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	<title>André Herrmann &#187; Kritikaster</title>
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	<description>I get up, go out, and everything is changed. The blood drains from my head, the noise of things bursting, merging, avoiding one another, assails me on all sides, my eyes search in vain for two things alike, each pinpoint of skin screams a different message, I drown in the spray of phenomena. (Beckett)</description>
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		<title>Stéphane Hessel: Emp&#246;rt euch!</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 19:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3550088833"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/06/eu.jpg" alt="" title="Stéphane Hessel: Emp&#246;rt euch!" style="border: solid 1px #444; float: left; margin-right: 10px;" /></a> Als ich heute im Buchladen sogar noch <a href="http://www.andreherrmann.de/axolotl-overkill/">Axolotl Roadkill</a> an prominenter Stelle im Regal stehen sah, dachte ich, k&#246;nnte ich mir auch ein halbes Jahr nach Erscheinen noch Stéphane Hessels <a href="<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3550088833">Emp&#246;rt euch!</a> zulegen (der Hype ist ja &#228;hnlich) und nahm es mit.</p>
<p><a href="<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3550088833">Emp&#246;rt euch!</a> ist nicht gerade ein Buch, sondern eher ein Heft, vielmehr noch ein Heftchen, dessen Metainformatio-nen, Fu&#223;noten usw. exakt so viele Seiten einnehmen wie der Text an sich (16), aber das soll ihm nicht angekreidet werden. Im Oktober 2010 erschien der Text in Frankreich und knackte sogar die Millionenauflage, im Januar 2011 auch in Deutschland, mittlerweile in der neunten Auflage. Stéphane Hessel selbst hat eine eindrucksvolle Biographie, wurde in Berlin geboren, wuchs in Paris auf, war Mitglied der Résistance, wurde in Paris von der Gestapo verhaftet und nach Buchenwald gebracht. Nach etlichen Fluchten aus verschiedenen Lagern kam er wieder nach Frankreich, erhielt dort die franz&#246;sische Staatsb&#252;rgerschaft und wurde Diplomat. Der H&#246;hepunkt seiner Karriere war die Mitunterzeichnung der Menschenrechtskonvention. Nun, mit 93 Jahren, schrieb er seinen Aufruf, der Emp&#246;rung nicht m&#252;de zu werden.</p>
<p>Nunja, bei Amazon schrieb ein <a href="http://www.amazon.de/review/R9OO7N65IHSHV/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&#038;ASIN=3550088833&#038;nodeID=&#038;tag=&#038;linkCode=">Rezensent</a>, man w&#252;sste bereits alles, wenn man den Titel gelesen h&#228;tte, auch Deutschlandradio Kultur fand das Buch eher <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1383688/">beherzt als originell</a>. Und irgendwie stimmt das auch, wenn man schon auf der ersten Textseite die Quintessenz desselben findet: "Wir alle sind aufgerufen, unsere Gesellschaft so zu bewahren, dass wir auf sie stolz sein k&#246;nnen." Leider reichen wird auf den 16 Seiten so gut wie nie einer solcher S&#228;tze n&#228;her ausgef&#252;hrt oder argumentativ belegt, was sp&#228;testens dann prek&#228;r wird, wenn er von der Geschichte als sinnvolle und letztlich endliche Abfolge von Herausforderungen zur Erringerung der gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Freiheit des Menschen spricht. Die meisten Nicht-Hegelianer wurden bei so etwas sofort sauer aufsto&#223;en.</p>
<p>Egal, Hessel sieht also einen Sinn darin, sich zu emp&#246;ren, da man nur auf Grund einer Emp&#246;rung beginne, Dinge ver&#228;ndern zu wollen, was wiederum notwendig sei, um die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Freiheit des Menschen und damit eine lebenswerte Welt zu erk&#228;mpfen. Heutzutage sei das Unrecht schwer zu erkennen (wirklich?), es verstecke sich in wilden Netzen der globalen Finanzm&#228;rkte, in der Armutsschere und an Orten, wo Menschenrechte mit F&#252;&#223;en getreten werden (er nimmt als Beispiel Israels Kriegsverbrechen). Widerstand zu leisten hei&#223;e jedoch nicht, mit Gewalt vorzugehen, noch weniger, mit Gegengewalt auf einem selbst entgegen gebrachte Gewalt zu reagieren. F&#252;r Hessel f&#252;hrt allein die friedliche und gewaltlose Auseinandersetzung zum Erfolg. Insofern sieht er gerade Terrorismus als hoffnungslosesten aller Widerst&#228;nde. Die Welt habe bereits gro&#223;e Fortschritte gemacht, aber noch sei nicht alles gut und drohe sogar ins Schlechte umzukippen, wenn nicht alle Menschen sich emp&#246;rten und Widerstand leisteten.</p>
<p>Nunja, das klingt doch alles ganz nett. Und so beschleicht einen beim Lesen all dieser "Nun macht doch mal, emp&#246;rt euch und leistet Widerstand, anders wird nie alles gut werden. Aber wenn ihr euch emp&#246;rt, dann wird alles super!"-Spr&#252;che das st&#228;ndige Gef&#252;hl, mit elterlichen Weisheitssalven wie "Mach' doch was mit Politik, du liest doch immer Zeitung!" bombadiert zu werden, worauf die einzige und ehrlichste Antwort nur sein kann: "So einfach ist das leider nicht." Und genau diesen Satz m&#246;chte man Hessel am liebsten nach jedem Absatz in sein Heft schreiben, denn so einfach, wie er es sich (gr&#246;&#223;tenteils nur thesenhaft) vorstellt, funktioniert die Welt dann doch nicht, was gerade er als Ex-Diplomat wissen sollte. Sodass der Absatz aus der Deutschlandradio-Rezension v&#246;llig zutrifft:</p>
<blockquote><p>"Emp&#246;rt Euch! erreichte in Frankreich Millionenauflage. Die Gr&#252;nde daf&#252;r sind nicht im intellektuellen Gewicht, der zeitdiagnostischen Pr&#228;zision oder der stilistischen Brillanz zu suchen. T&#228;glich liest man Zeitungsartikel auf &#228;hnlichem oder h&#246;herem Niveau. Die Schrift profitiert von der freundlichen Autorit&#228;t Hessels, von seiner unaffektierten Besorgtheit, von der Wucht eines bewegten Lebens - und davon, dass der ehemalige Résistancek&#228;mpfer und KZ-&#220;berlebende sein Publikum nun vom Grabesrand gr&#252;&#223;t. Emp&#246;rt Euch! wiegelt nicht wirklich auf - es ber&#252;hrt."<br /><span style="font-size: 8pt;">Deutschlandradio Kultur: <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1383688/">Beherzt, aber nicht originell</a></span></p></blockquote>
<p>Denn tats&#228;chlich ist das verlegerische Nachwort, das eine Quasi-Biographie Hessels enth&#228;lt, der beste und eben ber&#252;hrendste Teil des Heftchens. Der Text an sich ist gut gemeint, niemand wird ihm im Gro&#223;en und Ganzen (bis auf einige Thesen, insbesondere sein Standpunkt zu Israel) widersprechen und sicherlich mag er in Frankreich einen zeitlichen Nerv getroffenen haben, aber sonderlich wissenschaftlich, aufr&#252;hrerisch oder tiefgr&#252;ndig ist er leider nicht.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><a href="<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3550088833">Stéphane Hessel: Emp&#246;rt euch!</a><br />
Ullstein, 32 Seiten<br />
ISBN: 9783550088834</p>
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		<title>High Tension (Haute Tension)</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/high-tension-haute-tension/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 07:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/04/htlogo.jpg" alt="" title="High Tension (Haute Tension)" width="500" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 30px;">Weil sich Alex und Marie in Ruhe auf ihr Examen vorbereiten wollen, fahren sie zu Alex' Eltern aufs Land. Erst sp&#228;t abends kommen sie bei dem abgelegenen Haus an, sodass sie die Alex' Vater, Mutter und ihren kleinen Bruder nur kurz begr&#252;&#223;en, etwas essen und danach gleich ins Bett gehen. W&#228;hrend Alex l&#228;ngst schl&#228;ft und Marie noch Musik h&#246;rt, bemerkt sie irgendwann das N&#228;herkommen eines Autos. Ein alter Lieferwagen h&#228;lt direkt vorm Haus, die Scheinwerfer auf die Haust&#252;r gerichtet. Heraus steigt ein Mann in Arbeitskleidung und klingelt Sturm. Als Alex' Vater &#246;ffnet, kann Marie von ihrem Zimmernfester aus sehen, wie der Unbekannte durch das Sichtfenster in der Haust&#252;r auf Alex' Vater einsticht. Der Mann verschafft sich Zugang zum Haus, erledigt den Vater endg&#252;ltig und trennt ihm mit einer Kommode anschlie&#223;end den Kopf ab.</p>
<p>In voller Angst beginnt Marie, ihr Zimmer so herzurichten, dass es aussieht, als w&#228;re es unbewohnt und versteckt sich unter dem Bett. Als der Killer Maries Zimmer inspiziert, scheint er zwar zuerst noch misstrauisch zu sein, aber dann l&#228;sst er ab und widmet sich den &#252;brigen Bewohnern des Hauses. Marie schleicht sich nach unten und findet Alex angekettet und geknebelt in ihrem Zimmer. In der Hoffnung, ein Telefon zu finden, rennt Marie ins Schlafzimmer der Eltern, muss sich dort jedoch im Wandschrank verstecken, weil der Killer vorbei kommt. Auf diese Weise muss sie mit ansehen, wie Alex Mutter umgebracht wird. Ihr kleiner Bruder rennt w&#228;hrenddessen panisch aus dem Haus, aber der Killre folgt auch ihm und erlegt ihn buchst&#228;blich in anliegenden Maisfeld. Als Marie es nicht schafft, Alex zu befreien, zerrt der Killer sie schlie&#223;lich in seinen Lieferwagen. Marie, die sich l&#228;ngst mit einem gro&#223;en Messer bewaffnet hat, schleicht sich in einem unbeobachteten Moment ebenfalls in den Wagen und hofft, den Mann so noch vor der Abfahrt selbst umbringen zu k&#246;nnen, wird aber kurzerhand und ohne Wissen des Mannes einfach mitgenommen.</p>
<p><!--more--></p>
<p style="padding-top: 30px;"><iframe title="YouTube video player" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/embed/Nrp0WVNdk74" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Nrp0WVNdk74">Direkttension</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">An einer  Tankstelle h&#228;lt der Killer, um seinen Lieferwagen zu betanken und Marie gelingt die Flucht. Sie versucht, den Mann an der Kasse davon zu &#252;berzeugen, dass der Mann in den Arbeitsklamotten ein Killer ist. Als dieser herein kommt, ist die Stimmung angespannt. Da er es noch nicht geschafft hat, die Polizei zu rufen, muss er den Killer irgendwie abwimmeln, aber dieser ist gerade in Plauderlaune und wittert, was gespielt wird, sodass auch der Tankstellenwart mit einer Axt im Bauch endet. Als Marie daraufhin in der Tankstelle ausharrt, bis der Lieferwagen davon f&#228;hrt, versucht sie, die Polizei zu alarmieren, kann aber nicht erkl&#228;ren, wo sie sich befindet. Deshalb greift sie zu dem Autoschl&#252;sseln des Tankwarts und nimmt selbst Verfolgung auf.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/04/ht4.jpg" alt="" title="High Tension (Haute Tension)" width="500" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 30px;">Am Anfang dachte ich: "Ok, ja, so darf ein New French Extremity-Film beginnen, mit zwei singenden M&#228;dchen im Auto auf der Fahrt zu den Eltern des einen." Dann sah ich den Lieferwagen, in dem dessen sich von einem abgetrenten Frauenkopf einen blasen lie&#223; und ich dachte: "Ok, k&#246;nnte lustig werden." Dann wurde es dunkel, die M&#228;dchen fuhren pl&#246;tzlich durch ein Maisfeld und ich dachte: "Och n&#246;, nicht das jetzt." Dann hielten die M&#228;dchen tats&#228;chlich, weil eine der beiden angeblich etwas geh&#246;rt hatte und das andere M&#228;dchen blieb mutterseelenallein im Auto zur&#252;ck und ich dachte: "Nein nein nein, bitte nicht, warum solch ein Quatsch?" Dann ging das zweite M&#228;dchen das erste suchen, rannte auch ins Maisfeld und ich dachte: "Meh, meh meh!" Aber dann, ein paar schnelle Schnitte, beide M&#228;dchen wieder da und ich dachte: "Ach! Die eine hat die andere nur verarscht! Zum Gl&#252;ck!" </p>
<p>Es w&#228;re auch sehr schade gewesen, wenn sich <a href="http://www.imdb.com/title/tt0338095/">High Tension</a> mit diesen Horroklischees rumgeplagt h&#228;tte, fand ich ihn doch eigentlich ganz gut. Neu war mir jedenfalls, dass ein Film so oft und so offensichtlich auch solche Klischees persifliert. Aus dem Stehgreif w&#252;rden mir direkt drei Szenen einfallen, bei denen jeder denkt: "Ahja, ok, das wird also in den n&#228;chsten 30 Minuten passieren." Aber zum Gl&#252;ck passiert genau das nicht. Nat&#252;rlich, man wird sich ausrechnen k&#246;nnen, dass bei einem Horrofilm Blut flie&#223;en und es sich ums Verstecken, Qu&#228;len, waswei&#223;ich drehen wird, aber wenn dabei heutzutage wenigstens die absoluten Standardwandungen gro&#223;r&#228;umig umfahren werden, dann bin ich schon einmal sehr dankbar.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/04/ht5.jpg" alt="" title="High Tension (Haute Tension)" width="500" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 30px;">Was <a href="http://www.imdb.com/title/tt0338095/">High Tension</a> von vielen Horrofilmen abhebt ist, dass die Schauspieler wirklich gut spielen, dass man ihm einen guten Soundtrack verpasst hat und vor allem Anderen: dass er &#252;ber eine Wendung verf&#252;gt. Keine weltbewegende, unglaublich neue, keine Mehrfachwendung wie bei <a href="http://www.andreherrmann.de/martyrs/">Martyrs</a>, aber doch eine solche, die zumindest mich dazu gebracht hat, noch einmal meine Meinung zu Film zu &#228;ndern, sodass ich ihn in dieser Form ziemlich gut finde.</p>
<p>Inwieweit der Film zur New French Extremity zu z&#228;hlen ist, ist sicherlich streitbar. Ich w&#252;rde ihn auf jeden Fall dazu z&#228;hlen, obwohl klar ist, dass er eher einer der seichteren und massenpublikumsvertr&#228;glicheren Filme dieser Sorte ist. Schon ziemlich aufs gro&#223;e Kino getrimmt, scheint er zu sein, wenn man auch am Ende noch einmal, so sieht es zumindest aus, alles loslassen wollte, was man sich nur vorstellen konnte. Und das ist wirklich sehr gut, gerade da sonst gr&#246;&#223;tenteils auf typische Body-Horror-Elemente verzichtet wird und die K&#228;mpfe fast ein wenig alt-horrorhaft daher kommen, von wegen "&#252;berm&#228;chtiger Killer macht kurzen Prozess mit m&#246;glichst vielen Opfern". Aber all das relativiert sich dann schnell wieder, wenn die Wendung passiert ist und man all das noch einmal in anderer Perspektive sieht. Ich f&#252;r meinen Teil war hin- und hergerissen, am Anfang noch gar nicht so gut auf den Film zu sprechen, jetzt w&#252;rde ich seine IMDB-Wertung von 6.8 durchaus unterschreiben.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/04/ht6.jpg" alt="" title="High Tension (Haute Tension)" width="500" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 30px;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0338095/"><strong>High Tension</strong></a><br />
2003, 91 Minuten<br />
Regie: Alexandre Aja<br />
Drehbuch: Alexandre Aja, Dean R. Koontz<br />
Mit: Cécile De France, Maïwenn Le Besco, Philippe Nahon</p>
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		<title>Inside (À l&#8217;intérieur)</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/inside-a-linterieur/</link>
		<comments>http://www.andreherrmann.de/inside-a-linterieur/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 13:07:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.andreherrmann.de/?p=7376</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt0856288/"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/03/inside.jpg" alt="" title="Inside (À l&#039;intérieur)" width="500" height="340" style="border: solid 1px #444" class="alignnone size-full wp-image-7381" /></a></p>
<p style="padding-top: 30px; padding-bottom: 30px;">Es ist schon eine Weile her, da ich etwas &#252;ber <a href="http://www.andreherrmann.de/martyrs/">Martyrs</a> schrieb, t&#246;nte, ich w&#252;rde in Zukunft mal ein paar gute Horrorfilme vorstellen und dann fast zwei Monate nichts dar&#252;ber verlauten lie&#223;. Zu meiner Verteidigung: Horrorfilme zu m&#246;gen ist nicht leicht, wahrscheinlich vergleichbar mit einer Sympathie f&#252;r Actionfilme oder Telenovelas. Man muss ganz sch&#246;n viel Stuss ertragen, ehe man hin und wieder ein gutes Genreexemplar finden darf. Deshalb heute: Der franz&#246;sische Film <a href="http://www.imdb.com/title/tt0856288/synopsis">Inside, im Original À l'intérieur</a> genannt.</p>
<p><!--more--></p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/embed/lGocpC4wuac#t=0m8s" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=lGocpC4wuac#t=0m8s">Direktinside</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px; padding-bottom: 30px;"><strong>Achtung, nachfolgend Spoiler und Bilder, die manche feine Seele beunruhigen k&#246;nnten.</strong></p>
<p>Sarah ist Zeitungsfotografin und hat vor vier Monaten bei einem schweren Autounfall ihren Mann Matthieu verloren. Gl&#252;cklicherweise hat ihr noch ungeborenes Kind keine Sch&#228;den genommen und soll nun, wie sie im Krankenhaus von einem Arzt erf&#228;hrt, am ersten Weihnachtstag, zu Welt gebracht werden. Sarah will Heiligabend nicht mit ihrer Mutter verbringen, sondern allein sein, im Park fotografiert sie am Nachmittag wahllos ein Paar mit ihrem Kind und macht mit ihrem Redaktionschef und Freund Jean-Pierre aus, das er sie am n&#228;chsten Morgen zu Hause abholt und ins Krankenhaus f&#228;hrt.</p>
<p>Den Abend vert&#228;ndelt Sarah in ihrem Haus in einer abgelegenen Siedlung, schl&#228;ft irgendwann ein und wird von der T&#252;rklingel geweckt. Sie &#246;ffnet nicht, aber fragt durch die T&#252;r, wer dort sei. Eine Frau antwortet, sie m&#252;sse nur kurz telefonieren, sie habe eine Panne am Ende der Stra&#223;e gehabt und h&#228;tte kein Handy. Sarah weigert sich, die T&#252;r zu &#246;ffnen und erkl&#228;rt, ihr Mann schlafe bereits und wolle nicht gest&#246;rt werden. Die Frau aber erwidert, dass Sarah gar keinen Mann mehr habe und weigert sich, zu einem der Nachbarn zu gehen. Sarah fl&#252;chtet ins Wohnzimmer, aber die Frau steht bereits an einem der gro&#223;en Panoramafenster. Mit ihrer Kamera versucht Sarah Fotos von der Frau zu machen, die bald auf die Scheibe einschl&#228;gt und sie zum Rei&#223;en bringt. Als Sarah schlie&#223;lich die Polizei ruft, verschwindet die Frau.</p>
