Poetry Slam Erlangen: Rückblick auf den Poetry Slam Spezial am 17.01.2010 (18.01.2010)
Das Team Totale Zerstörung kümmerte sich inhaltlich bei sachlicher Betrachtung lediglich um Fahrräder, Gewürze und die thematische Beliebigkeit der hypermedialen Gegenwart – allerdings dermaßen spritzig und witzig, dass die beiden Sachsen unseren Jubiläums-Slam als frenetisch gefeierte Sieger verließen. Congratulations! […]
hastduzeit – die hallesche studierendenzeitschrift: Wortgewalt (13.12.2009)
[…] Auch kritische Beiträge kommen gut an. So gewann André Hermann mit seinem Text »Halle, eine Stadt zum Hassen« im Dezember 2008 den Slam. Trotz seiner heiklen Betrachtung der Stadt traf er den Nerv des Publikums. Ein guter Slammer kann sich das erlauben. […]
Rede zur Verleihung des Michael-Lindner-Preises 2009 (25.11.2009)
[…] Solche hochfliegenden epistemischen und ästhetischen Probleme sind dem Siegerbeitrag von André Herrmann „Wenn’s ein Titel ändern würde“ eher fremd, auch wenn sein Text enorme Weltkenntnis behauptet. Auch wenn in seiner Machart das Wissen des Autors um moderne Textverfahren, wie sie in esoterischen Literaturseminaren verhandelt werden, sichtbar wird. Den Ballast von Theorie jedoch wirft er von sich. Er besteht darauf, dass wir zunächst Subjekte sind, die in der Wirklichkeit handeln, die sich miteinander auseinander setzen müssen, er besteht darauf, dass Sprache vielleicht doch nicht so fragil ist, wie manche glauben mögen, weil sie ja als Werkzeug alltäglich zum Einsatz kommt. Befehlen, Danken, Bitten, aber auch Spotten und Darstellen (nicht zuletzt sich selbst darstellen), das alles kann die Sprache, dazu benutzen wir sie. Literatur ist eine Fortsetzung dieser Praxis. Sage mir, dass die Sprache nicht taugt etwas in ihr darzustellen und dann erzähle, wie Du es mir sagen willst, so möchte man es André Herrmann in den Mund legen. Den Wirklichkeiten in seinen Texten sollen wir vertrauen, wie wir einem Mitmenschen vertrauen, aber auch manchmal nicht vertrauen.
Schwäbisches Tagblatt: Drei Teams lieferten im Mancuso eine Poetry-Slam-Show der Spitzenklasse (23.11.2009)
[…] Auch das „Team Totale Zerstörung“ hatte sich mit seinem ersten Text an diesem Samstagabend den Zahlen verschrieben: „Zwölf“ hieß er, doch handelte von der Zahl Sieben – außerdem von einer traurig röhrenden Kaffeemaschine in einem Zwischenzimmer und von einem siebenarmigen Mischwesen mit mangelnder Multitasking-Fähigkeit. […]
Oberhessische Presse: Kluges und Sinnfreies von jungen Dichtern (23.11.2009)
[…] Mit Betrachtungen über die Zahl „Sieben“ und einer dazu gehörigen Geschichte sieben siebenarmigen Kreiselbrüdern aus Siegen galoppierte das Leipziger Duo „Totale Zerstörung“ sprachlich ausgefeilt vom misslungenen Auftritt unter der Zirkuskuppel bis zum Dr. Sommer-Bravo-Team. Von totaler Zerstörungswut keine Spur, Julius Fischer und André Herrmann hielten sich rührend brav wie Erstklässler an den Händen. […]
Leipziger Volkszeitung: Gebrochene Flügel und beschädigte Herzen (17.08.2009)
[…] Doch auch die beiden anderen Finalisten [neben Florian Cieslik] Julius Fischer und André Herrmann überzeugen mit bissigen, humorvollen Texten, die Schuld sind für so manche Lachträne, die an diesem Abend vergossen wird. […]
[…] Herrmann, ein Politikwissenschaftsstudent, der sein Pflichtpraktikum nicht bei einer Partei, sondern bei der Bahnhofsmission auf dem Leipziger Hauptbahnhof absolvierte, verpackt in seinen Beiträgen allerlei skurrile Erfahrungen aus seiner Zeit als Servicekraft ebendort. Die Taube in der Osthalle, die zwei gebrochene Flügel und ein Bein ‘und wahrscheinlich auch noch ein gebrochenes Herz hat’, hat da dieselbe Funktion wie die Bundeswehr: keine. Herrmann liest seine Texte in solch schneller, monotoner und doch packender Rapmanier herunter, dass eine regelrechte Sogwirkung entsteht, in der sich der Hörer von Pointe zu Pointe hangelt und Mühe hat, keinen Seitenhieb zu verpassen.”
