New York City, New York City! Wir starteten aus dem skurillen Motel in Whippany Richtung Metropole. Das Navi sagte etwas von einer Stunde, im Endeffekt dauerte es dank Verkehr mehr als zwei. Aber jetzt sind wir da und es krass. Nachfolgend ein erster klitzekleiner Bericht und einige wenige Impressionen.

Der Plan war eigentlich ganz simpel: Wir müssen von Whippany zum JFK Flughafen nach New York und dort unser Auto abgeben. Das Problem: Das Navi führte uns mitten durch Manhattan und was den Verkehr dort angeht, den man aus den Filmen so kennt: Es ist nicht gelogen. Autofahren in Manhattan ist halber Selbstmord und gleichzeitiger Ritterschlag. Quintessenz: Wir haben nur fast 3 Unfälle gebaut und ich bin jetzt ein echter Mann, denn immerhin bin ich schonmal den Broadway und die 5th Avenue langgefahren. Ok, ich habe mindestens 20 Herzinfarkte in der Zwischenzeit bekommen und wurde von etwa 36 Verkehrspolizisten angebrüllt, aber ok. Wenn ich jetzt noch einen Taxischein mache steht einer großen Karriere in New York City nichts mehr im Wege.

Das Flat Iron Building ist direkt nebenan. Es ist komisch, man hat dieses Ding schon so oft auf Bildern und im Film gesehen, dass es in Wirklichkeit gar nicht mehr so krass aussieht, es aber nichtsdestotrotz ist. Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, dieses Haus irgendwann zu kaufen und mir dann ein 20-Etagen-Appartment hineinzubauen. Laut dem coolen Reiseführer ist das hier eines der meistfotografierten Dinger weltweit. Gleich dahinter dürften Julius und ich kommen. Wen es interessiert: Gleich im anliegenden Park habe ich Chicken over Rice gegessen. Gekauft von einem der vielen Straßenverkäufer. Schmeckt gut und ist billig, auch wenn man darauf gefasst sein sollte, desöfteren auf Knochen zu beißen.
Ist es teuer in New York? Es geht. Die vielen kleinen Grocery Stores sind relativ günstig und man bekommt sogar Zigaretten zu 'normalen' (d.h. Deutschland ähnlichen) Preisen. Die Straßen-Hot-Dogs sind spottbillig (1 Dollar), Postkarten, T-Shirts, Souvenier-Magneten usw. bekommt man praktisch hinterhergeworfen und an jeder Ecke. Die Kneipen sind schon wieder ein bisschen teurer, außer man findet 5 Dollar für 0,33er Getränke (nicht-alkoholisch) und 7 Dollar aufwärts für alkoholische Getränke günstig. Die Mieten möchte ich aber am liebsten gar nicht kennen.

Grand Central Station. It's grand. And it's central. Extra für uns hatte sich auf der Ostseite ein riesiger Stein vom Bahnhof gestürzt und war auf die Straße gekracht. Woran man sich echt gewöhnen muss: Bei allen wichtigen Dingen ist sofort die Armee am Start und steht gefährlich mit M16-Maschinengewehren rum, daneben Polizei und Feuerwehr. Der Bahnhof an sich ist schon ziemlich beeindruckend, wenn auch wirklich nicht so groß, wie ich gedacht hätte. Aber viel los ist dort natürlich. Vielleicht sollte man den New Yorkern den Leipziger Bahnhof zum Tausch anbieten, das würde der Größte der beiden Städte sicherlich etwas mehr entsprechen.

Und das ist unser Hostel aka das Empire State Building auf der Fifth Avenue, Ecke 34ste Straße. New York City zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es sehr hoch ist. Und dass es die verrücktesten Autofahrer der Welt hat. Ich war so klug, mir im erstbesten Laden Postkarten zu kaufen und mich später von den Angebote à la 30 Postkarten für 99 Cent demütigen zu lassen. Nunja. Ich werde jetzt mal meinen Schreibmarathon beginnen und dann so schnell wie möglich die verbliebenen rund 100 Postkarten abschicken. Meldungen, ob die Karten angekommen sind, nehme ich natürlich sehr gern in jeder Form entgegen.
Die Subway finde ich toll, auch wenn sie ziemlich stickig und warm ist (nicht die Wagen, die sind klimatisiert). Eine Wochenkarte kostet 29 Dollar, was, finde ich, ganz annehmbar ist. Damit kann man dann auch überall hinfahren und auch die Busse benutzen, die immer quer durch die Stadtteile fahren, die U-Bahn fährt fast nur rauf und runter.

