Weihnachten ist vorbei, die Bäuche sind gefüllt und die Köpfe sind leer. Da freut es mich doch umso mehr, dass soeben mein allererstes eBook seinen Weg in die Welt der digitalen Bücherregale geschafft hat.

Das gute Stück heißt “Bitterfeld hat auch schöne Ecken”, kostet 99 Cent, darf hier gekauft werden und beinhaltet 10 Werke aus meiner Reihe “Sehr gute Texte”.

Um das eBook lesen zu können benötigt man kein Kindle, auch auf dem PC, Mac, Android-Handies, iPhones und iPads ist das Buch mit der passenden und kostenlosen Kindle-App lesbar.

Auf dem Cover ist ein rauchender Autonomer, den ich sehr toll finde. Innen drin sind ein tolles TTZ-Zitat und ganz viele aneinander gereihte Wörter.

Selbstverständlich gedenke ich, mit diesem eBook ein gefeierter Autor und endlich steinreich zu werden. Letzteres ist bei einem Verkaufspreis von 99 Cent zwar schwierig, aber immerhin machbar. Ob das alles klappt, liegt an eurer Güte und meiner Fähigkeit, hoffentlich halbwegs interessante Texte geschrieben zu haben. Ich würde mich jedenfalls riesig freuen, wenn ich für dieses eBook nächstes Jahr den Nobelpreis erhalte. Oder wenigstens mal die Luft am unteren Ende der eBook-Verkaufscharts schnuppern dürfte. Und wenn ihr es lest und toll findet, freut mich das noch viel mehr.

Also hier: Bitterfeld hat auch schöne Ecken. 10 Werke aus der Reihe “Sehr gute Texte”. 99 Cent bei Amazon oder in meinem Amazon Store.

Zwischenstand, 16:12 Uhr:

Erfreuliches zum Jahresende: Es hat doch noch geklappt mit dem Weltruhm. Darf man sich für einen Satz in der aktuellen Titanic eigentlich schon Titanic-Autor nennen? Nein? Schade. Ich will ja nicht zuviel verraten, aber prinzipiell hat man mit diesem Bild schon meinen gesamten Beitrag zum aktuellen Magazin gesehen. Dass ich dafür 500.000 Euro bekomme steht auf einem anderen Blatt. Da bin ich Bundespräsident, da sag ich nicht nein. Das ist ja nichts Illegales, das ist einfach Vorteil. Wulff-High-Five!

Big things coming in the Leipziger Slam-Szene. Also hoffentlich. Aber wenn, dann. Richtig geraten, wir veranstalten einen Slam im Vorprogramm von Mario Barths nächster Stadion-Tour und bekommen keinen Cent dafür. Nein, besser. Deep Purple sagen ihr Konzert im November ab und featuren dafür 10 Minuten lang beim Slam. Nein, immer noch nicht ganz. Aber ich will gar nicht vorgreifen. Außer dass Bud Spencer keine unwichtige Rolle spielen wird. Aber das tut er sowieso nie. Oder tragt ihr nicht unter all euren Klamotten immer ein Bud-Spencer-Shirt?

Frühling in Leipzig. Mit dem Unterschied, dass erst noch der Winter dazwischen kommen muss, ehe diese Aussage so ganz hundertprozentig stimmt. Eigentlich müsste hier alles blühen und gedeihen, aber seit die Polizei alle Bäume künstlich entlauben lässt, um Straftaten im Park vorzubeugen, sieht es eben so aus. Zur etwa gleichen Zeit vor einem Jahr lag hier meterhoch Schnee, alles gefroren und die lokalen Verkehrsbetriebe beschlossen, bei diesen Witterungsverhältnissen lieber nicht zu fahren. Und jetzt? Verbrennen wütende Winterfans öffentlich ihre Wattejacken und laufen aus Protest nur noch in Flipflops herum. Der Interessenverband Klimawandel (IG Hitze) schreibt auf seiner Internetseite: 'Das ist doch alles Betrug. Angeblich sollte es hier längst sommerlich warm sein. Unsere Südfrüchteplantagen nahe Hannover liegen brach, das Thermometer schafft es nichtmal über 10 Grad. Eine beispiellose Enttäuschung.'