unser Lübeck: [Rückblick] Poetry Slam: Frühlingserwachen – viele Hochs mit einzelnen Tiefausläufern (12.04.2009)
[…] Auch Slam-Organisator Tilo samt Assistenz arbeiten vom Start weg gründlich an der Idee der Desorientierung. Von der Tabellenführung bis zum Zusammenzählen der Punkte: Die Zuschauer wissen gleich, dass sie sich nicht in der sichersten aller Welten befinden. Und wenn Team Totale Zerstörung gleich auf Platz 1 in der ersten Gruppe ihre Klemmbretter wegschmeißt, sich über die verstörende Serialität endloser Neuer Ordner auf ihren Rechnern in Rage reflektiert und ihren Vortrag mit einem Gewürz-Rap schließt, bei dem irgendwie immer wieder der Dill vorkommt, sind die 25 Punkte zwar verdient – von dem Rest an Klarheit in den Köpfen kann man sich jetzt allerdings entspannt verabschieden.[…]
[…] Nichts konnte das Team Totale Zerstörung so zerstören, dass nicht André Hermann jetzt alleine auf die Bühne kommt – mit der Ansage: „Nach so einem Vortrag kann ich ja machen, was ich will.“ [vorher stand der großartige Björn Högsdal auf der Bühne] Macht er denn auch, und die Geschichte vom Weihnachtsmann Gert mit T. ist eine bittere Absage an die Kinderseligkeit, die gerade von Osterhasen und Co. erwartet wird. Schöne Syntax, semantisch sorgfältig und am Ende wird im schlüssigen Bogen in den Kinderkragen gekotzt. Danke, Herr Hermann – nach diesem Vortrag ist die österliche Benommenheit wieder voll eingekehrt.
Leipziger Volkszeitung: Schmutzige Sprache, saubere Leistung (06.01.2009)
[…] Der einzige, der an diesem Abend auf der Bühne nicht obszön wird, ist der betont unaufgeregt daherkommende Moderator Matthias Spengler.
Anders André Herrmann. Der hat zwar bei der Preisverleihung ein Mikrofon vor der Hüfte, ein Blatt vor dem Mund hat er so wenig wie seine Kollegen. Was nicht heißen soll, dass er die Vulgarität benutzen würde, um Mängel zu kaschieren. Der Leipziger trägt sein Alliterations-Feuer schnell vor, ohne Pausen für den Applaus; das Publikum im voll besetzten Club gibt ihm den trotzdem, während er redet — darüber, dass er nur Pech hat, von schuppenden Unbekannten umarmt, von menschlichen Nilpferden in die Badewanne gelockt wird. Nicht einmal auf der Kloschüssel bleibt er unbehelligt. Ein gewaltiger, gewitzter Vortrag von diesem jungen Kerl, der so unscheinbar wirkt mit seinen halblangen Haaren, braunem Pullover und 08/15-Studenten-Turnschuhen.
