Ein Trugschluss für den, der glaubt, das Glück würde zirkulieren. Glück ist eine Schmeißfliege und kreist allein über den größten Haufen. Warum sonst kommt man sich so schäbig vor, wenn einem zufällig einmal etwas gelingt? Man hat es, wenn man es nicht darauf anlegt, es zu haben, weil man schon von vorn herein davon ausgeht, dass man es haben wird.

 

Und ich glaube, es geht die meiste Zeit gar nicht darum, jemanden überzeugen oder von etwas abbringen zu wollen, sondern allein darum, sich verständlich zu machen, verstanden zu werden und zu spüren, dass es nachvollziehbar wird, warum wir tun, was wir tun, denken, was wir denken und sind, was wir sind. Aber es schmerzt, zu sehen, wie wenig genau das im Endeffekt funktioniert, wenn wir zu ungeduldig und egoistisch sind.

 

"Das kommt von ganz allein, wirst du sehen! Mach' einfach, das kommt, garantiert!"

 

Die Freiheit, zu wählen, was man tut, was man denkt oder zu werden gedenkt, macht sie deshalb noch lange nicht zur Freiheit, wenn sie als Imperativ fungiert. Dass dies die erste Generation ist, die ohne rapide Einengung von außen auskommt, macht sie eben genau aus diesem Grund noch lange nicht zur ersten freien Generation, sondern weit mehr zu jener Generation, die der Ohnmacht unterliegt, auf sich allein gestellt zu sein. Was gut ist, jedoch gelernt sein will.

 

Vielleicht kann man sich unbewusst auch für die Unproduktivität entscheiden. Für mich war es immer anstrengend genug, da zu sein, sodass ich eine Beschäftigung suchte, mich davon ab zu lenken. Aber ich habe nie verstanden, warum es bei so vielen genau umgekehrt ist, dass ihnen die Beschäftigung lästig ist, allenfalls das Konsumieren etwas gibt, es ihnen prinzipiell jedoch reicht, einfach da zu sein.