Das da oben ist sie, die lang herbei gesehnte, lang geweilte, ewig zusammenrecherchierte, in schweißtriefender, nerven-aufreibender Kleinarbeit getippte, fantastische, hoffentlich gut bewertete Bachelorarbeit, d.h. ein paar Seiten davon. Jetzt noch Korrektur lesen, ein paar Fußnoten ergänzen und dann kann sie gedruckt werden, aber dafür ist noch ein Monat Zeit vorhanden.

Inhaltlich geht es um den Gesetzgebungsprozess der Vorratsdatenspeicherung auf EU- und Deutschlandebene im Abgleich mit der Vetospielertheorie, um zu illustrieren, auf welchen (nicht immer ganz astreinen) Wegen diese durch- und umgesetzt und später wieder enorm eingeschränkt wurde, resp. vielleicht sogar bald gänzlich ausgesetzt werden wird. Dazu kommt eine inhaltliche Kritik, um die Gründe des schrittweisen Absetzens besser darstellen zu können und deutlich zu machen, wo warum welche Grenzen des Ganzen lagen und liegen. Und am Ende gibt es noch einen Ausblick auf die Online-Durchsuchung, da ich sie erstens in einem Anflug akademischen Größenwahns mit in den (nachdem die Arbeit einmal angemeldete war nicht mehr änderbaren) Titel gesetzt hatte und zweitens ganz ähnliche Eingriffe vorsieht, ähnlich kritisiert wird, ähnlich im Gesetzgebungsprozess ist und sich daher das ein oder andere aus der Vorratsdatenspeicherung ableiten lässt.

Es gibt tatsächlich ein paar kleine Sachen, auf die ich ganz besonders stolz bin. Zum Einen, dass ich zeigen kann, dass nicht Dänemark im August 2002 den Entwurf einer Vorratsdatenspeicherung vorlegte (wie es z.B. in der Wikipedia steht und überall zitiert wird), sondern dass besagter Entwurf bereits 2001 von Belgien vorgelegt worden war und erst 2002 durch eine britische Bürgerrechtsorganisation ans Tageslicht befördert wurde (wahrscheinlich interessiert das eh niemanden, aber hey, immerhin mal ein klitzekleiner Mehrwert). Zum Anderen bin ich sehr stolz auf meine Darstellungen der Gesetzgebungsprozesse in der EU und in Deutschland, weil sie so schön detailliert sind, wie man sie selten findet und daher schon einiges an Klarheit bieten, insbesondere wenn man zeigen will, wo ein wenig am vorbei "ordnungsgemäßen Verfahren" operiert wurde.

Das sagt die Statistik:

1 (noch) fehlender Untertitel
7 Kapitel
12 Wochen hat's gedauert
14 Seiten Literaturverzeichnis
55 Seiten Text
71 Seiten insgesamt
200 Quellen
239 Fußnoten
2148 Zeilen
18729 Wörter
159060 Zeichen
zu viele Stunden Arbeit

Ich bin glücklich. Und erleichtert. Und ganz zufrieden. Und kann jetzt endlich ruhigen Gewissens die letzten beiden Folgen Lost gucken.

2 Kommentare

  1. Jessica

    19. Juni 2010

    Eine Bachelorarbeit wie ein Politthriller! Würde ich gern mal sichten. Brauchste noch vertrauenswürdige Korrekturleser wie mich? ;-D
    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für die Abgabe und den Abschluss.

  2. André

    20. Juni 2010

    Danke, vielleicht komme ich drauf zurück.

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