Das, was die Öffentlich-Rechtlichen (und RTL) nicht hinbekommen, scheint eigentlich gar nicht so schwierig zu sein, wie der selbstgebastelte Vuvuzela-Filter des Berliner Surfpoeten Tube zeigt.
Über Sinn und Unsinn will ich hier gar nicht diskutieren, oder doch, vielleicht kurz. Ich kann verstehen, dass das Getröte nervt, mir persönlich gefällt es auch nicht sonderlich, obwohl ich es ziemlich schnell ausblenden und ignorieren kann. Ich verstehe auch, dass es Leute gibt, die gern eine Möglichkeit hätten, das Gebrumme zu tilgen. Sollen sie gern tun. Trotzdem finde ich die große Aufregung drumherum viel schlimmer, als das Getröte selbst. Denn 1) finde ich es komisch, dass die Welt anscheinend erst jetzt bemerkt hat, dass es so etwas wie Vuvuzelas überhaupt gibt und so getan wird, als hätte das ja niemand voraussehen können 2) finde ich es schlimm, wie wir Europäer vom Thron unserer ach so kulturellen Überlegenheit dem Afrikaner beibringen wollen, wie Fußballfans ihre Mannschaften zu unterstützen haben und 3) würde sich hierzulande auch niemand das Gegröhle und Getrommle verbieten lassen wollen, warum auch.
Was der Vuvuzela-Filter von Tube allerdings zeigt ist, dass man, wenn man wollte, sicher schon längst einen Geräuschfilter hätte einbauen können. Auch wenn es so etwas wie kulturelle Zensur wäre (Welche Frequenz hat Frau Merkels Stimme?). Wenigstens gibt es dank der Vuvuzelas für uns wieder ein Thema, an dem wir uns aufreiben können und etwas, das wir in der Heimat verbieten können. Kann ja nicht sein, dass Deutschland einfach nur gut Fußball spielt.
Nachtrag:
Ok, ich muss mich wohl revidieren: Vuvuzelas gibt's noch gar nicht so lang und Bezug zu einem traditionellen Instrument auch eher dünn, sagt jedenfalls pressetext.at. Ob das glaubwürdig ist, kann ich so gerade nicht beurteilen, aber es ist erstmal eine Position. (via etm)
Dass Vuvuzelas eine tolle Sache sind, um zu meckern, bleibt aber trotzdem bestehen. Vielleicht sind die Vuvuzelas ja gerade erst dabei, sich zu tradieren.

