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Ich habe schon im Voraus Gelächter dafür ernten dürfen, dass ich mir Gedanken darüber mache, welches Wetter, welche Tageszeit und was sonst noch alles herrschen müsste, um den perfekten Spaziergang hervor zu rufen. Dabei ist mir nicht einmal klar, was den perfekten Spaziergang ausmacht. Spontan fielen mir zwei Fälle ein, jeweils untereinander noch veränderlich. Einerseits könnte man schon abgeschossen losgehen und zufrieden zurück kehren. Andererseits ginge dies natürlich auch umgekehrt. Mindestens sechzehn Möglichkeiten, wobei noch nicht einmal der Brunnen der Zustände ausgeschöpft ist. Nichtsdestotrotz war auch Lob dabei, ganz egal, auch ohne würde ich alles in die Welt hinaus plärren, was ich für erachtenswert halte, doch mit Lob tue ich es so lächelnd!

Man geht natürlich nie völlig allein. Auch, wenn die Gesellschaft einer oder eines Anderen bei meinem Runden nicht scheue, so sind es doch Ausgesuchte, mit denen ich so gehe, wie ich es gewohnt bin, und nicht einfach nur gehe. Und selbst wenn man allein ginge, ist man auf dem Weg größtenteils nicht allein. Mit der Zeit findet man freileich Routen, auf denen man nie jemandem begegnen würde und wenn doch, dann wäre es der ideale Ort, um ungestört zu sein, aber meist begegnen einem Andere.

Ich habe noch niemanden so laufen sehen, wie ich mich von introspektiv sehe, allenfalls im TV, in Filmen, ich habe auch schon von anderen gehört und vermute, dass sie ebenso gehen, jedoch ist mir hier noch nie jemand so begegnet. All das wirft auch die Frage auf, ob man zusammen und gleichzeitig so gehen könnte. Wenn ich mit Anderen gehe, stützt sich das meisten darauf, dass ich gehe, wie ich gehe, und der/die Andere so geht, wie sie eben geht, nur akzeptiert jeder des Anderen Lauf.

Das mag verwirrend klingen und auch langsam ein bisschen dämlich, aber worum es mir geht will ich noch einmal ins Gedächtnis zurück rufen: Es geht um ein Gefühl. Es ist jenes, weswegen man spazieren geht. Die Alleingelassenheit mit den eigenen Gedanken ist wunderbar. Einfach nur denken zu können ist mit das Beste, was es gibt. Der Spaziergang ist nur der Ausbruch aus dem Alltag, der es ermöglicht. Man würde jeden erkennen, der deshalb ginge, denn er würde einen selbst nicht erkennen, höchstens wahrnehmen.

Doch wovon ich reden wollte, warum die Begegnungen. Manchmal hüpft ein bunt gekleideter Jogger die Wege entlang, trägt ein weißes Stirnband mit dem Logo einer Sportmarke darauf, schnauft wie verrückt, hält in der linken Hand seinen MP3-Spieler und mit der rechten seine stechende Seite. Fragt man jemanden, der regelmäßig joggt, warum er es tut, dann wird man kaum allein zu hören bekommen, dass es Kondition und Wohlbefinden steigere, sowie Fett verbrenne, nein, die meisten Jogger bekommen zusätzlich noch den Kopf frei, können abschalten oder einfach mal nachdenken. Dazu hätte ich ein paar Fragen. Warum ich eher taumele, als das ich gehe, liegt daran, dass ich in Gedaken versinke. Würde ich es überhaupt erst einmal fertig bringen, dazu noch rennen zu können, dann fiele ich entweder sofort um, oder liefe im Kreis und gegen alles nur Mögliche. Kann man bei körperlicher Anstrengung denn Nachdenken? Jeder, der schon einmal bei irgendeiner geistigen Arbeit wortwörtlich ins Schwitzen gekommen ist, wird mir beimpflichten müssen, dass dies ebenso Anstrengung ist. Wenn man also zwei Anstrengung gleichzeitig hat, kann man sie beide nicht vollends auslasten, ergo wird eine Tätigkeit vernachlässigt. Bei mir ist es das Laufen, weswegen ich schleiche und Schlangenlinien laufe. Bei den Joggern ist das dann was?
Abschalten, den Kopf frei bekommen, darüber habe ich heute lange und äußerst fruchtbar gesprochen. Wahrscheinlich kann man nichts dazu sagen, als das es möglich ist, dass einige einfach abschalten können, andere nicht. Hinzufügen sollte man vielleicht, dass, wenn dem so ist, es auch möglich ist, dass jemand sein Leben lang abgeschaltet bleibt. Gibt es soetwas?

Ehrlich, ich hoffe ich habe wenigstens ein bisschen deutlich gemacht, wieviel Fragen man selbst in soetwas wie einem Spaziergang finden kann, die man nicht in der Lage ist so ohne Weiteres zu lösen. Mehr als das und ein wenig vom Gefphl erzahlen wollte ich eigentlich nicht. Danke.

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Ein Kommentar!

Der Akt des perfekten Spazierganges besteht darin, sich nichts vorzunehmen, einfach planlos in die Welt hineinzugehen und irgendwann wieder zu hause anzukommen. Ein Spaziergang ist für mich dann perfekt, wenn ich damit keine sozialen Kontakte gepflegt habe und nichts Sinnvolles getan habe. Ich höre meistens Musik und denke an alles und nichts.

Beim Joggen denkt man nicht gezielt nach. Ich mache das zumindest nicht… Aber wenn man da seine Runden dreht, dann kommt einem manchmal ein Geistesblitz und man grübelt leicht über Gott und die Welt. Ich bekomme dabei immer einen sehr freien Kopf und es ist gut für mein Wohlbefinden.

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