<p style="padding-top: 30px; padding-bottom: 30px;"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/03/in2.jpg" title="Inside (À l&#039;intérieur)" style="border: solid 1px #444;" width="500" height="245" class="alignnone size-full wp-image-7377" /></p>
<p>In ihrem Labor entwickelt Sarah die Fotos der Frau und vom Nachmittag. Auf letzteren bemerkt sie, das schon dort im Hintergrund die Frau zu sehen ist, nur leider sind die Bilder, die sie von ihr an der Terrasse gemacht hat, nur schwer zu erkennen. Kurze Zeit sp&#228;ter nimmt die Polizei den Fall auf und erkl&#228;rt, es werde in der Nacht noch einmal ein Streifenwagen vorbeischauen. Sarah legt sich in ihrem Schlafzimmer im ersten Stockwerk ins Bett und schl&#228;ft ein, aber die dunkel gekleidete Frau, die vorher an der T&#252;r war, ist l&#228;ngst mit ihr im Haus. Im Badezimmer besorgt sie sich eine Flasche Alkohol, mit dem sie eine gro&#223;e Schneiderschere desinfiziert, ehe sie sie der schlafenden Sarah langsam durch den Bauchnabel st&#246;&#223;t. Sarah wacht auf und wehrt sich, bekommt einen Schnitt mit der Schere ab, kann aber die Frau f&#252;r kurze Zeit mit ihrer Nachttischlampe niederschlagen und sich ins Bad retten.</p>
<p>W&#228;hrenddessen schaut Jean-Pierre doch noch &#252;berraschend vorbei, Sarah hat sich noch immer im Bad eingesperrt und die dunkel gekleidete Frau geht, ihm zu &#246;ffnen. F&#228;lschlicherweise h&#228;lt er die Frau f&#252;r Sarahs Mutter, doch als ebenfalls Sarahs echte Mutter ins Haus kommt, droht die Frau mit der Schneiderschere aufzufliegen. Sarah hat sich unterdessen mit einer langen Haarnadel bereit gemacht, h&#246;rt die Fu&#223;schritte vor der Badt&#252;r, rei&#223;t sie auf und rammt ihrer Mutter die Nadel in den Hals. Als sie realisiert, dass sie die Falsche get&#246;tet hat, bricht sie in Tr&#228;nen aus. Jean-Pierre will der Mutter nachgehen, aber als er sieht, dass sie tot auf dem Treppenabsatz liegt, wird er schon hinterr&#252;cks von der Frau &#252;berrascht, die ihm zuerst ihre Schere durch die Kniekehlen und anschlie&#223;end durch ein Kissen so stark sie kann in den Kopf rammt. Nachdem die Eingedrungene sich so der vermeintlichen Eindringlinge entledigt hat, wendet sie sich wieder Sarah zu, die sich wieder im Bad eingeschlossen hat.</p>
<p style="padding-bottom: 30px;">Wer mehr von der Handlung wissen will, <a href="http://www.imdb.com/title/tt0856288/synopsis">hier</a> gibt's alles.</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/03/in3.jpg" title="Inside (À l&#039;intérieur)" style="border: solid 1px #444;" width="500" height="245" class="alignnone size-full wp-image-7377" /></p>
<p style="padding-top: 30px; padding-bottom: 30px;">Meiner Meinung nach schl&#228;gt <a href="http://www.imdb.com/title/tt0856288/">Inside (À l&#039;intérieur)</a> bspw. <a href="http://www.andreherrmann.de/martyrs/">Martyrs</a> in Sachen Body Horror um L&#228;ngen. Zwar kann die "Junge Frau mit Baby allein zu Haus wird von verr&#252;ckter Frau &#252;berfall"-Story keineswegs mit den Wendungen und der insgesamt gro&#223;artigen Idee hinter Martyrs nicht mithalten, daran &#228;ndert auch die letztendlich Aufkl&#228;rung am Ende nichts, daf&#252;r gibt es bei Inside gut 70 Minuten hindurch nichts als Body Horror in Reinform, genretypisch au&#223;er Kontrolle, aber nur an einer Stelle wirklich absurd wirkend (wer wei&#223;, warum das sein musste, ich fand die Stelle &ndash; wer den Film kennt, wird sich denken k&#246;nnen welche &ndash; v&#246;llig unn&#246;tig). Zwar gibt es im Film einige Klischees &ndash; das Opfer versteckt sich nat&#252;rlich im schlechtesten Versteck ever etc. &ndash; aber was man der <em>New French Extremity</em> zu Gute halten muss ist, dass sie die Zuschauer selten veralbert, indem die Figuren vollkommen sinnlos handeln, nur um in irgendeiner Weise mehr Spannung zu erzeugen. Auch hier entsteht die Spannung dadurch, dass der Film zwar sehr krass, aber eben nicht v&#246;llig abstrus ist. Es gibt keine Superhelden oder &#220;berkiller, sondern wenn der dunklen Frau eine Stricknadel durch den Arm gejagt wird, dann tut das auch ihr ziemlich weh. Trotzdem ist bei Inside wohl meine pers&#246;nliche Grenze des Story-Gore-Verh&#228;ltnisses erreicht, soll hei&#223;en: F&#252;r die im Endeffekt nicht total umwerfende, sondern <em>nur</em> gute Story, h&#228;ngt die Schlacht-Messlatte hier schon ziemlich hoch und dr&#228;ngt sich ein bisschen zu sehr in den Vordergrund. Sp&#228;testens ab dem Punkt, als echte Mutter auf Frau auf Jean-Pierre trifft, steigert sich das Gemetzel nur noch, bis in der (daf&#252;r zu) plumpen abschlie&#223;enden Erkl&#228;rung gipfelt. Aber gut, wie man schon auf dem Titelbild sieht, so l&#228;sst sich anscheinend auch die Maxime ableiten: Wenn die Figuren nicht irgendwann von Kopf bis Fu&#223; blutdurchtr&#228;nkt sind, dann ist es kein Body Horror. Und: Die Abschlussmetapher ist gro&#223;e Klasse und gut durch die Geschichte herbeigef&#252;hrt. Ich freue mich ja sowieso meist schon, wenn es mal nicht um Zombies geht und die endg&#252;ltige Aufl&#246;sung nichts mit Schizophrenie zu tun hat. Und davon gibt's in Inside nichts und nicht nur das macht ihn zu einem sehr guten Horrorfilm. </p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/03/in4.jpg" title="Inside (À l&#039;intérieur)" style="border: solid 1px #444;" width="500" height="245" class="alignnone size-full wp-image-7377" /></p>
<p style="padding-top: 30px;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0856288/"><strong>Inside (À l&#039;intérieur)</strong></a><br />
2007, 83 Minuten<br />
Regie: Alexandre Bustillo, Julien Maury<br />
Drehbuch: Alexandre Bustillo<br />
Mit: Béatrice Dalle, Alysson Paradis, Nathalie Roussel</p>
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		<title>Michel Houellebecq: Karte und Gebiet</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 08:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a style="margin-right: 10px;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3832196390/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3832196390"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/03/kug.jpg" alt="" title="Michel Houellebecq: Karte und Gebiet" width="250" style="margin-right: 10px; border: solid 1px #444; float: left;" /></a> <strong>Ein Tipp im Voraus:</strong> Wer das Buch selbst lesen m&#246;chte, der verzichte lieber darauf, diesen Text zuerst zu lesen. Ich bem&#252;he mich zwar um m&#246;glichst wenige Spoiler, aber g&#228;nzlich unvoreingenommen ist das Buch noch viel sch&#246;ner.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Los geht's:</strong><br />
F&#252;r seine Bewerbung an der Pariser École des Beaux-Arts hatte der Architektensohn Jed Martin 300 n&#252;chterne Fotos von Eisenwaren eingereicht, die die Perfektion des menschlichen Handwerks in ihrer Allt&#228;glichkeit repr&#228;sentieren sollten. Schon w&#228;hrend seines Studiums finanziert sich &#252;ber Auftr&#228;ge als Objektfotograf und auch danach bleibt er dem Menschengemachten treu. Bei einer Autofahrt entwickelt er pl&#246;tzlich eine Faszination f&#252;r die Frankreich-Stra&#223;enkarten der Firma Michelin, die ihm viel detailierter, simpler und gleichzeitig lebendiger erscheinen, als es Satellitenbilder je sein k&#246;nnten. Bei einer Kunstaustellung, zu der er von Ex-Kommilitonen eingeladen wird, beteiligt sich Jed deshalb mit einigen Fotos, f&#252;r die er Michelin-Karten aus verschiedenen Winkeln aufgenommen und um einen k&#252;nstlichen Horizont erweitert hat – "Die Karte ist interessanter als das Gebiet", will er sagen.<br />
Als er daraufhin die Michelin-Mitarbeiterin Olga eine Zusammenarbeit vorschl&#228;gt, willigt er ein. Seine sp&#228;tere Einzelaustellung wird ein bahnbrechender Erfolg, die Rezensionen sind au&#223;erordentlich gut und binnen k&#252;rzester Zeit avanciert Jed zum Vorreiter einer neuen k&#252;nstlerischen Str&#246;mung, die die R&#252;ckbesinnung auf das Regionale feiert. Seine Bilder verkaufen sich f&#252;r tausende Euro, aber erst als sich Jed sp&#228;ter von der Fotografie abwendet und beginnt, gro&#223;formatige Bilder menschlicher Berufe zu malen, gelingt ihm der Aufstieg zum erfolgreichsten Maler Frankreichs. F&#252;r den Katalog der zugeh&#246;rigen Ausstellung will er den Schriftsteller Michel Houellebecq f&#252;r ein Vorwort gewinnen, also reist Jed nach Irland und trifft dort auf diese kauzige Karikatur des literarischen Volksfeinds Frankreichs, der sich nicht einmal traut, den Rasen zu m&#228;hen, weil er Angst hat, er k&#246;nnte sich dabei die Finger abschneiden. Nachdem Jed an seinem letzten Bild, das die Aufteilung des Kunstmarktes durch Damien Hirst und Jeff Koons zeigen sollte, schwer gescheitert war, entscheidet er sich daf&#252;r, die Reihe einfacher Berufe mit einem Portait Houellebecqs abzuschlie&#223;en und der Schriftsteller willigt ein. Es kommt zum erneuten Treffen, die Ausstellung wird verschoben, das Bild ist irgendwann fertig und auch Houellebecqs ausschweifendes Vorwort trifft bald darauf ein. Als Jeds zweite Ausstellung er&#246;ffnet wird, ist der Erfolg noch gr&#246;&#223;er als je zuvor. &#220;ber Nacht steigt er zum teuersten K&#252;nstler Frankreichs auf, seine Bilder sind pl&#246;tzlich Hunderttausende Euro wert, wenn nicht sogar mehr und die Dargestellten rei&#223;en sich um ihre Portraits. Jed ist nun ein reicher Mann und wei&#223; nichts mit seiner neuen Unabh&#228;ngigkeit anzufangen. Aber er hatte Houellebecq versprochen, ihm sein Portrait zu schenken, als f&#228;hrt er noch einmal zum Schriftsteller, der mittlerweile in seinem Geburtshaus im S&#252;den Frankreichs lebt und seinem Ende entgegen sehnt. Als Jed wieder in Paris ist, verlangsamt sich sein Leben zusehends. Wie Houellebecq vereinsamt auch er mehr und mehr, aber es macht ihm nichts aus, sondern erscheint ihm sogar auf eine gewisse Art und Weise nat&#252;rlich. Bald ist er g&#228;nzlich allein, nur seine halb kaputte Heizung leistet Jed Gesellschaft, bis er eines Tages einen Anruf bekommt.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Machen wir's kurz und &#228;u&#223;erst subjektiv:</strong><br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832196390/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3832196390">Karte und Gebiet</a> ist f&#252;r mich der beste aller Houellebecq-Romane, ohne Zweifel, auch wenn sich das Buch nich ganz in die bisherigen Romane einreihen l&#228;sst. Man hatte schon bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499243393/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499243393">Ausweitung der Kampfzone</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499242559/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499242559">Elementarteilchen</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499233959/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499233959">Plattform</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499243385/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499243385">Die M&#246;glichkeit einer Insel</a> das Gef&#252;hl, das Houellebecq jeweils ein gro&#223;es St&#252;ck der Welt anhand eines kleinen Ausschnitts darstellen wollte, bei Karte und Gebiet geht es aber noch weiter, indem die K&#252;nstlergeschichte Jed Martins noch mit so vielen anderen Geschichten verwoben wird, dass am Ende eine Art gesamtgesellschaftliches Abbild entsteht und das Buch, auch weil es ein ganzes Leben umschlie&#223;t und weit in der Zukunft endet, dadurch umso facettenreicher wird. So gibt es ebenso zu Jeds K&#252;nstlerepos noch die schwierige Beziehung zu seinem Vater zu beleuchten, viel Theorie &#252;ber Architektur, Kunst, Konsum und Politik, die vielleicht n&#252;chtern, aber nicht trocken behandelt wird und immerhin viele kluge Gedanken mit sich bringt, Abrechnungen mit Kritikern, Journalisten, Sterbehelfern, einen Kurzkrimi, Gedanken zur Liebe und zum Alter und und und. Besonders toll sind nat&#252;rlich jene Stellen, in denen Houellebecq sich selbst auftreten l&#228;sst und sich als halb lebensunf&#228;higen und verwahrlosten Mann inszeniert, der mit seiner Wut auf die Welt gutes Geld gemacht hat und jetzt nur noch in Ruhe seinen kauzigen Angewohnheiten nachgehen will. Der gro&#223;e franz&#246;sische Volksfeind jedenfalls scheint in seiner Bitterkeit sogar ein ziemlich lustiger Typ zu sein. Und genau diese Rolle nimmt man dem echten Houellebecq auch ab, wenn man Karte und Gebiet liest, denn es wirkt reifer, weniger w&#252;tend, eher gelassen, aber nichtsdestotrotz melancholisch. Vielleicht macht es das im Endeffekt noch tragischer, denn prinzipiell geht es im Buch nur um den beispiellosen Erfolg Jed Martins, aber nichtsdestotrotz scheint er es nie wirklich fassen zu k&#246;nnen, das Gl&#252;ck. Vielleicht unterscheidet sich genau darin Karte und Gebiet von allen vorherigen B&#252;chern, dass es nicht schon in der Geschichte pessimistisch ist und sich nicht auf das Anklagen verl&#228;sst, sondern diesmal quasi en passant zu zeigen versucht, wie die Welt funktioniert, wie man in ihr Erfolg haben kann und trotzdem irgendwie erfolgreich zum letztendlichen Scheitern verurteilt ist, auch wenn es mit ausreichend Geld gar nicht so schlimm, allenfalls trostlos, ist. Ein gro&#223;er Roman, der in seiner Wendung ein wenig an franz&#246;sische Body-Horrorfilme erinnert und bef&#252;rchten l&#228;sst, dass Houellebecq seine Selbstbeschreibungen manchmal genau so meint, wie er sie ins Buch hat einflie&#223;en lassen und so bald vielleicht keinen Roman mehr schreiben wird. An solch ein gro&#223;artiges Buch wie Karte und Gebiet nahtlos anzukn&#252;pfen, wird jedenfalls ein hartes St&#252;ck Arbeit.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832196390/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3832196390"><strong>Michel Houellebecq: Karte und Gebiet</strong></a><br />
416 Seiten<br />
Dumont 2011<br />
ISBN: 9783832196394</p>
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		<title>Synecdoche New York</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 12:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/s.jpg" alt="" title="Synechdoche New York" width="500" height="245" class="alignnone size-full wp-image-7121" /></p>
<p style="padding-top: 30px;">Eigentlich wollte ich eine bombastische Rezension zu <a href="http://www.imdb.com/title/tt0383028/">Synecdoche New York</a> schreiben, diesen Charlie-Kaufman-Film, den mir ein befreundeter Kollege im letzten Sommer empfohlen und ich daraufhin v&#246;llig zu Unrecht ewig und ungesehen herumliegen hatte. Ich kannte <a href="http://www.imdb.com/title/tt0268126/">Adaption</a>, in dem Kaufman selbst als Drehbuchautor ein Skript &#252;ber Orchideenj&#228;ger schreiben soll, es aber nicht fertig bringt und kurzerhand daraus ein Skript &#252;ber sein eigenes Scheitern macht. Dieser Film war schon ziemlich verr&#252;ckt, aber man konnte ihm durchaus leicht folgen. Synecdoche New York legt da noch einmal ein paar Schippen drauf, mehr Erz&#228;hl- und Handlungsebenen, mehr Charaktere und Schicksale, die sich dar&#252;ber hinaus auch noch alle irgendwie zu durchsteigen scheinen – und nebenher immer dieses dauerhaft brennende Haus. Aber es ist gut, wenn man sich wenigstens &#228;rgert, solch einen Film so lang unbeachtet gelassen zu haben, weil er auf den ersten Blick ja nicht so au&#223;ergew&#246;hnlich zu sein scheint und einen die zwei Stunden dann doch hin und wieder abschrecken. Man sollte nur nicht den Fehler begehen und den Film &#252;berhaupt nicht sehen, denn er lohnt sich. Und eigentlich wollte ich diese bombastische Rezension schreiben, fand aber schon auf der ersten Seite der Google-Treffer eine, die mindestens genau so gut ist, wie alle, die ich h&#228;tte schreiben k&#246;nnen, wahrscheinlich sogar besser. Au&#223;erdem, welche Filme, als die von Charlie Kaufman, eignen sich auch besser dazu, sich das Gescheitertsein einzugestehen und einfach keine eigene Rezension zu schreiben? Schlie&#223;lich ist Zitation auch so eine Form von Anerkennung und nicht immer gleich der erste Schritt zum Plagiat. Also warum nicht einfach eine kleine Ehrerbietung an eine Rezension, die schon da und vor allem gut ist?</p>
<p style="padding-top: 30px;"><iframe title="YouTube video player" width="500" height="311" src="http://www.youtube.com/embed/XIizh6nYnTU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote style="padding-top: 30px;"><p>"Philip Seymour Hoffman spielt den Theaterdirektor Caden Cotard; einen depressiven Mann Anfang 40, dem sein Leben entgleitet. Es beginnt mit k&#246;rperlichen Deformationen – ein defekter Wasserhahn knallt ihm ins Gesicht, auf seiner Haut bilden sich h&#228;ssliche Ekzeme, er ist besessen von der Farbe seiner Ausscheidungen – und geht weiter &#252;ber die Trennung von seiner Frau (Catherine Keener), die die gemeinsame Tochter mitnimmt. Die Frau ist eine K&#252;nstlerin, deren Bilder so klein sind, dass man zum Betrachten eine Lupe braucht. Cotard, der zu Beginn noch ganz konventionell Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden inszeniert (auch so ein St&#252;ck &#252;ber eine Lebenskrise) geht k&#252;nstlerisch dann in die entgegengesetzte Richtung: Es wird immer gr&#246;&#223;er. Ein Stipendium erlaubt dem Theaterregisseur ein geradezu bombastisches Projekt: Cotard l&#228;sst in einer riesigen Lagerhalle die Stadt New York nachbauen und darin das Leben als solches nachspielen." (Quelle: <a href="http://keinblutrot.wordpress.com/2009/04/01/synecdoche-new-york-%E2%80%93-erste-sichtung/">Kein Blut, Rot!: Synecdoche, New York – erste Sichtung</a></p></blockquote>
