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Zweitausendfünfzehn

Wie im letzten Jahr, im Jahr davor, 2012, 2011, 2010, 2009 und 2008.

 

Januar:
Silvester im dauerbeböllerten Kriegsgebiet. Sechs Raketen allein an der Kreuzung. Dann einmal quer durch Deutschland. Buch-Korrigieren im Zug. Das Cover ist göttlich. Wir veranstalten einen Benefizslam gegen LEGIDA und ermöglichen drei Geburten von Flüchtlingskindern. Denn in Leipzig marschieren neuerdings einmal in der Woche die Verrückten. Und es ist kein Verdienst der Demokratie, dass sie tatsächlich laufen dürfen. Auftritt, Lektorat, repeat. NFL-Playoffs auf dem größten Bildschirm der Welt. Die langweiligste Show ever gesehen. Der neue Houellebecq ist leider nicht viel mehr als eine Fingerübung. Charlie Hebdo lässt nichts Gutes ahnen. Gar nichts Gutes.
Status: Ohje.

 

januar

 

Februar:
Wenn man krank ist, darf man unendlich viele Serien gucken, so will es das Gesetz. Trotzdem Trailerdrehen im Schnee. Ausschauhalten in Brüssel. Skriptschreiben in Leuven. Irgendwie klappt es ja immer mit den Lesebühnentexten. Markenzeichen: Nee, ich fahr morgen wieder. FIFA und die 36 Frühlingsrollen. Die kleinen Bullen drehen auf und die großen versieben es mehr und mehr. Ach so, eh, wir dachten, du kümmerst dich darum. Es. Darf. Nicht. Schiefgehen. Dann eben Marathon. Probehören nachts um 2 Uhr im Bett. Dass in der Aufnahme keine Fehler sind, ist ein mittleres Wunder. Das ist also Erschöpfung.
Status: Puh.

 

März:
Jumanji im MDR-Fundus. In aller Freundschaft im Turm. Einmal quer durch Leipzig laufen. Die „Als wir träumten“-Ruhe vor dem Sturm. Idioten-Sondieren am Samstagnachmittag. 200-fach die Kaution ruinieren. Drei Tage lange Farbe in der Nase. Teetrinken mit einem Ziegenbock auf dem Tisch. Und dann ist es da! Eine Woche lang funktioniert alles. Auftritt, Unterschreiben, Auftritt, Unterschreiben. Bitte, bitte, funktioniere! Runterkommen bei schlechter Bockwurst. Die krasseste Lesung ever. Belohnungstrikot. Übersicht auf dem MDR-Turm. Und alkoholfreien Sekt in dem anderen. Zum Glück mögen sie auch das zweite Skript. Die Tatort-Lüge. Und sofort wieder totkrank.
Status: Huih.

 

Buch

 

April:
André will umziehen und keiner glaubt’s. Werbungmachen überall. Wenn ich kann, dann fahr ich noch abends zurück. Ondré Herrmann bei ARTE. Relaxation in der MuKo. Wer hätte gedacht, dass wegen mir mal jemand Catering macht. Hebt es jetzt tatsächlich ab? Regiebesprechung in Leipzig. Volles Haus in Berlin. Black me out in Brüssel. Original indisches Essen auf Gleis 5 in Aachen. Ich bekomme noch immer 7,50 Euro für die Pizza. Das beste Geburtstagsgeschenk. Iih, ich mag tatsächlich Gemüsechips. Ist das der neue Ausblick? Endlich mal wieder Against Me! Ich kann heute nicht, ich müsste mal wieder schlafen.
Status: Uih.

 

Mai:
Platz 1! Aufzeichnung, Aufzeichnung, Aufzeichnung. Das war’s dann mit dem Aufstieg. Warum habe ich da nur zugesagt? Ich muss mich vorbereiten! André ist jetzt eine wichtige wissenschaftliche Quelle. HDGDL-Streik. Vier Tage lang Autofahren. Meine Antwort ist die große Autobahn. Der Koffer ist nur fürs Merch. Thomas Mann besuchen in Lübeck. Wenn man am Meer ist, muss man immer zum Meer fahren. 199 Updates auf dem Weg nach Stuttgart. Eine Nacht lang Reden über Comedy. Fünfzehn Kisten Bücher. Und plötzlich guckst du dich selbst von einer Litfasssäule an. Die guten Lesungen. Pide in Dresden, Rührei in Leipzig und Eiche massiv in Jena. Ein Hase namens Victory-Micha.
Status: Yeay.

 

BXL

 

Juni:
André Herrmann – Journalist. Der ägyptische Präsident sorgt dafür, dass ich fast zu spät zum Auftritt komme. Krankenhaus, Autobahn, Auftritt, repeat. Der U23-Aufstieg ist geglückt. Das deutsche Netflix ist völlig überbewertet. „[…] gelten für Sie nicht mehr die Rechtsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland.“ Krankenbeförderung Kranke. Wu-Tang. Keine Hauptwohnung in Deutschland. Drei Kreuze, wenn das alles geschafft ist. Alles abmelden. Ich möchte Sperrmüllmann sein. Noch einmal auf dem Bordstein sitzen. Noch einmal hierhin, noch einmal dorthin, dann alles einpacken und weg.
Status: Uff.