André Herrmann verweist den 19-jährigen Erfurter Bleu Broode un die anderen Dichter auf die Plätze. Mit einer Ausnahme: Die Sieger-Prämie in Form einer Sektflasche macht ihm Tobias Kunze abspenstig. […]
Salikus.de (Hallenser Online-Magazin): Ein Turm voller Poeten in Halle (Saale) (15.12.2008)
Der Leipziger Andre Herrmann gewann wieder einmal den Poetry Slam in Halle (Saale). Sein erster Text war allerdings nicht für neurotische Lokalpatrioten geeignet. “Halle hat sich selbst verdient” und er zu Recht den Sieg des Abends. […]
[…] “Wäre die Erde eine Scheibe, Halle würde immer auf der anderen Seite liegen”, meinte wenig später der Leipziger Andre Herrmann. Auch ein eingefleischter Lokalpatriot hätte ihm die sechsminütige Hasstirade gegen Halle nicht übel nehmen können. Mit einem Skalpell sezierte er das Verhältnis der Saalestadt zu Leipzig und kam zu der Schlussfolgerung, dass Halle (Saale) nur der kleine behinderte Bruder von Leipzig sein könne. Es war ein Maschinengewehrfeuer der Spitzen und Pointen, die auch von gebürtigen Hallensern belacht und beklatscht wurden. […]
[…] Doch am Ende gewann der Leipziger den Preis des Wettstreits, eine Flasche Sekt. Andre Herrmann war mit seiner Satire und seiner Wortgewalt tatsächlich der überzeugendste Teilnehmer des Abends.
Interview mit der Hochschulzeitung ad rem aus Görlitz (03.12.2008)
Leipziger Volkszeitung: Zettel von der Klassenschönsten (07.10.2008)
[…] André Herrmann trug sympathisch und schnell eine Episode aus seiner Grundschulzeit vor. Unter dem Motto “Meine Vergangenheit muss mir nicht peinlich sein” erinnerte er sich der Liebe von Josefine. Die Klassenschönste hatte ihm einen Zettel zugesteckt, und der achtjährige, noch nicht bindungsbereite André daraufhin angstvoll in die Zukunft geschaut.[…]
[…] Zur Belohnung erreichte er [Jens Kassner]. das Finale, das nach jeweils einer weiteren Geschichte alle drei gewannen. Die Zuhörer und auch Moderator Mathias Spengler konnten sich einfach nicht entscheiden. […]
Leipziger Volkszeitung: Szenen einer Beziehung (12.08.2008)
Da vorn steht André Herrmann und erzählt, was ihn so richtig stört: sein Leben als Student. oder besser: das Leben der Anderen, die als Muster-Monster in Streifenpullis durch die Uni rennen und sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern – ihr Profil bei MySpace, um ihr Pseudo-Sein. Herrmann schreit, windet sich, seine Stimme überschlägt. Vor ihm hängt ein junges, urbanes Publikum auf Klappstühlen, trinkt Bier und amüsiert sich. Eine Leipziger Bühne. 150 Zuschauer kamen am Sonntag zur Pferderennbahn am Scheibenholz – zum ersten Open-Air-Poetry-Slam in Leipzig. Sechs Bühnenpoeten lasen Gedichte und Kurzgeschichten-Prosa vor.
Auf Slams verschmelzen Literatur und Unterhaltung. Die Bühnenpoeten beschreiben Szenen des Lebens. Dabei verpackt sich der Alltag in Sprachbilder, die Realität wird literarisch überspitzt. Statt hermetischer Lyrik sind es Texte, in denen die Wirklichkeit ironisch gebrochen wird. Aber auch Gesellschaftskritik schwingt in den Zeilen. Wenn Herrmann von depressionshemmenden Konsumtempeln sprich oder in “Die Hirserevolution” über Studenten, die auf einen Anti-Globalisierungsmarkt Zimtlatschen kaufen, “weil sie irgendwo gelesen haben, dass die Revolution im Kleinen beginnt”. Sie gehen auf Demos gegen Kapitalismus und müssen unbedingt bei McDonalds vorbei. Allesamt schlendern sie kritiklos auf aufgetreten Pfaden, das ist der Vorwurf. […][…] Am Ende siegt in der Gunst des Publikums, das per Applaus den Gewinner des Abends bestimmen kann, das Absurd-Komische: Das Due “Totale Zerstörung” mit Julius Fischer und André Herrmann. Minutenlang haben sie einfach Gewürze besungen und Lachanfälle ausgelöst – Gaga-Humor mit schrägen Texten eben.
Ostfriesen Zeitung: 150 Fans kamen zum Poetry Slam (13.05.2008)
[…] Als Duo wussten auch die Leipziger André Herrmann und Julius Fischer zu überzeugen. „Wir wollen mit Ihnen über Themen reden, die uns alle angehen”, sagte Herrmann. Und das taten sie in ihrem Beitrag „Totale Zerstörung” auch. Zwischendurch ging ihre Dichterlesung auch in einen Jazz-Song über gespickt mit Gewürzbegriffen. [...]