<p style="padding-top: 30px;"><iframe title="YouTube video player" width="500" height="311" src="http://www.youtube.com/embed/Z9PzSNy3xj0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote style="padding-top: 30px;"><p>"Caden, soviel wird klar, blickt nicht mit Hilfe der Kunst auf die Welt. Er blickt &#252;berhaupt nicht auf die Welt, die Kunst ist kein Mittel mehr, sondern Zweck, und in ihr erkennt er immer wieder nichts anderes als sich selbst. Ob in den erw&#228;hnten Fernseh-Werbespots oder im Lebenshilfe-Bestseller der langbeinigen und erbarmungslosen Psychologin Madeleine Gravis (Hope Davis) – alles ist f&#252;r ihn pers&#246;nlich geschaffen. Auch in seinem gr&#246;&#223;ten Projekt, der monumentalen Inszenierung einer Theaterversion von New York in einer riesigen Lagerhalle, dreht sich letztlich alles um ihn selbst. Wir erinnern uns: Schauspieler spielen dort die Menschen aus Cadens Leben, und f&#252;r seine eigene Rolle engagiert er den melancholischen Stalker Sammy. Um es mit Cadens eigenen Worten zu sagen: 'To delve into the murky cowardly depths of my lonely fucked-up being.'<br />
Er sucht, sich mit Hilfe der Kunst zu vergr&#246;&#223;ern. Was nat&#252;rlich misslingt." (Quelle: Kein Blut, Rot!: <a href="http://keinblutrot.wordpress.com/2009/06/12/synecdoche-new-york-%E2%80%93-zweite-sichtung/">Synecdoche, New York – zweite Sichtung</a></p></blockquote>
<p style="padding-top: 30px;">Bitte <a href="http://keinblutrot.wordpress.com/2009/04/01/synecdoche-new-york-%E2%80%93-erste-sichtung/">hier (Teil 1)</a> und <a href="http://keinblutrot.wordpress.com/2009/06/12/synecdoche-new-york-%E2%80%93-zweite-sichtung/">hier (Teil 2)</a> beide Teile einer sehr guten Rezension von <a href="http://keinblutrot.wordpress.com/">Kein Blut, Rot! lesen</a>. Im Kino wird man den Film wohl nicht mehr sehen k&#246;nnen, daf&#252;r kann man ihn bspw. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B002LIMNQ8?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B002LIMNQ8">hier auf DVD kaufen</a>. Meine Empfehlung sei hiermit ausgesprochen.</p>
<p style="padding-top: 50px;">
<a href="http://www.imdb.com/title/tt0383028/"><strong>Synecdoche, New York</strong></a><br />
2008, 124 Minuten<br />
Regie: Charlie Kaufman<br />
Drehbuch: Charlie Kaufman<br />
Mit: Philip Seymour Hoffman, Samantha Morton, Michelle Williams</p>
]]></description>
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		</item>
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		<title>It&#8217;s Kind of a Funny Story</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/its-kind-of-a-funny-story/</link>
		<comments>http://www.andreherrmann.de/its-kind-of-a-funny-story/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 13:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.andreherrmann.de/?p=7041</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt0804497/"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/ikoafs.jpg" alt="" title="It&#039;s Kind of a Funny Story" width="500" height="370" class="alignnone size-full wp-image-7042" style="border: solid 1px #444" /></a></p>
<p>Craig (Keir Gilchrist) ist 16 und besucht eine Schule, in der nur die 800 besten Sch&#252;ler des Bundesstaates aufgenommen werden. In ein paar Tagen l&#228;uft die Bewerbungsfrist f&#252;r die summer school ab, deren Besuch sich so sch&#246;n in der Collegebewerbung machen w&#252;rde und ohne den sein weiteres Leben eher ab- statt aufw&#228;rts verlaufen w&#252;rde, aber Craig f&#252;hlt sich alledem mehr und mehr nicht gewachsen. Sein Vater dr&#228;ngt ihn zu Bestleistungen, seine Schwester ist ein kleines Wunderkind und sein Kumpel Aaron scheint in allem immer ein ganze St&#252;ck besser zu sein, au&#223;erdem ist er mit Nia, seiner heimlichen Liebe, zusammen.<br />
Als Craig sich nun einer Wochenendnacht ausmalt, wie es w&#228;re, von der Brooklyn Bridge zu springen, um all dem zu entfliehen, beschlie&#223;t er, sich selbst in die Psychiatrie einzuweisen. Zuerst ist das ein wenig schwierig, denn so richtig kann er selbst nicht erkl&#228;ren, weswegen er Zoloft hatte nehmen m&#252;ssen und was es genau ist, das seine Depression ausmacht, aber am Ende wird er doch aufgenommen. Da die Abteilung f&#252;r Jugendliche gerade renoviert wird, kommt Craig in die geschlossene Erwachsenenabteilung und schnell bemerkt er, dass die Leute, die er dort trifft, schlimmere Probleme als er selbst zu haben scheinen. Er will wieder entlassen werden, aber f&#252;nf Tage Minimum muss er durchhalten.</p>
<p>Gleich zu Beginn seines Psychiatrieaufenthalts lernt er Bobby (Zach Galifianakis) kennen, der sich gern als Arzt verkleidet aus der Abteilung schleicht, um Eis oder Kaffee zu holen und eine heimliche Pizza-Kasse betreibt, weil er das Stationsessen nicht mag. Bobby will nicht verraten, warum er eingewiesen wurde und erkl&#228;rt, dass er nur Urlaub mache. Als Craig einmal zuf&#228;llig bemerkt, wie seine Frau und Tochter ihn besuchen und erstere ihn ausschlie&#223;lich anschreit, weil er sich aus der Verantwortung f&#252;r sein Kind stehle, erkl&#228;rt Bobby nur, es sei seine Steuerberaterin gewesen. In K&#252;rze hat Bobby ein Bewerbungsgespr&#228;ch f&#252;r ein betreutes Wohnprojekt, in das er aufgenommen werden will, weil er sonst nach seiner baldigen Entlassung obdachlos w&#228;re. Dummerweise hat Bobby nur einen alten Wollpullover und Craig bietet ihm an, sich ein Hemd von seinem Vater bringen zu lassen, das er ihm leihen k&#246;nnte. Kurz darauf erh&#228;lt Craig einen Zettel von Noelle, einem ebenfalls 16j&#228;hrigen M&#228;dchen, das auf Station ist, weil sie sich angeblich mehrmals selbst geschnitten hat. </p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="311" src="http://www.youtube.com/embed/P_pq7HKc9z8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br /><span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=P_pq7HKc9z8">Direktfunny</a></span></p>
<p>Craig und Noelle kommen sich ein wenig n&#228;her, in der Ergotherapie zeichnet Craig einen Stadtplan, der bei allen Patienten, nicht zuletzt bei Noelle schindet und seine Lust am Zeichnen und Malen weckt. Bobby hatte schon zu Anfang gesagt, er k&#246;nne nicht verstehen, was Craig mit 16 in einer Psychiatrie mache, wo er doch Spa&#223;, eine Freundin und keine Gedanken an die Zukunft haben sollte. Gleichzeitig scheint aber auch Bobby, der es deshalb zu seiner Aufgabe macht, Craigs Berater in Sachen Noelle zu sein, ziemliche Angst vor seiner eigenen Zukunft zu haben und Craig wiederum versucht ihm diese zu nehmen.</p>
<p><!--more--></p>
<p><strong>Achtung, das Nachfolgende ist wom&#246;glich manchmal ein wenig spoilerig.</strong></p>
<p>Die Geschichte wird aus dem Off von Craig erz&#228;hlt und so jeweils mit den einzelnen Szenen illustriert. Dort, wo die Szenen an ihre erz&#228;hlerischen Grenzen sto&#223;en, wird mit vielen schnellen Bildfetzen nachgeholfen, bzw. manche Situation bewusst so &#252;berzogen dargestellt, das man m&#246;glichst nachvollziehen k&#246;nnen soll, wie Craig sie empfindet. Das ist am Anfang, als Craig versucht, eine pr&#228;gnante Antwort auf die Frage zu finden, warum er depressiv sei, noch sehr gut, aber schon einen Moment sp&#228;ter, als ihn die Stationspsychologin fragt, warum er unbedingt in der summer school aufgenommen werden m&#252;sse und er dar&#252;ber sinniert, wie er ansonsten nie bei MTV Cribs oder als Commander in Chief im Wei&#223;en Haus landen w&#252;rde, schon viel zu &#252;berzogen. Noch sp&#228;ter, als er beim Singen Queens Under Pressure covert und alle Patienten zum Teil seiner Band werden, wirkt es einfach nur deplatziert.</p>
<p>Der Film lebt gr&#246;&#223;tenteils von der Beziehung zwischen Craig und Bobby. Dass nebenbei auch noch eine kleine Liebesgeschichte hinzugedichtet werden musste, mag man dem Hollywoodgeschmack zuschreiben. Aber Keir Gilchrist macht es wirklich gut, diesen zierlichen, verwirrten Jungen zu spielen, dem alles zu viel wird, insbesondere weil er in seiner Zur&#252;ckhaltung dem gro&#223;artigen Zach Galifianakis so toll die B&#252;hne bereitet. Bobby, der einerseits immer so lustig und unbek&#252;mmert aussieht, aber gleichzeitig viel tiefsch&#252;rfendere Probleme als Craig hat, ist ein perfekter Partner f&#252;r den sch&#252;chternen Jungen. Da ist es fast schade, dass er am Ende einfach so aus dem Film verschwindet und dieser daf&#252;r ziemlich kitschig und in einem riesengro&#223;en Happily-Ever-After-Ende geschlossen wird.</p>
<p>Dass Craig innerhalb von f&#252;nf Tagen (Psychiatrie, hallo? Nur 5 Tage? Niemals...), die er auf Station verbringt, nicht nur erkennt, dass sein Herz insgeheim f&#252;r die Bildende Kunst schl&#228;gt und er unbedingt K&#252;nstler werden m&#252;sse, sondern nebenbei noch die halbe Station selbst therapiert, ebenso wie seinen Freund Aaron und dessen kurzzeitige Ex Nia, ist viel zu viel und tut der Geschichte nicht gut. Man hat wohl versucht, eine Mischung aus eine Teenie-Film à la <em>Easy A</em> (der auch nur in den ersten 30 Minuten gut ist und ansonsten gerade noch von Emma Stone &#252;ber der Schmerzgrenze gehalten wird) und <em>One Flew Over the Cuckoo's Nest</em> zu basteln, h&#228;tte sich doch aber lieber mehr auf eine der beiden Seiten schlagen sollen, als so ein Mash-Up zu schaffen. So wirken die ernsten Teile, insbesondere alles zwischen Bobby und Craig, sehr sch&#246;n, die lustigen Teile, sobald sie nichts mit Zach Galifianakis zu tun haben, v&#246;llig &#252;bertrieben. Auch warum Nia in einer Szene einfach mal im Krankenhaus erscheinen muss, um Craig zu verf&#252;hren, warum Noelle am Ende doch nochmal einen R&#252;ckfall kriegen und sich dilletantisch im Gesicht kratzen (es sollen wohl Schnitte sein) muss, wer wei&#223;.</p>
<p>Ich muss zugeben, ich habe das zugeh&#246;rige Buch nicht gelesen, aber rund 450 Seiten deuten darauf hin, dass Craigs Transformation im Buch viel langsamer und damit glaubw&#252;rdiger von statten geht. Dass Craig im Film noch sagt, er sei nicht geheilt, aber er kenne nun seine Probleme, nimmt man ihm auch bei f&#252;nf Tagen nicht ab. So wirkt es im Endeffekt manchmal wieder nur wie eine gute, aber nicht au&#223;ergew&#246;hnliche Coming-Of-Age-Geschichte, die zuf&#228;lligerweise in einer Psychiatrie spielt und so zuf&#228;lligerweise durch ein paar ulkige Kranke aufgelockert werden kann. Wie gesagt, ein bisschen mehr in eine der beiden Richtungen, ernst oder teenielustig, wobei Letzteres sicher noch weniger mein Geschmack gewesen w&#228;re, h&#228;tte dem Film gut getan. So aber bleibt er immer noch gut, bis die gro&#223;e Gl&#252;ckskeule ausgepackt hat, sogar sehr gut.</p>
<p style="padding-top: 50px;">
<strong>6/10</strong></p>
<p style="padding-top: 50px;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0804497/"><strong>It's Kind of a Funny Story</strong></a><br />
2010, 101 Minuten<br />
Regie: Anna Boden, Ryan Fleck<br />
Drehbuch: Ryan Fleck, Anna Boden<br />
Mit: Keir Gilchrist, Zach Galifianakis, Emma Roberts</p>
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		<title>Philip Roth: Everyman</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 19:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0099501465?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0099501465"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/em.jpg" alt="" title="Philip Roth: Everyman" width="224" height="350" style="border: solid 1px #444; float: left; margin-right: 10px;" /></a> </p>
<p>Ein Mann ist tot, aber seinen Namen erf&#228;hrt man nicht. Er wird auf dem selben alten und herunter gekommenen Friedhof begraben, auf dem auch seine Eltern liegen. Die Zeremonie neigt sich dem Ende zu, es gibt die &#252;blichen famili&#228;ren Fehden, nicht alle sind einander oder dem Toten sonderlich gewogen. </p>
<p>Der Inhaber von "Everyman's Jewelery" und Vater des sp&#228;ter Toten f&#252;hrt seinen Laden, den er einzig und allein deshalb er&#246;ffnet hatte, um etwas zu schaffen, dass er seinen beiden S&#246;hnen hinterlassen k&#246;nnte, ganze 41 Jahre lang. Die beiden Jungen helfen oft im Laden, der J&#252;ngere von ihnen muss mit neun Jahren einmal ins Krankenhaus, als er sich einen Leistenbruch zuzieht. Im Bett nebenan liegt ein Junge, dessen Eltern den ganzen Tag &#252;ber in Tr&#228;nen aufgel&#246;st auf der Bettkante sitzen. In der Nacht stirbt der Junge, die eigene Operation des Leistenbruchs verl&#228;uft gl&#252;cklicherweise gut.<br />
25 Jahre lang ist der Junge danach kerngesund. Er steigt zum Creative Director einer Werbeagentur auf, weil er sich nicht traut, freischaffender K&#252;nstler zu werden. Mit seiner Frau bekommt er zwei Jungen, trennt sich von dieser zu Gunsten einer Kollegin und alles ist gut, bis er mit der neuen Frau aus einem gemeinsamen Urlaub krank zur&#252;ck kommt. Sein Zustand verbessert sich nicht von allein und er besteht darauf, in ein Krankenhaus &#252;berwiesen zu werden. Dort stellt man schnell fest, dass er einen Blinddarmdurchbruch und eine Entz&#252;ndung des Bauchfells hat, 30 Tage bleibt er im Krankenhaus.</p>
<p>Der &#228;ltere Bruder namens Howie kommt ihn besuchen, ein gesunder und h&#246;chst erfolgreicher Mann, der bei Goldmann Sachs vom Boten bis zum Arbtirageberater aufgestiegen und &#252;ber die Jahre sehr wohlhabend geworden ist. Nach em Krankenhausaufenthalt, als auch der j&#252;ngere Bruder wieder arbeitet, beginnt er eine Aff&#228;re mit seiner Sekret&#228;rin. Bei einem Shooting in Grenada bandelt er mit einer jungen D&#228;nin an. Sp&#228;ter, als er mit Letzterer einen Kurzurlaub in Paris macht und w&#228;hrendessen seine Mutter ins Sterben f&#228;llt, h&#228;lt seine Frau, die l&#228;ngst von den Aff&#228;ren wusste, die Dem&#252;tigung nicht mehr aus und sie setzt ihn vor die T&#252;r. Seine Mutter ist schon eine Stunde lang tot, als er im Krankenhaus ankommt. Um sich wenigstens ein letztes Bisschen Ehre zu retten, heiratet er die junge D&#228;nin, merkt aber sehr schnell, dass die unglaubliche Erotik ihres K&#246;rpers einen ziemlich schwachen Charakter kompensieren muss. Als er ein paar Jahre sp&#228;ter beim Schwimmen in Atemnot ger&#228;t, wei&#223; er noch nicht, dass es f&#252;r ihn von nun an bergab gehen wird. Und dass es gleichzeitig ein bitterer Abstieg und Abschied sein wird, der f&#252;r manche leicht, f&#252;r Anderen unendlich steil und schwer ist.</p>
<p><!--more--></p>
<p><strong>Achtung, wom&#246;glich kann ich es nicht immer vermeiden, nicht mehr vom Inhalt zu verraten.</strong></p>
<p>Ich hatte noch nie ein Buch von Philip Roth gelesen, warum wei&#223; ich selbst nicht genau. Vielleicht hatte es mich immer ein wenig abgeschreckt, von so vielen <em>typischen Roth-B&#252;chern</em> zu lesen, in denen es angeblich immer um j&#252;dische Einwanderer in den USA, Altern, Sex und Tod gehen sollte. Insofern scheint also auch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0099501465?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0099501465">Everyman</a> keine Ausnahme zu sein, wobei ich jetzt erst dieses eine kenne. Vielleicht hatte ich mich auf Grund der zig B&#252;cher, die Herr Roth bereits geschrieben hat, insofern abschrecken lassen, als dass mir die Menge irgendwie suspekt war. Zu Unrecht, wenn man das nach einem einzigen Buch &#252;berhaupt schon sagen kann. Ich war sehr &#252;berrascht, wie ausgew&#228;hlt und gleichzeitig leicht das ganze Buch formuliert ist, wie sch&#246;n zwischen den ganzen gro&#223;en Punkten im Leben des namenlosen Mannes hin und her gesprungen wird, wie Sp&#228;teres und Fr&#252;heres vermengt wird, ohne dass man sich darin verheddert. Thematisch sind Alter, Sex und Tod (das J&#252;dischsein spielt im Buch eigentlich kaum eine Rolle) allein zwar nicht gerade der innovativste Stoff, aber trotzdem ist die Geschichte, die mit diesen drei Bausteinen erz&#228;hlt wird, sehr gut. Sie ist weder langweilig noch unglaublich aufregend, eben genau so, wie sie ein Protagonist ohne Namen, der eben jedermann sein k&#246;nnte, vertr&#228;gt.</p>
<p>Alle sind sterblich, wom&#246;glich gestehen sich viele ein, sterblich zu sein, aber niemand will es wahr haben, wenn sich der Tod erst ank&#252;ndigt und dann in gro&#223;en Schritten n&#228;her kommt; Es ist unfair, wenn man selbst turnusm&#228;&#223;ig zu schweren Operationen ins Krankenhaus muss, w&#228;hrend Andere aus unerfindlichen Gr&#252;nden gesund bleiben und wiederum Andere schon l&#228;ngst qualvoll gestorben sind; Es ist schlimm, den eigenen Verfall mit ansehen und feststellen zu m&#252;ssen, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nur noch als alter Mensch wahr genommen wird – davon erz&#228;hlt Philip Roth, ganz einfach. Nicht in einem umfassenden opus magnum, sondern quasi in einem Lebensr&#252;ckblick auf etwas mehr 190 Seiten. Anfangs erwartet man noch gro&#223;e Szenen, aber das legt sich schnell, denn vielleicht soll ja alles genau so sein, wie es ist. So normal, dass die Hauptperson auch ebenso jeder sein k&#246;nnte. Weil jeder seine kleinen und gro&#223;en Fehler im Leben macht, jeder seine verwirklichten und unverwirklichten Tr&#228;ume hat und die Wenigstens all das, was sie jahrzehntelang umgeben hat, so pl&#246;tzlich beendet wollen wissen.</p>
<p style="padding-top: 50px;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0099501465?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0099501465"><strong>Philip Roth: Everyman</strong></a><br />
192 Seiten, Vintage<br />
ISBN: 0099501465</p>
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		<title>The Perks of Being a Wallflower</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 11:45:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1847394078?ie=UTF8&amp;tag=andrherr-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1847394078"><img style="float: left; border: solid 1px #444; margin-right: 10px;" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/tpobaw.jpg" alt="" title="The Perks of Being a Wallflower" width="250" class="alignnone size-full wp-image-6870" /></a></p>