 

Juli:
C’est compliqué. Eintausendmal Zeug besorgen. Unendliche Hitze. Ich bohre nie wieder ein Loch. Gefühl bekommen fürs Viertel. Der obligatorische Tourikram in der Innenstadt. Riesenmarkt am Sonntagmorgen. Muskelkater in den Beinen. Irgendwie haben nicht mal die Behörden eine Ahnung, wie das alles funktioniert. Ma premiere mitraillette. Slow times und trotzdem komme ich zu gar nichts. Erkundungstour um Erkundungstour. Refléchir sur la condition humaine. Die Kongaschaukel verfolgt mich bis hierher. Pubquiz bei der Kommission. Mittagessen im Parlament. Dann eben nochmal neue Passbilder. Keine Ahnung warum, aber es ist immer eine Stunde länger hell hier. Fraktion LE trifft sich in BXL. Photo opportunities everywhere. Hello best tandem partner! Zu hoch beim Einstufungstest eingestuft.
Status: Puh.

 

BXL 2

 

August:
Niemand in Brüssel kennt Leipzig. Victoria in Belgien. Besuch und Pizza für fünf Euro. RB Leipzig aus der Ferne. Royal Union Saint-Gillois um die Ecke. Ausblicksuche in der Stadt. Hochhäuser gucken. So gefährlich ist das mit dem Fixie gar nicht. Der Flagey ist völlig overhyped. Aber das Parlamentarium fetzt. Ab jetzt offiziell Ausländer. Chicken Wings in Matongé. Markt in Molenbeek. Und die erste Auswährtsfahrt nach Düsseldorf. Das Zugfahren hat gefehlt. Freitagmorgen in der Bar du Matin und Kapitel rauspumpen. Eigentlich dauernd im Coin Bleu. Können wir kurz noch zu meinem Kumpel gehen.
Status: Yes.

 

September:
Wie, Sie haben keine Badekappe? Kondition wie ein Holzpflock. Tandem in der Sonne. Giosa im Halbdunkel. McFlurry nachts in der Metro. Die Winkelgasse ist in Brüssel. Schicken wir doch mal das Exposé raus, um zu schauen, was passiert. Beleidigungen sammeln für den Roast. Jetzt sollte ich aber wirklich mal anfangen. Es fetzt nicht, wenn man im Sprachkurs nicht der Beste ist. Hmm, es hebt nicht ab. Noch einmal Sommer in Bordeaux. Shisha beim organisierten Verbrechen. Die gute Bootsfahrt. Bordeaux – Brüssel – Berlin – Leipzig – Brüssel. Dürfen wir Sie chauffieren? Es fühlt sich echt schon verdammt lang an. Gemeinsam Rumsitzen in einer Fabrikhalle. 1.000. Flohmarkt. Wenn ich nichts mache, werde ich wahnsinnig.
Status: Yep.

 

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Oktober:
Die Kollegen kommen zu Besuch. Gestellte Fotos in der Innenstadt. Das versteckt überschätzte Museum in Ghent. Durch Ihre Aktivitäten werden Sie sich bald gut absichern können. Das zweitbeste Bücherregal der Welt. Ich bräuchte fünf Euro für, eh, ich brauche sie einfach. Schöner Besuch bei der deutschen Minderheit. Der Katzenbiss. Rasiert! Die krasse Woche. Kontrollgang durch die alte Hood. Drei Ladekabel in drei Tagen. Krass, dass Leute wegen mir kommen. Wenn ich das Geld hätte, würde ich mir ein League-of-Legends-Team kaufen. Die härteste Demo der Welt. Warum habe ich das nicht viel eher geschaut? Keine neuen Freunde. Ach, ach, ach. Schnee im Oktober? Farewell, er hat’s geschafft.
Status: Ach.

 

November:
„Frère, frère! Prendre une photo de nous!“ Ich hab keine Lust. Hope. Die guten Spaziergänge. Spitzenreiter, Spitzenreiter! Nächtelang Bob Ross. In zwei weiteren „Deutschland 83“. Zum ersten Mal nicht beim National und es ist komisch. Hast du Lust, in einem Jahr beim Roast mitzumachen? Sprachkurs läuft, aber ich mache nie Hausaufgaben. Und wieder los. Good times in Hamburg. Zur Abwechslung mal wieder ins Krankenhaus. Ausnahmezustand in Brüssel. Drei Tage später ist alles vorbei. Bin ich jetzt Journalist? Wieso mag eigentlich niemand Trainworld? Ab jetzt BD-Fan.
Status: Puh.

 

Zürich"

 

Dezember:
Die krasse Serien-Konferenz. Ich. Muss. Eine. Serie. Schreiben. All black everything. Den Anderen fliegt es einfach zu. Wo sind die Bücher? Brüssel ist das neue Berlin. Endlich Essen im Supra Bailly. Ach, ach, ach. Aber dann muss das wohl so. Klar, ich hab’s ja. Einmal quer durch Europa – Brüssel – Hamburg – St. Gallen – Zürich – Berlin – Leipzig. Wenigstens wird der Koffer immer leichter. Denken, lesen, auftreten. Wochen als Suppe. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Jahre mit 3 oder 5. Es ist jetzt schon anstrengend. Und es wird so bleiben. Wird schon. Wurde immer.
Status: Hmm.

In Kategorie: metametameta

6 Kommentare

  1. fujolan

    WIR lieben Trainworld. Nach 3x in 3 Monaten 2015 nu erstmal kleine Pause. Neue Liebe: Kanalbrücke am T&T. Und natürlich die Verbrande Brug.

    Neue Hassperson: Der Mensch, der am 4. Advent Knaller (Sound: Gewehrschuss) auf die Eisbahn am Brouckère warf. Wenn einer von den marokkanischen Eiskunstläufern (oder andere Passanten) dort den erwischt hätte, dann hätt‘ der sich ein neues Gesicht flicken können – verdientermaßen.

    Wann liest der Herr Herrmann in Brx?

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