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	<title>André Herrmann &#187; Allzumenschlich</title>
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	<description>I get up, go out, and everything is changed. The blood drains from my head, the noise of things bursting, merging, avoiding one another, assails me on all sides, my eyes search in vain for two things alike, each pinpoint of skin screams a different message, I drown in the spray of phenomena. (Beckett)</description>
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		<title>TAPP, das eBook und Moneyman Mitt Romney</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 19:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B006QAFUVM?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=xm2&#038;creativeASIN=B006QAFUVM"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2012/01/1326567274872.jpg" alt="" title=" " width="500" height="500" class="alignnone size-full wp-image-9854" /></a><p class="wp-caption-text"><span style='font-size: 8pt;'>Ein eher semi-gut funktionierender Versuch, in der echten Welt Werbung f&#252;r ein digitales Produkt zu machen. Meine Spitzenidee.</span></p></div>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>For the record</strong></p>
<p>Wenn mich nicht alles t&#228;uscht und nicht irgendwo auf der Welt jemand schon einmal so etwas gemacht hat &#8211; was sehr wahrscheinlich ist, zumindest irgendein Chinese hat das bestimmt schon drei&#223;ig mal gemacht und mindestens achtundzwanzig Male davon waren sogar besser &#8211; dann haben der werte Herr Julius und ich vor rund einer Woche das erste <em>Team Audience Partizipation Poem</em> <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">Deutschlands</del> <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">des deutschsprachigen Raums</del> <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">Europas</del> <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">der Welt</del> <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">des Universums</del> ever aufgef&#252;hrt. Das sage ich hier nur, damit es sp&#228;ter in den Geschichtsb&#252;chern keine Unstimmigkeiten gibt. Erstes APP im Team, wir, <a href="http://facebook.com/teamtotalezerstoerung">TTZ</a>, b&#228;m!<br />
F&#252;r alle, die sich noch immer fragen, was zur H&#246;lle denn ein <em>Team Audience Partizipation Poem</em> sein soll: ein Mitmachtext. Das hei&#223;t, das Publikum ist nach Aufforderung des/der Poeten dazu angehalten, irgendeine Handlung zu vollf&#252;hren, meistens zu klatschen oder irgendetwas zu rufen. Passend zum ersten Team-APP &#252;berhaupt hie&#223; der Text auch <em>Die unertr&#228;gliche Schei&#223;igkeit des Seins</em> und das Publikum musste immerzu <em>STERBEN!</em> rufen. Wir finden das gut.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Die unertr&#228;gliche Digitalit&#228;t des eBooks</strong></p>
<p>Das Beste an <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B006QAFUVM?ie=UTF8&#038;tag=andrherr-21&#038;linkCode=xm2&#038;creativeASIN=B006QAFUVM">meinem eBook</a> ist, das seither viele Menschen zu mir kommen und mir sagen, wie schei&#223;e sie eBooks finden. F&#252;r diese Offenherzigkeit m&#246;chte ich Ihnen danken. Rassismus kann eben nur funktionieren, wenn er irgendwann auch nach au&#223;en tritt. Ich habe nichts gegen eBooks. Und sch&#246;n gar nicht gegen Papierb&#252;cher. Auch wenn ich es mir erlaube, viele Papierb&#252;cher nichtsdestotrotz keines Blickes zu w&#252;rdigen. Insofern haben eBooks sogar ihr Gutes. Der Markt ist noch klein, noch tummelt sich lange nicht so viel M&#252;ll auf dem digitalen B&#252;cherberg wie auf dem papiernen. Aber sei&#8217;s drum. Solang man sich nicht in Berlin trifft, um &#246;ffentlich eBook-Reader zu verbrennen, sind solcherlei Nostalgiker wahrscheinlich wenig gef&#228;hrlich. Auch wenn ihr Zorn, von ihrem Verleger wieder nur mit weniger als 10% an jedem Buchverkauf beteiligt worden zu sein, schrecklich und tr&#252;gerisch sein mag. Ich selbst werde wohl kaum in n&#228;chster Zeit auf die Idee kommen, meine Bibliothek digital nachzukaufen, obwohl ich dann vielleicht weniger Angst vorm Umziehen haben m&#252;sste. Eine Angst, die ich wiederum durch wilden B&#252;cherkauf kompensiere. Ein absoluter Teufelskreis. Was ich sagen will: Wurscht.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Wer ist eigentlich dieser Mitt Romney?</strong></p>
<p>Das Faszinierende an den US-Pr&#228;sidentschaftswahlen im kommenden November ist ja nicht die Frage, wie viel Obama bis dahin noch vermasseln wird, sondern die Frage nach dem <del datetime="2012-01-14T16:39:50+00:00">neuen Pr&#228;sidenten</del> republikanischen Pr&#228;sidentschaftskandidaten. Neben zahlreichen <a href="http://www.taz.de/Republikaner-suchen-Obama-Herausforderer/!84843/">komplett Verr&#252;ckten</a> taucht da auch immer dieser steinreiche Mitt Romney auf, der zumindest bei der breitesten Front der Republikaner wohl die besten Chancen auf den Posten des letztendlichen Kandidaten hat. Man darf sich, ganz abseits seiner abseitigen Politik, ruhig mal fragen, womit dieser Mann eigentlich sein ganzes Geld verdient hat. Vor ein paar Jahren h&#228;tte man ihn hierzulande wahrscheinlich noch als so genannte <em>Heuschrecke</em> gebrandmarkt.  Aber die Zeiten &#228;ndern sich, das gilt nicht erst seit intelligente Menschen RTL schauen. Und die folgenden 30 Minuten illustrieren das ganz gut.</p>
<p><iframe width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/BLWnB9FGmWE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>R&#252;ckblick: Das bewegte Jahr 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 09:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/12/zweielf.jpg" alt="" title="zweielf" width="500" style="border: solid 1px #999;" /></p>
<p>Ab jetzt auch als Video: <a href="http://www.andreherrmann.de/jetzt-auch-mit-video-jahresruckblick-2011/">Der Jahresr&#252;ckblick 2011</a>.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Januar </strong><br />
Aus Protest gegen die Hysterie im Dioxin-Skandal verspeist Jopi Heesters &#246;ffentlich 30 gekochte Eier. Wissenschaftler sprechen ihm seither jede Form von Sterblichkeit ab, in der Nato debattiert man ein Bombardement des 108-J&#228;hrigen. Berlin: Zu Jahresbeginn werden die letzten Wehrpflichtigen zum Grundwehrdienst einberufen. Ab Juli 2011 soll die milit&#228;rische Ausbildung von privaten Sicherheitsdienstleistern, so genannten Freien Kameradschaften, geleistet werden. International: Bei der Er&#246;ffnung eines neuen Apple Stores in der &#228;gyptischen Hauptstadt Kairo kommt es aus Versehen zur Revolution, als frustrierte Kunden feststellen, dass bereits alle iPhones ausverkauft sind.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Februar</strong><br />