<p>Charlie ist f&#252;nfzehn und nicht gerade der gr&#246;&#223;te Nerd der gesamten Schule, aber ebenso nicht die fleischgewordene Beliebtheit schlechthin. Er mag die High School schon im ersten Jahr nicht besonders und kann nur relativ wenig mit dem pl&#246;tzlichen Interesse beider Geschlechter f&#252;reinander anfangen. Er kommt aus einer typischen Mittelklassefamilie, die in den Suburbs der gro&#223;en Stadt wohnt und dort Tag f&#252;r Tag an ihrem kleinen Gl&#252;ck feilt. Der Vater bringt das Geld nach Hause, die Mutter h&#228;lt den Haussegen gerade und das Haus in Ordnung. Sein Bruder ist gerade ans College gewechselt, spielt dort in der Footballmannschaft und hofft auf den Sprung ins Profilager, seine Schwester wechselt immer mal wieder den Freund und steht kurz vor dem High-School-Abschluss.<br />
Charlies bester Freund Michael hat sich k&#252;rzlich erst umgebracht, was Charlie schwer getroffen hat, vor allem, da niemand wirklich danach zu fragen scheint, warum Michael sich umgebracht hat, sondern man sich stattdessen schnell auf "problems at home" und "felt like he had nobody to talk to" einigt.<br />
F&#252;r Charlie ist der Verlust Michaels nun schon der zweite, der ihn nicht mehr richtig los l&#228;sst. Noch immer vermisst er seine Tante Helen, die nach einer gescheiterten Ehe im Haus von Charlies Eltern versuchte, wieder auf die Beine zu kommen und dann pl&#246;tzlich t&#246;dlich verungl&#252;ckte.<br />
Gl&#252;cklicherweise lernt er bald Sam(antha) und Patrick kennen, mit denen er sich anfreundet und die ihn in ihrem Abschlussjahr &#252;berall hin mitnehmen. Patrick, der heimlich mit dem Quarterback der Footballmannschaft zusammen ist und die wundersch&#246;ne Sam, in die sich Charlie selbst gleich zu Beginn verliebt, die ihm aber ebenso gleich sagt, er solle sich nicht in sie verlieben.<br />
Um all das zu ordnen und selbst jemanden zum Reden zu haben schreibt Charlie &#252;ber seine Erlebnisse, Gef&#252;hle und Gedanken in Briefen an ein/e Unbekannt/e festzuhalten, "[…] because she said you listen and understand and didn't try to sleep with that person at that party even though you could have." </p>
<p><strong>Achtung, ein wenig Spoilerei!</strong></p>
<p><!--more--></p>
<p>Nichtnocheincomingofageroman, dachte ich, schlie&#223;lich scheint es da eine Schwemme zu geben. Mit ganz viel Party, noch mehr Alkohol und unendlich viel Teenie-Sex, der nat&#252;rlich unheimlich schlecht ist. Und Drogen und Sex und Schule und Studium hab ich schon Parties erw&#228;hnt? Aber ich lasse mich ja bekehren und Empfehlungen nehme ich generell gern und unvoreingenommen an, denn hin und wieder erlebt man &#220;berraschungen und das Buch ist gar nicht so typisch Coming-Of-Age-lastig/l&#228;stig, wie es der Einband erahnen l&#228;sst.</p>
<p>Klar, es geht um Schule, Freundschaft, Parties, Drogen, Sex. Nat&#252;rlich erlebt Charlie sein erstes Mal, raucht seinen ersten Joint und so weiter und steht am Ende sich selbst aufrechter gegen&#252;ber. F&#252;r mich hat "The Wonder Years" vorgemacht, wie man zwar Klischees reiten, aber gleichzeitig einf&#252;hlsam davon erz&#228;hlen kann, wie es ist, aufzuwachsen. Und genau so gelingt es auch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1847394078?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1847394078">The Perks of Being a Wallfower</a> immer genau abseits des Zu-Oft-Geh&#246;rten, sehr sch&#246;n zu werden.</p>
<p>Vielleicht trotzdem gleich zu Beginn meine gr&#246;&#223;ten Kritikpunkte:</p>
<p>Warum weint Charlie die ganze Zeit &#252;ber? Ich kann schon nachvollziehen, dass Charlie weinen _muss_, schlie&#223;lich soll er der sensible Hauptcharakter des Buches sein, aber man h&#228;tte seine Sensibilit&#228;t, die nat&#252;rlich ebenso auf seine &#252;berragende Intelligenz hinweisen soll, oft auch besser darstellen k&#246;nnen, als ihn gesch&#228;tzte f&#252;nfzig mal in diesem Buch in Tr&#228;nen ausbrechen zu lassen.</p>
<p>Warum ist Charlie einerseits einer der begabtesten Menschen, die sein Lehrer je zu Gesicht bekommen hat, gleichzeitig ahnt er selbst jedoch &#252;berhaupt nichts davon? Es will mir nicht in den Kopf, wie man einerseits dauerhaft &#252;ber sich selbst und das eigene Umfeld reflektieren und gleichzeitig so verblendet und naiv sein k&#246;nnte, wie es Charlie manchmal ist. Vielleicht habe ich da einfach eine zu gro&#223;e Vorliebe zu <em>Good Will Hunting</em>, aber so etwas nehme ich eigentlich niemandem ab. Sturheit, Engstirnigkeit, absolute Leidenschaftlichkeit und Scheuklappen ja, aber keine so gro&#223;e Naivit&#228;t. Coming of age hei&#223;t deshalb leider am Ende, dass Sam und Patrick nun aufs College gehen und Charlie sein sophomore year an der High School allein begehen muss.</p>
<p>Das im Hinterkopf behaltend wirkt <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1847394078?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1847394078">The Perks of Being a Wallfower</a> manchmal ein bisschen ungelenk und die Charakterisierung Charlies ein bisschen zu abgegriffen. "Schatz, der Junge ist so sensibel und br&#252;tet die ganze Zeit &#252;ber seinem eigenem Leben, was ist los ist mit ihm?" "Ach, er ist einfach unglaublich intelligent, aber damit wird er schon irgendwann klar kommen!"</p>
<p>Aber das Buch hat genau da seine St&#228;rken, wo es diese relativ plumpe Erkl&#228;rung mal au&#223;er Acht l&#228;sst und nicht darauf hinarbeitet, Charlie am als kleinen Wunderbengel zu enttarnen, sondern einfach die allt&#228;gliche Tragik einer Mittelklassefamilie und eines Jungen, bei dem das Nachdenken zwanghaft ist, portr&#228;tiert. Mit dem Stolz und den Hoffnungen, die auf den Schultern der Kinder lasten, die es mal zu etwas Besserem bringen sollen oder der bedinungslosen Sorge der Eltern, wenn einem ihrer Kinder etwas zugesto&#223;en sein k&#246;nnte. Mit dem ganz famili&#228;ren Generationskonflikt und einem Gro&#223;vater, dessen Schl&#228;ge nur sicher stellen sollten, dass keine seiner T&#246;chter jemals wieder in einer M&#252;hle arbeiten m&#252;sse (<a href="http://www.andreherrmann.de/memorable-quotes-4/">meine Lieblingspassage</a>) oder den tragischen Enden bestimmter Verwandter, welche die Kinder nie erkl&#228;rt bekommen, vor denen sie aber gleichzeitig Respekt haben sollen.<br />
Dort ist das Buch richtig stark, genau wie bei Charlies erster Freundin Mary Elizabeth, die so viel redet, dass Charlie am Telefon einfach ein Gesp&#228;ch anfangen, den H&#246;rer beiseite legen und auf die Toilette gehen kann, ohne Angst haben zu m&#252;ssen, sie k&#246;nnte es bemerken. Die ihn lernen l&#228;sst, dass man ehrlich zu sich selbst, anderen aber nicht immer jede Wahrheit auf die Nase binden sollte. Oder bei der Liebesgeschichte zwischen Charlie und Sam, die eigentlich nur ein einseitiges Anhimmeln durch Charlie ist und bei der die seine Reflektiertheit und der Respekt vor Sam ihm einen Strich durch die Rechnung machen, sodass er erst am Ende, kurz bevor Sam in Richtung College aufbricht, erf&#228;hrt, dass er es einfach h&#228;tte versuchen sollen. Charlies komplettes Einserzeugnis als Antithese dazu h&#228;tte es meiner Meinung nach gar nicht gebraucht, im Gegenteil, das zerrt es ins Klischee.</p>
<p>Am Ende lesenswert, f&#252;r mich das bessere <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3464371646?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3464371646">About a Boy</a>, auch wenn sie auf Grund der verschiedenen Handlungen so vergleichbar nicht sind. Auf dem Cover steht zwar "In the tradition of <a href="http://www.amazon.de/gp/product/014023750X?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=014023750X">The Catcher in the Rye</a>", aber das sollte man meiner Meinung nach nicht zu w&#246;rtlich nehmen. Holden Caulfield floh vor dem Erwachsenwerden, das hat ihn sympathisch gemacht, Charlie l&#228;uft ihm oft einfach weinend hinterher, was manchmal ein wenig nervt.</p>
<p><strong>7/10</strong></p>
<p style="padding-top: 50px;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1847394078?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1847394078"><strong>The Perks of Being a Wallfower</strong></a><br />
Stephen Chbosky<br />
224 Seiten<br />
Simon &#038; Schuster, 2009<br />
ISBN: 1847394078</p>
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		<title>Martyrs</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 15:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt1029234/"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/m1.jpg" alt="" title="Martyrs" width="250" style="float: left; border: solid 1px #444; margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" /></a> F&#252;r Freunde des gepflegten Horrorfilms/ Schockers waren die letzten Jahre nicht gerade ereignisreich, noch dazu, wenn einem irgendwann das Zombiethema endg&#252;ltig zu durchgekaut erschien und man es mehr und mehr leid war, so ziemlich jeder Hauptfigur dabei zusehen zu m&#252;ssen, wie sie von zerfallenen oder mutierten Gestalten gejagt wurde. Ebenso das Junge-Menschen-bleiben-an-einem-verlassenen-Ort-h&#228;ngen-und-werden-pl&#246;tzlich-von-Verr&#252;ckten-angegriffen-Schema war ich relativ schnell leid. &#220;brig blieb dann nicht allzu viel, in n&#228;chster Vergangenheit vielleicht noch <a href="http://www.imdb.com/title/tt1127180/">Drag Me To Hell</a> (der stellenweise auch irgendwie das Horrorgenre selbst parodierte) und <a href="http://www.imdb.com/title/tt1038988/">[●REC]</a> (trotz der Zombies), ein Weilchen davor noch <a href="http://www.imdb.com/title/tt0178868/">Ringu</a> und <a href="http://www.imdb.com/title/tt0364385/">Ju-on</a>, daf&#252;r aber waren j&#252;ngste Filme wie <a href="http://www.imdb.com/title/tt1320244/">The Last Exorcism</a> oder <a href="http://www.imdb.com/title/tt1314655/">Devil</a> schon wieder viel zu platt, v&#246;llig entt&#228;uschend und die Strickmuster allzu bekannt.</p>
<p>Irgendwann vor ein langer Zeit sah ich dann <a href="http://www.imdb.com/title/tt0290673/">Irreversible</a>, sp&#228;ter stie&#223; auf die zugeh&#246;rige Stilrichtung <em>New French Extremity</em> und fand einige Filme, die man wohl am Besten irgendwo zwischen Body Horror, Schocker, Splatter und Thriller einordnet und die, wie der Name sagt, gr&#246;&#223;tenteils aus Frankreich stammen, obwohl man zum weitreichenderen <em>New Extremism</em> z.B. auch Lars von Trier, insbesondere sicher durch <a href="http://www.imdb.com/title/tt0870984/">Antichrist</a>, z&#228;hlt. Und ich war begeistert, sagen wir zumindest so sehr, wie man sich daf&#252;r begeistern kann, ohne gleich in die Psychoecke gestellt zu werden. Diese Filmen hatten endlich wieder innovative Stories, abseits des Bluts wieder etwas zu erz&#228;hlen. Manchmal waren sie ziemlich absurd, immer aber sehr abgedreht und selten zu kitschig. Sie schockten gleichzeitig durch klassische Schockelemente wie auch durch ihre Transgressivit&#228;t und bedienten gleichzeitig das kindliche "Wenn man Angst kriegt oder sich unwohl f&#252;hlt, ist der Film gut" wie auch den langsam gewachsenen Anspruch an gute Geschichten. Vielleicht klingt das f&#252;r manche, die Horrorfilmen so gar keine Begeisterung entgegen bringen k&#246;nnen, irgendwie merkw&#252;rdig, aber was soll's, ich finde, dass das Genre in den letzten Jahren zu Unrecht so ins Abseits geraten ist. Und genau deshalb will ich in n&#228;chster Zeit immer mal wieder einen guten Horrorfilm empfehlen, angefangen heute mit <a href="http://www.imdb.com/title/tt1029234/">Martyrs</a> aus dem Jahr 2008.</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/m5.jpg" alt="" title="Martyrs" width="425" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Achtung, nachfolgend Spoiler und Bilder, die manche feine Seele beunruhigen k&#246;nnten.</strong></p>
<p><!--more--></p>
<p>Ein junges M&#228;dchen namens Lucie flieht aus einem verlassenen Fabrikgeb&#228;ude, sein K&#246;rper ist &#252;bers&#228;ht mit Wunden von Misshandlungen. Lucie kommt in ein Pflegeheim, wo sie langsam Vertrauen zu Anna fast. In einem Video erkl&#228;rt ein Mann, Lucie w&#228;re lange in dem Fabrikgeb&#228;ude gefangen gehalten und gefoltert worden. Nun, im Pflegeheim, wird Lucie von Verfolgungswahn geplagt und Anna findet sie in ihrem gemeinsamen Zimmer, nachdem Lucie sich mehrfach selbst geschnitten hat und muss ihr schw&#246;ren, niemandem davon zu erz&#228;hlen.</p>
<p>15 Jahre sp&#228;ter sieht man eine Familie beim morgendlichen Fr&#252;hst&#252;ck. Alles scheint gut, bis es an der Haust&#252;r klingelt. Der Vater &#246;ffnet die T&#252;r, davor steht Lucie, ganz in schwarz, mit einer Schrotflinte in der Hand und dr&#252;ckt ab. Danach erschie&#223;t sie die Mutter, beim Sohn z&#246;gert sie kurz und fragt, ob er wisse, was seine Eltern getan h&#228;tten, dann erschie&#223;t sie auch ihn und seine Schwester. Nachdem sie nahe einem Nervenzusammenbruch ist, ruft Lucie Anna an. W&#228;hrend sie wartet, &#252;berkommt sie wieder ihr Verfolgungswahn und eine seltsam verunstaltete Kreatur taucht im Haus auf, die Lucie angreift und stark verletzt. Lucie beteuert der Kreatur gegen&#252;ber, dass sie die Familie umgebracht habe und nun alles gut sei, aber es bringt nichts. Als Anna eintrifft, ist sie schockiert &#252;ber Lucies Blutbad und fragt, ob Lucie sicher sei, dass es die richtige Familie gewesen sei. Nachts beginnt Anna, die Toten vor dem Haus zu vergraben und bemerkt, dass die Mutter noch lebt. Sie versucht sie aus dem Haus zu schmuggeln, aber Lucie bemerkt es und erschl&#228;gt die Mutter mit einem Hammer. Bald darauf erscheint auch die Kreatur wieder und greift Lucie an, obgleich sie wieder beteuert, die Mutter sei tot und es sei nun alles gut.</p>
<p>Lucie ist v&#246;llig fertig, die Kreatur, nun mehr und mehr als verunstaltetes M&#228;dchen erkennbar, kriecht zu ihr heran. Anna bemerkt, dass nur Lucie allein die Kreatur sehen kann und sieht, wie Lucie sich selbst schneidet, obgleich Lucie in Form einer Halluzination erlebt, wie sie von der Kreatur geschnitten wird. In einem R&#252;ckblick sieht man, dass das maltr&#228;tierte M&#228;dchen im gleichen Fabrikgeb&#228;ude wie Lucie misshandelt worden ist und Lucie sie, als sie die M&#246;glichkeit zu fliehen und das M&#228;dchen zu befreien hatte, hilflos zur&#252;ck lie&#223;. Nun, seit Jahren verfolgt von der Halluzination des M&#228;dchens, schneidet sich Lucie in den Hals und stirbt.</p>
<p>Als Anna Lucies K&#246;rper am n&#228;chsten Morgen s&#228;ubert, mit ihrer vorwurfsvollen Mutter telefoniert und versucht, das Haus in Ordnung zu bringen, bemerkt sie ein Loch in der Wohnzimmerschrankwand. Dahinter findet sich einen Gang, der in eine Art Bunker f&#252;hrt, an dessen steril wirkenden W&#228;nden Bilder von verunstalteten und gefolterten Menschen h&#228;ngen. Am Ende des Ganges findet sie eine Klappe, durch sie mit einer Leiter weiter in die Tiefe steigt. Dort findet sie ein ver&#228;ngstigtes, zutiefst maltr&#228;tiertes und angekettetes M&#228;dchen, das sie mit nach oben nimmt.</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/m2.jpg" alt="" title="Martyrs" width="425" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p>In der Badewanne befreit sie es von ihren Metallplatinen, die mit Stiften im Kopf befestigt sind. Als sie das M&#228;dchen kurz allein l&#228;sst, befreit es sich aus der Badewanne und versucht, sich selbst die Pulsadern aufzuschneiden. Anna versucht es davon abzuhalten, da wird das M&#228;dchen pl&#246;tzlich erschossen. Ins Haus kommt eine Gruppe von Menschen, die Anna fesseln und erkl&#228;ren, dass sie auf der Suche nach so genannten Martyrs, sprich M&#228;rtyrern, seien. Solche Menschen w&#252;rden auch in gr&#246;&#223;ter k&#246;rperlicher Not keine psychischen Alternativerkl&#228;rung f&#252;r die ihnen angetane Gewalt erspinnen, wie z.B. Lucie, die sich das sie verletztende M&#228;dchen in Form eines psychischen Schutzmechanismus' nur nur eingebildet hatte. M&#228;rtyrer aber blieben die ganze &#252;ber <em>klar</em> und k&#246;nnten alles ertragen, ohne eine Psychose zu entwickeln. Beim H&#246;hepunkt ihrer Not und kurz vor ihrem Tod, w&#252;rden solche M&#228;rtyrer kurzzeitig eine Art g&#246;ttlichen Zustand erreichen, irgendwo zwischen Leben und Tod, der es ihnen erlaubte, noch zu leben, aber gleichzeitig ins Jenseits schauen zu k&#246;nnen. Das Interesse der Gesellschaft best&#252;nde genau darin, M&#228;rtyrer mittels Folter ausfindig zu machen und so etwas &#252;ber das Jenseits in Erfahrung zu bringen. Nachdem Anna all das erkl&#228;rt wurde, macht man sie bewusstlos und sie erwacht in Ketten in einem dunklen Raum. (Wer mehr Handlung haben will, <a href="http://www.imdb.com/title/tt1029234/synopsis">hier gibt es alles.</a>)</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/m3.jpg" alt="" title="Martyrs" width="425" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p>Martyrs ist sicher kein Film f&#252;r die Zartbesaitetsten, aber nichtsdestotrotz empfehlenswert. Die Story schl&#228;gt so oft um, dass man mehrmals das Gef&#252;hl hat, den Film verstanden zu haben, dann aber kurze Zeit sp&#228;ter feststellen muss, gar nichts verstanden zu haben. Nat&#252;rlich kommen viele Body-Horror-Elemente vor, es geht schlie&#223;lich auch um auf Grund extremer Gewalt traumatisierte Menschen. Trotzdem hat man nicht das Gef&#252;hl, dass der Film allein von der dargestellten Gewalt, bzw. den dargestellen Extremen abh&#228;ngt, so wie bspw. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0435625/">The Descent</a>, der noch dazu v&#246;llig &#252;berbewertet ist. All das dient vorrangig der Illustration der Geschichte, die alles umschlie&#223;t. So kommt zu dem mulmigen Gef&#252;hl, das einen &#252;berf&#228;llt, wenn man sieht, wie Anna die Metallstifte aus dem Kopf des geretteten M&#228;dchen entfernt, immer auch eine gewisse Tragik hinzu, die den Film vom dem blo&#223;en Ekelfilm abhebt. Au&#223;erdem bleibt man von &#220;bernat&#252;rlichem (mal davon abgesehen, ob es Martyrs nun wirklich gibt) gl&#252;cklicherweise verschont und es gibt nicht einfach nur einen quasi-unsterblichen Killer, der 90 Minuten lang Menschen abschlachtet, sondern immer auch eine mehr oder minder rationale Erkl&#228;rung f&#252;r das, was passiert. Damit k&#246;nnte man Martyrs fast schon ein wenig den Horrorcharakter absprechen, aber egal. Im Endeffekt ist nicht nur das nat&#252;rlich Geschmackssache, ich pers&#246;nlich bin nur seit langem genervt davon, dass Horrorfilme praktisch nur noch aus Plattit&#252;den bestehen, insofern bin ich sehr froh, dass Filme wie Martyrs endlich wieder ein bisschen Leben (naja, oder eben nicht) ins Genre bringen, ganz ohne sich an g&#228;ngige Genreklischees anzulehnen oder andere Filme zu imitieren. Dass solche Filme gleichzeitig dabei das Genre ver&#228;ndern, warum sollten man es ihnen verdenken? Hauptsache nicht schon wieder Zombies.</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/02/m4.jpg" alt="" title="Martyrs" width="425" style="border: solid 1px #444;" /></p>
