Kommentare 9

The Hunger Games 1-3: Eine viel zu harmlose Rezension

Vor etwa einem Jahr hatte ich mir vorgenommen, endlich mal die Hunger-Games-Trilogie zu lesen und bestenfalls so eine ewige Auseinandersetzung daraus zu machen, wie damals bei der Twilight-Quadrologie.

Nun, ich habe die drei Bücher tatsächlich gelesen. Und ich hätte sie tatsächlich gern auseinander genommen. Es gab nur ein Problem: Die Bücher sind leider nicht schlecht genug. Sie sind sogar ganz okay, muss man sagen. Bis auf das schrecklich unpassende Ende vielleicht. Und diese schlimm-spacigen Namen der Figuren. Aber ansonsten immerhin ganz nett. Ein bisschen zu science-fiction-mäßig für meinen Geschmack, aber okay. Klingt jetzt eher unbefriedigend. Und weil ich die/den geneigt/e Leser/in aber nicht vollends im Unklaren lassen möchte, gibt’s hier wenigstens kurz meinen Senf zu den drei Büchern:

Teil 1: The Hunger Games.
Die Geschichte spielt in Nordamerika im so genannten Staate Panem. Dieser besteht aus einer Hauptstadt, dem Kapitol, und zwei rundherum angesiedelten Distrikten. Ursprünglich waren es mal 13 Distrikte, der dreizehnte wurde jedoch vom Kapitol in Schutt und Asche gelegt, nachdem dort vor Unzeiten mal eine Rebellion ausgebrochen war. Zur Strafe gibt es seither jährlich die so genannten Hungerspiele, bei denen jeweils ein Junge und ein Mädchen aus jeden Distrikt gelost werden, d.h. insgesamt 24 junge Menschen, die dann in einer gesonderte Arena gegeneinander kämpfen müssen, bis nur noch eine Person übrig ist. Katniss ist ein Mädchen aus der Bergarbeiterdistrikt 12, das besonders gut mit dem Bogen jagen kann und ihre Familie durch den Handel mit Wild auf dem Schwarzmarkt über Wasser hält, weil ihre Mutter es seit dem Unfalltod ihres Vaters nicht mehr schafft. Mit dabei ist immer ihr Kumpel Gale, der gern mehr als ihr Kumpel wäre, aber regelmäßig an Katniss scheitert. Bei den Hungerspielen wird natürlich nicht Katniss, sondern ihre kleine Schwester Primrose, kurz Prim ausgelost, woraufhin sich Katniss freiwillig meldet. Das männliche Tribut wird ihr Schulkollege Peeta, ein Bäckerssohn, der Katniss mal ein verbranntes Brot geschenkt hat.
Beide werden ins Kapitol gebracht und lernen ihren Mentor Haymitch kennen, einen Alkoholiker aus Distrikt 12, der annodazumal die Hungerspiele gewonnen hat. Im Kapitol ist alles tausendmal toller aus im verarmten Distrikt 12, alle sind reich und irgendwie völlig verrückt. Katniss und Peeta bekommen mit Glück das beste Vorbereitungsteam, das sie als heimliches Liebespaar inszeniert. In der Arena geht es voll ab, ein riesiges Gemetzel und so weiter und so fort. Es sieht zuerst so aus, als würde Peeta sich den so gennanten Karrieretributen anschließen, einer Gruppe aus den reicheren Distrikten, die sich für die blöden Spiele gern freiwillig melden und übelst stark sind. Tut er aber nicht, wie Katniss noch merken wird. Irgendwann findet sie Peeta verwundet herumliegen, pflegt ihn, damit er nicht stirbt und bringt nebenbei die ganzen anderen Tribute um. Weil die Spielemacher es aber nicht cool finden, dass am Ende zwei Tribute übrig sind, die sich partout nicht zermetzeln wollen, lassen sie ein paar Mutationswölfe auf die letzten drei Tribute los, woraufhin tatsächlich nur noch Peeta und Katniss übrig bleiben. Und weil sie so rebellisch sind, wollen sie sich einfach mit giftigen Beeren selbst umbringen, woraufhin das Kapitol doch beide zu Siegern erklärt. Peeta findet es trotzdem nicht gut, dass ihre Liebe nur inszeniert gewesen sein soll. Und Haymitch befürchtet, dass sich Katniss mit der Zwei-Sieger-Aktion bei den Spielmachern sehr sehr unbeliebt gemacht haben könnte.