Spanien erkl&#228;rt den Berliner Szene-Bezirken und Clubs den Krieg und greift die Stadt mit einer Armee betrunkener Erasmus-Studenten aus Madrid an. Die Stadt reagiert und stellt ab sofort alle Kotzorgien vor Bars und in Clubtoiletten sofort auf YouTube. Gerlingen: Die Tierschutzorganisation Peta verklagt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, weil er auf seinem Kopf den gegeelten Skalp eines toten Waschb&#228;ren tr&#228;gt. Hollywood: Charlie Sheen wehrt sich gegen Vorw&#252;rfe, regelm&#228;&#223;ig Kokain zu sich nehmen. Sheen argumentiert, wenn ein Typ wie er selbst &#252;berhaupt etwas rauche, dann doch wohl Chuck Norris.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>M&#228;rz</strong><br />
Die Leipziger Buchmesse erlebt einen wahren Besucheransturm, als chinesische Regierungshacker auf den Seiten der Messe verk&#252;nden, man werde Daniela Katzenberger nach der Vorstellung ihres neuen Buches &#246;ffentlich steinigen. Berlin: Nach nur vier Jahren verstirbt Eisb&#228;r Knut im Berliner Zoo. Experten vermuten, dass der konservative Knut den Wahlerfolg der Gr&#252;nen in Baden-W&#252;rttemberg psychisch einfach nicht verkraftet habe. Als erste politische Ma&#223;nahme l&#246;sen die Gr&#252;nen per Erdbeben einen Tsunami vor der K&#252;ste Japans aus und attackieren auf diesem Wege mehrere Atomkraftwerke.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>April</strong><br />
Die FDP rationalisiert den Posten ihres Parteivorsitzenden und besetzt die Stelle in Zukunft mit einem Chinesen. Der Nachfolger von Guido Westerwelle habe sich bei der Arbeit in FDP-eigenen unterirdischen Bergwerken bereits besonders verdient gemacht. London: &#220;ber zwei Milliarden Zuschauer verfolgen die k&#246;nigliche Hochzeit von Prince William. Der m&#246;gliche Thronfolger heiratete diese komischen Frau, deren Namen bald darauf niemand mehr kennt, weil ihre Schwester so einen fantastischen Hintern hat.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Mai</strong><br />
EHEC-Mikroben l&#246;sen eine Krankheitsepidemie in Deutschland aus. &#196;hnlich wie ein Konzertbesuch der Band Nickelback verursacht der Erreger bei Betroffenen blutigen Durchfall, Darmentz&#252;ndungen und Nierenversagen. International: Osama Bin Laden ist tot. Amerikanische Spezialeinheiten erschossen den Terrorf&#252;rsten in einem Versteck in Pakistan. Entgegen Vorschl&#228;gen der amerikanischen Konservativen, wurde Bin Ladens Leichnam jedoch nicht ins Fundament eines neuen World Trade Centers einbetoniert, sondern nach muslimischer Bestattungstradition wahllos ins Meer geschleudert.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Juni</strong><br />
Das UN-Kriegsverbrechertribunal erhebt Anklage gegen Boris Becker. Das Gericht argumentierte, Becker sei f&#252;r viele f&#252;hrende Kriegsverbrecher ein Idol und sei nach Expertenmeinung sogar gef&#228;hrlicher als Skeletor. Heidelberg: Die Ruprecht-Karls-Universit&#228;t ehrte die erfolgreiche Promotion der EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin zum Thema „Urheberrechtsverletzung“ mit der Aberkennung ihres Doktortitels. Koch erkl&#228;rte reum&#252;tig: „Mir doch egal, ihr Ficker, ich verdien‘ zehnmal mehr als ihr, ihr Spassten, und so wird das auch bleiben. Ich bin raus, yo!“</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Juli</strong><br />
Die Alt-Herren-Mannschaft des Fu&#223;ballvereins 1. FC R&#252;sselsheim gewinnt &#252;beraschend die Frauen-Fu&#223;ball-Weltmeisterschaft in Berlin. Beim betrunkenen &#220;berqueren der Spielfl&#228;che erzielten die 50- bis 70-J&#228;hrigen insgesamt 38 Tore gegen die Mannschaften aus Japan und den USA. London: Nach dem Ende der Harry-Potter-Septologie arbeitet Joanne K. Rowling, die Sch&#246;pferin des modernen Zauberlehrlings, wieder in ihrem alten Beruf als Chef-Demagogin bei der Terrororganisation al Quaida.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>August</strong><br />
Deutschland verzichtet auf den Einsatz von K&#246;rperscannern an Flugh&#228;fen. Verteidigungsminister Jung erkl&#228;rte, man wolle sich auf bew&#228;hrte Technik verlassen und Verd&#228;chtige in Zukunft einfach wieder direkt erschie&#223;en. New York: Die Ratingagentur Standard &#038; Poor stuft die Bonit&#228;t der USA auf „Standard“ und „Poor“ herab. Gro&#223;britannien: Nachdem das Olympische Komittee seine Entscheidung mitteilte, Nintendo Wii-Spielen nicht als olympische Sportart anzuerkennen, beginnen entt&#228;uschte Jugendliche selbstst&#228;ndig mit dem Abriss des Olympiastandortes London. </p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>September</strong><br />
Wie stark sich die fehlende Wehrpflicht auswirkt, wird deutlich, als der Papst es schafft, unbehelligt in deutsches Terrain einzudringen. Vor rekordverd&#228;chtiger Kulisse spielt das Kirchenoberhaupt im Berliner Olympiastadion seine Gottesdienst-Show namens „M&#228;nner sind peinlich, Schwule sind keine Menschen“. D&#252;sseldorf: Das Landgericht entscheidet in einem Rechtstreit zwischen dem Apple-Konzern und Bio-Bauer Rudolf K., dass der Bauer vors&#228;tzlich und tausendfach essbare Kopien des Konzernlogos hergestellt und zu Schleuderpreisen vertrieben habe. K. wird zu 800 Jahren Kettenhaft an einem einsamen Berg verurteilt, an dem ihm jeden Tag ein Adler die Leber aus dem K&#246;rper picken soll.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Oktober</strong><br />
Apple-Gr&#252;nder Steve Jobs verstirbt an einem Krebsleiden. Insbesondere in den westlichen L&#228;ndern ist die Trauer gro&#223;, schlie&#223;lich ist hier der Verlust eines Jobs das Allerschlimmste. Gleichzeitig st&#252;rmen Tausend Milliarden Studenten an die deutschen Unis, weil sie alle “was mit Medien” studieren und sp&#228;ter zufrieden im Sekretariat eines Autohauses arbeiten wollen. International: Mit dem Tod des libyschen Diktators Gaddafi ist der Milit&#228;reinsatz beendet und Libyen nunmehr ein freies Land. Noch w&#228;hrend Gaddafis Leiche zur Obduktion transportiert wird, er&#246;ffnen in gr&#246;&#223;eren St&#228;dten wie Tripolis, Surt oder Benghazi bereits zw&#246;lf Starbucks- und siebzehn H&#038;M-Filialen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>November</strong><br />
Nachdem bekannt wurde, dass eine Gruppe rechtsextremer Terroristen &#252;ber mehrere Jahre hinweg Morde im gesamten Bundesgebiet begangen hat, debattiert die NPD &#252;ber ein neues Verbotsverfahren gegen den Verfassungschutz. Problematisch seien dabei nur die 130 V-Leute, die die NPD in den Reihen des Verfassungsschutzes besch&#228;ftigt. International: Sieben Milliarden Menschen leben nunmehr auf dem Planeten Erde. Das Siebenmilliardste Erdenkind ist wie zu erwarten Chinese, arbeitet seit seinem zweiten Lebenstag in einer iPhone-Fabrik und spielt virtuos Klavier. Fu&#223;ball: Nach wiederholten Fan-Ausschreitungen bei Liga- und Pokalspielen beschlie&#223;t der Deutsche Fu&#223;ballbund, Fu&#223;ball in Dresden g&#228;nzlich zu verbieten und schickt zum Neuanfang ein Netz voller Handb&#228;lle.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Dezember</strong><br />