<p style="padding-top: 40px;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1029234/"><strong>Martyrs</strong></a><br />
2008, 99 Minuten<br />
Regie: Pascal Laugier<br />
Drehbuch: Pascal Laugier<br />
Mit: Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï and Catherine Bégin</p>
]]></description>
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		</item>
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		<title>TRON: Legacy</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/tron-legacy/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 09:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img style="float:left; margin-right: 15px; margin-bottom: 5px; border: solid 1px #444;" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/01/tl.jpg" alt="" title="Tron Legacy" width="250"  class="alignnone size-full wp-image-6431" /> Nachdem Kevin Flynn, seines Zeichens Programmiergott und Held des ersten TRON-Films seit 20 Jahren spurlos verschwunden ist, hat die von ihm an Ende des ersten Teils &#252;bernommene Firma ENCOM einen enormen Aufstieg erlebt. Doch das Firmenkonzept ist mittlerweile weit entfernt von Freeware und der Suche nach einer besseren Welt im Digitalen, sodass ENCOMs gr&#246;&#223;ter Aktion&#228;r und Sohn Kevins namens Sam Flynn, Jahr f&#252;r Jahr die neuste Version von ENCOMS eigenem Betriebssystem kostenlos vor Verkaufsstart ins Internet stellt. Niemand wei&#223;, wo Kevin geblieben oder wohin er verschwunden ist, bis Sam in der verlassenen Spielhalle seines Vaters dessen Computer findet und sich aus Neugierde sogleich ins Digitale dematerialisieren l&#228;sst. Dort wird er sofort von einem Kontrollprogramm gefangen genommen und muss sich im Kampf mit dem Diskus beweisen. Dabei kommt heraus, dass Sam ein User ist und er wird zu Clu, jenem Programm, das sein Vater vor Jahrzehnten schrieb, um es ein Ebenbild der menschlichen Erde im Digitalen bauen zu lassen und dass ihm haargenau &#228;hnelt, nur dass es nicht gealtert ist, gebracht. Clu ist mittlerweile v&#246;llig ordnungs- und perfektionsfixiert und will, dass sich Sam auch im Lightcyclefahren beweist. Nachdem er dabei einige Programme derest, sprich besiegt und gel&#246;scht hat, stehen sich nur noch Clu und Sam gegen&#252;ber, bis Sam aus heiterem Himmel von Quorra gerettet und in die Outlands gebracht wird. Dort trifft er auf auf seinen echten Vater, der seit 20 Jahren in der Digitalwelt gefangen ist. Er hat eingesehen, dass sein Perfektionswahn, den er auch Clu einprogrammiert hat, der falsche Weg war, eine Welt zu erschaffen und Clu deshalb au&#223;er Kontrolle geraten ist. Noch ist das Portal, durch dass Sam gekommen ist, offen und Quorra empfiehlt, sich von einem Programm namens Zuse helfen zu lassen, wieder in die reale Welt zur&#252;ck zu kommen und dabei gleichzeitig. Nur ist gerade das doch nicht so einfach, wie es zuerst scheint.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="269" src="http://www.youtube.com/embed/6HcsDc_9LX8" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
<p style="padding-top: 50px;"><strong>Achtung, Spoiler.</strong></p>
<p><!--more--></p>
<p>Ich hatte mich wirklich auf TRON Legacy gefreut, wirklich. Auch wenn ich beim Erscheinen des ersten Teils noch nicht einmal geboren war, war TRON f&#252;r mich sp&#228;ter ein absolutes Highlight. Optisch f&#252;hrt TRON Legacy dieses Verm&#228;chtnis (haha) mehr als fort. Der Film sieht absolut top aus, sehr sch&#246;n, wie z.B. das Aussehen der Kontrollprogramme in den neuen Film &#252;bernommen und gleichzeitig aufgeh&#252;bscht wurden. Auch die Anz&#252;ge der Figuren sehen nicht mehr so dummiehaft, sondern unheimlich stylisch aus, mit all ihren Lichtstrichen. Die K&#228;mpfe und die Rennen sind gro&#223;artig animiert, optisch ist TRON Legacy mehr als sehenswert (haha). Ebenso ist der Soundtrack, den Daft Punk pers&#246;nlich beigesteuert haben, fantastisch geworden.</p>
<p>Problematisch ist nur, dass das, als abz&#252;glich Optik und Sound, fast schon alles Positive war. Was mir gleich als Erstes auffiel, und da m&#246;ge man mich gern pedantisch nennen und diesen Punkt von der Negativliste streichen, ist die Schleichwerbung. Ich bin mir durchaus im Klaren, dass TRON Legacy kein GEZ-bezahlter Vorabendfilm f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehsender ist, aber wenn ich bereits in den ersten Minuten ein dickes Ducati-Emblem meterhoch und nicht nur einmal auf der Leinwand prangen sehen muss, nur damit es danach von einem BMW-Logo abgel&#246;st wird, welches wiederum von einem Nokia-Handy aus dem Bild gedr&#252;ckt wird und so weiter, dann st&#246;rt mich das. Genug davon.</p>
<p><img style="border: solid 1px #444;" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/01/tl2.jpg" alt="" title="Tron Legacy" width="425" class="alignnone size-full wp-image-6432" /></p>
<p>Ich wei&#223; nicht, warum Sam gleich zu Beginn in bester Actionmanier das ENCOM-Geb&#228;ude entern muss, nur um kurz den Verkaufsstart ihres neuen Betriebssystems zu vermasseln, wobei ich diesen Szenen durch aus noch Relevanz und Bezug zu TRON zugestehe, insofern Sam genau wie Kevin f&#252;r freie Software und gegen die b&#246;sen Machenschaften des Computergro&#223;konzernen ENCOM operiert (obwohl er nat&#252;rlich als gr&#246;&#223;ter Aktion&#228;r auch Besitzer des ganzen Betriebs ist, verr&#252;ckt). Oder nennen wir es einfach Mainstream. Dass ich es nicht sonderlich <em>TRONig</em> finde, wie Sam sich bei seinem Einbruch in bester Batman-Manier durchs n&#228;chtliche Gotham-City schwingt, ist nur mein pers&#246;nlicher Geschmack. Als Sam jedoch kurze Zeit sp&#228;ter in der Digitalwelt ist, gegen die anderen Programme im (sehr ansehnlichen) Diskuskampf erfolgreich k&#228;mpft und von Quorra aus dem Lightcyclerennen gegen das Kevin-Ebenbild Clu gerettet wird, beginnt es langsam aber sicher LOSTig zu werden (mehr als treffend und zuerst bemerkt von den <a href="http://www.fuenf-filmfreunde.de/2011/01/27/tron-legacy-review/">F&#252;nf Filmfreunden</a>). St&#228;ndig blitzen neue Handlungsfetzen auf, werden nicht weiter verfolgt und gleich abrupt durch absurde Enden abgebrochen. </p>
<p>Bestes Beispiel: Es stellt sich bald heraus, dass vor langer Zeit beim Bau von Kevins Digitalwelt aus dem Nichts die perfekten Wesen, so genannte Isos, entstanden waren; friedfertige, &#252;beraus intelligente, perfekte Wesen mit je einem lustig leuchtenden Zeichen am K&#246;rper. Clu jedoch, der mit der Zeit immer mehr seinem Perfektionswahn erlegen sein muss, hat diese Isos einfach ausl&#246;schen lassen, Ende. Ob es nur eine unglaublich schlechte &#220;bersetzung oder tats&#228;chlich Ernst war, Kevin dies mit dem Satz "Es war V&#246;lkermord" kommentieren zu lassen, kann ich nur vermuten. In jedem Fall endet mit der Erz&#228;hlung vom digitalen V&#246;lkermord die Geschichte der Isos, einzig bleibt, dass Quorra auch so ein perfektes Wesen ist und deshalb unbedingt mit zur&#252;ck in die reale Welt soll, so macht man Nebenrollen. </p>
<p>Kevin lebt also mittlerweile in den Outlands, weit entfernt, aber in Sichtweite der Digitalstadt und von Digitalhitler Clu. Ersterer scheint Digitalbuddhist geworden zu sein, meditiert die ganze Zeit &#252;ber und haut eine Weisheit nach der anderen raus. Das alles soll wohl Kevins Geisteswandel illustrieren, denn er wei&#223; mittlerweile, dass Perfektion nicht erreicht werden kann (Die Isos, hallo, die Isos?) und Chaos durchaus Gutes in sich birgt. Dass man diesen Erkenntnisgewinn gleich wieder mit irgendeiner Religion, bzw. Stilmitteln irgendeines fern&#246;stlichen Kultes darstellen muss, ist mehr als quatschig. Ganz im Gegenteil, Kevin kommt zu Beginn dadurch sogar v&#246;llig m&#252;rbe, dement und wie ein esoterikbegeister QVC-Fan r&#252;ber.</p>
<p>Warum der Digitalf&#252;hrer Clu es trotz seiner Allmacht bis dato noch nicht geschafft hat, Kevin 5 Kilometer au&#223;erhalb seiner Glitzerstadt zu finden und es erst Sam braucht, der mit dem Elektromoped zur&#252;ck in die Stadt f&#228;hrt, um Zuse zu suchen, naja. Die Begegnung mit Zuse zumindest war f&#252;r mich der einzige wirkliche H&#246;hepunkt des Films. Zuse, der in seiner Programmfunktion angeblich jeden &#252;berall hin bringen kann, lebt incognito als Clubbesitzer in der Stadt und hat Daft Punk als DJ Team engagiert. Michael Sheen als Zuse, resp. Castor ist so gro&#223;artig verr&#252;ckt und aufgedreht, dass er f&#252;r kurze Zeit den Film richtig rausrei&#223;t. Auch kommt in dieser Szene der Soundtrack sch&#246;n zur Geltung. Hier ein kleiner Ausschnitt:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="269" src="http://www.youtube.com/embed/UvoZ0Fj3mus" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
<p>Nun k&#246;nnte man eigentlich diese Rezension beschlie&#223;en, indem man schriebe: "Danach wird eigentlich nur noch gek&#228;mpft." Stimmt soweit auch, Clu will eigentlich nur noch an Kevins Identifikationsdiskus, mit Hilfe dessen er in die reale Welt einfallen und diese unterjochen k&#246;nnte, aber das wollen die Helden namens Sam, Quorra und Kevin nat&#252;rlich nicht. Achja, warum hei&#223;t der Film eigentlich <em>TRON</em> Legacy? TRON ist, nachdem sich Clu vor Unzeiten gegen Kevin aufgelehnt hatte, von Clu zu einem seiner m&#228;chtigsten K&#228;mpfer umfunktioniert worden. Er k&#228;mpft mittlerweile, und nicht mehr wie im ersten Teil f&#252;r, sondern gegen die User und ist die meiste Zeit damit besch&#228;ftigt, in mehr oder weniger gro&#223;en Gepl&#228;nkeln die R&#252;ckreise zum Portal Richtung echte Welt zu behindern. Und am Ende besinnt er sich dann kurz und stirbt. Ok, da haben die Filmemacher echtes K&#246;nnen bewiesen, eine der Hauptfiguren des ersten Teils und gleichzeitig Namensgeber beider Filme in einem schlichten Drehbuchnebensatz abzukanzeln, das muss man erstmal drauf haben. Nat&#252;rlich schafft es Clu nicht in die echte Welt, sondern Kevin erlebt noch schnell eine seiner dauernden Erleuchtungen, n&#228;mlich jene, dass Clu nur ein Teil seines fr&#252;heren Selbst ist, und verleibt ihn sich daraufhin ein, um kurz danach zu explodieren. Ja, zu explodieren und die ganze Digitalwelt verpuffen zu lassen. Alles klar, gibt also keine Fortsetzung. Und wenn doch, dann hat man so wenigstens Freiraum f&#252;r Neues geschaffen.</p>
<p><img style="border: solid 1px #444;" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/01/tl3.jpg" alt="" title="Tron Legacy" width="425" class="alignnone size-full wp-image-6433" /></p>
<p>Die Story von TRON Legacy ist wirklich nicht das Wahre. Optisch und soundm&#228;&#223;ig ist der Film wirklich gro&#223;, obgleich ich den <em>Witz</em>, am Anfang des Film darauf hinzuweisen, die vielen 2D-Parts seien ein stilistisches Mittel, nicht witzig fand. Denn f&#252;r 3D-Vorstellungen gibt es nachwievor keine Erm&#228;&#223;igung und es gibt leider noch keine G&#246;nner, die mir die Karten bezahlen, damit ich anschlie&#223;end Film nieder machen kann. Da helfen auch nicht die teilweise ganz witzigen Dialoge, bspw. wenn Kevin meint, dass er die Idee zu Wlan schon in den Achtzigern hatte. Dazu nervt es viel zu sehr, dass die Zeit zwischen den ganzen gladiatorhaften K&#228;mpfen meist nur damit gef&#252;llt wird, dass surreale Landschaften gezeigt und nicht allzu tiefgr&#252;ndige Dialoge gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Nein nein, es tut mir schon jetzt weh, wenn ich bald irgendwo lesen oder h&#246;ren werde, TRON Legacy sei "total kraaaaass", denn eigentlich ist ein Film &#252;ber einen muskul&#246;sen Helden und eine h&#252;bsche Latex-Frau, die gern mal einen Sonnenaufgang sehen w&#252;rde, die mit Licht-Kung-Fu gegen einen b&#246;sen Digitalhitler k&#228;mpfen. Und irgendwie kommen dauernd Identifikations-Disks darin vor, die im Endeffekt aber v&#246;llig egal sind. TRON Legacy ist kein abscheulich schlechter Film, sondern optisch toll und mit einem fetten Soundtrack ausgestattet, &#252;ber denen leider die Story ein wenig zu sehr vergessen wurde. Dem, was davon im Film &#252;brig geblieben ist, merkt man an, dass es Mainstream mit TRON-Aufkleber ist, der die hohen Werbe- und Animationskosten wieder ins digitale Boot bringen soll. Das wird er sicherlich tun und das soll er auch, aber ein &#228;hnliches Gef&#252;hl wie der erste Teil, wird er auf keinen Fall erzeugen k&#246;nnen.</p>
<p>Aus Nostalgiegr&#252;nden, der <em>alte</em> TRON-Trailer:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/3efV2wqEjEY" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
<p style="padding-top: 40px;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt1104001/">TRON: Legacy</a><br />
2010, 127 Minuten<br />
Regie: Joseph Kosinski<br />
Drehbuch: Edward Kitsis, Adam Horowitz<br />
Mit: Jeff Bridges, Garrett Hedlund, Olivia Wilde, Bruce Boxleitne, James Frain, Beau Garrett, Michael Sheen</p>
]]></description>
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		</item>
		<item>
		<title>Black Swan</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/black-swan/</link>
		<comments>http://www.andreherrmann.de/black-swan/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 11:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.andreherrmann.de/?p=6281</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.de/title/tt0947798/"><img style="border: solid 1px #444;" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/01/bs.jpg" alt="" title="Black Swan" width="425" height="316" class="alignnone size-full wp-image-6282" /></a></p>
<p>Nina ist T&#228;nzerin in einem Ballettensemble in New York. Sie lebt mit ihrer herrschs&#252;chtigen Mutter, selbst ehemalige Ballettt&#228;nzerin, die ihr Karriereende nicht ungern auf die Geburt Ninas schiebt, in einer gemeinsamen Wohnung und besch&#228;ftigt sich mit nichts Anderem als dem Ballett.</p>
<p>Als Thomas, der Leiter des Ensembles, zum Saisonauftakt Tschaikowskis Schwanensee auff&#252;hren will, ist Nina seine erste Wahl. Sie tanzt den wei&#223;en Schwan perfekt, aber in der Rolle des schwarzen Schwans ist sie immer noch zu beherrscht, zu wenig leidenschaftlich und zu starr. Trotz des vielen Trainings scheint sie es nicht zu schaffen, sich aus ihrer Angespanntheit zu l&#246;sen, da f&#228;llt Thomas die neue T&#228;nzerin Lily auf, die im Gegenzug den schwarzen Schwan mehr als gut tanzt.</p>
<p>Nina beginnt, sich selbst mehr und mehr unter Druck zu setzen. Bald bemerkt sie einen Kratzer auf ihrer Schulter, der schnell zu einer Flechte wird, die wie die gerupfte Haut eines Vogels aussieht. Sie f&#252;rchtet, Lily k&#246;nnte ihr die Rolle der Schwanenk&#246;nigin streitig machen. St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck beginnt Ninas Wahrnehmung verr&#252;ckt zu spielen. Lily besucht sie in ihrer Wohnung und zum &#196;rger ihrer Mutter geht Nina mit in einen Club, wo sie vollends die Kontrolle &#252;ber sich verliert und letztendlich mit Lily im Bett landet. Als Nina diese am n&#228;chsten Tag darauf anspricht, wei&#223; sie jedoch nichts davon. Ihre Mutter sp&#252;rt, dass ihr ebenso langsam die Kontrolle &#252;ber die Tochter entgleitet, Nina f&#252;hlt sich vollkommen &#252;berfordert, glaubt, sie w&#252;rde bald ihre Rolle verlieren oder wenigstens vollends auf der B&#252;hne versagen. Die Flechte auf ihrer Schulter wird immer schlimmer, sie blutet und Nina kann beim genaueren Betrachten eine schwarze Feder heraus ziehen. Im selben Moment verf&#228;rben sich ihre Augen rot, ihre Beine werden zu Schwanenf&#252;&#223;en und sie bricht zusammen.</p>
<p>Als sie am n&#228;chsten Tag, dem Tag der gro&#223;en Premiere, ganz normal in ihrem Bett erwacht, hat ihre Mutter bereits beim Ensemble Bescheid gegeben, dass Nina krank sei. Nina aber rennt so schnell sie kann zur Premiere. In der Garderobe angekomme, beginnt sie, sich auf ihren ersten Einsatz als wei&#223;er Schwan vorzubereiten, bemerkt dabei aber, dass sich ihre Zehen mittlerweile mit einer Zwischenhaut verbunden haben ... (die ganze Handlung bei Bedarf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Black_Swan_(Film)#Handlung">hier</a>, aber Achtung, Spoiler.)</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="269" src="http://www.youtube.com/embed/5jaI1XOB-bs" frameborder="0"></iframe><br />
<span style="font-size: 10px;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=5jaI1XOB-bs">Direktswan</a></span></p>
<p>Wow, was f&#252;r ein Film, ich bin echt beeindruckt. Bei diesem Film scheint alles zusammen zu passen. Die Grauschleier &#252;ber New York, das man nur auf Ninas Wegen hin zum Theater und zur&#252;ck nach Hause zu sehen bekommt, weil es in dieser Welt eh nur eine kleine Rolle spielt, die schwarz-wei&#223;en Studiob&#252;hnen und &#220;bungsr&#228;ume, in denen sich die T&#228;nzer stundenlang schinden, um eine der begehrten Rollen zu bekommen. Dazu die pomp&#246;sen Auftritte im hellen Licht, auf den gro&#223;en B&#252;hnen vor Hunderten von Zuschauern, in den ausschweifenden, wundersch&#246;nen Kost&#252;men. Wie gut es dargestellt ist, das Hin und Her zwischen dem ewigen, harten Training und dem so kurzen, aber umso kraftvolleren und adrenalingeladenen Auftritt vor Publikum, wie es f&#252;r alle T&#228;nzer nichts Anderes zu geben scheint als das Ballett und wie es f&#252;r eine, Nina, ganz besonders eben nur diesen einen Haltepunkt gibt. Mit ihrer Mutter, die versucht, ihre eigene Verzweiflung ob der ungenutzten Karrierechance wegen des Kindes nun in eben jenes projeziert und es geradezu dorthin zu regieren versucht, wo sie selbst nie war. Mit dem Druck, den sich durch die Anspr&#252;che selbst aufb&#252;rdet und dieser neuen T&#228;nzerin, Lily, die scheinbar spielerisch gerade das beherrscht, was Nina nicht gelingen will, die genau das Gegenteil ist, Nachts noch lang feiern gehen und am n&#228;chsten Tag trotzdem ihre Leistung abrufen kann. Und da zwischen Thomas, der sich zuerst f&#252;r Nina entschieden hat, weil sie so perfekt den wei&#223;en Schwan tanzt, dann aber mehr und mehr zu Lily hingezogen wird, woraufhin Nina beginnt, den Kopf zu verlieren.</p>