Und das ist die Aussicht aus unserem Appartment im 84sten Stock aka der Aussichtsplattform des Empire State Buildings. Nervig ist nur, dass dieser Jay-Z die ganze Zeit anruft und etwas mit uns aufnehmen will. Dort ganz hinten bei dem hohen Haus ist übrigens der Ground Zero. Gleich daneben entsteht gerade das One World Trade Center, das gleich mal noch höher wird als die vorherigen zwei Türme. Allein Manhattan ist schon ziemlich riesig. Dazu kommen aber noch die vier anderen Stadtteile aka Queens, Die Bronx, Staten Island und Brooklyn. Allein Brooklyn wäre schon eine der größten Städte der USA, würde es heute noch nicht zu New York City gehören.

Ich wäre nicht ich, wenn nicht die Aussichtsplattform des ESB gleich nach meinem Auftauchen geschlossen werden würde, weil es demnächst ein Gewitter gibt. Aber die Aussicht war trotzdem phänomenal, auch wenn 25 Dollar vielleicht ein bisschen übertrieben sind. Das hier ist nur mal wahllos irgendwo nach unten fotografiert. Sieht gar nicht mal so belebt aus. Wenn man unten ist, ist es trotzdem extrem viel Trubel.
Auch kann hier wirklich nicht ausmachen, wer 1. New YorkerIn ist und wer nicht und 2. wer irgendwie im weitesten Sinne Einwanderer ist und wer nicht. In meinem Englischbuch der achten Klasse wurde London immer als Melting Pot bezeichnet, aber erst hier fällt es so richtig auf, was das eigentlich bedeutet. Eben ist man noch im völlig durchmischten Chelsea, schon sind alle Läden italienisch und gleich danach sind alle Schilder auf chinesisch und überall wird Go gespielt. Dann biegt man um eine Ecke und plötzlich steht man zwischen Hipstern, die das machen, was Hipster so machen (nicht viel, außer konsumieren).

Das sind wir am Times Square. Warum der Times Square Times Square heißt, weiß ich nicht, aber vielleicht, weil hier anscheinend nur alle 10 Jahre mal die Musicals wechseln und die Zeit dahingehend stillzustehen scheint. Zusammengefasst gibt es dort ziemlich viel Werbung und viele viele Menschen. Leider haben wir nicht den bekannten Naked Cowboy gesehen, sondern nur einen halbnackten Indianer, der auf einer Kreuzung unrhythmisches Zeug trommelte. Komisch ist, dass die Amerikaner so extrem auf Sicherheit bedacht zu sein scheinen und dann trotzdem nichts dagegen haben, dass an jeder Ecke 20 riesige Propangasflaschen stehen, mit denen die Straßenbräter versorgt werden. Andere Länder...

Und das ist Julius im Disney Store direkt am Times Square. Gleich danach unterschrieb er den Vertrag als Hauptdarsteller in Iron Man 3. Auch eine Rap-Karriere bei rappers.in will er nicht ausschließen. Eigentlich wollte ich ein paar Topflappen kaufen (Insider), aber leider gab es keine. So haderten wir lange mit dem Kauf von ein paar Hulk-Fäusten, aber ließen es dann doch bleiben.

Hier sind wir irgendwo in Chelsea. Wie man sieht, bin ich ein sehr guter Fotograf und kann sogar überbelichten, ohne dass es mein Handy überhaupt kann. Auch sieht man, dass man sich in New York City so schnell bewegt, dass alle Menschen entweder verschwommen oder gar nicht mehr zu sehen. Denn eigentlich ist es hier wie fast überall total voll. Gleich danach ging es ins Greenwich Village, ein paar schöne Häuser angucken und sich stets und ständig fragen, wie sich die Leute es wohl leisten können, dort zu wohnen. Auch kamen wir am Set von 'Girls' vorbei, was nicht sonderlich spektakulär war, außer dass dafür mal eben praktisch zwei ganze Straßen lahmgelegt wurden.