Als erste Stadt der Welt begeht Koblenz Selbstmord und sprengt sich in die Luft. Der touristische Erfolg der Aktion ist bahnbrechend, auch &#252;berfl&#252;ssige St&#228;dte wie Hannover, Wolfsburg oder Halle &#252;berdenken bereits die Selbstsprengung als touristische Attraktion. Br&#252;ssel: Martin Semmelrogge wird Steuerfachmann beim Rat f&#252;r Wirtschaft und Finanzen in der Europ&#228;ischen Union. Vorbild war die Ernennung Karl-Theodor zu Guttenbergs zum Berater f&#252;r Internetfreiheit, so die Expertenmeinung. Berlin: Die Silvesterfeierlichkeiten auf dem Alexanderplatz eskalieren, nachdem linke Autonome Rainer Calmund in ihre Gewalt bringen und damit drohen, den Ex-Fu&#223;balltrainer an einen Kran zu h&#228;ngen und mit ihm den Fernsehturm einzurei&#223;en.</p>
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		<title>Die d&#252;steren Fotocollagen des Batman</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/die-dusteren-fotocollagen-des-batman/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 17:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/10/last.jpg" alt="" title="last" width="100%" /></p>
<p style="padding-top: 30px;">Kurz bevor ich nach Leipzig zog, warnte mich meine Oma, sie habe gerade in der Zeitung von einem M&#228;dchen gelesen, das in einem der Leipziger Parks &#252;berfallen worden sei. Gl&#252;cklicherweise habe das M&#228;dchen aber Judo gekonnt und h&#228;tte so die Angreifer einfach in die Rabatten geworfen. Die Angreifer jedoch h&#228;tten das M&#228;dchen im Nachgang dann wegen K&#246;rperverletzung angezeigt. Und das sich anschlie&#223;ende Verfahren gewonnen. Was dann mit dem M&#228;dchen passierte wei&#223; ich nicht. Vielleicht sitzt es noch immer in einem Hochsicherheitsgef&#228;ngnis, sticht sich selbst Tattoos und verflucht den Tag, an dem sie einen Schritt in den Park gewagt hat. </p>
<p>Exkurs: Es gibt St&#228;dte, deren Stadtparkbeleuchtung ist so eingerichtet, dass sie immer nur dort angeht, wo sie Bewegung wahrnimmt. Geht man nun also nachts durch einen solchen Park, &#8220;folgt&#8221; einem quasi die Parkbeleuchtung. Vorteil: Betrunke Nazis, die einem Handies, Unterw&#228;sche und Laptops wegnehmen wollen, sieht man schon von weitem kommen. Nachteil: Betrunkene Nazis sehen auch dich schon von weitem.</p>
<p>Naja, ich zog dann jedenfalls trotzdem hin. Und ich geh auch in die Parks, wenn auch mit gemischten Gef&#252;hlen. Betrunkene und Kinder sch&#252;tzt der liebe Gott, sagt man. Zwar muss ich bis heute noch beim Zigarettenkauf meinen Ausweis vorzeigen, aber als Kind und damit g&#246;ttlich Besch&#252;tzter geht man damit trotzdem nicht mehr durch. Und ausschlie&#223;lich betrunken durch die Stadt zu laufen ist auch eher unpraktisch. </p>
<p>W&#228;hrend es mir in meiner Heimatstadt noch zu Gute kam, dass mein Nachbar quasi alle Verr&#252;ckten der Stadt pers&#246;nlich kannte, diese im Sommer regelm&#228;&#223;ig vor seiner Haust&#252;r versammelte und ich als kleiner Nachbar dadurch so etwas wie Welpenschutz genoss, n&#252;tzt mir das in Leipzig &#252;berhaupt nichts. Hier kenne ich keine Verr&#252;ckten. Dar&#252;ber hinaus sind betrunke &#220;berfaller nie besonders gespr&#228;chsbereit und lassen es so gut wie nie zu, dass man noch schnell alle wichtigen Daten auf einen USB-Stick ziehen kann, bevor sie einem den Laptop wegnehmen, egal welche Art der Beleuchtung vorherrscht. Auch sind sie meist nicht dazu bereit, vielleicht noch ein paar Tage mit dem Handyabziehen zu warten, bis man sich schonmal vorsorglich ein Ersatzger&#228;t gekauft hat. </p>
<p>Aber was verteile ich &#252;berhaupt Weisheiten, ich wurde ja noch nicht einmal &#252;berfallen. Was vielleicht daran liegen mag, dass ich nachts ausschlie&#223;lich hysterisch lachend und bewaffnet mit einem Benzinkanister und einem Bunsenbrenner unterwegs bin, andererseits vielleicht auch daran, dass ich davon abgesehen sehr friedfertig wirke. Die Polizisten gr&#252;&#223;en mich freundlich, ich bin so eine Art Batman hier. Und falls mir doch einmal etwas zusto&#223;en sollte, bin ich ja vorbereitet. Denn bevor ich durch dunkle Gassen, d&#252;stere Parks oder schw&#228;rzeste Nacht wandle, mache ich ein Foto mit meiner Handykamera, das nach meinem schrecklichen &#220;berfalltod  meinen Angeh&#246;rigen &#252;bermittelt werden kann, sodass sie sich getrost zur&#252;cklehnen und sagen k&#246;nnen: &#8220;Ja, selber schuld, w&#228;r ich nicht durch gegangen.&#8221;</p>
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		<title>Das Wichtigste vom Tag [2]</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/das-wichtigste-vom-tag-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 08:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>Hamburg: Steve Jobs kommt in die Bravo<br />
</strong></p>
<p>Als erstem Unternehmer widmet die Jugendzeitschrift Bravo in der kommenden Ausgabe ihr Poster dem j&#252;ngst an einem Krebsleiden verstorbenen Apple-Gr&#252;nder Steve Jobs. Sein Tod habe die Leser der Bravo extrem bewegt, der Verlust eines Jobs sei heute schlie&#223;lich das Allerschlimmste<strong>*</strong>, erkl&#228;rte Chefredakteur Philipp Jessen. Apple-Produkte seien l&#228;ngst fest in das Leben der Jugendlichen integriert und Jobs gewisserma&#223;en ein Ausdruck der Welt der Jugendlichen. Geplant sind au&#223;erdem Poster des Arbeitsagentur-Chefs Frank-J&#252;rgen Weise und des nach einer bekannt gewordenen Beziehung zu einer Minderj&#228;hrigen designierten CDU-Landesvorsitzenden Christian von Boetticher. </p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Hohenheim: Aggressive Kinder m&#246;gen Computerspiele mit Gewalt<br />
</strong></p>
<p>Wissenschaftler der Universit&#228;ten Hohenheim und L&#252;neburg haben herausgefunden, dass aggressive Kinder und Jugendliche besonders brutale Computer- und Videospiele bevorzugen. In einem noch nicht ver&#246;ffentlichten Teil der Studie konnten die Wissenschaftler au&#223;erdem Zusammenh&#228;nge zwischen niedrigem IQ und einer Vorliebe f&#252;r Skat, sowie zwischen nach hinten gegeelten Haaren und F&#252;hrungspositionen in Wirtschaft und Politik feststellen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Baltimore: Magic Mushrooms mit Dauerwirkung<br />
</strong></p>
<p>Dass halluzinogene Pilze die Pers&#246;nlichkeit dauerhaft ver&#228;ndern k&#246;nnen, das ahnten Cosplay-Ver&#228;chter und Rollenspiel-Hasser schon lange. Wissenschaftlich best&#228;tigt wurde diese Bef&#252;rchtung jedoch erst j&#252;ngst durch Forscher der John Hopkins Universit&#228;t in Maryland. Denn obwohl die bewusstseinsver&#228;ndernde Wirkung der Pilze nur wenige Stunden anh&#228;lt, ist sie noch bis zu einem Jahr in Form einer gesteigerten Extrovertiertheit nachweisbar. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir den therapeutischen Nutzen von Drogen nicht vorschnell verkennen sollten“, erkl&#228;rte einer der Forscher. Repr&#228;sentativ sei die Studie mit insgesamt 51 Teilnehmern jedoch nicht, insbesondere da sich zwei der Probanden bis heute f&#252;r Batman und den Joker halten und sich nachts auf dem Gel&#228;nde der Universit&#228;t bek&#228;mpfen.
