Unmenschlich? Nein, wirtschaftlich!
Aber die Chinesen zur Einhaltung der Menschenrechte ermahnen.

19 unglaublich beschämende Einzelfälle aus dem Hartz-IV-Moloch.

“Und ist dieses Erfinden, Literarisieren, um es mal nett zu sagen, für Euch vertretbar?”

# Wenn Salvador Dalí die Welt gemalt hätte, wie er sie tagtäglich mit seinen eigenen Augen sah, so müsste er der bekannteste Schizophrene aller Zeiten gewesen sein.

# Wenn wir uns immer darauf beschränken würden, nur das aufzuschreiben, was wir wirklich erlebt haben, nichts verdrehen, weglassen oder hervorheben würden, gäbe es vielleicht eine Menge guter und schlechter Tagebücher, aber kaum Literarisches.

# Wenn Authentizität das entscheidende Kriterium zur Bewertung von Blogs wäre und Originalität sich dieser unterordnen müsste, wäre die ganze Sache sicher oft genug einfach viel langweiliger.

(Erinnert mich an Toni Mahonis Fünf-Prozent-Klausel.)

«Alle leben mindestens drei Leben, ein tatsächliches, ein eingebildetes und ein nicht wahrgenommenes.»
(Thomas Bernhard)

Es ist eine trügerische Ruhe, nachdem du wieder einmal eine ordentliche Ohrfeige vom Leben in Empfang genommen hast. Es pfeift noch ein wenig im Kopf und die Zähne fühlen sich an, als seien sie lang nicht mehr so fest im Kiefer verankert als zuvor. Als würden sie von Mal zu Mal lockerer werden. Angreifbarer. Alles gerät ein bisschen aus den Fugen, unterlegt mit diesem herzzerreissenden Tinnitus.

Du sitzt, von all den Eskapaden gebeugt, und schaust auf die Scherben, die von den zu Boden gekrachten Gewissheiten noch geblieben sind. Das Einzige, was wirklich da ist. Hast zwei große Chancen vor dir und eine schon fast ergriffen, als die nächste auf dich zu gerauscht kommt und dir ohne jede Rücksicht den Atem nimmt. Dein Hafen, nie ein stabiler gewesen, ist nicht länger ruhig. Gerade hattest du dich entspannt zurückgelehnt, brauchtest nur noch darauf zu warten, dass die Schiffe endlich wieder ablegen, ihre Segel setzen und einem milden Tag entgegen fahren, da bricht wieder einer dieser Stürme über euch herein, die dir schon ein paar Male alles zerfetzt haben.

Nichts zurück gelassen haben. Es ist immer dasselbe und endet nicht. Ein Fakt, der sich gut abheften lässt, nur immer öfter wieder auf dem Programm erscheint, alles zersetzt und nach Entscheidungen schreit. Veränderungen und Aktion. Dann träumst du davon, wie alles von dir abfällt und nichts mehr bleibt, woran er sich noch halten könnte. Obwohl es nur zur Beruhigung ist, kein Ausweg.

All die Metaphern nützen nichts. Die Hure gibt nichts auf schöne Worte und Schmeicheleien. Was am Ende zählt, ist die Kohle. Nichts und absolut nichts Anderes. Das, was da ist. Nichts, was da sein könnte. Zwar mag der Wunsch Vater des Gedankens sein. Aber längst nicht der Tat. Und schon gar nicht der Lösung. Du bist allein.

Wäre er eine S-Bahn, würde man ihn womöglich spätestens nach dem ersten Wochenende von erfahrenen Schweißern wieder in seine stählernen Einzelteile zerlegen lassen. Nach der ersten fetten Entgleisung.

Wenn er es übertreibt. Wenn er mit hundertfünfzig durch die Stadt und aus ihr heraus rasen muss. Wenn er dabei die Kontrolle verliert. Links und rechts Lack auf den Leitplanken lässt. Der Beifahrer, ohne das Ratschen zu realisieren, seelenruhig eine Kippe dreht. Bis keine Leitplanken mehr da sind. Die Vorderachse bricht. Und die Kiste nach oben wegbricht. Den Bäumen am Straßenrand entgegen fliegt. An einer dicken Eiche hängen bleibt. Auf der Straße nicht einmal Bremsspuren zurück bleiben.

Dann fühlt es sich für ihn nicht schlimm an, zu sterben. Nicht bemerkenswert. Eher ist es ein wenig enttäuschend. Keine am inneren Auge vorbeiziehenden Filme. Keine weltbewegenden Abschiedsworte. Keine dunkelhaarige Schönheit in wehendem Kleid und kein Licht. Nur bloßes Abwarten. Ein Schlussstrich. Im scheißkalten Dunkeln. Warten, dass das Sterben vorbei geht. Den bunten Bildern zuschauend. Benebelt vom Adrenalin.

Viel zu schnell, das alles. Die Broschüren lügen. Nicht einmal mit dieser Geschwindigkeit ist es die Lenksäule, die ihn umbringt, sondern der Airbag, der ihm mit säuerlichem Knacken das Genick zerbricht. Wie der Schmerz Gedanken und Körper zu trennen weiß. Wie er versucht, was er aus den ganzen Filmen gelernt hat, irgendetwas Geiles aus der Situation zu machen. Vielleicht einen Witz zu reißen. Aber. Nichts passiert. Dunkel wird es. Schluss.

“Die hat mir ‘nen guten Neustart gewünscht… Ich kam mir vor wie’n abgeschmiertes Windows. Mit Bluescreen. Kurz vorm Reset-Drücken. Wenn ich dann wieder Verbindung zum Leben bekomme, fang ich bestimmt an zu piepen wie so’n Modem. Wenn nicht — alles umsonst wie Freibier.”

Alf Ammoniak

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