<p>Ich habe keine Ahnung von Ballett und wei&#223; nicht, ob die T&#228;nzer gut sind, aber die Illusion, funktioniert. Natalie Portman als Nina macht es gro&#223;artig, sich langsam und gleichzeitig gezwungenerma&#223;en von ihrer Mutter zu l&#246;sen, zuerst noch v&#246;llig h&#246;rig, steif und angespannt, dann immer gel&#246;st und letztendlich perfekt. Genau so Mila Kunis als Lily, nur dass sie genau den Gegenpart spielt, und das sehr gut. Das Ende des Films ist vielleicht ein wenig zu drastisch, aber es schlie&#223;t den Film in seiner ganzen Dramatik gut und plausibel ab, denn wer sich allzu sehr ans Reale klammern will, der wird im Endeffekt sowieso nicht zufrieden sein. Sehr tolle Bilder, wundersch&#246;ne Kost&#252;me. &#220;brigens: Letztes Wochenende bekam Natalie Portman f&#252;r ihre Rolle in diesem Film einen Golden Globe als beste Drama-Hauptdarstellerin. Morgen, am 20. Januar, kommt Black Swan in die deutschen Kinos. In den Sneak Previews lief er schon ein wenig fr&#252;her an, trotzdem frage ich mich, warum der Film in den USA bereits am 05. September erschienen ist und hier erst mehr als vier Monate sp&#228;ter. Nichtsdestotrotz: Unbedingte Empfehlung!</p>
<p style="padding-top: 60px; font-size: 10pt;"><strong>Black Swan</strong><br />
Regie: Darren Aronofsky<br />
Drehbuch: Mark Heyman, Andres Heinz, John McLaughlin<br />
Mit: Natalie Portman, Mila Kunis, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Winona Ryder<br />
2010, 108 Minuten</p>
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		<title>Goodnight Nobody</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 15:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/10/gn.jpg" alt="" title="gn" width="425" style="border: solid 1px #444;" class="alignnone size-full wp-image-5434" /></p>
<p>Wie ist es, eine Nacht durch zu machen? Wie ist es, zwei N&#228;chte durch zu machen und wie ist es, jede Nacht durch zu machen, durch machen zu m&#252;ssen, weil es nicht anders geht? Wie lebt man ohne Schlaf, ohne die M&#246;glichkeit, sich f&#252;r ein paar Stunden au der Realit&#228;t zu retten und den eigenen Kopf Ordnung in das bringen zu lassen, was sich am Tag zuvor angesammelt hat? Wie ist es, &#252;ber 7000 N&#228;chte lang nicht geschlafen zu haben? Vermischen sich Traum und Realit&#228;t zu einem sonderbar surrealen Film oder verlagert sich die geisterhafte Traumwelt einfach ins Reale? Was passiert in all jenen Momenten, in denen der K&#246;rper normalerweise geradezu nach Schlaf schreit, er aber das Schlafen schlichtweg verlernt hat? Und ist das Mehr ans Lebenszeit nun ein Geschenk oder eine uns&#228;gliche B&#252;rde?</p>
<p>Gestern Abend durfte ich im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals <a href="http://www.dok-leipzig.de/">DOK Leipzig</a> den Film <a href="http://www.docmine.ch/goodnight_nobody.10.html?clang=0">Goodnight Nobody</a> von Jacqueline Z&#252;nd sehen. Er zeigt Ausschnitte aus dem Leben von vier Personen auf jeweils unterschiedlichen Kontinenten, die allein die Insomnie in Form von v&#246;lliger Schlaflosigkeit eint und begleitet sie durch eine Nacht, in der er dokumentiert, wie sie mit dem Fluch oder Segen der zus&#228;tzlichen Zeit umgehen.</p>
<p>Da gibt es bspw. Fedir aus der Ukraine. Laut eigenen Angaben hat er seit mehr als 20 Jahren nicht geschlafen. Die Gr&#252;nde? Er wei&#223; sie selbst nicht, irgendwann ging es nicht mehr. Deshalb bleibt er nach dem allabendlichen Fernsehen mit der Familie allein im Wohnzimmer zur&#252;ck, sieht Abspann um Abspann, nimmt einen kleinen Imbiss zu sich und sitzt da. Von Zeit zu Zeit, sagt er, kommen Delegationen von Wissenschaftlern zu ihm nach Hause, die seine Krankheit untersuchen wollen, geholfen hat ihm bisher trotzdem nichts, mittlerweile verlangt er eine Geb&#252;hr, noch immer kommen die Briefe, adressiert an <em>Den Mann, der seit 20 Jahren nicht geschlafen hat</em>, zuverl&#228;ssig bei ihm an. Seine Frau, sagt er, muss sich wohl oder &#252;bel damit abfinden, wie er zu leben hat, damit, dass er sich nur zeitweise zu ihr ins Bett legt, bis es ihm einfach zu &#246;de wird, sich hin und her zu w&#228;lzen und damit, dass er gro&#223;e Teile der Nacht einfach nur auf der Couch im Haus der Familie sitzt und abwartet, bis es endlich wieder hell wird.</p>
<p><object width="425" height="264"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xmaITU811bY?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/xmaITU811bY?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="264"></embed></object></p>
<p>Mila aus den USA qu&#228;lt dies Langeweile umso mehr, denn Sie kann sich tags&#252;ber weder in Familie, noch in Arbeit fl&#252;chten. Stundenlang f&#228;hrt sie mit dem Auto durch die Nacht, f&#228;hrt Achten auf Parkpl&#228;tzen oder schnurgeradeaus die Landstra&#223;en entlang, schreibt Listen mit absurden Einf&#228;llen und tut alles in ihrer Macht stehende, um die Zeit davon ab zu halten, endlos lang zu werden, selbst wenn dazu andauernd der Fernseher laufen muss und es einem bald so vorkommt, als h&#228;tte man jeden Film schon 20mal gesehen. Wenn das der Fall ist, helfen oft nur noch die Superm&#228;rkte, die rund um die Uhr ge&#246;ffnet haben.</p>
<p>Aber auch wenn Jeremie aus Bukina Faso sicher jedes St&#252;ck in dem Theater, in dem er jeden Tag 24 Stunden das M&#228;dchen f&#252;r alles spielt, schon mehrmals gesehen hat, liebt er seine Arbeit und insbesondere jene Stunden, in denen er niemandem mehr begegnet und in wortw&#246;rtlich gemeinter Ruhe seine kleinen Jobs machen kann: Fegen, Aufr&#228;umen, Kette rauchen und dabei Musik zu h&#246;ren. Die Nacht nach 3 Uhr ist seine Zeit, dann wenn niemand mehr unterwegs ist, wenn selbst die Nachtw&#228;chter der L&#228;den eingeschlafen sind und er auf der Freilichtb&#252;hne des Theaters in den Requisiten sitzt, raucht und versucht, mit den umher streunenden Katzen Theaterst&#252;cke zu improvisieren.</p>
<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/10/gn2.jpg" alt="" title="gn" width="425" style="border: solid 1px #444;" class="alignnone size-full wp-image-5434" /></p>
<p>Das Dorf in der Ukraine, die St&#228;dte in Arizona und Bukina Faso, alle wirken nachts gespenstisch leer, allenfalls Shanghai <em>lebt</em> ebenso nachts, wenn auch so v&#246;llig anders als tags&#252;ber. Manchmal l&#228;uft Lin nachts schon die Treppen ihres Wohnhauses auf und ab, um wenigstens ersch&#246;pft ein paar Stunden ruhen zu k&#246;nnen, ehe sie wieder zu ihrem Job als Krankenschwester aufbricht. Fast scheint es, als h&#228;tte sie das Schlafen wirklich verlernt, wenn sie von den n&#228;chtlichen Streits ihrer Eltern erz&#228;hlt, die sie durch ihre blo&#223;e Anwesenheit einzud&#228;mmen versuchte und vom ewigen Lernen f&#252;r die Schule, um in jedem Jahr die Jahrgangsbeste sein und ihren Eltern imponieren zu k&#246;nnen. Auch jetzt nutzt sie Teile ihrer N&#228;chte noch dazu, sich Lernstoff einzupr&#228;gen, wiederholt und wiederholt, w&#228;scht ab, l&#228;uft nochmal die Treppen ihres Hauses hoch und runter, versucht still zu liegen.</p>
<p>Sicher sind sehr viele Zuschauer und auch ich mit der Einstellung in den Film gegangen, dass es toll sein muss, auf Schlaf verzichten zu k&#246;nnen und dadurch so viel zus&#228;tzliche Zeit zu haben. Wahrscheinlich kam niemand daran vorbei, mit der Vorstellung zu lieb&#228;ugeln, wie vielen unerledigten Dinge man endlich nachkommen, wie vielen Hobbies und potentiellen Hobbies man nachgehen, was man alles lesen und anschauen k&#246;nnte, wenn man nicht mehr schlafen m&#252;sste. Andererseits verwundert dann schnell die Lethargie, mit der die vier Protagonisten ihre N&#228;chte verbringen und weist zielsicher darauf hin, dass es nur teilweise von der verf&#252;gbaren Zeit abh&#228;ngig ist, was man tut und schafft, sondern ebenso von der eigenen Bereitschaft, diese nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Und sp&#228;testens dann, wenn man nach dem Film zu Hause ins Bett sinkt und merkt, wie einen der Schlaf &#252;bermannt, man die Entspannung der Gliedma&#223;en gerade noch mitbekommen, ehe einem das Bewusstsein davon gleitet, wei&#223; man, dass die Zeit an den Schlaf keineswegs verloren geht.</p>
<p>So nimmt einem ebenso der Film recht schnell die Illusion, dass es besonders sch&#246;n ist, dauerhaft mit Informationen der eigenen Umwelt &#252;berflutet zu werden, keine Minute abseits des eigenen Bewusstseins sein zu k&#246;nnen, bis einem irgendwann der Tag in seiner &#252;berbordenen Masse von Eindr&#252;cken immer fremder wird und man die Welt nur noch nachts wirklich aushalten kann. Bald schon hat man ein wenig Mitleid mit Fedir, dem alten Mann, der sein Leben lang daf&#252;r gearbeitet zu haben scheint, im Ruhestand ruhelos sein zu m&#252;ssen, mit Mila, die einem erst mit der Zeit in ihrer absurden Kauzigkeit sympathisch wird, mit Lin, f&#252;r die es l&#228;ngst keinen Unterschied mehr zwischen Traum und Realit&#228;t gibt, wie auch f&#252;r Jeremie, dem n&#228;chtlichen Theaterdirektor. Mit ihnen zeigt der Film vier unterschiedliche Einstellungen zur Schlaflosigkeit, von blo&#223;em Abwarten und Aushalten bis zum Genie&#223;en der Stille. Die Episoden der einzelnen Charakt&#228;re sind zu recht ohne zus&#228;tzliche Lichtquellen gedreht worden, das gibt ihnen unendlich viel Athmosph&#228;re, die Analogaufnahmen, weit ab von HD, geben den Bildern von der Welt eine sch&#246;ne Distanz, die an <a href="http://www.imdb.com/title/tt0335266/">Lost in Translation</a> erinnert, der Soundtrack schafft es, sehr sch&#246;n nachzuahmen, wie sich die endlos lang gezogenen N&#228;chte anh&#246;ren w&#252;rden, w&#228;ren sie aus T&#246;nen gemacht. Wann immer jemand die M&#246;glichkeit hat, Goodnight Nobody im Kino zu sehen, m&#246;ge er hingehen, es lohnt sich sehr.</p>
<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt1606229/">Goodnight Nobody<br />Jacqueline Z&#252;nd</a><br />
CH, D 2010, 77 min</p>
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		<title>Ach Stephenie Meyer [2]</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 17:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1907410368?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1907410368"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/09/sm.jpg" alt="" title="sm" style="border-left: solid 1px #444; border-right: solid 1px #444; margin-bottom: 5px; margin-right: 10px; float: left; width: 200px;"  class="alignnone size-full wp-image-5317" /></a> Bisher habe ich es nur fertig gebracht, die ersten 50 Seiten von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1907410368?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1907410368">The Short Second Life of Bree Tanner</a> zu betrachten, darum hier ein weiterer Teil, meinen gesunden Menschen-verstand sowie Geschmack zu martern. Wer noch nicht ganz wei&#223;, worum es geht, <a href="http://www.andreherrmann.de/ach-stephenie-meyer-1/">hier Teil 1</a>, die Auseinandersetzung mit dem vierten Twilight-Teil <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1905654286?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1905654286">Breaking Dawn</a> gibt es <a href="http://www.andreherrmann.de/liebe-stephenie-meyer/">hier in 8 Teilen.</a> Und bitte fragt nicht, warum ich das hier tue, mittlerweile frage ich mich das selbst oft genug, nur so viel, es muss eine perfide Art von Masochismus sein. Der einzige Vorteil daran ist, dass ich ein neues Wort erfunden habe: <a href="http://www.google.de/#hl=de&#038;source=hp&#038;q=vampirmenschkind&#038;aq=f&#038;aqi=&#038;aql=&#038;oq=&#038;gs_rfai=&#038;fp=83c1cb58db71d88e">Vampirmenschkind</a>, ich bin stolz. Aber zur Tat.</p>
<p>Achtung Spoiler: </p>
<p><!--more--></p>
<p>Kurzer inhaltlicher Abriss der ersten 50 Seiten: </p>
<p>Titel"heldin" Bree und Diego sind also Teil einer Gruppe wilder Jungvampire, die nicht wissen, wozu sie da sind, aber trotzdem alles tun, was Anf&#252;hrer Riley ihnen sagt. Beim n&#228;chtlichen <del datetime="2010-10-17T16:51:52+00:00">Ausritt</del> Essen trifft das s&#252;&#223;e Vampirm&#228;dchen Bree auf den coolen Vampirboy Diego und beide sind sich sofort sowas von sympathisch, dass man als Stephenie-Meyer-Kenner sofort die Haupthandlungslinie erahnt. Beide fanden ihre zugeteilten Fresskumpanen an diesem Abend viel zu unreif und sind deshalb allein losgezogen, Obdachlose, Zuh&#228;lter und Prostituierte auszulutschen (die schmecken aber etwas komisch, findet Bree). Diego ist nat&#252;rlich viel toller als all die Kindervampire, so nett und r&#252;cksichtsvoll und toll und <hier bitte nach Belieben lobende Adjektive einf&#252;gen>, gibt's denn sowas! Als Bree und Diego dennoch vom Tagesanbruch &#252;berrascht werden, m&#252;ssen sie einen ganzen Tag lang in einem Erdloch herum sitzen (denn Riley hat ihnen eingebl&#228;ut, man w&#252;rde als Vampir im Licht sofort verbrennen) und haben dabei entgegen der Meinung ihres Anf&#252;hrers heraus gefunden, dass Vampire im Licht nur ganz zauberhaft glitzern, toll. </p>
<p style="padding-top: 40px;">Weiter geht's:</p>
<p>Nat&#252;rlich finden die beiden in der darauf folgenden Nacht locker zur neuen Behausung ihrer Vampirkollegen zur&#252;ck und, der Stephenie-Meyer-Logik folgend, k&#252;ssen sich (nat&#252;rlich!). In der neuen Behausung hocken etwa 20 Jungvampire im Keller, spielen Playstation und h&#246;ren laute Musik oder Lesen B&#252;cher im Minutentakt, wenn sie gerade nicht jagen gehen d&#252;rfen. Bree h&#252;pft sofort hinter die Couch von Fred, einem Vampir, der von allen in Ruhe gelassen wird, Diego bekommt direkt Stress mit dem harten Typen Raoul. Bevor sie sich aber zerfetzen k&#246;nnen, sorgt Fred mittels gezielter Beeinflussung von Gef&#252;hlen (Bree wird doch wohl nicht bald lernen, dass es Vampire mit coolen Skills gibt?) daf&#252;r, dass nichts Aufregendes passiert. Irgendwann (und zahllosen Seiten sp&#228;ter) kommt auch Riley zur&#252;ck in die Behausung, hat aber leider auch nichts von Belang zu erz&#228;hlen und ist auch gleich wieder weg. Bree und Diego wollten ihm eigentlich zeigen, dass Vampire im Licht glitzern, deshalb laufen sie ihm hinterher und bemerken, wie Riley zur Oberanf&#252;hrerin der Operation (nat&#252;rlich Victoria) in ein kleines H&#228;uschen im Wald h&#252;pft und sie dort wild und heftig knutschen (das h&#246;rt sich bei Vampiren an, als w&#252;rde man Steine auf einander schlagen, findet Bree). Zwischenzeitlich bereden Victoria und Riley noch die eigentlich Operation (und knutschen), momentan haben sie 22 Jungvampire f&#252;r den Angriff (und knutschen), von dem niemand wissen darf, gegen wen es geht (und knutschen), aber es sollen noch ein paar mehr werden. Irgendwann kommen dann einfach mal so die Volturi vorbei und sagen, dass es illegal ist, eine Jungvampirarmee aufzubauen, Victoria und Riley sich deshalb mit ihrem Angriff beeilen sollen, danach w&#252;rden de Volturi entscheiden, wie sehr eine Bestrafung notwendig ist. Als alle wieder in ihre Unterkunft zur&#252;ck kommen, ist nebenher gerade ein Vampir verbrannt, seine Asche liegt noch herum. Riley bestimmt kurz neue Co-Anf&#252;hrer, dann verliert sich Bree in unendliches Lamentieren.</p>
<p>Ach Stephenie Meyer, hier sieht es ja noch fast so aus, als h&#228;tte dein Buch tats&#228;chlich Handlung. Aber das, was du benutzt, um l&#228;ngst Bekanntes in neuer Formulierung, sowie der Unbefangenheit deiner kleinen Bree unter die Leute zu bringen, ist eher Beiwerk als alles Andere. Dass Bree seitenweise vor sich hin sinnieren muss und dabei der Geschichte eigentlich nichts beisteuert ist sicher selbst den allergr&#246;&#223;ten &#196;stheten irgendwann einmal zu viel. Als ob Kleines-verwirrtes-M&#228;dchen-f&#252;r-das-sich-niemand-interessiert-trifft-muskul&#246;sen-Supertypen-der-sich-auch-noch-abg&#246;ttisch-in-das-M&#228;dchen-verliebt-Nummer nicht schon mit Twilight mehr als genug bedient gewesen w&#228;re. Man wei&#223; ja nicht einmal mehr, was man an diesem Buch schlecht finden soll, mittlerweile verzichtest du ja sogar auf jedwede Absurdit&#228;t. Wer wei&#223;, wie viele B&#252;cher in Deutschland j&#228;hrlich erscheinen, 100.000? Ich kenne nicht viele davon, die Wenigsten, aber dass ich gerade den gr&#246;&#223;ten Schund davon gefunden habe, erscheint mir wirklich eine ehrungsw&#252;rdige Leistung zu sein, ich verbeuge mich vor mir selbst.</p>
<p></hier></p>
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		</item>