</p>
<p style="padding-top: 30px;">* freundlich entlehnt vom Kollegen <a href="http://de.favstar.fm/users/HausOhneFenster/status/111501007564963841">HausOhneFenster</a> </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Krone der Evolution</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/die-krone-der-evolution/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 11:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.andreherrmann.de/?p=9030</guid>
		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/10/aut.jpg" alt="" style="border: solid 1px #444;" title="Bl&#228;tter" width="500" height="333" class="alignleft size-full wp-image-9031" /><br /><span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/justindc/301643015/in/photostream/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/justindc/">justindc</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">&#8220;Ist das nicht sch&#246;n?&#8221;, ruft Thomas.<br />
Als h&#228;tte man ihn direkt aus einem Wham-Video geschnitten, sitzt er auf der Fensterbank und starrt vertr&#228;umt nach drau&#223;en. Dass er zwar eine Jogginghose, aber freien Oberk&#246;rper tr&#228;gt und seinen Kaffee direkt aus der Kanne trinkt, will ich nicht hinterfragen.<br />
&#8220;Schau Sie dir an&#8221;, sagt Thomas und deutet in Richtung Park, wo zwei Eichh&#246;rnchen gerade durchs Gras rennen, &#8220;Wie sie gezwungen sind, ihren Instinkten nachzugehen!&#8221;<br />
&#8220;Die sehen nicht besonders ungl&#252;cklich aus&#8221;, sage ich, w&#228;hrend die Eichh&#246;rnchen an den B&#228;umen herum h&#252;pfen.<br />
&#8220;Die wissen es auch nicht besser. Dazu ist das Programm in ihren K&#246;pfen zu simpel&#8221;, sagt Thomas.<br />
W&#228;hrenddessen haben die Eichh&#246;rnchen begonnen, sich gegenseitig fr&#246;hlich Haseln&#252;sse zuzuwerfen.<br />
&#8220;Ich zum Beispiel sitze hier im Warmen und erfreue mich an meiner eigenen &#220;berlegenheit. Denn unsere Spezies ist die einzige, die es geschafft hat, sich aus der eigenen Natur zu befreien!&#8221;<br />
&#8220;Hm&#8221;, sage ich.<br />
&#8220;Und wenn die Heizung mir nicht Unterschenkel verbrennen w&#252;rde, h&#228;tte ich auch auf die Hose verzichtet!&#8221;<br />
Ich sage nichts. Vielleicht hat er ja recht.<br />
&#8220;Wir sind wirklich die Krone der Evolution&#8221;, deklamiert Thomas lautstark.<br />
Eine Weile reden wir gar nicht. Ich schaue den Eichh&#246;rnchen zu, wie sie es sich auf einem Berg aus N&#252;ssen bequem machen. Hinten im Teich plantschen die Enten vor sich hin.<br />
Pl&#246;tzlich klingelt das Telefon. Um unsere gen&#252;gsame Selbstbestimmtheit nicht l&#228;nger vom elenden Klingelton st&#246;ren zu lassen, hebe ich ab, h&#246;re, nicke und reiche an Thomas weiter.<br />
&#8220;Dein Chef&#8221;, sage ich, &#8220;Ob du nicht heute arbeiten kannst.&#8221;</p>
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		<title>Das Wichtigste vom Tag</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 16:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>Wirbel um das neue iPhone 4s</strong></p>
<p>Obgleich sich die Technikwelt etwas entt&#228;uscht vom mageren Upgrade des iPhones zeigt, sorgt vor allem die neue Sprachsoftware Siri f&#252;r Erstaunen. So reagiert das neue iPhone nicht nur zuverl&#228;ssig auf Sprachanweisungen wie &#8220;Hier, mach ma dis Lied von Bushido, dis mit &#8216;Ich hab all das, was den Fotzen so gef&#228;llt&#8217;&#8221;, sondern auch kleine easter eggs hat die Firma aus Cuppertino in sein neues Ger&#228;t einflie&#223;en lassen. Gibt man zum Beispiel die Anweisung &#8220;Android Android Android&#8221;, so explodiert das iPhone und t&#246;tet alles im Umkreis von 50 Metern.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>ICE-Lokf&#252;hrer verpasst Freiburger Hauptbahnhof</strong>
</p>
<p>Nachdem Lokf&#252;hrer in diesem Jahr bereits dreimal den Halt in Wolfsburg verga&#223;en, rauschte am Montagabend ein ICE am Freiburger Hauptbahnhof vorbei. Der zust&#228;ndige Kundenbetreuer zeigte sich wenig beeindruckt. Im Gegenteil, der Applaus in den Waggons beim Passieren Freiburgs h&#228;tte das spontane Umdisponieren sogar noch bekr&#228;ftigt. Auch in puncto Wolfsburg gibt man sich im Unternehmen unverst&#228;ndig. Der zust&#228;ndige Pressesprecher weigerte sich sogar, die Kombination der Worte &#8220;Wolfsburg&#8221; und &#8220;Stadt&#8221; anzuerkennen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Nobelpreis f&#252;r Durchhalteverm&#246;gen geht an die ARD</strong>
</p>
<p>W&#228;hrend &#252;ber die Verleihung des Literaturnobelpreises noch spekuliert werden darf, stehen die gl&#252;cklichen Gewinner der diesj&#228;hrigen Nobelpreises f&#252;r Durchhalteverm&#246;gen bereits fest. Gestern verk&#252;ndete das Komitee in Stockholm feierlich, dass die ARD den Preis bei der Verleihung am 10. Dezember in Empfang nehmen wird. Die Verantwortlichen lobten das jahrelange Engagement des Senders, stetig die z&#228;hsten aller Seniorensendungen auszustrahlen und sich gekonnt vom Mainstream fernzuhalten. Ebenfalls lobte das Komitee die Arbeit der ARD-Polit-Talkerin Anne Will, die sich trotz ihres neuen Sendeplatzes nicht davor scheue, w&#246;chentlich das Gequatsche mittelm&#228;&#223;iger Profilneurotiker zu ertragen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Zorn &#252;ber Zensur bei RTL</strong>
</p>
<p>Emp&#246;rt zeigten sich gestern Vertreter unabh&#228;ngiger Zeitungen und Medienverb&#228;nde &#252;ber die Zensurarbeit bei RTL. Der Sender hatte bei der Ausstahlung des Deutschen Fernsehpreises am Montag die Laudatio des <del datetime="2011-10-05T16:22:40+00:00">Comedians</del> Lebewesens Oliver Pocher zur Verleihung des Preises in der Kategorie “Beste Unterhaltung Doku” gek&#252;rzt. Kritiker sprachen von &#8220;unversch&#228;mtem&#8221; und &#8220;absolut unprofessionellem Verhalten&#8221; und erkl&#228;rten, man h&#228;tte Pochers Auftritt g&#228;nzlich rausschneiden m&#252;ssen, besser noch, die Ausstrahlung &#8220;des ganzen Verleihungsschnickschnacks&#8221; g&#228;nzlich verhindern m&#252;ssen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><strong>Mysteri&#246;se Verquickungen im Pop-Gesch&#228;ft</strong>
