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Zweitausenddreizehn

Wie im letzten Jahr, im Jahr davor, 2010, 2009 und 2008.

Januar: Es liegt kein Schnee. Pünktlich zum neuen Jahr fliegt mir der Inhalt einer Knaller-Batterie in den Nacken. Das erhabene Gefühl, die Masterarbeit in den Hand zu halten und dann abzugeben. Tagelanges Ich-hab-es-mir-verdient-Fußball-Manager-Spielen. Ablenkung in München, Erlangen, Berlin, Stuttgart und Jena. Comeback des social life. Danach kommen die Leere und die Unsicherheit, die auch ein explodierendes Hypezig-Blog nicht so recht beseitigen kann. Der wunderbare Anruf am Küchenfenster Good new people und der hirnrissige Plan, das andere Ding mal eben bis März fertig zu schreiben.

Status: Perfekt.

Februar: Eiskalt beim Freundschaftsspiel. Leinwand und super Superbowl in Würzburg. So richtig klappt das auch in der Bibliothek nicht. Die Einsicht, dass ein Plan von Nöten ist. Krass, wie sehr sie uns schätzen. Jena, Halle, Dresden, Berlin und Hamburg. Und dann ein Masterabschluss im Schnee. Auf der dunklen Seite des Verlagswesens. Auf der bequemen Seite der Reiserentner. „Ja, das ist mein Job!“ in Krakau. Die Illusionen der Erasmusse. Eine Woche körperliche Zerreißprobe. Die Entsetzlichkeit der Menschheit. Und immer wieder Schnee.

Status: Hm.

März: Es bleibt kalt. Ab jetzt so eine Art Onkel. Wie es aussieht, war März als Ziel ein bisschen hoch gegriffen. Es wird immer schlimmer mit dem Kopf. Aha, eine Kolumne. Alleinsein in Berlin. Ein gestärkter Rücken von den wirklich Guten. Und endlich mal ein paar Ideen. Die Buchmesse überfordert mich nach wie vor. Volles Haus hier, volles Haus da, volles Haus dort. Vielleicht ist es wirklich kein Zufall. Dresden, Wolfsburg, Leipzig. Ein kleines bisschen Größenwahn. Am besten, man rechnet einfach nicht damit. Runterfahren und runterkommen. Lesen, lesen, lesen. Und immer noch Schnee.
Status: Hmpf.

April: Es ist Frühling. Ohne Studentenstatus fühlt man sich direkt nicht mehr zugehörig. Dann muss das wohl jetzt. Zwei Kilo Nachweise einer künstlerischen Tätigkeit. 350 Euro Krankenkasse. Marburg, Mainz, Frankfurt, Gießen. Mach, mach, mach! Desillusionierung am Darmstadt-Morgen. Und dann ist da plötzlich der Frühling. Dead or Alive or Star-Trek-Orchester. Das krasse Jubiläum hier, das krasse Jubiläum dort. Wenn sie fragen, dann geht es nicht. Das Mörder-Fahrrad. Einschlafen bei WrestleMania. „Herzlichen Glückwunsch! Und komm mal bitte ins Krankenhaus! Und hier ist übrigens gerade die Feuerwehr!“ Das kommt in Zukunft sicher öfter. Es bleibt anstrengend.
Status: Fuck.

Mai: Es ist warm. Die krasse Email. Okay, dann jetzt aber mit Nachdruck. Trotzdem erstmal Wegfahren. Ich stelle mir diese Sicherheit beruhigend vor. Aber sie sagen immer etwas Anderes. Das sind aber keine drei Sterne. Meister und trotzdem nichts sicher. Dresden, Stuttgart, München und schwarzes Eis beim Wave-Gothic-Treffen. Luxemburg und Werbung in Leipzig. Ja, mach lieber! Von mir aus könnte es immer so bleiben. Ja, kommt ruhig alle her. Wandern mit tschechischen Geistern.
Status: Krass.

Juni: Es ist heiß. Ich könnte eigentlich auch beruflich Schlafen. Das krasse Treffen. Ich bin leider schon satt. Oh emm dschie, krass! Jetzt aber wirklich! Endlich haben Sie es geschafft! Rumstehen im Osten. „Was wir brauchen, ist ein Humor-Signal.“ Fahrradgang und Hitze. „Da evakuieren sie Rentner!“ Die sehr sehr gute Stadtrundfahrt. „Es könnte ja auch ein Aneurysma sein!“ Immer wieder Sachsenbrücke, wie so Studenten. „Vielleicht mehr so ein Wortspiel!“ Jaja, wird jetzt bald. Viel Glück, hoffentlich klappt’s. Oh, eine Kolumne.
Status: Omg.

