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Nachts liege ich in meinem katalogechten Hotelzimmer. Alles hier ist Eiche massiv, der Boden der Rezeption ist aus hellem Marmor oder etwas, das man dafür halten soll (Sterne: 3), die Dame hinter der Theke ist sehr nett. Rechts von mir, hinter der nicht allzu dicken Wand (ich kann jemanden schnarchen hören), liegt die JVA, in der kein Licht mehr brennt, dick umrandet mit Stacheldrahtspiralen und Überwachungskameras. Ich habe die Vorhänge zugezogen, denn meine Badtür schließt nicht. Und obwohl ich im zweiten Stock bin, mir gegenüber nichts als Die neue Kirche sonstwas samt Friedhof liegt und ich es wirkilch versucht habe, war mir die Benutzung der Toilette erst geheuer, nachdem die Vorhänge ihr Blumenmuster zeigten (das Wissen um die Kameras vermutlich oder der übliche Spleen). Es ist ganz still, nicht einmal der Fernseher läuft, obwohl ich jede Gelegenheit zum Fernsehen nutze, seit man mir zu Hause den Anschluss abgestellt hat. Aber ich mag diese Stille, die Langsamkeit suggeriert, so als ließe man ein auf Hochtouren beschleunigtes Auto einfach langsam ausrollen, den Fuß weg vom Gas, bis es von ganz von allein anhält und irgendwann ausgeht. Und so verschwindet die gute Laune und hinterlässt jene Leere in meinem Kopf, die das Knacken des Eiche-Massiv-Schrankes zwischen meinen Ohren widerhallen lassen wird. Die frische Bettwäsche riecht gut, bis ich den bereitgestellten Aschenbecher entdecke. Am Morgen wird mein Brustkorb wieder schmerzen, wie er es immer tut, wenn ich in verrauchten Zimmern schlafe. Und morgens wird mir der Fernseher auch wieder gut genug sein.

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