Ich habe heute morgen zum ersten Mal ein paar der neuen Passbilder in der Hand gehabt. Keine von mir, aber trotzdem empfand ich es als beengend, diese Bilder zu sehen. Wo es früher noch das gute alte, aber vollkommen terroristenunsichere Profilphoto gab, prangt heute ein Abbild, das aus einer der vielen schlechten, amerikanischen Serien stammen könnte, in denen die kleine Tochter Donnerstag abends ihr erstes Bier trinkt und just von der Polizei in Gewahrsam genommen wird. Dazu darf sie dann diese chique Registriernummer halten und muss möglichst wie eine Schwerverbrecherin schauen. Ja, diese neue Gesetzgebung charakterisiert die Bürger dieses Staates zu Staatsfeinden. Und dabei sind diese Dinger, die tollen, neuen Pässe, natürlich so sicher, dass kein Terrorist oder sonstwer, denn die sind alle strohdoof, diese manipulieren könnte. Denn auf die Idee mit dem Augenabstand oder den Bärten kam wahrscheinlich nur ich gerade.

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Derzeit ist es wieder einmal soweit, dass die Medien viele Skandale haben, die sie tagtäglich breiter und immer breiter treten können. Die Vogelgrippe, über die schon längst keiner mehr gesprochen und trotz derer man sich gerade wieder über das Gezwitscher der Vögel am Morgen freuen wollte, wäre einer davon. Zum Andere gäbe es dann noch die versaute Fussball-WM, die gerade mich am wenigstens bekümmern sollte, langsam ausklingende Landtagswahlen und natürlich das Problem mit der Gewalt an den staatlichen Schulen, das selbst noch das gescheiterte Integrationsvorhaben in puncto Ausländer im Nacken mit sich schleppt.

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Es gibt ein T-Shirt mit der Aufschrift code poet im Internet zu kaufen. Früher fand ich es immer ganz witzig, aber vor ein paar Tagen, während eines Spaziergangs, wurde mir klar, dass der Aufdruck eine falsche Aussage ist.

Es wird ein kleiner Ausflug in die Sprachwissenschaft nötig sein, um diese meine These etwas zu untermauern, bzw. die Unmöglichkeit direkter Poesie mittels Programmiersprachen etwas zu unterstreichen. Dabei möchte ich mich, auch wenn ich mir bewusst bin, dass es nur eine Theorie ist und selbst diese nicht fehlerfrei sein kann, auf die überlegungen von Ferdinand de Saussure stützen.

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Ich kenne nur wenige Worte, die mit einer solchen Selbstverständlichkeit benutzt werden, wie all jene, die etwas schwer zu fassendes bezeichnen, so paradox und nicht passend das auch klingt. Abgesehen vom Bullshitprinzip (im Deutschen wohl am ehesten mit Mist zu vergleichen), aber das ist zudem ein anderes Thema, verwendet man gemeinhin unheimlich gern gerade die Begriffe, über die sich Philosophen aller möglichen Länder seit Unzeiten den Kopf zerbrechen und mit welchen Philosophiestudenten in Diskussionen nur so lange um schmeissen, bis man einmal nachhakt und keine Antwort mehr bekommt. Heute spuckte mir vorallendingen der Begriff "Liebe" im Kopf herum, da ich ihn irgendwo am Morgen aufgeschnappt haben muss, jedoch kam ich bei genauerer Betrachtung nicht so leicht zu einem Ergebnis, und selbst jenes, unter welchem ich dann später inne hielt, ist prinzipiell keines.

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