Heute morgen fiel ich surrealerweise ins Sommerloch.

Die Hose dreckig, mit reibeisigem Rachen Hilferufe.

Neustes Hobby: Der Zeit beim Weggehen hinterherschauen.

Zurücklehnen und sie verdammt nochmal einfach laufen lassen.

Das gehört (beiläufig) nicht hierher! *

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Um die Wurst

17. Juli 2007, Allzumenschlich

 

Bei Tisch.

"Warum heißt Leberwurst eigentlich Leberwurst?"
"Weiß ich doch nicht."
"Müsste es nicht vielmehr Leberbrät heißen?"
"Ach, was fragst du mich das? Keine Ahnung."
"Na, das zerkleinerte Fleisch nennt man Brät. Zur Wurst wird das Brät, wenn man es eintütet."
"EIN - TÜ - TET!"
"In einen Darm. Oder Magen! Aber die hier ist lose. Also Brät. Leberbrät eben."
"Du kannst einem echt den Appetit verderben ..."

Ein Weile herrscht beklemmende Stille.

"Oder wenn ich Leberbrät esse und es in meinem Magen landet, wird es dann zur Leberwurst?
Heißt es deshalb so?"

Endgültig Stille.

 

«Was ist das denn?»
«Bohnensuppe.»
«Die kann ich nicht essen.»
«Wieso nicht?»
«Hat ideologische Gründe.»
«Was?»
«Ja.»
«Wie jetzt, �?�ja�?�?»
«Na ich kann die nicht essen.»
«Das hab ich schon verstanden. Was ich wissen will ist, warum du sie nicht essen kannst.»
«Die erinnert mich an die Stasi.»
«An die Stasi? Wie kommst'n darauf?»
«Du kennst doch die halb verfallene Kantine in der Mariannenstraße? Die total verbarrikadiert ist?»
«Das war 'ne Kantine der Bahn ...»
«Ich weiß.»
«Ja, und?»
«Ich war da mal drin. Eitergelbe Wände, quiekendes Linoleum, dicke Frauen bei der Essensausgabe. Da gab's Bohnensuppe.»
«Und was hat das bitte mit der Stasi zu tun?»
«Das war zu DDR-Zeiten damals. Also als ich da drinnen war.»
«Falls du das nicht bemerkt hast. Die Stasi gab es auch nur in der DDR.»
«Genau. Aber zu der Zeit sahen alle Küchen gleich aus.», ausladende Handbewegung, «Alle!»
«Aaah ja.»
«Also auch die von der Stasi. Was ich also sagen will: Ich kann die nicht essen. Zu viele Erinnerungen.»
«Wieso sagst du nicht einfach, dass du keine Bohnensuppe magst. Das erspart viel Mühe.»
«Ist ja eh kalt jetzt.»
«Super, danke.»

 

Gestade, Gezeiten, so weit voneinander wieder zusammengebracht.
Geh bei Zeiten auf den Plattitüden nach Hause.
Oder sich mitnehmen lassen im gedanklichen Renault.
Die Arme aus dem Fenster gestreckt und den Regen wie das warme Blut die Handgelenke hinunterlaufen lassen.
Mit dem Schnupfen als morgendliche Bandage.

"Soll ich? Ich mach's nur von dir abhängig."
"Ja, bitte."
Und bei voller Fahrt vergessen den Fluxkompensator anzuschalten.
Alles umsonst wie Freibier.

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O ja! Sie versprühen Ihr Glück heute mit großlöchriger Tülle.

 

Unheilbare Furcht vor Kot.
Scheißangst, sozusagen.

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"Das hab ich auch mal versucht, Tagebuch und so. Eine Brotkrumenspur durchs Pornohirn! Aber seit ich die Digicam habe, hat sich das erledigt. Du fotografierst einfach die Bierpullen und zählst jeden Tag nach. Das ist dasselbe, nur ohne verkrampfte Handgelenke."

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"Ich musste mich daran erinnern, dass es ein gutes Gefühl war. Anderenfalls hätte ich wahrscheinlich einfach nur dagesessen. So wie es immer läuft. Es läuft nämlich gar nicht. Es ist einfach nur da, mein Dasein."

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"Ich hab's nie so mit Zeit gehabt. Vier Armbanduhren und immer noch Angst vor der Dunkelheit. Das ist doch entmutigend!"

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