar einem Textmarker Markierungen im Text vornimmt und es sich bei dem Buch nicht um ein Lehr- oder Sachbuch handelt. Gleichzeitig sehe ich aber natürlich ein, dass man schöne und wichtige Stellen später gern leichter wiederfinden würde und man nicht das ganze Buch voller Post-its haben will.
Glücklicherweise ist das Markieren beim Kindle sehr einfach. Und der markierte Text wird sogar noch in einer separaten Datei abgelegt, sodass man nach einer Weile eine schöne Liste mit Zitaten der eigens gelesenen Bücher hat.

Ich weiß nicht, wie es mit Ihnen steht. Ich zumindest scrolle gern mal durch das Kindle-Clipboard und schaue mir an, was ich an welchem Buch mal markierenswert fand. Vor allem, weil es auch dokumentiert, wann man welches Buch noch einmal gelesen und darin vielleicht Neues entdeckt hat. Und es würde mich wahnsinnig interessieren, was andere Leute in welchen Bücher so markieren. Vielleicht benutzen sie ja auch gar nicht die Funktion und ich bin weltweit der Einzige.
Um es zumindest auf einen Versuch ankommen zu lassen, habe ich beschlossen, mal ein paar Zitate aus meinem Clipboard zu präsentieren. Sie sind absolut querbeet, reichen von annodazumal bis gestern und in keiner anderen Reihenfolge, als der zeitlichen. Vielleicht interessiert es ja jemanden. Ich jedenfalls, fände es sehr interessant, mal ein paar Clippings von Anderen zu sehen.

Los geht’s nach dem Klick:

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

awip02201601
Kommentare 3

A Week in Pictures 02/2016

Das war also die zweite Januarwoche. Ich habe gelernt, dass es völlig okay ist, ein „Frohes neues Jahr“ zu wünschen, selbst wenn man jemanden erst vierzehn Tage nach dem Jahreswechsel sieht. Wie weit sich das im Kalender fortsetzen lässt, ließ sich allerdings nicht so recht klären. Ich würde mal schätzen, Ende Januar wird es dann auch langsam sinnlos. Außerdem habe ich gelernt, dass irgendwie alle Welt zur professionellen Zahnreinigung geht und ich jetzt in einem Alter bin, in dem die Leute herzhaft lachen, wenn man „Warum fahren wir nicht einfach mit dem Fahrrad, statt mit dem Taxi?“ sagt. Dafür kennen sie aber viertausend Arten von Körnern, von denen ich bisher weder gehört, noch gekostet habe. Ich glaube, es wird einfach alles immer schlimmer. Ich sollte jetzt dringend reich werden, damit endlich andere Leute das Interagieren mit der Außenwelt für mich übernehmen können.
À propos Kalender: Lemmy tot, David Bowie tot, Achim Mentzel tot, Alan Rickman tot. Statistisch gesehen wäre also endlich auch mal wieder ein Nicht-Publikumsliebling dran. Mir würden da spontan drei, vier AfD- und UnionspolitikerInnen einfallen. Andererseits: Geschafft. Endlich eine wirklich zwingende Ausrede, warum man keine Zeit hat, zum Spieleabend zu kommen. Aber wir wollen nicht unken.
Dort oben sehen sie übrigens die Chaussee de Charleroi, so gegen 17 Uhr. Ja, der Fahrradweg ist genau zwischen den Tramschienen. Und die Autos haben so einen großen Respekt, dass sie sich meistens nicht einmal trauen, die FahrradfahrerInnen zu überholen, sondern brav hinthertuckern, während man sich an der Steigung abrackert. Das ist schön.

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)