</p>
<p>Pop-Titan Robby Williams verk&#252;ndete k&#252;rzlich, er wolle zum zweiten Mal die Band &#8220;Take That&#8221; verlassen, um mal zu schauen, ob die sich die mittlerweile 40 Jahre alt gewordenen Fans noch immer f&#252;r ihn auf die Bahnschienen legen w&#252;rden. Gleichzeitig schoss das neue Comeback-Album der deutschen Gruppe Rosenstolz auf Platz 1 der Album-Charts. Kritiker vermuten hier einen mysteri&#246;sen Zusammenhang. Wom&#246;glich k&#246;nnte Williams mit seinem Abschied eine Trotzreaktion bei den Fans hervorgerufen haben, schlie&#223;lich sei die Musik von &#8220;Take That&#8221; und &#8220;Rosenstolz&#8221; immer &#228;hnlich fad gewesen. Auch im Deutschen Raubkopierer-Verband zeigt man sich betroffen vom Erfolg der Band. &#8220;Wir haben alles versucht, aber die Rosenstolz-Fans sind einfach zu doof f&#252;r Bittorrent!&#8221;, klagte ein Mitglied.</p>
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		<title>Die positive Entwicklung der Sylke</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 08:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/09/5834564592_8bbd3bbf0a.jpg" alt="" title="So etwa wie Zukunft, 'Eifellandschaft' von Gerhard Richter" width="500" height="399" style="border: solid 1px #444" /><br />
<span style="fonz-size: 10px;"><a href="http://www.flickr.com/photos/centralasian/5834564592/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/centralasian/">Cea.</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Irgendjemand hat einmal gesagt, dass wer weiterleben will, Position beziehen muss. Doch f&#252;r welche Partei man sich entscheiden soll, wenn in keinem aller Programme die Forderung nach einer Adoptionsm&#246;glichkeit f&#252;r Tapire vorkommt, sagt einem niemand. Wie sch&#246;n w&#228;re so ein Leben mit einem Tapir. Man k&#246;nnte ihn Sylke nennen, insofern er eine Tapirdame w&#228;re. Oder Guido, wenn man nicht schon eine Schutzziege mit dem gleichen Namen h&#228;tte. Oder einfach nur John Locke. </p>
<p>Vielleicht ist das der Anfang vom Ende. Seit langem ziehe ich die Gesellschaft meiner Haushaltsger&#228;te der der Menschen vor. Erst seit dem Erwerb eines Toasters im vergangenen Sommer f&#252;hlt sich mein Leben halbwegs komplett an. Auch die W&#228;nde und die Wohnungst&#252;r sind mir mit der Zeit besonders gute Freunde geworden. Ein Tapir h&#228;tte zus&#228;tzlich noch den Vorteil, dass er lebendig sein k&#246;nnte. Dass er leise vor sich hinr&#246;hrt, wenn man ihn streichelt. Und vor allem, dass er als kleiner Tapir unglaublich s&#252;&#223; aussieht und sich sp&#228;ter, als gro&#223;er Tapir, nicht zu einem verr&#252;ckten Wesen entwickelt, dass pl&#246;tzlich Karriere machen, Neid entwickeln, Geld verdienen und R&#252;cklagen f&#252;r sp&#228;ter schaffen will.</p>
<p>Das einzige Problem: So ein Tapir entbindet nicht von der Verpflichtung, f&#252;r sich selbst zu sorgen. Im Gegenteil, man muss sogar zus&#228;tzlich noch das Tapirtier irgendwie durchbringen. Wenn ich es recht bedenke, habe ich nur eine wirkliche Superkraft: Ich kann sehr gut die Fehler anderer Menschen entdecken und dabei gro&#223;z&#252;gig meine eigenen &#252;bersehen. Vielleicht reicht das immerhin, um Unternehmensberater oder Mitarbeiter einer Personalabteilung zu werden. Einzige Bedingung: Meine Personalabteilung m&#252;sste g&#228;nzlich schwarz gestrichen sein. Schwarze M&#246;bel, schwarze W&#228;nde, Decken, Stifte, alles. Und am ende eines langen Thronsaals st&#252;nde mein Schreibtisch. Kein Stuhl davor, sondern nur ein kleiner Hocker, der gerade gut genug zum Niederknien und Bu&#223;etun ist. Und dort d&#252;rften sie Abbitte leisten, die Bundeswehr-Universit&#228;tsabsolventen, die Marketing-Leute, die Broccoli-f&#252;r-Nahrung-Halter und alle anderen in meinen Augen sinnlosen Berufsgruppen. Und alle d&#252;rften sie in meinem Assassment-Center mitmachen. Vier bis acht Wochen lang w&#252;rde ich sie v&#246;llig belanglose Aufgaben l&#246;sen lassen, bis nur noch die Hartn&#228;ckigsten &#252;brig bleiben w&#252;rden. Die ich dann wieder in den Thronsaal rufen k&#246;nnte, um ihnen in einer feierlichen Zeremonie verk&#252;nden zu d&#252;rfen, dass sie den Job leider nicht bekommen h&#228;tten, ich aber gern bereit w&#228;re, den Schein f&#252;r die Arbeitsagentur noch auszuf&#252;llen.</p>
<p>Mal ehrlich: Ich hasse Zukunft. Und jedes Mal, wenn sie vor mir liegt, bin ich froh, wenn sie endlich Vergangenheit ist. Irgendwann werde ich wohl aus zweierlei Gr&#252;nden zwangsl&#228;ufig eine Zeitmaschine erfinden m&#252;ssen. Erstens um mal eben vorspulen und gucken zu k&#246;nnen, ob sich der ganz Trubel &#252;berhaupt lohnt und zweitens, um in die Vergangenheit reisen zu k&#246;nnen und die Entwicklung von Arbeitsethos und Industrialisierung zu verhindern. Oder einfach, um Michel Houellebecqs Romane jeweils immer ein Jahr vor ihm selbst unter meinem Namen herauszubringen und stinkreich zu werden. Und mir dann endlich ohne Gewissensbisse einen Tapir leisten zu k&#246;nnen. Erstens, weil mich als exzentrischen K&#252;nstler dann niemand schief angucken w&#252;rde und zweitens, weil ich es k&#246;nnte.</p>