Der Union Square scheint sowas wie der Treffpunkt der Leute in Manhatten zu sein, bei denen man sich fragt, wie viele Jobs sie wohl haben müssen, um in dem bisschen Zeit, die sie nicht zum schlafen verwenden, dort herumsitzen zu können. Auch dass man in New York noch Hackysack spielt, fand ich irgendwie faszinierend. Bei uns machen das ja nur noch komische Menschen. Aber in Newubs York war es sicher schon dreimal tot und ist jetzt gerade zum vierten Mal wieder in. Gut spielen konnten diese Leute dort aber leider nicht, auch wenn sie total cool dabei aussahen und komische Substanzen rauchten.

Und womer schonma da sind, gehnwer natürlich och zun Baseball. Yankees gegen Mariners am Sonntagmittag. Das wird sicher fetzig. Man muss dazu sagen: Die Karten sind noch billig. Wer weiß, aber das frage ich mich ständig, wie man sich soetwas auf Dauer finanziert. Da wir nicht davon ausgehen, am Wochenende von einem Baseball getroffen zu werden, hat Julius sich noch direkt einen als Andenken gekauft. Mir war dank der Kartenpreise (oder des Essens des 1-Dollar-Hotdogs vorher) schon schwindelig genug.

Hier war ich im Central Park. Ganz alleine. Keine große Sache, werden Sie sagen, aber man bekommt ja praktisch ständig gesagt, man solle hier und dort nicht alleine hingehen, denn da sei es total gefährlich. Eigentlich wollten wir abends noch zum legendären Basketballplatz Rucker Park, aber dort scheint es wohl wirklich ein bisschen gefährlich zu sein. Zumindest die News sagten, dass letzten Mittwoch dort mal wieder geschossen wurde und in der Nähe jemand erschossen wurde. Also lieber doch kein Besuch dort. Schade eigentlich, darauf hatte ich mich doch sehr gefreut. Zum Grand Central Park: Groß, aber eher lang als breit. Und überall lustige keine Polizeiscooter und haufenweise Jogger. Drumherum fetteste Häuser, die sicher sauteuer sind. Drei Straßen weiter: Relativ normal, nur sehr hoch natürlich.

Hier das Rockefeller Center, bzw. komische Touristen, die komische Fotospielchen davor machen. Fand ich ein bisschen interessanter als diesen Häuserkomplex. Mit dem großen Weihnachtsbaum und der Eislaufbahn aus 'Kevin allein in New York' davor hätte mein Trash-Fernsehherz es sicherlich toller gefunden. Aber so war es doch nur eines der vielen hohen Häuser. Korrigieren Sie mich ruhig, wenn ich dem Glanz dieses Komplexes nicht gerecht werde. Ich fand es jetzt nicht sooo spektakulär. Aber ich war da, abgehakt.

(Klick zum Vergrößern) - Der ehrwürdige Madison Square Garden samt General Post Office. Lustig: Der Madison Square Garden befindet sich nichtmal am Madison Square oder der Madison Avenue. Gerade wurde für ein Eishockeyspiel umgebaut, weswegen man leider nicht rein kam. Aber im Post Office war ich. Sieht wie eine große Post aus. Nicht, dass das alles zu herabwürdigend klingt: Es ist Wahnsinn, aber man wird tatsächlich von Eindrücken überflutet, weil an jeder Ecke irgendwas ist und dazu noch unendlich viele Menschen herumwuseln.
Das war's erstmal. Fun- und Hard Fact später. Als nächstes auf dem Plan stehen: Ground Zero, Brooklyn, megacoole Party in Brooklyn, Gospelchor, das Baseballspiel, MET, MoMA, Guggenheim und und und. Aber dazu später mehr.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.









Marcel
2. August 2012
das rockefeller center hat die imo bessere plattform oben als das empire state building. fahr einfach zum späten nachmittag hoch und geniesst den sonnenuntergang überm central park. sehr nett.
Sophie Beck via Facebook
2. August 2012
Alter, du bist dauernd im Internet. Kannst du mal auf die E-Mail antworten. Winke nach NY!
Tilman Birr via Facebook
3. August 2012
Isses nich geil!
André Herrmann via Facebook
4. August 2012
Ja, fetzt sehr.