Mal eben ins MoMA

2. Februar 2011, Tribut

 

Eigentlich wollte ich lesen, aber dann blieb ich dank des Links auf der Google-Seite im Van Gogh Museum in Amsterdam hängen, klasse. Nein, eigentlich war es sogar schön, das mal sehen zu können, ich war schließlich noch nie in Amsterdam. Gestern hat Google das Art Project vorgestellt, eine Seite, die es möglich macht, sich in Street-View-Manier durch 17 große Museen, z.B. das MoMA in New York oder die Hermitage in St. Petersburg, zu klicken und sich sowohl die Museen als auch einige der dortigen Bilder anzugucken, alle hochauflösend fotografiert, viele sogar in so hoher Auflösung, dass man die Oberflächenstruktur erkennen kann (siehe Foto).

Das Art Projekt ist eines von Googles 20-Prozent-Projekten, bei denen Mitarbeiter an einem Tag ihrer Woche Projekte bearbeiten können, die nicht unbedingt in ihren Aufgabenbereich fallen. Herausgekommen ist eine Kooperation mit einigen Museen, die nun von überall aus virtuell besichtigt werden können. Natürlich ist das ein wenig übertrieben, denn schaut man sich die Seite an, stellt man schnell fest, dass man auf viele Werke (wahrscheinlich auf Grund irgendwelcher Copyrightansprüche) verzichten muss und ebenso tolle Museen wie z.B. das Centre Pompidou in Paris gar nicht am Projekt beteiligt sind, Aber das mag ja unter Umständen alles noch kommen, schön wäre es.

So jedenfalls fallen die Grundrisse mancher Museen bisher noch etwas dürftig aus und manchmal muss man wohl deshalb auf richtig gute Aufnahmen der Bilder und Räume verzichten, weil eine zu große Ausleuchtung den Exponaten geschadet hätte. Sehr schön ist aber, dass man den Kunstwerken immer möglichst viele Informationen beigestellt hat, sodass man beim Anschauen direkt Hintergrundinformationen und manchmal auch Videos parat hat.

Natürlich ersetzt ein Google Art Project nicht den Besuch eines Museums oder einer Galerie, zum Glück nicht, natürlich ist es nicht dasselbe, ein Bild am Computerbildschirm zu sehen, anstatt davor zu stehen, daran ändert auch die hohe Auflösung nichts. Genau deshalb lohnen sich die Besuche in natura ja weiterhin, sowieso sollte man, wenn man bspw. gerade das Glück hat, in New York zu sein, lieber ins echte MoMa, als ins virtuelle gehen. Aber nichtsdestotrotz ist das Art Project meiner Meinung nach doch eine der gewinnbringenderen Formen der Digitalisierung. Warum professionelle Aufnahmen anfertigen lassen und diese in Archiven verstauben lassen, wenn das Projekt gleichzeitig ein kleines, weil noch sehr ausbaufähiges, Aushängeschild im Internet ist?

Und so sieht das aus, wenn man nicht mit einem kamerabeladenen Auto durch ein Museum fahren darf, ziemlich beeindruckend, wenn man sich klar macht, was das für ein Aufwand gewesen sein muss:


[via]

Sag der Welt deine Meinung

Ich liebe Kommentare! Bitte lass dich nicht davon abhalten, mich zu beglückwünschen oder zu kritisieren. Falls du das nicht öffentlich tun willst, schreib mir einfach eine E-Mail. Ich freue mich immer über Post, außer es geht um Penisverlängerungen: post [at] andreherrmann [punkt] de

Connect with Facebook


 
Mehr aus Tribut