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		<title>Die unertr&#228;gliche S&#228;migkeit des Leims</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 08:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Da gibt es noch so eine Hausarbeit, die geschrieben werden will. Aber das geht ja vielen so. Das sagen zumindest viele. Immer geht es vielen so. Nur hilft das leider &#252;berhaupt nicht, wenn es mir danach immer noch so geht und mir diese vielen dabei kein bisschen helfen. Wahrscheinlich, weil sie selbst genug zu tun haben. Womit mal wieder gezeigt w&#228;re, dass ich ihnen einfach v&#246;llig egal bin. Und sie mir erst. Wenn ich der Philosophiewelt eine Aussage hinzuf&#252;gen k&#246;nnte, dann w&#228;re es wahrscheinlich, dass alles einfach weitergeht. Ganz egal, ob man nun diese Hausarbeit schreibt oder nicht. &#8220;Nur will man das?&#8221;, w&#252;rde ein <a href="http://patricksalmen.de/">Patrick Salmen</a> fragen. Und sagen wir es so, in letzter Konsequenz will ich. Also muss ich wohl auch. Gro&#223;e philosophische Leistungen heute mal wieder.</p>
<p>Was sonst so passiert:<br />
<a href="http://www.twitter.com/nnamrreherdna"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/09/tw.jpg" alt="" title="Twitter" width="500" height="216" style="border: solid 1px #444" /></a></p>
<p>Es gibt jetzt tats&#228;chlich mehr als 1000 Leute, die ich offiziell meiner pers&#246;nlichen Schutztruppe zuordnen darf. Sollte mir in naher Zukunft also mal wieder im Supermarkt das Kleingeld fehlen, wei&#223; ich, worauf ich zur&#252;ckgreifen kann. Von nun an folgenden mir also so viele Leute, dass es nicht mehr ganz so traurig erscheint, mit dem Zeug kein Geld verdienen zu k&#246;nnen. Denn immerhin staunen alle zuerst und trauen sich wom&#246;glich gar nicht zu fragen, wie viel mir jeder dieser Menschen daf&#252;r bezahlt, diesen Spa&#223; zu machen. H&#228;tte ich neben all dem Zeug, dass ich mache, um mich von ernstzunehmender Arbeit abzuhalten, noch etwas Zeit &#252;brig, w&#252;rde ich wahrscheinlich einen tumblr-Blog er&#246;ffnen, in dem ich aus rein arch&#228;ologischem Antrieb Fotos aktueller FDP-Mitglieder ver&#246;ffentlichen w&#252;rde. Aber da gibt es nat&#252;rlich schon l&#228;ngst bessere Blogs, zum Beispiel <a href="http://ichbinkeinrassistaber.tumblr.com/">ichbinkeinrassistaber.tumblr.com</a>. Dort wird munter illustriert, dass zu viel Playstation am Ende doch dem Gehirn schadet. Zumindest wenn im Hintergrund eine Landser-CD im Loop l&#228;uft und man Abends im Bett das Geschichtsbuch r&#252;ckw&#228;rts vorgelesen bekommt.</p>
<p>Wissenschaftler haben j&#252;ngst herausgefunden, dass 17 Prozent st&#228;dtischer Jugendlicher zwischen 14 und 20 Jahren &#8220;hoch-sozial-&#228;ngstlich&#8221; seien. Allerdings muss die Dunkelziffer viel gr&#246;&#223;er sein. Immerhin muss man davon ausgehen, dass sich ein Gro&#223;teil noch nicht einmal zum Test getraut hat, insofern es sich bei den Wissenschaftlern nicht um Roboter gehandelt hat. Wie schlimm das Ganze bei &#252;ber 20-J&#228;hrigen wird, konnte leider nicht untersucht werden, da bereits niemand mehr auf die Einladungen zum Test reagierte. Aber wem erz&#228;hle ich das, wer sind Sie &#252;berhaupt? Ein kaltes Grausen &#252;berkommt mich, wenn ich daran denke, dass das hier wom&#246;glich sogar von Menschen gelesen wird. Darum verzeihen Sie, wenn ich bei diesem Gedanken einfach ohnm&#228; zturjfhdncmskeur</p>
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		<title>Viel aus Nichts</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/viel-aus-nichts/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/08/stack.jpg" style="border: solid 1px #444;" /><br />
<span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/antphotos/3904215382/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/antphotos/">ant.photos</a></span></p>
<p>Zur Zeit liegen meine Weltver&#228;nderungspl&#228;ne auf Eis. Was nicht hei&#223;t, dass ich nicht sofort eine Spende in Millionenh&#246;he annehmen und fortan in einer irren Reality-Doku &#252;ber mein ausschweifendes Nichtstun berichten w&#252;rde. Und anschlie&#223;end den Markt mit schlechten Rap-Alben und Selbsthilfeb&#252;chern &#252;berschwemmen w&#252;rde. Einfach weil ich es k&#246;nnte. Oder dass ich mich nicht vom Fleck weg adoptieren lie&#223;e, wenn Katy Perry endlich eins&#228;he, dass ich mich einfach hervorragend in ihrem Stammbaum machen w&#252;rde. Nein, anders als die wahrscheinlich halbe Welt schreibe ich an keinem selbstfinanzierten Kurzgeschichtenband, (der dann aus heiterem Himmmel doch niemand interessiert) und klebe keine zart besaite Lyrik in Form von h&#228;sslichen Stickern in den &#246;ffentlichen Raum. Wenn ich so etwas t&#228;te, w&#228;re es vermutlich auch viel schlechter. Und wenn es das w&#228;re, dann w&#252;rde ich mich rausreden und es Satire nennen. Ebenso fehlt ein M&#228;zen, der mir monatlich Geld daf&#252;r &#252;berweist, dass ich die Welt mit Hohn &#252;bergie&#223;e. </p>
<p>Es m&#252;sste aber schon etwas Zusammenh&#228;ngendes sein. Und nat&#252;rlich sehr gut. Sprich, schon wieder zwei Probleme mehr. Ich bewundere Leute, die t&#228;glich 5000 W&#246;rter in ihre Computer h&#228;mmern und damit Erfolg haben. Houellebecq sagte einmal, man k&#246;nne so etwas nicht fordern, man m&#252;sse abwarten und den Text im Inneren heran wachsen lassen. Und was will man denn machen, wenn der innere Textbaum nicht t&#228;glich 10 Seiten abwirft? Zwar glaube ich auch nicht, dass man einfach abwarten muss, bis der gro&#223;e Roman an die Hirnwand klopft, aber etwas Anderes als das f&#228;llt mir auch nicht ein. In drei Wochen geht die <a href="http://schkeuitzerkreuz.de">Leseb&#252;hne</a> wieder los, das ist immer gut dort. Und man ist wenigstens gezwungen, monatlich zwei Texte abzuliefern, um sich nicht v&#246;llig zu blamieren. Zur Not kann man das ja auch noch mit den Texten tun. Einen Anfang f&#252;r das opus magnum habe ich immerhin schon, im Kopf, und der gef&#228;llt mir sehr gut. Wenn ihr ihn in einem bis vierunddrei&#223;ig Jahren lest, werdet ihr wissen, was ich meine.</p>
<p>Und bis es soweit ist, kann man ja immerhin Filme &#252;ber Personen gucken, die genug bewegt haben. Soll hei&#223;en, ich w&#228;re durchaus zufrieden, wenn man deren Namen im gro&#223;en Geschichtsbuch der Welt einfach durch meinen ersetzen und mir den Stress der Unvergesslichwerdung ersparen w&#252;rde.</p>
