«Erich, könnten Sie bitte aufhören, Desinteresse zu verbreiten?»

Bei Tisch.

“Warum heißt Leberwurst eigentlich Leberwurst?”
“Weiß ich doch nicht.”
“Müsste es nicht vielmehr Leberbrät heißen?”
“Ach, was fragst du mich das? Keine Ahnung.”
“Na, das zerkleinerte Fleisch nennt man Brät. Zur Wurst wird das Brät, wenn man es eintütet.”
“EIN – TÜ – TET!”
“In einen Darm. Oder Magen! Aber die hier ist lose. Also Brät. Leberbrät eben.”
“Du kannst einem echt den Appetit verderben …”

Ein Weile herrscht beklemmende Stille.

“Oder wenn ich Leberbrät esse und es in meinem Magen landet, wird es dann zur Leberwurst?
Heißt es deshalb so?”

Endgültig Stille.

Wodurch der Versuch, jung und cool zu wirken, zum Scheitern verurteilt ist, ist der Versuch.

“Es ist zu viel für einen allein.”

Vladimir in Samuel Becketts “Warten auf Godot”

Der einzige Vorteil, der einem ein Scherbenhaufen, den man hinter sich herzuschleifen hat, bringt, ist dass man sich nur umzudrehen braucht, um sich sofort wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, wenn man im Begriff ist zu illusionieren.
Dass man nicht vergessen kann.
Sondern immer wieder daran erinnert wird, als trüge man ihn in Form einer schwülstigen Narbe mitten im Gaumen, die niemand sehen kann, an die man selbst aber doch bei jedem Wort mit der Zunge stößt.
Und eigentlich doch unendlich damit gestraft ist.

“Warum bleibt mir dies Sehen nicht erspart?”

Das zu fühlen, was eigentlich gar nicht vorhanden ist und nur von einem Dritten erspürt werden kann – das alte Drama eines Cineasten – hebt den Hypochonder künstlich von der Masse ab und kettet ihn an die Ärzte. Er nennt sich Individualist und ist im Endeffekt doch nur elend überheblich.

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