Wie lang man lebt lohnt kaum in Jahren gezählt zu werden. Allenfalls ist es mit den Gedanken aufzuwiegen, die man hat. Kurzum heißt das für dieses Leben nur: zu lang.
Manchmal überkommt es mich und ich möchte wissen, wieviel Platz ein Mensch zum Leben braucht. Im Zoo sah ich just zwei Bären, die apathisch in Stakkato auf zwanzig Quadratmetern im Kreise liefen. Eine solche Apathie, die aus ihren sprach, die Pranken, die mit einer unkontrollierten Wucht der Lethargie ihrer Existenz auf die Fliesen schlugen, es war betrüblich, denn soetwas habe ich bisher nur beim Menschen beobachten können. Dann, in solchen Momenten, bedaure ich meine Neugierde.
Ein Schriftsteller kann ich nicht sein. Dafür bin ich viel zu sehr ein Zeitzeuge, ein Dabeistehender, ein Zuschauer, der sieht, wie Häuser um ihn herum in sich zusammensacken und der dann am Stammtisch davon erzählt, wie er sie mit Blicken umgeworfen hat.
Aber ich höre immer zu … / I was listening … (“A Beautiful Mind”)
Wahrscheinlich bin ich weitmehr Emotivist, als es mir je lieb wäre …
Philosophie zu betreiben ist, frei nach der wunderbaren Formulierung Thomas Nagels, nur dann möglich, wenn man den Schritt beiseite getan und also alles, auch sich selbst, im Blick hat. Ohne dies ist keine halbwegs gute überlegung oder Diskussion möglich, da sie irgendwann zwangsläufig in Polemik gegen sich selbst oder andere endet.
Im Sommer. Im Sommer kommen sie aus ihren Löchern gekrochen und bevölkern die Straßen mit der Langeweile und Lethargie, die sie den Winter über in ihre Wohnungen eingesperrt hatten. Bis auf die räumlichen Unterschiede sind Winter und Sommer menschlich dasselbe.
Ein besonders mulmiges Gefühl bei der Selbstzufriedenheit. Ein süßes Gefühl und dennoch fragt man währenddessen, wann es wieder enden und ersetzt werden wird. Denn es endet. Immer.













