Achtung, Spoiler:
Ich mochte eure Serie, ich mochte sie sogar so sehr, dass innerhalb einer Woche 3 Staffeln geschaut habe und mich danach selbst disziplinieren musste, um noch etwas länger etwas von eurer Serie haben zu können. Die Cliffhanger an den jeweiligen Staffelenden, eigentlich in fast jeder Folge, waren großartig, die Art der Erzählweise und wie ihr die Geschichte voran gebracht habt, fand ich schlichtweg großartig. Noch dazu da man immerzu dachte, man würde langsam aber sicher verstehen, was auf der Insel abginge, warum die Leute dort abgestürzt waren, wer diese öminösen ganzen anderen Leute auf der Insel wirklich waren usw. Dann aber kam ein wieder neuer Fakt dazu,der alle Theoriegebilde zum einstürzen brachte und den Zuschauer erneut ratlsot zurück ließ. Gerade das war so toll an der Serie, liebevoll gestaltete Charaktere, unglaublich viele Spannungsbögen und Handlungsstränge, die parallel liefen, ohne dass man wirklich den Faden verlor, klasse.
Dass man bei all den Mysterien, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, auch eine Antwort darauf haben möchte, ist sicher nicht verwunderlich. Dass, was ihr am Ende der Serie als Antwort abgeliefert habt, ist ja wohl der größte Schwachsinn, den ihr hättet abliefern können. Habt ihr zu viel Twilight gelesen? War euch plötzlich nicht mehr danach, vielleicht wenigstens ein paar Erklärungen abzuliefern, als einfach alles mit so einer lapidaren Erklärung von wegen Pre-Afterlife usw. vom Tisch zu wischen? Hat Desmond also vollkommen Recht, als er in der letzten Folge zu Jack sagt, dass eigentlich alles, was er mit dem Kern der Insel machen wird, im Endeffekt völlig egal ist?
Genau daran habe ich bereits drei Staffeln zuvor gedacht: "Bitte, bitte, lasst sie nicht einfach alle tot sein." Und ich dachte noch: "Nein, das ist so toll, da kommt noch eine unglaublich krasse Erklärung." Doch, genau das habt ihr gemacht. Alle einfach tot, buchstäblich Lost auf dem Weg ins Jenseits. Und alles, was drumherum passiert ist, ist praktisch nur insofern sinnvoll, als es dazu diente, die ganzen Pärchen zu bilden und alle glücklich zu machen. Jacob und sein Smoke-Bruder, die Dharma-Initiative, die Insel, die ganze Whitmore-Sache, im Endeffekt alles nebensächlich, ist ja schließlich auch nicht so, als hätte man 6 Staffeln lang genau darauf herum geritten.
Das war echt ein armseliges Ende. Besonders religiös angehauchte Menschen mag das alles unglaublich versöhnlich stimmen, mich hat es einfach nur enttäuscht. Grrr! Wie kann man so eine großartige Serie nur so abrupt und billig enden lassen? War das Geld alle oder woran lag es? Dieser Religionskram, das Pre-Afterlife-Zeug, meine Güte, nicht einmal die ganzen Zeitsprünge habt ihr erklärt, dabei hätte man gerade daraus noch ein besseres Ende bauen können. Genau so gut hätte man es so machen können, wir Jimmy Kimmel es vorgeschlagen hat:
Hier jedenfalls noch zwei Dinge, die ich bei Lost gelernt habe:
#1

#2

Nichts hab ich gelernt! Ich lese jetzt erstmal wieder nur Bücher. Danach teste ich "The Wire".