Fazit: Kann man machen. Wirkt alles ein bisschen wie Battle Royale, aber das soll ja wirklich Zufall gewesen sein. Das Ende war wirklich ganz nett und auch der Cliffhanger gut. Zu diesem Zeitpunkt ist man vermutlich noch nicht einmal genervt von Katniss‘ komischer Art, sondern findet es einfach super, wie sie alles und jeden mit ihren Bogen plättet.

Teil 2: Catching Fire.
Katniss und Peeta wohnen wieder in Distrikt 12 und müssten dank ihres Sieges bei den Spielen eigentlich nie mehr auch nur einen Finger krumm machen. Als sie aber zur so genannten Tour der Sieger durch alle Distrikte fahren und winken sollen, kommt Präsident Snow zu Katniss und sagt ihr, dass er die Zwei-Sieger-Aktion ziemlich uncool fand, weil sie damit angeblich Rebellionen in den Distrikten angestachelt haben soll.
Bei der Sieger-Tour benimmt sich Katniss wieder mal daneben. Als sie wieder zu Hause ist, erfährt sie, dass Distrikt 13 angeblich gar nicht zerstört ist, sondern dass dort immer noch Rebellen hausen sollen. Kurz darauf verkündet das Kapitol, dass die nächsten Hungerspiele etwas ganz Besonderes werden sollen, d.h. dass ausschließlich frühere Sieger aus den jeweiligen Distrikten gegeneinander antreten sollen. Pech für Katniss, denn sie kann hundertprozentig davon ausgehen, dass sie dabei sein wird, so ein Zufall. Die folgenden Hungerspiele sind vermutlich die besten der ganzen Trilogie. Statt in einem riesigen Waldareal finden sie diesmal auf einer Insel statt, in deren Sektoren zu festgelegten Zeiten irgendwelche Katastrophen eintreten. Gemeinsam mit den anderen coolen Tributen namens Finnick, einem Superschwimmer mit Dreizack, Peeta, Beetee, einem genialen Erfindertribut und Johanna, einer etwas launigen Gewinnerin, versucht Katniss am Ende alles Wasser rund um die Insel unter Strom setzen, damit auch die letzten bösen Tribute endlich tot sind. Leider macht sie dabei die ganze Arena kaputt und erwacht in einem riesigen Hovercraft. Dort erfährt sie, dass sie Teil eines riesigen Plans der Rebellen aus Distrikt 13 ist und dass Peeta vom Kapitol gefangen genommen wurde. Distrikt 12 wurde mittlerweile längst vom Kapitol zerstört, Katniss‘ Mutter und Schwester sind jedoch rechtzeitig nach Distrikt 13 geflüchtet.
Fazit: Die zweiten Hungerspiele (eigentlich sind es die 75sten) waren wirklich die besten, weil die Arena ziemlich cool war. Leider ahnt man schon am Ende, dass es ab jetzt vermutlich ziemlich spacig wird. Aber: Kann man machen.