Am Mittwoch machte Sauron mit seiner weltumspannenden 'Mittelerde ist nicht genug'-Tour Halt in Leipzig. Auch für die kleinen Gäste hatte man gesorgt: Im Foyer gab es einen Schminktisch, bei dem sich Kinder mit Nivea-Créme die weiße Hand Sarumans ins Gesicht malen lassen konnten. Wer wollte, konnte sich direkt nach der Show wahlweise zum Urukai oder zum Ork machen lassen. Sauron las einige Passagen aus 'Der Herr der Ringe' und zeigte eindrucksvoll, wie er sich per Telepathie Zuschauer gefügig machen kann. Als Höhepunkt gab es ein Feature des mitgereisten Hexenmeisters von Angmar, der einige Kunststücke mit seinen Nazguls vorführte. Das Leipziger Publikum zeigte sich begeistert. Vollzeit-Nerd Ulf K. sagte: 'Ich hätte nie gedacht, wie menschlich Sauron ist. Ab jetzt bin ich Fan der dunklen Seite der Macht.'

Der beste Bahnhof der Welt. Gebaut für eine Millionenstadt, jetzt Repräsentant einer Halbmillionenstadt. So doof es sich anhört: Ich stehe total auf den Hauptbahnhof. Er Erinnert mich so liebevoll an meine Wohnung. Nur dass die Decken am Hauptbahnhof ein wenig niedriger sind und alles ein wenig kuscheliger wirkt. Ok, für das wöchentliche Fensterputzen gehen immer drei Tage drauf, aber das ist ok. Ich finde ihn nachwievor beeindruckend und freue mich jedes Mal, wenn ich dort ankomme. Auch wenn er eine riesige Konsumhölle in sich beherbergt. Und die Sicherheitsleute ihren Job so scheußlich ernst nehmen und alle Leute, die nichts einkaufen wollen, wieder vor die Tür scheuchen. Aber ich finde, er steht für das Selbstverständnis von Leipzig. Passt nicht so ganz zu Realität, aber das macht es sympathisch. Und dieser Absatz war jetzt unendlich pathetisch.

Meine Eltern weigerten sich standhaft, mir als Kind ein Spirograph-Set zu schenken. Heute bin ich Ihnen dankbar dafür. Wahrscheinlich wäre ich hoffnungslos verblödet, weil ich über Jahre hinweg nichts Anderes getan hätte, als blöde Kreise zu zeichnen und mich über die anschließend und ganz automatisch entstanden Muster zu freuen. Jetzt gibt es das Zeug sogar schon in Überraschungseiern und vermag mich exakt sieben Minuten zu begeistern, ehe zu dem Schluss komme, dass ich es wegwerfen muss, weil es total langweilig ist.

Wir haben ein Spiel gekauft. Ja, wir sind nicht sehr gut, dass erkennt man wahrscheinlich recht schnell. Aber bisher habe ich alle Partien gewonnen und damit bin ich zufrieden. Wer genau hinsieht, erkennt, dass weiter unten auf dem Spielfeld zufällig der Satz 'Misses Kot ist in Not' entstanden ist. Weiter große Wortschöpfungen sind unter Anderem 'Uranion' und 'Hinwandernden'. Bisher bin ich noch nie über 300 Punkte gekommen, wenn auch einmal knapp daran vorbeigeschrammt. Vielleicht ist normal. Womöglich aber ziemlich schlecht. Wie gesagt: Ich lerne noch.

Exkurs in die Foodblog-Ecke: André kocht Ente à l'orange. Beziehungsweise was er dafür hält. Für alle, die Vegetarier sind, hier die Entwarnung: Es war Tofu-Ente. Für alle, die Fleisch essen, hier die Entwarnung: Die Mandarinen waren auch aus Fleisch. Nächste Woche werde ich gemeinsam mit einer Ratte ein Restaurant im Pariser Marais eröffnen und zufrieden bis an mein Lebensende hinterm Herd stehen. Oder der Maskerade ein Ende bereiten und mich endlich als Tim Mälzer, der bisher in einem Jamie-Oliver-Kostüm die Fernsehwelt unsicher gemacht hat, outen. Oder mir endlich einen anständigen George-Foreman-Grill kaufen und darauf ausschließlich Gemüse grillen. Like a boss.