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		<title>Ach Stephenie Meyer [1]</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 20:57:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1907410368?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1907410368"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/09/sm.jpg" alt="" title="sm" style="border-left: solid 1px #444; border-right: solid 1px #444; margin-bottom: 5px; margin-right: 10px; float: left; width: 200px;"  class="alignnone size-full wp-image-5317" /></a> Im Urlaub sah ich das Buch noch f&#252;r 19,95 Euro in den Regalen der Buchl&#228;den herum lungern und vor sich hin siechen. Ich blieb standhaft und kaufte es nicht, denn wohl vermutet fiel der Preis alsbald rapide, bis er heute bei rund 5 Euro angekommen ist und auch mich nicht l&#228;nger zweifeln lie&#223;, 5 Euro kann man f&#252;r eine reichliche Ausbeute an Kritikm&#246;glichkeiten ruhig einmal ausgeben. So liegt das Buch nun sicher schon einen Monat hier, ich habe das erste Drittel bereits gelesen und komme nun einfach nicht weiter. Es geht nicht, wenn man die Twilight-Saga gelesen und den vierteiligen Absturz ins Absurde mit verfolgt hat und am Ende r&#246;chelnd vor Schmerz am Boden lag, dann ist <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1907410368?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1907410368">The Short Second Life of Bree Tanner</a> von Stephenie Meyer das nachtr&#228;gliche Eintreten auf das wehrlose Opfer. Dieses Buch, ach, es muss zu Guter letzt beurteilt werden, schlie&#223;lich habe ich's versprochen. Nun denn, auf zu den dunklen Ufern der Vampir-Schmonzetten, wer wei&#223; wie viele Teile meiner zornigen Aufmerksamkeit es einfordern wird.</p>
<p>Achtung, Spoiler:</p>
<p><!--more--></p>
<p>F&#228;llt einem Leser des dritten Twilight-Teils tats&#228;chlich noch ein, wer Bree Tanner sein k&#246;nnte? Ich glaube, man muss schon ganz arger Fan sein, um fest zu stellen, dass Bree Tanner nur jene neugeborene Vampirdame sein kann, die sich beim ultmativen Angriff der Neugeborenen auf die Cullens und die Werw&#246;lfe als Einzige ergibt und dann trotzdem von den Volturi-W&#228;chtern in handliche St&#252;cke zerlegt wird. Gut, manch einer w&#252;rde sagen, es w&#228;re schlichte Geldmacherei, aus solch einer nebens&#228;chlichen Figur noch eine eigene Geschichte zu spinnen, aber wie Frau Meyer im Vorwort mehr als einmal zu versichern wei&#223;, existiert das vorliegende Buch nur, weil ihr Bree so unheimlich ans Herz gewachsen ist. Von Vorteil f&#252;r einen f&#252;nften Twilight-Film k&#246;nnte dabei nat&#252;rlich sein, dass eben jene unwichtige Figur in der Verfilmung des dritten Teils kurz aber wunderbar in Szene gesetzt wird, sodass man problemlos auch nach dem vierten Teil noch einen Teenie-Kassenschlager wird hinterher schieben k&#246;nnen.</p>
<p>Halten wir in jede Fall zuerst fest, dass Bree Tanner eine junge Vampirdame ist, die unter der Fuchtel ihres Anf&#252;hrers Riley einer Gruppe Neugeborener angeh&#246;rt und nicht so recht wei&#223;, wof&#252;r sie eigentlich da ist. All die anderen Vampire sind so unreif und doof, nur Vampirkollege Diego ist ganz anders als der Rest. Das zeigt sich schon daran, dass Diego im Gegensatz zu den Anderen versucht, seine Opfer so schnell und schmerzfrei wie m&#246;glich zu t&#246;ten und sich allein auf solche beschr&#228;nkt, die h&#246;chstwahrscheinlich von niemandem vermisst werden. Au&#223;erdem erscheint er so unglaublich intelligent und versteckt sogar die leergesaugten K&#246;rper im Hafenbecken Seattles, um m&#246;glichst wenig Aufsehen zu erregen.</p>
<p>Bree hingegen ist das klassische s&#252;&#223;e kleine M&#228;dchen, zur&#252;ckhaltend und unglaublich belesen, aber mit ganz schrecklicher Vorgeschichte, das sich nat&#252;rlich sofort in Diego verguckt, der selbstredend auch eine ganz schlimme menschliche Vergangenheit hatte. Was jedoch beide nicht wissen, man selbst als Kenner des dritten Twilight-Bandes aber bereits wei&#223;, sie geh&#246;ren jener Armee an, die Victoria sp&#228;ter nach Forx hetzen will, um Bella und die Cullens zu erledigen. Das h&#228;lt Stephenie Meyer nat&#252;rlich nicht davon ab, den Leser all die Vampireigenschaften noch einmal miterkennen zu lassen, nicht dass sie genau das bereits vier ganze B&#252;cher lang durchexerziert h&#228;tte. Was, Vampire verbrennen nicht, wenn sie ins Sonnenlicht kommen? Wirklich, die glitzern dann nur ganz doll? Wie, die sind wirklich so richtig schnell und stark und m&#252;ssen gar keine Luft holen? Faszinierend, erz&#228;hl mir mehr!</p>
<p>Ach Stephenie Meyer, aus uns werden wirklich keine Freunde mehr. Sch&#246;n, wie du dich schon im Vorwort selbst karikierst: <em>"This is the way it usually works for me: I try to write a short synopsis of what is happening in some other part of the story, and I end up jotting down dialogue."</em> Denn genau so liest sich das Buch. Nichts, was man nicht schon w&#252;sste, daf&#252;r aber noch mehr coole Jugendsprache und eine lapidar begonnene Liebelei zwischen zwei Vampiren, die den Gro&#223;teil der ersten 50 Seiten quatschend in einem Erdloch verbringen. So etwas Langweiliges, nicht einmal f&#252;r einzelne Kapitel hat es gereicht und bereinigt man den bisherigen Text vom Blutsaugen, Rumrennen und Kinderflirten, bleibt eigentlich so gut wie nichts, maximal ein paar Eigennamen. Sch&#228;m dich, das deine Ber&#252;hmtheit es dir erm&#246;glicht, so schlechte B&#252;cher ver&#246;ffentlichen zu d&#252;rfen.</p>
<p style="padding-top: 40px;">Wenn sich jemand f&#252;r die Kritik des vierten Bandes der Twilight-Saga interessiert, bitte hier entlang zur 8-teiligen Reihe: <a href="http://www.andreherrmann.de/liebe-stephenie-meyer">Liebe Stephenie Meyer</a>.</p>
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		<title>Jens Petersen: Die Haush&#228;lterin</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 16:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3421057869?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3421057869"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/09/dh.jpg" style="border-left: solid 1px #444; border-right: solid 1px #444; margin-bottom: 5px; margin-right: 10px; float: left; width: 200px;"  /></a> Mit Beginn der Sommerferien verliert Philipps Vater seinen Job, weil er nicht, wie von seinem Arbeitgeber verlangt, nach Japan gehen will und dar&#252;ber hinaus mit der gezahlten Abfindung zufrieden ist. Fortan spielt sich sein Leben vorm Fernseher des alten Hauses in der N&#228;he Hamburgs ab, der Vater trinkt, Philipp vert&#228;ndelt seine Ferienzeit zu Hause. Eines Tages st&#252;rzt der Vater betrunken die Kellertrepper herunter und bricht sich das Bein, er kommt ins Krankenhaus, der Knochen wird kompliziert mit einem &#228;u&#223;eren Stahlgestell gehalten, Philipp ordnet den Haushalt, so gut er kann. Als der Vater wieder nach Hause kommt, hat Philipp eine Haush&#228;lterin eingestellt, ein polnisches M&#228;dchen namens Ada und des Vaters Argwohn ihr gegen&#252;ber verfliegt bald, als auch er ihre liebreizende Art kennen lernt.</p>
<blockquote><p>"Pl&#246;tzlich interessierte mein Vater sich f&#252;r V&#246;gel. Er wies mich an, vom Dachboden den Armeekoffer seines Onkels zu holen, nahm den Feldstecher heraus und steckte ihn neben das Polster des Sessels. Mittags, wenn Ada am Flu&#223; sa&#223; und die F&#252;&#223;e ins Wasser hielt, beobachtete er den Buntspechte am Stamm der jungen Birke."</p></blockquote>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3421057869?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3421057869">"Die Haush&#228;lterin" von Jens Petersen</a> beschreibt eine nicht ganz intakte, aber auch nicht v&#246;llig kaputte Beziehung zwischen Vater und Sohn. Philipp erlebt das Auf und Ab seines arbeitslosen Vaters zwischen Alkohol und der heimlichen Liebe zu Ada vor dem Hintergrund seines eigenen Reifeprozesses. Er selbst f&#252;hlt sich zu Ada hingezogen, obwohl er nie sicher sein kann, wie viel ihrer Zuneigung echt ist und inwieweit das sieben Jahre &#228;ltere M&#228;dchen nur mit ihm spielt. Mit ihr erlebt er die erste Party, die ersten Ausbr&#252;che aus dem eigenen Kindsein und, auch wenn sie nur von ihm ausgeht, seine erste Liebe.</p>
<p>Das Buch liest sich von Anfang an wunderbar, Petersen kann mit wenigen Worten Szenerien schaffen, die dem Leser immer wieder Lust bringen, weiter zu lesen, wissen zu wollen, wie sich die Geschichte zwischen dem Vater, Philipp und Ada weiter entwickelt. Gerade Ada und der Sinneswandel des Vaters ihr gegen&#252;ber sind so toll und ausf&#252;hrlich beschrieben, dass man diesen Stellen am Ende fast ein wenig nachtrauert. Ada belebt den Haushalt von Philipp und seinem Vater und beide &#252;berschlagen sich f&#246;rmlich in G&#252;tigkeiten zu ihr. Trotzdem ist die Geschichte oft von so gro&#223;er erz&#228;hlerischer Entfernung aus erz&#228;hlt, dass man sich den Figuren nicht sehr nahe f&#252;hlt, nicht zuletzt weil die Geschichte an sich zu wenige Ecken hat, was der eigentliche Makel des Buches ist. Oft hat man das Gef&#252;hl, die Leidensgeschichte eines unbeholfenen B&#252;rgerjungen zu lesen, der zwar den eigenen Haushalt, aber nicht sich selbst organisieren kann, nur dass dieses Schicksal einen als Leser auch nicht sonderlich ber&#252;hrt. Petersen schreibt eine ruhige Geschichte, die, wenn auch tragisch, nie so tragisch wird, dass man unheimlich gro&#223;en Anteil daran nimmt, daf&#252;r ist alles einfach zu nett und in seiner Konsequenz zu weich. Gerade deshalb wirkt die letztendliche Wendung so unaufgeregt, vielleicht auch weil Petersen in seiner Schreibweise nie sonderlich explizit wird und alle gr&#246;&#223;eren Konsequenzen nur andeutungsweise vorbringt. Das macht die Geschichte am Ende leider weniger nachvollziehbar, sodass nur eine gegenseitige und offen gelassene Emanzipation von Vater und Sohn bleibt, ein gro&#223;es Ende, ein Ausblick oder eine Kehrtwende aber fehlt. Ein empfehlenswertes und sehr gekonnt geschriebenes Buch, dessen Handlung allein etwas mehr h&#228;tte bieten k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3421057869?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3421057869">Jens Petersen: Die Haush&#228;lterin</a><br />
dtv, 176 Seiten<br />
ISBN: 342105786</p>
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		<title>Ulrike Almut Sandig: Flamingos</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 21:08:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895611859?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3895611859"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/08/fl.jpg" alt="" title="fl" width="200" style="border: solid 1px #444; margin-bottom: 5px; margin-right: 10px; float: left;"  /></a> Was hat es mit der Frau auf sich, die dem Silbersee ihren Namen gab? Was braucht es, den Tod des eigenen Vaters zu verkraften? Warum sollte man Anja nicht blind nennen? Wenn man bei einem Monat von einer Zeit lang sprechen kann, dann hatte ich mir schon eine Zeit lang vorgenommen, mir Ulrike Almut Sandigs Kurzgeschichten-band <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895611859?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3895611859">Flamingos</a> zu besorgen. Dass ich ihn dann netterweise geschenkt bekam, war umso besser. Ich las ihn auf der Bahnfahrt nach Braunschweig und zur&#252;ck, elf Geschichten auf 176 Seiten, manchmal ein wenig surreal, daf&#252;r alle ruhig und bedacht, sprachlich komponiert, und die G&#252;te des Gelesenen erschlie&#223;t sich einem hin und wieder erst, wenn man das Buch aus der Hand gelegt und dann sp&#228;ter noch einmal dar&#252;ber nachgedacht hat.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es zu gro&#223;e Phrasendrescherei, zu sagen, man w&#252;rde den Geschichten anmerken, dass Ulrike Almut Sandig als Lyrikern bekannt geworden ist, treffender ist, dass sie f&#252;r ihre Geschichten eine Sprache gefunden hat, die den Leser dicht an die jeweiligen Personen heran r&#252;ckt und sie dennoch immer ein bisschen auf Distanz h&#228;lt, was sie allesamt ein wenig merkw&#252;rdig, aber die Personen gleichzeitig so nachvollziehbar macht. Die S&#228;tze sitzen allesamt, wirken sprachlich so naiv, aber kunstvoll gesetzt und k&#246;nnen nur deshalb so genau beobachten. Alle Geschichten kommen ohne gro&#223;e Wendungen aus und k&#252;ndigen sie im anderen Falle sogar noch an; wenn sie laut werden, wei&#223; man, dass darauf zermarternde Ruhe folgen muss. Im Gegenzug mildert die vorherrschende Surrealit&#228;t mancher Geschichten die Stimmung ein wenig, bis man sie nur noch so hinnehmen kann, wie sie sind – dass genau dass die Figuren dann auch tun, ist bei weiterer &#220;berlegung eine tolle Idee. Die entr&#252;ckten Orte, die irgendwo im Osten Deutschlands zu sein scheinen, sind mit so wenigen Worten so toll umrissen, dass in ihnen ohnehin alles ein wenig weltfremd erscheint. Und hierin spielen Ulrike Almut Sandigs Geschichten, klein und ruhig, bis sie den Leser im Nachgang &#252;berrollen. Tolles Deb&#252;t, da haben die Buchschenker Geschmack bewiesen, da kann man neidisch werden.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895611859?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3895611859">Ulrike Almut Sandig: Flamingos</a><br />
Sch&#246;ffling, 176 Seiten<br />
ISBN: 3895611859</p>
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		<title>Clemens Meyer: Gewalten</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 11:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/310048603X?ie=UTF8&amp;tag=andrherr-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=310048603X"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/08/gw.jpg" alt="" title="gw" width="200" style="padding-bottom: 5px; padding-right: 10px; float: left;" class="alignnone size-full wp-image-5099" /></a> Eine durchsoffene Nacht endet in der Psychiatrie, ein Freund stirbt viel zu jung und elend, das Gl&#252;ck des Gro&#223;vaters wird in einem Hannoveraner Casino gesucht, "die Zahlen sind das gef&#228;hrlichste aller Gifte", am Wochenende herrscht inner-st&#228;dtischer Ausnahmezustand, genannt Ortsderby zwischen Lok und Chemie.</p>
<p>Hab ich es nun endlich einmal geschafft. Das sch&#246;ne, gebundene Exemplar, dessen Titel ein Meer aus kleinen Sternen ziert, die allesamt die Aufschrift "AUA" tragen, war schon lange ausgelesen und stand ruhig im Regal. Auf <a href="http://www.jens-kassner.de/leipzig/keine-gewalt/">Jens' Seite</a> gab es schon vor Monaten eine kleine Rezension, jetzt folge auch endlich ich und mit etwas Gl&#252;ck habe ich sogar etwas beizusteuern. </p>
<p>In <a href="http://www.amazon.de/gp/product/310048603X?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=310048603X">Gewalten</a>, seinem dritten Buch, schreibt Clemens Meyer f&#252;r den groben Zeitraum eines Jahres &#252;ber sich und alles, was um ihn herum passiert, verbindet und vernetzt es miteinander, bis am Ende elf Texten dabei heraus kommen, die alle in irgendeiner Weise von Extremen handeln, eben von Gewalten. Nachdem ich begonnen hatte, das Buch zu lesen, wurde mir schnell klar, warum Meyers fr&#252;heres FAZ-Blog mit einem Mal so sang- und klanglos versiegte, kommt einem doch schon die erste Geschichte, in der der Protagonist eine Nacht lang festgeschnallt auf einer Liege in der Psychiatrie zu verbringen hat, sehr bekannt vor, wenn sie auch deutlich umgeschrieben wurde.</p>
<p>Wie zu erwarten sind die Texte verdammt gut und spielen teilweise so ausgezeichnet mit Realit&#228;t und Fiktion, dass es einem am Ende vollkommen egal ist, was jetzt nun eigentlich wahr und was falsch sein sollte, weil schon das Spiel damit ausreicht, zu beeindrucken. Dass es mir pers&#246;nlich dabei manchmal schon etwas zu surreal wird, ist nur mein Geschmack, richtig genossen habe ich hingegen die Geschichten &#252;ber die Stadt M, den Casinobesuch in Hannover, die Pferdewetten und das Ortsderby. Wer wei&#223;, ob es daran lag, wie Jens gemutma&#223;t hat, Erwartungen bedienen zu wollen, dass auch gro&#223;e politische Themen wie z.B. die Gefangenencamps von Guantanamo und der Amoklauf von Winnenden mit eingeflochten werden, fest steht f&#252;r mich dabei nur, dass sie l&#228;ngst nicht so gut funktionieren und ausstaffiert sind, wie all jene Dinge, bei denen einen direkteren Bezug Meyers ersp&#252;ren kann und man so auch gern h&#228;tte darauf verzichten k&#246;nnen. Wirklich komisch finde ich allein, dass sich auch Meyer an, wie soll ich es nennen, einer <em>jugendsprachlichen Episode</em> versucht hat, jener &#252;ber das Computerspiel "German Amok", wie es bspw. auch schon Daniel Kehlmann in seinem <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3498035436?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3498035436">neunteiligen Roman "Ruhm"</a> probiert hat und grandios dabei scheiterte, als er in einem Teil des Romans versuchte, in <em>Internetsprache</em> zu schreiben. Das wird all jene freuen, die absolut keinen Bezug dazu haben, das Feuilleton und die Verleger, die nicht verstehen, was ihre Kinder da am Computer machen, die werden es <em>frisch</em>, <em>peppig</em> und <em>echt</em> finden, aber so bleiben nur ein paar gerittene Klischees.</p>
<p>Davon abgesehen ist <a href="http://www.amazon.de/gp/product/310048603X?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=310048603X">Gewalten</a> ein starkes Buch, das von Verlust, dem ganz normalen Leben und dem Exzess so zu berichten wei&#223;, wie man es von Clemens Meyer gewohnt ist, absolut gekonnt geschrieben, nur thematisch nicht allzu weit entfernt von den beiden Vorg&#228;ngern. Ich bin gespannt auf das n&#228;chste Buch.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/310048603X?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=310048603X">Clemens Meyer: Gewalten</a><br />
Fischer, 223 Seiten<br />
ISBN: 310048603X</p>