Juli: Es bleibt heiß. Es fühlt sich komisch an, aber es ist sicher richtig. „Nein, was Anderes!“ Und so schnell hat sich alles auch wieder erledigt. Der krasse Abend auf dem Dach. Erstmal mache ich sauber. Pizza-Syndicate-Betäubung. Falls nicht, gibt es immer noch die Geburtstage. Oder die Dauerkarte. Ab jetzt geht es eigentlich nur noch ums Geld. Terrasse und Meer. Die Leere beim Wegfahren. Immer dann am besten, wenn es eigentlich egal ist. Mir ist der Startplatz egal. I can barely take care of myself. Sturzbach.
Status: Shit.

August: Es bleibt heißer. Kommentare, die mich drei Tage lang aufregen. Keine Motivation für den Kühlschrank. Fahren, fahren, fahren, um den Kopf frei zu kriegen. Klar, gerade im Sommer am Schreibtisch sitzen. Die guten Konzerte. Krass, die laden dich extra dafür ein. Es fühlt sich so surreal an. Besuch und Rutsch um Rutsch. Wöchentlicher Rhythmus heißt auch, Funktionieren zu lernen. Tausenddank für den Kontakt! Okay, sagen wir bis Oktober! „Hast du Zeit für ein Meeting?“ Iron Man sagt welcome back!
Status: Ach ach ach.

September: Warm. Abends ist es manchmal kalt. Der Vorhang bleibt zu! „Kannst du bitte ins Krankenhaus kommen?“ Die feinen Herren kommen natürlich zu spät. Nein, kenne ich nicht. „Fragen Sie doch mal weniger Bekannte!“, pff. Ein richtiges Festival ist das nicht. Aus Versehen in Berlin. Oktober, jaja. Keine Ahnung, wie die Anderen das machen. Aber gut, dass du es auch nicht weißt. „Du bist doch’n Mäuschen!“ Tyrannosaurus Stan. The magical mystery of why it hurts am Bahnhof.
Status: Oha.

Oktober: Letzte Wärme. Ja, dann müssen wir das eben auch noch schnell machen. Vielleicht dann bis Ende des Jahres. Schon wieder Meister. Schon wieder Köln. Man kommt nur einfach nicht zum Denken. Mehrmals da sein ist besser. Mit Hemd. Und plötzlich wird es Herbst und es wird direkt wieder härter. Ausverkauft und Waschsalon. „Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen!“ Der große Umbau. Man müsste viel mehr mit Handwerk machen. Ausverkauft. Das würde ich nicht machen wollen. Ich bin doch eher der Schreiber. Und will einfach nur meine Ruhe.
Status: Hmpf.

November: Ich hasse November. Umgucken nach Alternativen. Warum kommt eigentlich immer alles auf einmal? In den ersten Städten klappt es erstaunlich gut. Zum ersten Mal nur als Rentner-Champions bei den Meisterschaften. Meeting, Meeting, Meeting. „Ja, ich mach das hier nur eben fertig, dann komm ich rüber.“ Na wenn sogar er das sagt. Es geht langsam voran. Betonung auf langsam. Klar, dass ich zwischendurch noch krank werden muss. Natürlich nehme ich mir dafür Zeit.
Status: Nein, keine Zeit.

Dezember: Kalt oder warm, wie man will. Thomas-Mann-Zeit. Lesen, lesen, lesen. Auch in den Städten klappt es. Okay, jetzt aber. Von 22 bis 3 Uhr geht es fast von allein. Fast diszipliniert. Jaja, die Augenringe. Ach, die Heizung. „Willst du nicht auch bei uns was schreiben!“ Squash, Bowling, alles voll. Ja, aber nein. Jede Woche drei plus 1. Eigentlich versteht uns nur Calvin. Jaja, mach ich heute Nacht. Endlich. Aber jetzt noch nicht zurücklehnen. Nachts ist es am besten. Noch ein Sprint und dann erstmal nur hoffen.
Status: Wenn das nicht klappt, dann keine Ahnung.

Was bleibt: Es reicht. Zumindest inhaltlich. Beim Rest, mal gucken. Schauen Sie doch mal im Archiv nach.

In Kategorie: Allzumenschlich

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