Die meisten Leute feiern Weihnachten, weil die meisten Leute Weihnachten feiern.

Kurt Tucholsky

kranz

Jetzt haben wir es fast geschafft. Nichtmal mehr ein Jahr und dann geht endlich die Welt unter. Zumindest, wenn man den Maya glauben darf.
Während Sie das hier lesen, sitzen Sie wahrscheinlich in einer überfüllten Regionalbahn und erwehren sich fürchterlicher menschlicher Gerüche, während sie einbeinig auf ihrem Koffern balancieren müssen, um überhaupt noch ein wenig Platz zu haben. Oder Sie haben es schon geschafft und sind dort angekommen, wohin sie wollten. Es sei denn Sie wurden urplötzlich verschleppt, dann sind Sie wahrscheinlich woanders, aber das wünsche ich Ihnen nicht. Oder Sie sind einfach dort geblieben, wo Sie immer sind, auf Arbeit oder so. Aber das ist alles unerheblich.

Ich hoffe, Ihr Jahr war ein gutes und Sie haben den ein oder anderen Moment, auf den Sie in den kommenden Tagen zufrieden zurückblicken können. Und dass Sie ein paar Menschen haben, mit denen Sie das teilen können. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen Besuchern, Lesern, Feed-Lesern, Kommentierenden und auch den Bots frohe Weihnachten, ein besinnliches Fest und ein paar erholsame Feiertage! Neuigkeiten gibt es bis Montag erstmal nur hier.

Stichwort Schrottwichteln. Ein Verfahren, dessen Sinn sich mir bis dato noch nicht erschlossen hat. Klar, man ist Schrott los. Aber tut denn niemandem die Person leid, die diesen Schrott dann plötzlich besitzen muss? Immerhin war der Schrott, den ich bekommen habe, sehr lustiger Schrott, nämlich obige Aufkleber. Dazu gab es noch Nahrungsergänzungstabletten, deren Sinn ich auch noch nicht verstanden habe. Aber vielleicht sind es ja total teure Drogen. Hab mich schließlich noch nicht getraut, eine zu nehmen. Vielleicht sollte ich einfach mal was riskieren und eine probieren. Womöglich brauche ich mir dann gar keine Gedanken mehr über Weihnachtsgeschenke machen, weil ich nicht mehr an Weihnachten teilnehmen muss. Oder es wird einfach noch schlimmer, weil ich dann meinen anderen drein Persönlichkeiten auch noch etwas schenken muss. Wie man's macht, macht man's verkehrt.

Das obligatorische Zugbild: Dresden. Manch einer, der seit 1945 nicht mehr dort gewesen ist, wird die Stadt nicht wiedererkennen. Es hat sich viel getan in den letzten drei Wochen. Bald ist dann auch wieder diese unsägliche Demonstration, bei der Polizisten aus ganz Deutschland eingeladen werden, um Rechtsextremisten dabei zuzuschauen, wie sie linke Projekte angreifen. Heute weiß man ja, dass die Polizei nur deshalb nicht eingegriffen hat, weil das keine Rechtsextremisten, sondern Kollegen vom Verfassungsschutz waren. Da fällt das Nichtstun dann unter Amtshilfe. Wer weiß, vielleicht darf im kommenden Februar auch mal die Bundeswehr mitspielen und ein bisschen mit dem Panzer durch die Neustadt fahren.

