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A Week in Pictures 20/2017

Wer hätte gedacht, dass ich das mit dem Schnitt in den Finger überlebe. Es war ja wirklich ein ordentlicher Schnitt, denn wenn ich etwas mache, dann wenigstens richtig. Ein Vollzeitschnitt, sozusagen. Und alles nur, weil ich Fotos zurechtschneiden wollte. Eigentlich kein besonders gefährliches Vorhaben, könnte man denken. Vielleicht deshalb habe ich unterbewusst das Ganze mit einem Skalpell gemacht. Und bin dann abgeruscht. Direkt in den Finger rein. Wo sich dann das eine Stück so lustig auf- und zu klappen ließ, während nebenbei literweise Blut ins Bad lief und ich darüber nachdachte, ob ich jetzt ohnmächtig werden sollte oder nicht. Und ob das jetzt tief genug war, um damit zum Arzt zu gehen. Noch dazu, weil ich mich erst jüngst mit einem Arzt unterhalten hatte, der meinte, die meisten Leute in der Notaufnahme sollte man eh wieder wegschicken, denn einerseits hätten sie a) keine Notfälle, sondern denken einfach irrtümlicherweise, dass es in einer Notaufnahme schneller geht als beim Hausarzt und b) hätten viele auch einfach gar nichts, sondern wollen nur „mal durchgecheckt werden“. Trotzdem dürfte man die Leute aber nicht wegschicken, weil Krankenhäuser ja auch irgendwie marktwirtschaftliche funktionieren und und und. Naja, und so saß ich dann da im Bad und dachte: „Nee nee, den Schuh ziehste dir nicht an, dich wieder wegschicken zu lassen, dann lieber ein Stück Finger weniger“ und so blieb ich halt zu Hause, schnürte mir ein Stück Strick um den Finger, damit das Stück Fleisch hoffentlich wieder anwüchse und dann war es zwei Wochen lang ein bisschen eklig und schmerzhaft und dann gestern, zack! fällt das einfach alles ab und drunter ist alles wie neu. Also nichtmal wie wie neu, sondern wie früher, aber halt neu. Vintage, quasi. Ich bin fasziniert von meinem Körper.

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A Week in Pictures 19/2017

Ich mag es nicht, wenn ich dazu gezwungen werde, der bad guy zu sein. Einfach, weil ich zu lange zu nett gewesen bin und die Leute plötzlich alles für selbstverständlich halten. Schlimmer noch, dass sie sogar böse werden, wenn irgendwann mal etwas nicht nach ihrem Willen geht, weil das ging doch sonst auch immer und sie sich mittlerweile schon völlig darauf verlassen, dass es nach ihrem Willen geht. Das ist doch unhöflich! So etwas macht man doch nicht. Ich würde lieber niemals irgendjemanden um einen Gefallen bitten. Schon deshalb, weil es mir zu peinlich wäre, zu fragen und natürlich auch, weil ich mir das Um-einen-Gefallen-bitten lieber aufspare, bis es einmal wirklich wirklich wichtig ist. Und lustigerweise geht es dann ja doch immer irgendwie, obwohl vorher erstmal die Welt zusammengebrochen ist. Und natürlich ich daran bin, obwohl ich mit der ganzen Sache von Anfang an gar nichts zu tun hatte, auch gar nichts zu tun hätte haben müssen aber naja, der Antreh wird das schon machen, der hat das sonst ja auch immer gemacht. Nee! Aber man will ja auch nicht, dass sich plötzlich niemand mehr auf einen verlässt, weil das ist ja auch irgendwie blöd, obwohl man dann immerhin seine Ruhe hat. Vielleicht möchte man eben einfach wertgeschätzt werden. Das heißt nicht, dass da immer direkt eine Schachtel Merci auf der Türschwelle liegen muss, aber man merkt es ja, wenn Leute dankbar sind resp. sie einfach nur content sind, weil alles nach ihrem Plan läuft, selbst wenn der mit einschließt, dass durch ihn die Pläne anderer zerstört werden. Menschen ey. Muss man anscheinend immer regelmäßig vor den Kopf stoßen, sonst heben die alle ab.

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A Week in Pictures 18/2017

Ich glaube, ich habe die Schlafkrankheit. Oder diese Krankheit des Mannes aus Karte und Gebiet: „Er hat eine sehr seltene Krankheit – eine Demeleumaiose oder wie immer das heißt. Er leidet überhaupt nicht, sondern ist nur ständig erschöpft und schläft alle paar Minuten ein, selbst beim Essen. Wenn er spazieren geht, setzt er sich nach wenigen Metern auf eine Bank und nickt ein. Er schläft jeden Tag ein bisschen mehr, und irgendwann wacht er dann gar nicht mehr auf. Es gibt Menschen, die haben bis zum letzten Moment Glück.“
Auf jeden Fall könnte ich gerade den ganzen Tag lang schlafen. Liegt bestimmt am Wetter. Viel zu gutes Wetter, da schaltet mein Körper einfach ab. Aber beschweren wir uns nicht übers Wetter, sonst klingt man direkt wie so ein Landwirt. Die haben auch entweder gerade zu viel Regen oder zu wenig, es ist zu heiß oder zu kalt, auf jeden Fall ist es nie richtig. Vielleicht bin ich ja so ein innerer Landwirt.

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A Week in Pictures 17/2017

Schnelle Woche.
Man macht irgendwie dauernd etwas, aber kommt irgendwie zu gar nichts. Das ist generell so ein Problem bei mir. Wenn mich jemand fragt: „Und Antreh? Was haste gestern so gemacht?“, dann ist da in meinem Kopf zuerst mal so eine große Wüste und keinerlei Erinnerung daran, was ich gemacht haben könnte. Obwohl ich natürlich davon ausgehen kann, irgendetwas gemacht zu haben. Aber manchmal ist es auch so derbe unspektakulär, dass es sich gar nicht zu erzählen lohnt. Hey, ich habe diesen Zettel für die Sozialwahl angekreuzt und hatte gar keine Ahnung, was ich mir da aussuchen soll. Und danach habe ich ein Paket aus Spanien bekommen, mit einem Kindle drin. Und den hab ich dann zur Reklamation weggeschickt und als das Geld zurückkam, hab ich direkt einen neuen bestellt! Und als der kam, hab ich da dann wieder alle Bücher draufgespielt, ein Kumpel kam noch vorbei und anschließend bin ich zur Post gegangen, habe nebenbei SXTN gehört, weil ich ja wissen muss, was die Jugend heutzutage so hört und dann habe ich den Kindle zurück nach Spanien geschickt. Spektakuläres Leben!

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