
Sucht mich dort, wo es poltert und die Leute andauernd "Pssscht!" machen. Neben dem dicken Mann, der immer nur zwanzig Minuten durchhält, sich dann aufwuchtet und sagt: "Guckste nochma kurz nach meim Laptop? Ich muss kurz raus, ich brauch was Süßes", ehe er für eine halbe Stunde verschwindet. Ein paar Bänke vor dem, der wie ein König mit Gefolge den Lesesaal betrat, hinter ihm zwei junge Mitarbeiterinnen mit einem Wagen voller in Leder gebundener Zeitungsjahrgänge. Rechts von dem Typen, der sein Display abschirmt, als wollte man ihm seine genialen Einfälle stehlen. Links von dem Mädchen, dessen klackende High Heels die Anwesenden nur deshalb nicht nerven, weil sie selbst im Januar eisern Minirock trägt. Hinter dem Mann, der seinen neuen Banknachbarn so gern die Funktionsweise des schweren Tisches erklärt. Oben, bei den Harten, die mit trüben Augen hinter den Recherchecomputern nach vergessenen Ausgaben suchen. Vergraben unter den dünngedrucktesten Exemplaren, den säurebefreitesten Wälzern und bestgesammelten Typograhieschätzen, da liege ich und träume davon, wie er sich anfühlen wird, der Triumph über die alten Bücher.

