Heute erschien bei der Zeit eine Stellungnahme Helene Hegemanns zu ihrem Buch und all dem Tam Tam drumherum. Nach dem Lesen selbiger war ich nicht unbedingt schlauer oder informierter, aber mir ist wieder eingefallen, dass es auf dem Album “Fettes Brot lässt grüßen” dieses tolle Lied gab.
Ansonsten wirkt das alles relativ wenig Stellung nehmend, eher bockig, obwohl es so wahrscheinlich gerade nicht wirken soll. Man kann das hohe Ross der Altklugheit jedenfalls auch graziler reiten. Denn wenn man sich nicht auf ein bestimmtes Niveau herab lassen will, sollte man zuerst tunlichst davon absehen, dies überall kund zu tun, insbesondere auf einer jener Plattformen, die Aufstieg wie auch Niedergang der eigenen Person mitgestaltet haben.
Natürlich ist ihre Einstellung bezüglich Intertextualität, wenn sie sie denn wirklich vertreten sollte, einsichtig, nachvollziehbar und sicher von einer Menge Leute geteilt. Wieso ihr Buch dann ausgerechnet in einem Verlag erscheinen muss, der offensichtlich vom Schlag des alten Urheberrechts ist, wird aber gerade dann fraglich, wenn man Helene Hegemann diese Einstellung zugesteht. Wenn man so viel über die Welt und die Beziehung der Menschen zueinander zu wissen glaubt (oder wenigstens denkt, nicht vollends an der Wahrheit vorbei zu schlittern), wie es die altkluge Schreibe vermittelt, warum kommuniziert man dann solche Sachen nicht von vornherein (das Buch als Experiment sei ihr gegönnt, die Verlagsfrage bleibt)? Weil es nicht nötig sein sollte, natürlich, aber wenn man den Baum, auf den man zufährt, schon von weitem erkennt und nicht lenkt, sollte man sich nicht über den Aufprall, allenfalls über dessen Stärke wundern.
Aber genau der macht ihr jetzt doch zu schaffen (wirkte zuerst ja nicht so) und man kann es sich ehrlich schwer vorstellen, wie es sich anfühlen muss, wenn so etwas auf eine/n niederregnet (außer man ist Sascha Lobo), aber dann muss man nicht noch zu Harald Schmidt gehen (2. Teil) und in der Sendung genau dieselbe Schiene fahren, nochmal zurücksetzen und wieder gegen den Baum brettern. Gerade das Lob ans Berghain bezüglich des erfolgreichen Sich-Mühe-Machens auf der Suche Eigenständigkeit des Clubkonzepts wirkt da eher zynisch.
Bockig insgesamt, würde ich sagen, da hilft auch das Adorno-Zitat nicht, auch wenn es möglichst locker eingeflochten sein wollte.