<p>Z.B. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0287624/">Paradise Found</a> mit Kiefer Sutherland. Dort wird die Geschichte von Gauguin erz&#228;hlt, der seinen tollen Brotberuf an der B&#246;rse aufgibt, um sich von seiner Frau h&#228;nseln zu lassen und Maler zu werden. Ein ganz guter, wie Pissarro fand. Und die Welt dann sp&#228;ter irgendwie auch.</p>
<p>Oder den Film <a href="http://www.imdb.com/title/tt0183659/">Pollock</a> &#252;ber <del datetime="2011-08-31T19:35:33+00:00">Pablo Picasso</del> Jackson Pollock, den alten Schluckspecht. Bei dem sieht es &#252;brigens ganz so aus, als habe er einfach darauf warten m&#252;ssen, bis ihm das dripping einfiel und er endlich richtig ber&#252;hmt werden konnte. Ber&#252;hmt f&#252;r seine Malerei und dann irgendwie auch f&#252;r diesen Unfall.</p>
<p>Oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BJ4cIxfGKVk">Salvador Dalí &#8211; die Best&#228;ndigkeit der Erinnerung</a>, bei dem es hei&#223;t, Dalí w&#228;re eigentlich schon von Kindertagen an die Person Dalí gewesen, die man sp&#228;ter immer so heraus gestellt h&#228;tte. Als ich klein war, wollte ich Anwalt werden, weil mein Opa gesagt hatte, ein Anwalt w&#252;rde allein schon beim Anfassen der T&#252;rklinke 100 Mark verdienen. Wenn das also meine prophezeite Zukunft ist, dann aber Hellau.</p>
<p>Oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=y-iHoXMr2jM">Neo Rauch &#8211; Ein deutscher Maler</a>. Ich mag dieses beh&#228;bige Sprechen sehr. Weil so klingt, als st&#252;nde Herr Rauch immer mit einem Bein in den Traumwelten, die er sonst malt. Und wenn man gerade dabei ist, kann man gleich noch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=r66eul0m4WQ">Gottfried Helnwein &#8211; Die Stille der Unschuld</a>, ein mindestens genau so toller Zeitgenosse. Wenn man mal einen Film &#252;ber mich dreht, werde ich ihn vermutlich <strong>André Herrmann &#8211; Viel aus Nichts</strong> oder <strong>André Herrmann &#8211; Das h&#228;tte man dem gar nicht zugetraut!</strong> nennen lassen.</p>
<p>Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XrE5JSTm7rA">Gerhard Richter painting</a>. Ab 8. September. Wahrscheinlich werde ich es gar nicht ins Kino schaffen, weil vor den Eing&#228;ngen schon die ersten Twilight-Fans wegen ihres komischen Films im November campieren, aber wozu gibt es Sensen? Im <a href="http://www.centrepompidou.fr/">Centre Pompidou</a> habe ich letztes Jahr ein paar Richter-Bilder gesehen. Die sind fantastisch. Und wer das nicht so sieht, ist doof. So. Hab ich gesagt, dass ich mich auf den Richter-Film freue? Ja? Gut. </p>
<p><iframe width="500" height="311" src="http://www.youtube.com/embed/XrE5JSTm7rA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Was Regen angeht, bin ich Gremlin</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/was-regen-angeht-bin-ich-gremlin/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 08:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/08/unwetter.jpg" alt="" title="unwetter" width="500" height="375" class="alignleft size-full wp-image-8642" style="border: solid 1px #444" /><br />
<span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/mr-football/3723706114/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/mr-football/">mr-football</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Vielleicht ist es ja nur ein Spleen, zu glauben, alles Ungl&#252;ck dieser Welt konzentriere sich auf mich. Oder, um es mit den Worten des famosen <a href="http://www.myslam.net/de/slam-poet/1130/">Florian Cieslik</a> auszudr&#252;cken, von sich selbst zu sagen: &#8220;Ich hab kein Pech, Pech hat mich.&#8221; </p>
<p>Vielleicht ist es ja nur die Perspektive, die es so aussehen l&#228;sst, dass es immer zu immensen Wolkenbr&#252;chen kommt, wenn ich mit dem Fahrrad auf freiem Feld unterwegs bin, keine Jacke dabei habe und den ganzen Tag lang keine Chance habe, mir trockene Klamotten zu besorgen. Und nur ein Missgeschick, wenn mir immer erst langsam d&#228;mmert, warum ich mein verlegtes Handy nicht einfach mit meinem Handy anrufen kann. Oder dass die Bedeutungslosigkeit alle m&#246;glichen Leute anruft, um sie zu informieren, dass ihnen wieder mal ein Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, nur mich nicht. Und ich beim ersten Versuch, so ein cooler Geocacher zu werden, einen aktiven Vulkan hinabsteigen soll. Und vielleicht ist es gar kein ausreichender Ausgangspunkt f&#252;r einen Text, sich dar&#252;ber zu echauffieren, mal wieder total nass geworden zu sein.</p>
<p>Aber bleiben wir sachlich. Es gibt wirklich Schlimmeres. Zum Beispiel k&#246;nnte ich ein Land sein, das gerade versucht, sich aus einer vierzigj&#228;hrigen Diktatur zu befreien und wenn ich es fast geschafft h&#228;tte, beg&#246;nne tausende Kilometer ein Au&#223;enminister, der nichts dazu getan hat, sich damit zu br&#252;sten und mich zu belehren. Oder ich k&#246;nnte dazu verdammt werden, mein ganzes Leben in einem Zimmer zu verbringen, in deren Ecken kleine Jungs viel zu laute Popsongs &#252;ber ihre nicht schalldichten Kopfh&#246;rer h&#246;ren. Denn viele wissen ja nicht, das Michael Myers bspw. seine Mordserie begann, nachdem sein Gegen&#252;ber am Esstisch mal wieder bei jedem Bissen so laut einatmete. Oder dass Jason zur Machete griff, als ihm am Computer wieder jemanden schmatzend &#252;ber die Schulter schaute. Aber Serienm&#246;rder, das hat doch keine Zukunft. Davon kann man wom&#246;glich nicht einmal richtig leben und gesellschaftlich ist der Beruf kaum angesehen. Und da man st&#228;ndig unterwegs w&#228;re, w&#252;rde man sicherlich auch irgendwann unweigerlich einmal in einen thunderstorm erster G&#252;te geraten, nein nein.</p>
