Da steht es nun, wobei, das stimmt nur halb, mittlerweile hängt es sogar, doch liegt es an meinem Phlegma, das nur die Stehversion bildlich fest gehalten wurde. Obiges Bild geht jetzt schon seit vielen Wochen von AutorIn zu AutorIn, irgendwo nahe des Arbeitsplatzes soll es hängen, where the magic happens, sozusagen, um das leichte Mädchen unter den Sprichwörtern zu bedienen. Zu Geschichten soll es inspirieren und hat das bei einigen auch schon sehr gut zu schaffen gewusst. Hier noch nicht, aber es starrt mir in seiner Abstraktheit dauerhaft in den Rücken, mit seinem blau und rot und weiß und schwarz. Das Besondere daran ist, dass ausdrücklich gefordert wurde, Bildbeschreibung und Geschichte mit einander verschmelzen zu lassen, auf metaphorischer Ebene eine Symbiose aus Interpretation und Interpretiertem her zu stellen. Eine sehr tolle Idee, wenn man es sich auch leichter vorstellt, während man "Ja, klar, kein Ding, mach' ich!" sagt und ein paar Wochen später nicht schlecht staunt, wenn man die Schlieren, Tropfen, Kleckse und abgeplatzten Farbebenen dann vor sich stehen hat. Das soll keineswegs abwertend klingen, denn ich finde das Bild ausgesprochen schön, nur fehlt mir scheinbar das galeristische Lobesvokabular. Mittlerweile bin ich selbst gespannt, womit ich mich und das Projekt überraschen werde und wann ich damit anfangen werde, mich zu überraschen. Wir, das heißt mein lieber Teamfreund und ich, haben uns sogar vorgenommen, das Ganze als Duo zu bearbeiten, als Vorübung für unser Großprojekt im kommenden Jahr pscht!. Noch hänge ich daran, mir einen Einstiegspunkt zu suchen, von dem die Geschichte ausgehen soll, eine klitzekleine Storyline durch das Bild ist schon da, allerdings ist es gar nicht so einfach, die Geschichte wieder an die Bildoberfläche kommen zu lassen und dann wieder abzutauchen, falls ihr versteht, was ich meine. Für kreative Anschübe bin ich in jedem Fall dankbar, denn ansonsten beschränkt sich hier gerade alles auf solche grippaler Art, bzw. körperliche, sobald man der vollverweihnachtsmarkteten Innenstadt zu nahe kommt. Falls ich so schnell nicht wieder hier anbranden werde, dann treibe ich in den blaue Fluten, dort neben der riesigen Eisscholle, an deren Rand sich das Rauchmonster aus LOST herum schlängelt und ziemlich viel Blutvergießen an zu richten scheint. Aber ich, nein wir, geben unser Bestes.

1 Kommentar

  1. Jessica

    29. Dezember 2010

    Wäre auch für mich schwierig mit diesem Werk zu arbeiten. Aber du bist mit deiner Phantasie auf jeden Fall kreativer als ich, die in solchen Abstraktionen immer Geschlechtsteile und Hintern erkennt. Freud lässt grüßen…

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