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Wenn an einem sonnigen Nachmittag Blitze über den Himmel zucken, dann ist Großes am Werk. Die Türen fallen mit einem Knall ins Schloss, irgendwo erschiesst sich jemand und hinterlässt die Wucht, mit roten Spritzern und Knochenteilchen an eine Wand gemalt. Einer weniger.

Die Zeitungen setzen die Todesanzeige mit derselben Gelassenheit, mit der sie schon seit hunderten Jahren das verbreiten, was sie nicht beschreiben können. Am darauffolgenden Tag ist nicht einmal regnerisch, die Atmosphäre ist nicht wie zu erwarten drückend, wenn man die Buchstaben in dem kleinen Rechteck liest. Ganz im Gegenteil scheint die Sonne noch alle Zurückgebliebenen zu verhöhnen. Die Unruhe der von uns Gegangenen vermag nicht jene derer zu beschreiben, die folgen.


Ein Bündel ewiger Rätsel, das man hinter sich her schleift, das polternd und kratzend über den Asphalt hüpft, mal spürbar, mal überhaupt nicht sichtbar, aber da. Die Schutzschilde der Welt stehen in voller Montur aufgebaut und schirmen alles ab. Jeder Blitz, den ein kleines Kind aufgeregt seiner Mutter zeigen will, wenn es in der Schlange im Supermarkt gelangweilt in den Himmel starrt, ist ein geplatzter Traum, eine Annäherung an die Wirklichkeit und Tiefe aller Schmerzen, die auf dem blank geputzten Stahl zerschellt.

“Schau nicht direkt in die Sonne!” wird es ermahnt und folgt, wie ihm befohlen. Von jetzt an wird es kein Schauspiel am inneren Himmel und Horizont mehr miterleben. Es wird auf die Strasse blicken, um nicht von der Spur abzukommen, um geradeaus zu fahren und den Kurs zu halten. Vielleicht blickt es irgendwann auf sein Leben zurück und denkt: “Was für eine Zeit! Wie schnell sie nur verging.” und resümiert die vielen Kleinigkeiten, die sein Leben sein sollen. Gelernt und für nichts gelernt, nichts gelernt und keineswegs etwas gutes getan, so kann es sagen, war sein Leben nicht.

Es könnte aber auch von einem Irren gerammt, mitgerissen und im Graben halb zerlegt werden. Was richtig, was falsch war, wer kann das schon sagen. Der Irre weiß es nicht, das Kind trifft keine Schuld.

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