Im aktuellen student!-Magazin die schrecklichste Kolumne seit langem gelesen, dabei innerlich den Kopf immer und immer wieder gegen das Geisteswissenschaftliche Zentrum geschlagen und danach verzweiflungsbeladen ohne Bremsmöglichkeit am Fahrrad in den Straßenverkehr gestürzt. Dieser flippige Schreib-ich-doch-mal-was Lustiges-Fail, der unterschwellig Ironie und Feinsinnigkeit vermitteln soll, sich dabei jedoch nur still in jenes Motto einreiht, das die hässliche Grafik vom Artikel nebenan dem Leser entgegen schreit: gewollt und nicht gekonnt. Aber so etwas macht sich bestimmt geradezu glänzend im Lebenslauf.
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Seit mir auch der zweite Bowdenzug gerissen ist, ist das Fahrradfahren wieder ein Abenteuer. Innerlich warte ich fast darauf, irgendwann vorm neuen Seminargebäude einen Ersti über den Haufen zu fahren, der noch nicht weiß, dass Studenten und Fahrräder immer Krieg ergeben. Ich radle, also bin ich, immer vorwärts, wer braucht da Bremsen? Und wer bremst, verliert, um noch eine Phrase zu bemühen. Außerdem, man gelangt, ganz ohne es zu wollen, an so viele unbekannte Orte, wenn man hin und wieder einfach mal schnell abbiegen muss, weil die Ampel dort vorn noch immer rot und ein Überqueren der Kreuzung in diesem Moment ziemlich genau Richtung Notaufnahme zeigt. Einen Flyer verteilenden Ersti müsste es erwischen, losgelöst aller sozialer Kontakte, versunken im Sumpf der Regenwaldtötermafia. Ich verstehe es ehrlich nicht, wie man erst die hunderte Fahrräder mit sinnlosen Flyern bestücken und danach mit ruhigem Gewissen einen Fair-Trade-Kaffee in der Mensa trinken gehen kann, ich verstehe es einfach nicht.
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“Warum ist auf ihrer Folie eine andere Seitenzahl als im Reader, aber der gleiche Text?”
“Das sind diese neu eingeführten intellektuellen Kleinstprüfungen, die sie jetzt anstelle von Prüfungsvorleistungen benutzen, um all jene nicht zur Prüfung zulassen zu dürfen, die solche Sachen nicht sofort während der Vorlesung der Professorin mitteilen.”
“Ah gut, dann meld ich mich mal.”
“Ja, aber mach dich richtig bemerkbar, nicht dass es jemand Anderes zuerst sagen kann!”