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		<title>Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 14:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3630620930?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3630620930"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/08/mm.jpg" alt="" title="mm" width="200" class="alignnone size-full wp-image-5056" style="padding-right: 10px; padding-bottom: 5px; float:left; " /></a> Als Berlioz, seines Zeichens Vorsitzender der Literaturver-einigung MASSOLIT, gemeinsam mit seinem Kollegen Besdommy, einem nicht allzu begabten Dichter, in einem Garten Moskaus der 1920/30er Jahre eine Auftragsarbeit bespricht, mischt sich kurzerhand ein Unbekannter in ihr Gespr&#228;ch. Dieser gibt sich als ausl&#228;n-discher Artist und Professor f&#252;r schwarze Magie zu erkennen und beginnt, den beiden Literaten eine etwas andere Version der Jesusgeschichte zu erz&#228;hlen, sowie Berlioz kurzer-hand seinen Tod vorraus zu sagen, der kurze Zeit sp&#228;ter auch tats&#228;chlich eintritt. Besdommy ger&#228;t daraufhin v&#246;llig au&#223;er sich und landet in der Psychiatrie, redet wirres Zeug und sieht sich fortan allein solchen gegen&#252;ber, die ihn als Verr&#252;ckten betrachten. Dort trifft er bald auf den Meister, einem gescheiterten Schriftsteller, der einen Roman &#252;ber Pontius Pilatus und die Jesusgeschichte, ganz wie der Unbekannte sie rezitiert hatte, geschrieben, aber nichts als Verachtung daf&#252;r erfahren hatte und letztlich auch in der Psychiatrie landete.</p>
<p>Der Unbekannte, auf dessen Visitenkarte Besdommy nur den Anfangsbuchstaben "V" erkennen konnte, in G&#228;nze aber bald in seiner Rolle als Teufel Voland genannt, verfrachtet unterdessen Lichodejew, den Direktor des Moskauer Varietétheaters, auf mysteri&#246;se Art und Weise nach Jalta, nicht jedoch ohne sich vorher von ihm einige Auftritte im Theater arrangieren zu lassen. Da Lichodejew f&#252;rs Erste auf dem Weg ist, zieht Voland samt seinem Gefolge, einem &#252;bergro&#223;en schwarzen Kater namens Behemoth, Volands Diener Korowjew, bzw. Fagott, ein wom&#246;glich ehemaliger Kantor, der sich aber auch als Dolmetscher ausgibt, seinem Handlanger Asasello und dem Hausm&#228;dchen Abadonna, in dessen Wohnung ein. Fortan sind Voland und seine Begleiter f&#252;r alle m&#246;glichen Unheimlichkeiten in Moskau zust&#228;ndig, so geben sie bspw. ein Vorstellung in schwarzer Magie im Varietétheater, von der noch ewig gesprochen wird, sie bringen falsches Geld unter die Leute oder lassen hin und wieder jemanden verschwinden.</p>
<p>Bald jedoch machen sie Margarita ausfindig. Sie ist die fr&#252;here Geliebte des Meisters, der auf Grund seines Romans verhaftet worden war und wei&#223; seitdem nicht, wo er sich aufh&#228;lt. Voland und seine Leute laden Margarita ein, ihr bei einer Sache behilflich zu sein, f&#252;r die nur sie allein geeignet sei und auch reich entlohnt werden soll und Margarita willigt ein, mehr soll vom Inhalt an dieser Stelle nicht verraten sein.</p>
<p style="padding-top: 50px;">Ich glaube, &#252;ber dieses Buch k&#246;nnten ganze Arbeiten geschrieben werden, erst weil es schon schwierig genug ist, die gesamte Handlung zusammenzutragen, insbesondere da mindestens zwei, eher drei Geschichte, miteinander verworben werden, zweitens, weil es enorm viel zu interpretieren gibt. Darum sei hier darauf hingewiesen, dass alles Folgende keinesfalls Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit oder Wahrheit hat.</p>
<p>Als ich in Paris war und gerade <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3630620930?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3630620930">Der Meister und Margarita</a> von Michael Bulgakow las, dachte ich, ich w&#252;rde eine Weile brauchen, um mich durch die 500 Seiten Kleingedrucktes zu arbeiten. Aber ganz im Gegenteil, abseits der anf&#228;nglichen Verwirrung, da auf den ersten einhundert Seiten so ziemlich alle Personen des Buches mit ihren jeweils eigenen Geschichten eingef&#252;hrt und bereits damit begonnen wird, die verschiedenen Erz&#228;hlstr&#228;nge des Buches mit einander zu verweben, fand ich das Buch gleich von Anfang an wunderbar zu lesen. Voland und sein Gefolge sind so gro&#223;artig grotesk und lustig, dass man sie von Beginn an toll finden muss, auch wenn auf ihr Konto eine Menge &#196;rger und ein paar Tote gehen.</p>
<p>Das &#252;berb&#252;rokratische Moskau erh&#228;lt also Besuch vom Teufel h&#246;chstpers&#246;nlich und wird geh&#246;rig aufgemischt. Je weiter man im Buch voran kommt, desto mehr wirken Teufel und Kumpanen jedoch nicht nur wie jene, die da sind, um Verwirrung zu stiften, sondern auch, um mindestens zwei quasi-gescheiterten Existenzen zu helfen. Es ist schwer, viel &#252;ber die Tiefe des Romans zu sagen, ohne etwas vom Inhalt zu verraten, aber es ist sch&#246;n zu lesen, wie die Figur des Teufels Voland nicht nur als Unheils- sondern auch als Gl&#252;cksbringer verwendet wird, wie verzweifelt die ordnungsbewussten Moskauer mit der chaotischen Bande umzugehen versuchen und wie Meister und Margarita wieder zu einander finden d&#252;rfen.</p>
<p>Ich w&#252;rde nicht so weit gehen wie das amerikanische M&#228;dchen in einem Gibert-Jeune-Laden, das ihren Begleiter beim Anblick <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141188286?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0141188286">dieser sch&#246;nen Ausgabe</a> immer und immer wieder darauf hinweisen musste, Der Meister und Margarita sei "the best, the best book I probably ever read!", daf&#252;r fehlt mir wahrscheinlich das Gesp&#252;r f&#252;r die Stimmung eines Moskaus vergangener Zeiten, aber nichtsdestotrotz geh&#246;rt das Buch zu den/meinen sehr guten.</p>
<p style="padding-top: 50px;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3630620930?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3630620930">Der Meister und Margarita</a><br />
Sammlung Luchterhand, 512 Seiten<br />
ISBN: 3630620930</p>
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		<item>
		<title>Michel Houellebecq: Plattform</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 18:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.andreherrmann.de/?p=4990</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499233959?ie=UTF8&amp;tag=andrherr-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3499233959"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/08/pf.jpg" alt="" title="pf" width="200" style="padding-right: 5px; padding-bottom: 5px;" class="alignleft size-full wp-image-4992" /></a>Der Mord an seinem Vater beschert Michel eine ungewohnt gro&#223;e Summe Geld, mit der er wom&#246;glich bis an sein Lebens-ende auskommen k&#246;nnte, nur ist es nicht das Geld, das ihm fehlt. Michel lebt nahezu isoliert in Paris, seiner Ansicht nach genau so, wie es viele der modernen Menschen tun, gefangen zwi-schen Arbeit, Schlaf und Nahrungsaufnahme verl&#228;uft sein Leben relativ langweilig. Er g&#246;nnt sich eine teure Rundreise durch Thailand, besucht oft die Massagesalons, die gleichzeitig als eine Art Bordell fungieren und reibt sich gr&#246;&#223;tenteils an den verschrobenen Einstellungen und Eigenheiten seiner Mitreisenden.</p>
<p>Mehr und mehr festigt sich in ihm die Ansicht, dass der normale westliche Mann, und damit auch er selbst, bei der modernen westlichen Frau keine Chance mehr hat. Sie jagen beruflich erfolgreichen, aufmerksamen, romantischen, etc. Traumm&#228;nnern hinterher, also einem Wunschbild, das der Stino-Mann nie und nimmer zu erf&#252;llen vermag. Nichtsdestotrotz hat er auf der Rundreise Kontakt zu Valérie gekn&#252;pft, einer erfolgreichen und sch&#246;nen Frau, die in Paris in hohem Posten in der Tourismusbranche arbeitet.</p>
<p>Sie kommen zusammen, wohnen bald in einer gemeinsamen Wohnung und sehen beide das Problem, das manchmal erst weite Strecken zur&#252;ck gelegt werden m&#252;ssen, um Mann und Frau sexuell das bieten zu k&#246;nnen, wonach sie in ihrer Heimat vergeblich suchen. Als Valérie und ihrem Chef Jean-Ives dann leitende Stellen beim gr&#246;&#223;ten Tourismuskonzern Frankreichs angeboten werden, gepaart mit der Aufgabe, eine wenig florierende Hotelkette zu sanieren, kommen die drei auf die Idee, ein neues Gesch&#228;ftsmodell zu erfinden.</p>
<p>Mit <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499233959?ie=UTF8&amp;tag=andrherr-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3499233959">Plattform</a> habe ich nun auch den letzten von Houellebecqs Romanen gelesen, erst <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499243393?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499243393">Ausweitung der Kampfzone</a>, dann <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499242559?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499242559">Elementarteilchen</a> und zuletzt <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499243385?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499243385">Die M&#246;glichkeit einer Insel</a>. Ab jetzt hei&#223;t es also warten auf den n&#228;chstens und bis dahin den Blick auf die <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499228491?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499228491">Essays, pardon, Interventionen</a> schweifen lassen, denen im Oktober mit <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832195920?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3832195920">Ich habe einen Traum</a> &#252;brigens ein zweiter Teil folgen wird.</p>
<p>Im Gegensatz zu "Die M&#246;glichkeit einer Insel", wo ich erst eine Weile brauchte, um mich in das Buch einzulesen und es im Endeffekt dann nichtsdestotrotz sehr gut zu finden, l&#228;sst einen Plattform von Anfang an nicht mehr los. Das ganze Buch ist durchzogen mit Gedanken des Protagonisten Michel und Erkl&#228;rungen zu allen m&#246;glichen Dingen, zur Gesellschaft, zur Philosophie, Tourismus und der Beziehung zwischen Mann und Frau und vermengt das Innerste des Protagonisten mit Geschehnissen, wie sie genau in jetziger Zeit passieren. Nat&#252;rlich wird es da, wenn man das so sagen kann, Houellebecq-typisch ein wenig subjektiv und teilweise so, dass sich mancher sicher an den &#196;u&#223;erungen reiben m&#246;chte, aber gerade dadurch, dass im Buch immer bewusst Stellung bezogen und diese auch gnadenlos vertreten wird, f&#252;hlt man sich den Figuren schnell sehr nahe und durchlebt mit ihnen, ganz egal ob man ihre Einstellungen nun teilt oder nicht, ihre Geschichte. Ebenso braucht man bei Houellebecq nicht zu erwarten, dass er sonderlich harmlos mit den Menschen allgemein ins Gericht geht, im Gegenteil, wie schon in seinen anderen B&#252;chern, ist auch Plattform eine subtile Abrechnung mit der Gesellschaft Frankreichs und Europas, den Menschen &#252;berhaupt, in diesem Fall besonders bezogen auf das Finden eines geeigneten Lebenspartners und Tourismus in all seinen Formen.</p>
<p>Gleichsam wie hart Themen wie Islamismus, Nationalit&#228;ten und den zugeh&#246;rigen Typen umgegangen wird und wie ausgiebig es um Sex geht, muss die immerw&#228;hrende Melancholie erw&#228;hnt werden, die fast das ganze Buch durchzieht. Irgendwo zwischen Resignation und steter Trauer wandeln die Figuren Houellebecqs dahin, finden zu einander, gehen auseinander, im besten Beckettschen Sinn scheitern sie und beginnen immmer wieder neu, nur um nochmals und immerfort zu scheitern. Das macht Houellebecqs B&#252;cher nicht unbedingt zu besten Selbstheilungs- und Selbstfindungsb&#252;cher, obgleich man nie umhin kommt, sich nicht trotzdem darin wieder zu finden, bzw. wenigstens so vieles um sich herum, denn man selbst will sich ja, genau wie es seine Figuren immer bis zu einem bestimmten Punkt versuchen, nicht so sehen, wie man die Anderen sieht, deshalb sind sie ja die Anderen. F&#228;llt diese Trennung erst einmal weg, ist man nichts Besonderes mehr, aber hat die Chance, mit dem einmal klaren Blick eben genau dieser Stino-Mentalit&#228;t zu entfliehen. Den Figuren in Plattform gelingt dies genau so, wie es ihnen gleichsam nicht gelingt und gelingen kann, das macht das Buch so kurzweilig und gleichzeitig tiefgr&#252;ndig. Ich hab's genossen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499233959?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499233959">Michel Houellebecq: Plattform</a><br />
rororo, 352 Seiten<br />
ISBN: 3499233959</p>
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		<title>Micmacs: Uns geh&#246;rt Paris</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 14:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritikaster]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B003LOH3CU?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B003LOH3CU"><img border="0" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2010/07/mm0423.jpg" style="float: left; padding-right: 15px; padding-bottom: 10px;" width="200" /></a> Bazil, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/La_vache_qui_rit">vache-qui-rit</a>-affine, leicht t&#246;lpelhafte, aber zufriedene Angestellte einer Videothek in Paris, wird eines Abends zuf&#228;llig von einer Pistolenkugel in den Kopf getroffen. Die &#196;rzte k&#246;nnen sie nicht entfernen, da Bazil auf diese Weise sofort sterben w&#252;rde, anderenfalls jedoch kann sein Leben mit der Kugel im Kopf jederzeit abrupt vorbei sein. Mit einer tickenden Zeitbombe hinter der Stirn wird Bazil also wieder ins Leben zur&#252;ck gelassen, sein Posten in der Videothek ist mittlerweile neu besetzt, seine Wohnung neu vermietet, sein Hab und Gut geklaut und er selbst ist noch ein wenig naiver, noch ein wenig unbeholfener und tolpatschiger geworden. </p>
<p>Ganz unten angekommen versucht er sich irgendwie auf der Stra&#223;e als schlechter Pantomime durchzuschlagen und erf&#228;hrt durch Zufall die Herkunft der Kugel in seinem Kopf. &#220;berdies wird er von einer Gruppe Clochards aufgenommen, die in einem der Schrotthaufen einer M&#252;llhalde leben und Nacht f&#252;r Nacht Schrott sortieren, wieder aufbereiten und reparieren. Jedes Mitglied dieser Gruppe ist auf seine Weise speziell, da gibt es unter Anderem Calculette, die mit Zahlen so schnell wie ein Computer umgehen kann, die lebende Kanonenkugel Fracasse, den sprichtwortbegeisterten Quasi-Poeten Remington oder die Schlangenfrau Caoutchouc. So findet Bazil schnell Anschluss und reiht sich ein in diese Truppe voller Sonderlinge, die kurzum beschlie&#223;t, dem Hersteller der Kugel in Bazils Kopf, einem Waffenh&#228;ndler mit Sitz ebenfalls in Paris, sowie dem Hersteller jener Mine, die seinem Vater in Algerien das Leben gekostet hat und der zuf&#228;llig gegen&#252;ber des anderen Waffenh&#228;ndlers sitzt, das Gesch&#228;ft vermasseln.</p>
<p>Von nun an spionieren sie so gut sie k&#246;nnen und machen sich ihre Ticks und F&#228;higkeiten zu nutze, mehr und mehr an Schlagkraft zu gewinnen, immer wieder durchsetzt mit vielen kleinen Albernheiten, die ihre Charakt&#228;re nun einmal hergeben. Gemeinsam stehen die Schrott sortierenden Clochards der Verbissenheit skrupelloser Gesch&#228;ftemacher gegen&#252;ber, so naiv, dass man sich ganz von allein auf ihre Seite schl&#228;gt.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/JD_3INPHQzA" width="425" height="264" frameborder="0"><br /></iframe><br />
<span style="font-size: 10px;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=JD_3INPHQzA">Direktmicmacs</a></span></p>
<p>Jean-Pierre Jeunet, f&#252;r alle, die es nicht wissen, der Regisseur von <a href="http://www.imdb.de/title/tt0211915/">"Die fabelhafte Welt der Amélie"</a> hat auch mit Micmacs wieder einen Film gemacht, dessen Bilder f&#252;r sich genommen schon sehr toll sind und der viele wunderbare kleine Ideen zu einem gro&#223;en Ganzen zusammen f&#252;gt. Man denke nur als Bazils beschw&#246;rerische Fragen, die er immer wieder vor sich hin murmelt, um sich wieder der Realit&#228;t zu vergewissern ("Wie oft muss man eine Treppenstufe benutzen, bis sie sich abnutzt?" etc.) oder die Kunstwerke, die Petit Pierre in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden seinen Mitstreitern pr&#228;sentiert.</p>
<p>Trotzdem mag es entweder an der Synchronisation gelegen haben oder an dem wom&#246;glich manchmal doch sehr eigenen franz&#246;sischen Humor, dass mir Bazils zeitweise Verwandlung zum Kauderwelsch brabbelnden Clown ein wenig zu weit ging und nicht so recht in das bisher von ihm gezeichnete Bild passen wollte. Wo "Die fabelhafte Welt der Amélie" noch bunt und kr&#228;ftig war, ist Micmacs nicht weniger kr&#228;ftig, daf&#252;r aber relativ dunkel und sepiafarben. Gleichzeitig spielt Micmacs aber nicht wie Amélie mit den "gro&#223;en Themen" à la Liebe, Sinn und dem Leben an sich, sondern schrammt all das nur am Rande, vordergr&#252;ndig dreht es sich doch immer darum, wie eine Gruppe kauziger Gestalten mit der rationalen Welt konfrontiert wird. Nat&#252;rlich wirkt wieder alles verspielt und sehr detailverliebt, aber sich als Kernthema ausgerechnet das Ausheben von Waffenh&#228;ndlern vorzunehmen, empfand ich dann doch als zu gro&#223;en Kontrast zur Athmosph&#228;re des restlichen Films und ebenso zu d&#252;nn. Mit einer Amélie als Kellnerin, die ein liebevoll verschrobenes Leben f&#252;hrt und ihr eigenes kleines M&#228;rchen erlebt, konnte ich leben, aber ich frage mich, ob ich sie auch als kleine Jean d'Arce mit Bobschnitt gemocht h&#228;tte, die in ihrer Freizeit gegen bonihungrige Investmentbanker angeht. Auch daf&#252;r, dass man sich genau so ein Thema ausgesucht hat, ist es ein wenig zu d&#252;nn bedient und lebt mehr von der witzigen Darstellung der Kleinen gegen die Gro&#223;en, mit einem Schritt zur&#252;ck betrachtet gibt die Story an sich jedoch relativ wenig her und ist daf&#252;r nicht m&#228;rchenhaft genug.</p>
<p>Es war keinesfalls schlecht, Micmacs gesehen zu haben, aber auch kein Muss. Der Film zeigt wunderbare Bilder und spielt mit vielen tollen Einf&#228;llen, ist aber in seiner Gesamtkomposition doch nicht so etwas, das man als Meisterwerk bezeichnen w&#252;rde, allenfalls visuell.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><em><a href="http://www.imdb.com/title/tt1149361/">Micmacs - Uns geh&#246;rt Paris!</a><br />
<span style="font-size: 10px;">Frankreich 2009<br />
Regie: Jean-Pierre Jeunet<br />
Buch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant<br />
Mit: Dany Boon, André Dussollier, Nicolas Marié, Jean-Pierre Marielle, Yolande Moreau, Julie Ferrier, Omar Sy, Dominique Pinon, Michel Crémadès, Marie-Julie Baup<br />
Kinowelt, 104 Minuten<br />
<a href="http://www.micmacs.kinowelt.de/">Offizielle Homepage</a></span></em></p>
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