… wie jedes Jahr.
# Vorran
Einchecken im Hotel Aviv.
Fassonschnitt bei Kamm-In!
Notizbücher kaufen bei Mein creatives Hobby.
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Wenn man Cola aus großer Höhe in einen Becher gießt, der vorher mit Wasser gefüllt war, so entsteht viel Schaum. Wenn man dann versucht, diesen Schaum wegzuschlürfen und dabei das freiwerdene Gas einatmet, dann verschluckt man sich. Und gleichzeitig läuft einem Schaum aus der Nase. Tolles Bild.
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Nach einem Slam:
Zuschauer: “Ey, voll krasses Zeuch, das du heute so gedroppt hast! Hast voll den Flow, Alter (sprich: Eita).”
Andrelein: “Dankeschön.”
Zuschauer: “Ja man, solltest rappen!”
Andrelein: “Wollte ich vorhin schon…”
Zuschauer: “Ey ne, lieber nicht!”
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Ihr geht jetzt alle steil bergauf und ich habe die Lust daran verloren, euch nachzuschauen. Immerhin, einer muss ja die Stellung halten. Und selbst, wenn nicht. Das Schöne und gleichzeitig Zerreissende am Leben ist ja, dass es eigentlich egal ist.
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“In meiner Jugend war mir nichts so vergnüglich, wie mir Feinde zu schaffen. Schaffe ich mir jetzt einen, so ist mein erster Gedanke, mich mit ihm zu versöhnen, damit ich mich nicht mehr mit ihm beschäftigen muß. Feine haben ist eine große Verantwortung. Meine Bürde genügt mir, ich kann nicht auch noch die der anderen tragen.”
(Cioran, Émil Michel: Vom Nachteil, geboren zu sein. Suhrkamp 1979, S. 96.)
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Die Direktorin sagt, sie hätte die Schüler gehört, wie sie “Ja, das fanden wir cool.” sagen. Das mit der Poesie.
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Ich glaube kaum, dass wir irgendwann in die Volksmusiksucht abrutschen werden, dafür gibt es mittlerweile einfach viel zu viele verschiedene Musikrichtungen. Aber wenn ich heute schon anfange, mir bei YouTube mehr als 12 Jahre alte Lieder von Basis und Spektacoolär anzuhören, “Yeah, Digger!” denke, lache und sie trotzdem zu Ende höre, wie viel schlimmer kann es dann noch werden?
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Are you irrelevant?
You fall in to pieces.
How do you?
How do you do?
# Hänse, Jonasse und Kerstininnen
Wahrscheinlich stehen die echten Autoren Abend für Abend hinter dem Tresen, wischen Tische und vergeben Schnäpse, zumindest die Menschen, die etwas zu erzählen haben. Denn wenn der Trend schon dahin geht, die Wirklichkeit wieder auf den Plan zu bringen, man den Leuten aufs Maul schaut, bevor man ihnen textuell etwas auf die Fresse gibt, so müssen diejenigen, die den Stoff haben, jene sein, die nah am Leben sind.
Man kann versuchen, ganz ohne gleich in einer Kneipe arbeiten zu müssen, sich den Dingen nahe zu bringen und einfach andauernd in einer Kneipe sein. Zwischen Hans, dem alten Mann aus Chemnitz, der heute Abend nach Leipzig getrampt ist, um seine zwei Frauen zu besuchen, in der Hoffnung, sich mit einer von beiden wieder vertragen zu können und so einen Schlafplatz zu haben. Und zwischen Jonas, dem Punk aus gütbürglichem Hause in Pirna, der verständlicherweise nach Leipzig gekommen ist, darüber brauchen wir gar nicht sprechen, aber es irgendwie auf den Hans abgesehen hat.
Und man hört ihnen zu. Hans, dem alten Mann aus Chemnitz, der ein South Park T-Shirt trägt und das auch allen mitteilt, aber es dabei nicht als South Park, sondern als Süd Park-Hemd bezeichnet. Hans hatte Pech bei seinen Frauen. Beide haben sofort die Bullen gerufen, als sie ihn im Hausflur sahen, also nicht gleichzeitig, sondern jede für sich, in einem jeweils anderen Haus. Die Polizisten waren nicht nett, haben den Hans aber nicht mit auf die Wache genommen, weil sie ihn so an der Backe gehabt und dafür hätten sorgen müssen, dass der Hans auch irgendwie wieder nach Hause kommt. Deshalb sitzt Hans in der Kneipe und trinkt. Er weiß, dass er nach Hause kommen muss, aber er weiß nicht wie. Deshalb trinkt er. Um dieses “dass” und jenes “wie” loszuwerden.
Jonas hingegen ist aus gutem Haus. Er sagt das nicht und würde das auch nie zugeben, aber man riecht es ihm an. Am frisch gewaschenen und weichbespülerten “Fuck the System”-Shirt mit drei Ausrufezeichen, am Iro, für den er extra das teure Haarwachs nimmt. Er hasst Fussball und irgendwie auch Hans. Er lacht ihn aus und zieht somit doch nicht seinen Groll, sondern seine Zuneigung auf sich.
“Ey, kann ich heute bei dir pennen?”
Und Jonas spricht aus, was man denkt, wenn Hans nach einem Schlafplatz fragt.
“Ey, willst du mich ficken, oder was?”
Beziehungsweise spricht er es nicht aus.
Manchmal erzählt man zu viel. Und man ärgert sich über die autobiographische Färbung der Gesprächsthemen. Das ist zwar authentisch, aber auch nicht wirklich echt, wenn man nicht selbst Hartz IV empfängt oder Punk ist. In jedem Fall bewundert man die Kerstin, die Barfrau Kerstin, die in jeder Bar arbeitet und immer Kerstin heißt, vielleicht einer alten Barfrauendynastie entstammt und diesen Namen mit Ruhm und Ehre zu tragen weiß.
Und noch ehe man genügend mitbekommen hat, schlagen auch die Schnäpse wie kleine Granaten ein, die man hier zum Detonieren der Gespäche benötigt. Und man ist pflichtbewusst auf dem Weg nach Hause. Mit dem Wissen, kein Hans und kein Jonas zu sein. Was nicht schlimm ist. Aber auch keine Kerstin. Was bis auf den Fakt, dass man prinzipiell nichts gegen sein Geschlecht hat, irgendwie traurig anmutet.
# Is this real life?
Standardrepertoire, nur großartig, das an einem Siebenjährigen zu sehen:
- • Is this real life?
- • Only now … only now I … I’ve two fingers. Four fingers!
- • I can’t see anything!
- • Aaaaaaaaaaaaaah!
- • I don’t feel tired!
- • Do I have stitches?
- • Why can’t I touch it?
- • You’ve four eyes!
- • I feel funny.
- • Why’s this happening to me?
- • Is this gonna be forever?
Gefunden hier. Dankeschön. Ich muss es immer wieder anschauen.
Auch sehenswert:
# Bildschirmkomponist
Beim Schreiben schiebe ich meinen Oberkörper samt Kopf hin und her, als würde ich an einem Flügel statt vor einem Computer sitzen, auf der Klaviatur spielen statt auf einer Tastatur herum zu hacken. Aber irgendwie ist es auch so, sagen meine hüpfenden Schultern, dass ich die Sätze in den Bildschirm hinein komponiere.










