# Aphorismus des Tages [194]

In der Theorie bildet sich die Meinung des Volkes erst in der Repräsentation, indem sie Partikularinteressen zurück und das allgemeine zum eigenen Interesse werden lässt. Und heute feiert sie einen Karneval der Absurditäten, Klippe um Klippe hinab, vielfältig und weitläufig mag man sich artikulieren, nur erhört wird man nicht.

# Aphorismus des Tages [193]

Digitaler Masochismus: sich so weit wie möglich mit Anderen vernetzen, um sich im Anschluss regelmäßig automatisch vom ihrem statusaktualisierten Fortschreiten entmutigen zu lassen.

# Aphorismus des Tages [192]

In der Pariser Rue de l’Odeon erinnert keine einzige Plakette an den früheren Wohnort Emil Ciorans. Ob bloßes Versäumnis oder nicht, vielleicht gibt es dem Schlaflosen jene Ruhe, die er nachts nie hatte finden können. Denn die lästigste Form der Eitelkeit wäre die von außen angetragene.

# Aphorismus des Tages [191]

Das Tragischste am Egoistischen ist, dass es das ihm anhängende respektlose Erniedrigen nicht erkennt, natürlich.

# Aphorismus des Tages [190]

Ich stehe vor meinem Gesetz wie Kafkas Antiheld, nur dass ich schon aus der Schule weiß, dass es nur von mir allein abhängt, über mich selbst hinaus zu wachsen, das unterscheidet uns, doch was uns verbindet ist, was schwerer wiegt, eben dass wir beide Namenlose sind.

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