Den dritten Twilight-Teil namens Eclipse schon gelesen zu haben, hatte mir eigentlich fast gänzlich den Reiz genommen, in den Film zu gehen. Das Buch war, abgesehen davon, dass sowieso keine Weltliteratur zu erwarten war, ohnehin enttäuschend gewesen und ließ einmal mehr an der Kompetenz aller Amazon-Rezensenten zweifeln, die es irgendwo zwischen 4 und 5 Sternen ansiedelten. Aber da ich mittlerweile schon so viel gegen Twilight gewettert habe, muss ich jetzt quasi auch bis zum bitteren Ende durchhalten.
Dem Film ergeht es nun nicht anders. Gestern habe ich ihn gesehen und möchte schon einmal herbei orakeln, dass er mindestens genau so viel Anklang finden wird, wie schon das Buch.
Kurz der Inhalt: Im ersten Buch/Film traf Bella auf Laurent, James und Victoria, was darin mündete, dass Edward James umbrachte und Victoria darüber nicht gerade erfreut war. Im zweiten Buch/Film erwischten die Werwolfjungs auch Laurent, als der versuchte, Bella ausfindig zu machen. Im dritten Buch/Film nun beginnt Victoria im nahe gelegenen Seattle eine Armee aus neugeborenen Vampiren zu kreieren, um sich so Bella umbringen zu lassen und sich gleichzeitig an den Cullens für James’ Tod zu rächen. Natürlich kriegen die Cullens das irgendwann mit, verbünden sich mit den Werwölfen und es kommt unweigerlich zur Konfrontation. Darüber hinaus entscheidet sich Bella nun endgültig, Edward zu heiraten, da sie so ersten endlich Sex mit ihm haben und er sie nach ihrem Schulabschluss zusätzlich noch in einen Vampir verwandeln wird.
So viel zur etwas mageren Handlung, die im Buch immerhin auf 600 Seiten und im Film auf 124 Minuten gestreckt wird. Man muss wirklich gestreckt sagen, denn außer der oben beschriebenen Haupthandlung passiert eigentlich nicht viel, außer dass sich Wolfsboy Jacob und Vampirguy Edward in der Zwischenzeit dauernd wegen Bella anzicken. Generell finde ich ja zu viel Liebelei und Melodramatik, transferiert auf Jugendliche und Kinder, schwer glaubwürdig zu gestalten, aber wenn dann auch noch Pseudopoetisches aus dem Off über veschiedene Landschafts-aufnahmen gelegt werden, verliere ich zumeist jedwedes Verständnis. Und prinzipiell bedient einen der Film auch nicht mit mehr als schönen Bildern und ein paar seichten Phrasen, ab und zu unterbrochen durch ein paar abgerissene Vampirarme und -köpfe und ein paar zynischen Bemerkungen von Bellas Vater Charlie. Es scheint, als habe man seit dem ersten Film systematisch versucht, genau jene Teile aus dem jeweiligen Vorgänger heraus zu destillieren, die gut bei der Masse des Publikums funktionieren und diese dann in doppelter und dreifacher Ausführung in den nächsten Film gepackt. So ist Eclipse nunmehr nichts weiter als eine Teenie-Schmonzette mit schönen Bildern, nervig-sterrilen Dialogen, die zumeist sogar so schlecht daher kommen, dass sie schon wieder witzig sind.
Da das Buch schon nicht der Kracher war, blieb den Filmemachern, so sie sich denn an die Vorgabe halten wollten, natürlich nicht viel mehr übrig, als genau so etwas zu produzieren. Das Traurige daran ist nur, dass der Film wirklich erfolgreich sein wird. Und ich bin gespannt auf den vierten Teil, der dann endgültig auch inhaltlich vollends absurd wird. Insofern jedenfalls, als ich jetzt bereits einen Link zu meiner tiefgründigen inhaltlichen Auseinandersetzung gesetzt habe, kann ich mir all die Kommentare zur Altmodischkeit, Religiösität, etc. der ganzen Twilight-Saga sparen, wer mag, der kann es nachlesen.
Bechdel-Test bestanden? (schamloser Ideenklau von Anke Groener):
1. Es müssen mindestens zwei Frauen mitspielen, die
2. miteinander reden
3. und zwar über etwas anderes als Männer.
Jein, möchte ich sagen. Als Klugscheißer könnte man zuerst einmal argumentieren, dass weibliche Vampire per se keine Menschen sind, aber selbst wenn man so weit würde gehen wollen, käme man dank Bella und ihrer Mutter immer noch auf die mindestens geforderten zwei Frauen, die natürlich auch mit einander reden, zwar nur kurz, als Bella kurz vor ihrem Abschluss nach Phoenix fliegt, aber immerhin. Nichtsdestotrotz sprechen sie nicht wirklich über etwas anderes als Männer, zwar geht es um Bellas Wahl ihres zukünftigen Colleges, aber irgendwie kommt auch in diesem Gespräch immer wieder Edward vor. Zur Rettung könnte man sagen, dass sie nicht klassischerweise “über Männer” sprechen, bzw. zumindest auch einmal kurz über ihre in der Vergangenheit gemeinsam unternommenen Reisen.
Summa summarum also ja, aber eher doch jein.













