“Einfach kloppen oder aufm Gang anquatschen”, rät eine der beiden Frauen. Schön hier, im Sozialamt. Schöne kleine Schnörkel und Türmchen überall. Manchmal stürmt eine Asiatin aus einer der vielen schweren Holztüren und ruft noch etwas in den Raum hinein, das sich wie eine Beschimpfung anhört. Aber ein paar Minuten später kommt sie fröhlich mit Keksen und Kaffeetassen zurück. Immer und immer wieder.
“Sonst könnse hier den janzen Tach verbring” rät die andere und hebt ihr Kind hoch. Es leckt an der Sitzbank.
Grimmige Mitarbeiterinnen kommen aus den Büros und verteilen Formulare. Ich zögere.
“Na los, einfach anquatschen! Sie sind doch ein Schmucker.”
2 Brüder hat ihr Kind schon. Hat sie vorher erzählt.
Als ich das Märchenschloß verlasse und auf dem Burgplatz stehe, scheint mir die Sonne ins Gesicht. Im Bahnhof halte ich nach der Taube Ausschau, die in der Osthalle wohnt, mittlerweile aber auch auf dem Querbahnsteig Brot und Bagelstücke schnorren soll. Dann ein Tippen auf der Schulter.
“Train to Leipzig, please?”, zwei Japanerinnen. Herrlich.
“You already are in Leipzig.”
“Train to Leipzig, please?”, eine ältere Frau, wahrscheinlich die Mutter, steht daneben und grinst mich fröhlich an.
“You already are in Leipzig.”
“Leipzig, please?”
“This”, ausschweifende Geste, die viel Spaß macht, “is it!”
Glaubt sie nicht. Kurzer Blick zur Mutter. Sie grinst. Dann bemerkt sie es.
“Train to Dresden, please?”, hach, ist ihr das jetzt peinlich, so oft kann sie sich gar nicht verbeugen.
Am Westausgang beschimpft ein alter Mann die runde Frau, die auf der Poliermaschine über die Bahnsteige rotiert. Ich frage nicht nach.









