So ist das eben. Hier floskelt jemand durch die Gegend, dort muckiert sich ein Anderer darüber. An dieser Stelle besteht eines Menschen Leben aus Arbeit und dem Rest, an anderer wird versucht, es als Ganzes so erfüllt wie nur möglich zu gestalten. Wieder hier ist Philosophie blodes Reden, anderswo eine Passion. So ist das, und so bleibt das. Zwei Könige, der eine breit geliebt, der andere kleinlaut verehrt, ungleich bedeutet, ungleich bedeutend, zu Unrecht, wenn sie doch einer sein sollten.
Auf diese Weise schrieb ich gestern. Heute ging ich durch den Wald, verdreckte meine Schuhe und ließ mich von Blütenstaub und Pollen beregnen, ehe wieder alles in sich zusammen brach. Bunt gestreute Teilchen einer Wahrnehmung, aufgebahrt auf einem Sims aus Trägheit und der Schwere, die aus Nichts entsteht und wirklicher ist als alles Vorhandene. Reife ist paradox, wie alles Andere, Passgenauigkeit ist obsolet. Ein Vogel der, entflammt von Sorgenlosigkeit sich durch die Wolken in die Höhe brennt, oben eine Kurve schlägt und auf den Boden prallt, ist schöner noch als alles längst verkohlte auf der Erde. An den Bäumen trudelten die Aufgehangenen, die der Tristesse entsagten, und heute sind sie das Ausflugsziel vertrackter Träumer, die vor ihnen stehen bleiben, ihren Kopf im Wind mit ihren toten Hüllen wiegen.
Dreck und Dampf, der durch die Lungen zischt, drei Augenblicke Leichtigkeit verspricht, bis das er dann den Rachen verklebt und jeden husten macht. Doch gibt sie halt, die kleine Tabakrolle, wenn neben einem Engel ihre Vesperpause halten, dabei leise kichern.
Heute war keinerlei Passion, keinerlei Championat, nur Weihrauchgelüste eines Totensonntags, überall und selbst dort, wo die Verlorenen die Nacht durchstehen. Wir sind Götter, wir sind Narren, gottgelobte Söhne unserer Langeweile. Und dann zu sehen, wie sich körperliche Qual verschiedene Gestalten gibt, bricht Brücken, ganze Universen weg.
Weiter, weiter, weiter, immer vorwärts, reisst sich eine Welle durch die Formen aufoktroyierter Zeit. Und auch die Scherben werden wieder aufgelesen, eingeschmolzen und neu aufgeteilt, vielleicht zu dunklen Vasen aufgedunsen, bis sie wieder zerschellen und das ganze Zeug erneut beginnt. Und dann sind wir lachend dabei, lehnen uns zurück und halten bitter die Züge unseres Antlitzes, auf das niemand sehen und bemerken möge, wie eine Träne durch die Wolken unter unsren Füßen bricht und unten dann sechs neue Wellenberge auftürmt. Wir spitzen es zu, mit aller Kraft beschleunigen wir alles, bis der letzte Tick zu Ende tackt.

