Leipzig, das ist nicht nur Berlin vor 10, New York vor 160 und Chemnitz in 280 Jahren, sondern auch sowas wie der kreative Stern Westsachsens. Denkt man zumindest, wenn man dem ganzen Kreativwirtschaftsgerede der kreativen Wirtschaftsleute glauben möchte. Tatsächlich aber tummeln sich zwischen vielen Fotografen (aka Ich-habe-zu-viel-Geld-und-mir-davon-eine-Spiegelreflexkamera-gekauft-Wesen), Literaten (aka Hey-los-wir-tun-so-als-wären-wir-Leipzigs-Rapszene-und-treten-damit-bei-Poetry-Slams-auf-Wesen) nicht ganz so viele Menschen, denen man nicht bloß das kreative Potential eines Pfunds Hackfleisch zugestehen möchte. So wie wahrscheinlich überall.
Worauf wollte ich hinaus?
Glaubt man Youtube, gibt es mindestens tausend Milliarden Menschen auf der Welt, die keine Ahnung vom Filmemachen haben. Heute verkünde ich stolz: Ich bin einer von ihnen! Dazu noch ein paar hundert, die lustige Videos von ihren Katzen machen und etwa 12 Leute, die so tolle Videoblogs führen, dass ich mittlerweile ein großer Fan geworden bin.
Aber ich schweife ab.
Es gibt da diesen Mann, der einen Kurzfilm gedreht hat. Er handelt von einer jungen rothaarigen Frau, die Probleme mit einem Mörder hat, der gern rothaarige Frauen tötet. Deshalb lässt sie sich ausschließlich in schwarzweiß zeigen, denn dann könnte man auch denken, sie hätte nur braune Haare. Sie zieht in ein Hotelzimmer, in dem schon ein Gast lebt und okkupiert dessen Dusche. Der arme Gast ist völlig verwirrt und reagiert.
So oder so ähnlich der Inhalt des dreieinhalbminütigen Meisterwerks, das ganz oben zu sehen ist. Ich finde es toll. Zwar habe ich den Film beim ersten Anschauen nicht verstanden, aber das soll hier als Qualitätsmerkmal gewertet werden. Schauen Sie sich den Film doch einmal selbst an und prüfen sie, ob sie ihn beim ersten Versuch verstehen. Falls ja, sind Sie herzlich dazu eingeladen, mich per Kommentar mit Hohn und Spott zu übergießen. Kleiner Tipp: Die Zeitung ist wichtig. Für alle total Interessierten gibt es hier eine kleine Hintergrundgeschichte zum Film.
Ahoi (wie wir Hollywoodprofis zu sagen pflegen)! Love (wie es in der Kreativszene heißt)!