Als ich 2007 nach Leipzig gezogen bin, kostete ein Ticket für die Straßenbahn noch 1,30 Euro. In ein paar Tagen, ziemlich genau vier Jahre später, kostet das Ticket dann 2,30 Euro. Manche könnten denken, das wäre eine ziemlich krasse Preissteigerung. Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass irgendwo ja die 210.000 Euro Pension für den ehemaligen Chef der Leipziger Verkehrsbetriebe kommen müssen. Das geht alles total fair dort zu. Ich wette, jede Preiserhöhung wird direkt an die Mitarbeiter weitergegeben und Straßenbahnfahrer ist der Beste Beruf der Welt. Alle vier Jahre hat man rund 75% mehr Lohn auf dem Konto und immer im Winter hat man frei, weil das Schienennetz bei geringstem Schneefall sowieso nicht mehr befahrbar ist. Aber wenigstens die Werbeleute bei der LVB scheinen Humor zu haben.

Ich weiß, was Sie jetzt denken: Ist ja ok, kann ja jeder machen, was er oder sie will, aber muss man es denn unbedingt in der Öffentlichkeit breit treten? Dazu sei gesagt: Das auf dem Bild ist kein gehäkeltes Sexspielzeug, sondern der Gewinnerpreis beim 'Geschichten übern Gartenzaun'-Slam in Dresden. Ja, der Zusammenhang ist mir auch unklar. Aber es ist ein Unikat. Steht jetzt auf dem Bücherregal im Flur. Direkt neben dem Platz, den ich sicherheitshalber für die Medaille des Nobelpreises frei halte.

Haben Sie eine? Erzählen Sie mal!

Wenn Ihnen dieses Bild etwas sagt, das über die Anerkennung der Existenz Köthens hinaus geht, dann gehören Sie offiziell zum inner circle und sind hiermit zu unserer bisher noch undatierten Exkursion nach Köthen eingeladen. Geplant sind ein Ausflug in die Angerstraße, sowie die Besichtigung der Justizvollzugsanstalt Bernburg. Mitzubringen sind von allen Teilnehmern eine schwarze Uniform, sowie ein Baseballschläger, wahlweise auch eine der eigenen Körpergröße entsprechend proportionierte Holzlatte. Wie lang wir unterwegs sein werden, ist ebenfalls noch unklar, im besten Fall jedoch bis zu drei Jahre.

Das ist Bremen von innen. In ihm wohnt ein Herr, der gemeinhin als Andy Strauß bekannt und berüchtigt ist. Nee. Das da ist beim Slam im Tower zu Bremen. Es ist sehr schön dort. Außerdem fährt ein Zug direkt von Leipzig nach Bremen, sodass man nicht einmal umsteigen und die gesamte Fahrt über vier Frauen zuhören darf, die haarklein das Beziehungsleben ihrer Töchter auseinandernehmen und sich danach aufregen, was Leute alles so bei Facebook von sich preisgeben. Ich weiß jetzt, dass Talea einen echt verrückten Ex-Freund hat, von dem sie sich erst ziemlich spät getrennt hat. Eigentlich erst, als er schon nah am Maximum seiner madness war. Beachtlich, das alles zu wissen. Aber auch irgendwie unwichtig.

Julius freut sich über einen Nachmittag im Fußballstadion. Auch wenn es nicht so aussieht: Das Stadion war voll. Nur die meisten Leute hatten sich exakt so gekleidet, wie es ihnen ihre nähere Umgebung vorschrieb und sich damit gleichzeitig getarnt. Was man nicht sieht: Es war sehr kalt und Julius hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Hände abgebrochen, als er jemanden begrüßen wollte. Auch sein rechtes Auge nahm bereits sehr Dall-artige Züge an. Erfreuliche Entwicklung: Durch vereinte telepatische Kräfte verhalfen wir der Gästemannschaft zur Niederlage; durch ein Blockseminar in der Anatomie der Uniklinik konnten Julius' Hände wieder angenäht werden und durch eine heiße Dusche war einem am Ende dann auch nicht mehr so verdammt kalt.

Die Leute vom Slammer Filet in Bremen sind ganz schön schnell. Gerade einmal am Donnerstag war ich dort, las meinen Jahresrüblick vor und schon gibt’s ein Video davon. Ich selbst habe es noch nicht angeschaut, weil ich um diese Uhrzeit meine Stimme noch nicht ertragen kann. Aber vielleicht hat ja jemand Lust, es anzuschauen und seine Meinung dazu zu sagen. Ahoi.