Leipziger Volkszeitung: Knotenpunkt Literatur (25.04.2008)
[…] Die Lesebühne Schkeuditzer Kreuz sei wie der namensgebende Verkehrsknoten ein Platz, “an dem Leute aus verschiedenen Richtungen zusammenkommen”, erklärt Christoph Graebel. […]
[…] Der junge Slammer André Herrmann sieht ebensfalls gespannt in die Zukunft. “Im Gegensatz zum Slam ist das hier eine andere Schiene”, sagt er. Bei den als Wettbewerben funktionierenden Slams könne man zum Beispiel keine “harten Liebesgedichte” bringen, wenn man weiterkommen wolle, und auch keine längeren Sachen, wegen des Zeitlimits. Auf einer Lesebühne hingegen ginge das. [...]
Lizzy Online: Erste Leipziger Lesebühne baut an ihrer Premiere: Schkeuditzer Kreuz vereint sieben Recken ohne Flugangst (25.03.2008)
[…] Ortstermin in Horns Erben in der Arndtstraße 33 für die erste Lesebühne in der Region, die sich an hochberühmten Vorbildern etwa in Berlin orientiert. Kleiner Unterschied: Auf ihre Weise sind sie schon alle berühmt. André Kudernatsch, Moderator der nach ihm benannten Kautsch und Autor des Krimi-Splatters “Deadly Slippers”, Michael Schweßinger, der Volkserforscher aus Lindenau, der mit “In darkest Leipzig” für Aufsehen sorgte, oder Kurt Mondaugen, der Bursche, der mit seinen Lese-Shows auch vor Bärten des Propheten nicht Halt macht. In der Leipziger Lese-Landschaft sind auch Hauke von Grimm “Zerberus Grimmklang” auf Radio Blau) und Julius Fischer (Mitglied auch in der Dresdener Lesebühne Saxroyal) schon bekannt, der eine sogar als “Revierköter” , der andere als fleißíger Teilnehmer an Poetry Slams. Her Graebel hat sich bislang eher mit Drehbüchern dzurchgeschlagen und André Herrmann studiert noch fleißig Politikwissenschaft. Zuweilen slamt er auch gern einmal. [...]
Thüringer Allgemeine: Ein Mikro, fünf Poeten (05.02.2008)
[…] Nach der zweiten Runde konnte jeder Zuschauer seinen Favoriten mit einer Wäscheklammer markieren, wodurch es zu einem finalen Stechen zwischen den Leipzigern Julius Fischer und André Hermann kam. Kurz nach Mitternacht fanden die Wortspielereien ein Ende und der zweite Eisenacher “Poetry Slam” seinen Gewinner. Für seinen urkomischen Text zum Thema Wohnungssuche erhielt André Hermann letztlich einen liebevoll gebastelten Pokal. […]
Thüringische Landeszeitung: Wackelnde Silikonbrüste (05.02.2008)
[…] André Hermann aus Leipzig ist der Experte für schräge Schnellsprech-Lyrik, er lässt einen Weihnachtsmann kotzen und Silikonbrüste wackeln. Bei ihm ist auch Zeitkritik in den Texten versteckt, beispielsweise wenn er sich über den Blödsinn von Ein-Euro-Jobs und Privatsendern auslässt. Herrlich seine ideenreichen Umschreibungen: Da wird der Verlauf eines Abends im Wischeimer resümiert, der Ausschnitt der RTL-2-Moderatorin passt proportional zum Niveau der Sendung und Geräusche entsprechen einem dahin siechenden Moschusochsen. […]










Politikwissenschaftsstudent und Rapmanier » Neunzehnhundert :: Neue Introspektiven, 17. August 2009
[...] zumindest so oder so ähnlich heute in der Zeitung. Einen kleinen Auschnitt davon gibt’s hier. War sehr schön am Samstag. Dieser Herr hat gewonnen, völlig verdient. Einen kleinen [...]