Teil 3: Mockingjay.
Katniss soll der so genannte Spotttölpel der Rebellion werden, quasi das menschgewordene Symbol des Widerstandes. Zwar sichert sich Katniss bei Präsidentin Coin, der Chefin von Distrikt 13, die Erlaubnis, Präsident Snow, den bösen Chef Panems, ermorden zu dürfen, so richtig am Kampf teilhaben darf sie jedoch nicht. Stattdessen muss Katniss wieder und wieder Imagefilme für die Rebellen drehen, wobei das Kapitol dasselbe mit Peeta macht, der vorher eine ordentliche Gehirnwäsche verpasst bekommen hat und Katniss als den Grund allen Übels sieht. Kurzum befreien die Rebellen Peeta und merken, dass er sogar so hart gebrainwasht wurde, dass man ihn kaum mehr allein mit Katniss lassen kann, ohne dass er versucht, sie umzubringen. Trotzdem geht es ihm irgendwann wieder halbwegs gut, weswegen er sogar mal mit zum Dreh eines neuen Imagefilmes darf. Die Rebellion ist in vollem Gange und Katniss dreht mittlerweile sogar schon im Kapitol, wird aber genau dort in eine Falle gelockt und entgeht, im Gegensatz zum Großteil ihres Teams, nur knapp dem Tod. Weil sie immer noch Präsident Snow umbringen will, rennt sie zu dessen Palast, der mittlerweile zu einem Auffanglager für Kinder gemacht wurde, in dem auch Katniss‘ Schwester Prim mithilft. Als sie dort ankommt, sieht sie, wie ein Flugzeug mit Kapitolmarkierung offensichtlich Hilfspakete abwirft, die sich dann aber doch als Bomben herausstellen und Prim umbringen.
Während die siegreichen Rebellen anschließend überlegen, wie sie das Kapitol am besten für 75 Jahre Hungerspiele bestrafen, trifft Katniss den unter Hausarrest stehenden Präsidenten Snow, der ihr erklärt, dass er nicht für die Bombardierung des Kinderauffanglagers und damit auch nicht für den Tod von Katniss‘ Schwester verantwortlich ist. Katniss erinnert sich, dass ihr Kumpel Gale, der sich im letzten Buch als fieser Fallensteller herausstellt, sich mal so einen Anschlag ausgedacht hatte und also nicht Präsident Snow, sondern jemand Anderes den Befehl gegeben haben muss. Als Snow umgebracht werden soll, erschießt Katniss also Präsidentin Coin, wird für unzurechnungsfähig erklärt und lebt seither zufrieden in Distrikt 12 gemeinsam mit Peeta und zwei Kindern. Ende
Fazit: Viel zu viel Action. Und dieses Ende. Der turn, meinetwegen. Aber dass die Rebellen es einfach so hinnehmen, dass jemand ihre Anführerin erschießt, naja. Und Katniss‘ Hin und Her zwischen Gale und Peeta einfach derart ad acta zu legen, nein.

Großes Fazit: Viel zu viel Gemetzel für meinen Geschmack. Das dritte Buch war dann stellenweise wirklich nur noch anstrengend, vor allem, weil es urplötzlich so kompliziert wurde. Und die Teenie-Romanze zwischen Gale, Katniss und Peeta kriegt mich überhaupt nicht. Hätte mich vermutlich auch nicht mit 14 gekriegt, weil ich persönlich Katniss schon viel früher für unzurechnungsfähig erklärt hätte. Wobei sie natürlich total gut Bogenschießen kann. Aber dafür bin ich beim Boccia-Spielen auf der PS3 unschlagbar. Klar, es ist gut, dass der Krieg hier absolut nicht verherrlicht wird, zumal praktisch dauernd haufenweise Zivilisten sterben und es eigentlich überall nur Leid gibt. Aber das ist einfach nicht mein Geschmack. Trotzdem kann man die Bücher sehr gut weglesen, wenn einem Platon gerade mal wieder zu heftig ist.

So. Und jetzt setze ich mich mal richtig an die 50 Shades-Trilogie. Wir lesen uns.

In Kategorie: Kritikaster

9 Kommentare

  1. Pingback: 50 Shades of nee, ey [2] » André Herrmann

  2. Pingback: 50 Shades of nee, ey » André Herrmann

  3. Pingback: 50 Shades of nee, ey [3] » André Herrmann

  4. Pingback: 50 Shades of nee, ey [5] » André Herrmann

  5. Pingback: 50 Shades of nee, ey [4] » André Herrmann

  6. Pingback: 50 Shades of nee, ey [6] » André Herrmann – How about nö?

  7. Pingback: 50 Shades of nee, ey [7] » André Herrmann – How about nö?

  8. Pingback: 50 Shades of nee, ey [8] » André Herrmann – How about nö?

Kommentar verfassen