<p>Vielleicht muss man also wirklich nur versuchen, in allem das Gute zu sehen. Sich freuen, wenn jeder Bissen der Rindfleischbolognese, die an so lustige kleine Katzenk&#246;ttel erinnert, auch wirklich nach Fleisch schmeckt. Oder dass man nie von Fremden bel&#228;stigt wird, weil man so nachdenklich aussieht, w&#228;hrend man im Kopf nur &#8220;D&#196;D&#196;D&#196;D&#196; D&#196; D&#196; D&#196; BABAMM!&#8221; singt.</p>
<p>Und vielleicht muss man nur viel gen&#252;gsamer werden. Winnie Poohs Freund Piglet sagte einmal: “Don&#8217;t underestimate the value of Doing Nothing, of just going along, listening to all the things you can&#8217;t hear, and not bothering.” Und wom&#246;glich wird manch eine/r jetzt denken, das sei v&#246;llig irrelevant. Aber dass Christopher Robin sp&#228;ter, als er die Fantasiewelt Winnie Poohs verl&#228;sst, einen der besten S&#228;tze &#252;berhaupt sagt, wird hoffentlich niemand bestreiten:</p>
<p>Christopher Robin: &#8220;I&#8217;m not going to do nothing anymore.&#8221;<br />
Winnie Pooh: &#8220;Never again?&#8221;<br />
Christopher Robin: &#8220;Well, not so much. They don&#8217;t let you.&#8221;</p>
<p>Und wie Eeyore einmal so sch&#246;n sagte: &#8220;The nicest thing about the rain is that it always stops. Eventually.&#8221;</p>
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		<title>Die H&#246;lle aus Sevilla</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 14:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/08/frise.jpg" title="" alt="" style="width: 500px; border: solid 1px #444" /><br /><span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/cronncc/5988013522/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/cronncc/">Curtis Cronn</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Ein bisschen trauere ich jener dunklen Zeit nach, die Kollege <a href="http://volkerstruebing.wordpress.com/2011/04/17/ist-zivilisationskritik-eigentlich-eine-zivilisationskrankheit/">Str&#252;bing folgenderma&#223;en treffend umschreibt</a>: &#8220;Die hatten eine H&#246;hle, ein Fell und genau zwei Apps: Einen Faustkeil und einen angespitzten Stock, der &#252;ber die beiden Funktionen &#8216;Feuermachen&#8217; und &#8216;Mammut erlegen&#8217; verf&#252;gte.&#8221; Das Leben damals muss so herrlich simpel gewesen sein. Immer, wenn man Dokus im Fernsehen guckt oder mal einen Ausflug in die Trinkerecke vorm Rewe macht, sieht man die wulstigen und zugewucherten Urzeitler gesellig ums Feuer sitzen, sich anbr&#252;llen und am Fleisch einer aufgerissenen Salamipackung, resp. eines erlegten Mammuts laben. Und alle sehen sie irgendwie gleich aus, mit ihren Wackenm&#228;hnen und den kuscheligen Fellen, fernab jeder zivilisatorischen Luxusproblematik, wie sie einem heutzutage das Leben in der Wissensgesellschaft zur H&#246;lle macht. Friseure zum Beispiel. Ich hasse Friseure. Eigentlich hasse ich sie nicht, aber es klingt besser, als wenn ich sagen w&#252;rde, dass mir der Gang zum Friseur mehr einem Gang zum Schafott gleicht, als einer &#228;sthetischen Aufwertung meiner selbst f&#252;r zwei oder drei Monate.</p>
<p>Das Problem n&#228;mlich ist, dass man einen Plan haben muss. Das hei&#223;t, wenn man zum Friseur geht, muss man wissen, was man will und &#8220;Haare ab!&#8221; ist da leider eine zu unpr&#228;zise Formulierung. Fr&#252;her, als ich noch Haare bis zur Brust hatte, kannte ich diese Probleme nicht. Aber da kannte ich auch kein gesellschaftliches Leben, lebte auf einem einsamen Berg und h&#246;rte den ganzen Tag lang Slayer. Irgendwann stieg ich dann gl&#252;cklicherweise herab und lie&#223; mir von einer weinenden Meisterfriseurin mein Haupt scheren. Manchmal glaube ich, ich h&#228;tte mich einer dieser Friseurazubinen zur Verf&#252;gung stellen sollen, die hin und wieder per Aushang nach Modellen f&#252;r ihre Abschlussarbeiten suchen. Aber meine Angst war einfach zu gro&#223;, dass sie mir einen Beckham-Iro oder die damals so angesagte Bill-Kaulitz-Sonic-Stachelfrisur h&#228;tte verpassen und mich damit endg&#252;ltig der L&#228;cherlichkeit preis geben k&#246;nnen.</p>
<p>Das zweite Problem also: Man gibt sein Schicksal in die H&#228;nde einer Fremden, bzw. eines Fremden. Und wenn diese Person dann schlechte Laune hat, weil heute Mittwoch ist und Sarah Papadopoulos bald bei GZSZ den Serientod sterben muss, dann ist das, grob gesagt, schlecht f&#252;r das Ergebnis. Man erkennt diese Einsch&#228;tzung des Haarfleischers meist schon daran, dass einem nicht einmal mehr angeboten wird &#8220;noch &#228; bissl Wachs oder Gel rein&#8221; zu machen, weil es sowieso aussichtslos ist. So als w&#252;rde man halbherzig ein paar Weizensamen auf die verbrannte Erde werfen wollen, wo gerade eine Atombombe detoniert ist. Aussichtslos.</p>
<p>Ich wette, dass ich schon l&#228;ngst stadtbekannt bin und man heimlich Wetten darauf abschlie&#223;t, wie ich wohl dieses Mal den Coiffeurladen verlassen werde. Beim letzten Mal hat es mir ja sehr gut gefallen, was die Dame dort auf meinem Kopf gezaubert hatte. Deshalb hatte ich mir auch gleich vorgenommen, zu Hause aufwendige 360-Grad-Aufnahmen meines Kopfes anzufertigen, die mich ein f&#252;r alle Mal meiner Friseurprobleme entledigen w&#252;rden. Stolz hatte ich mir ausgemalt, wie ich dann einfach nur noch mein kleines Album h&#228;tte vorzeigen und &#8220;So will ich es!&#8221; h&#228;tte sagen m&#252;ssen. Aber man kennt das ja, Disziplin und Planerf&#252;llung sind in etwa so wie Erdnussbutter und Marmelade: zusammen einfach unm&#246;glich. Aus diesem Grund ist es zu den Fotos nie gekommen.</p>
<p>Und dann sitzt man wieder da, gefoltert vom eigenen Antlitz, das einen aus dem rundherum aufgebauten Spiegelkabinett anglotzt, w&#228;hrend man brav mit einer Nummer in der Hand darauf wartet, sich das Haupt verunstalten zu lassen. Heimlich versucht man, die Gestaltungsanweisungen der anderen Leidensgenossn aufzuschnappen, so von wegen &#8220;Ja, und dann seitlich sch&#246;n mit der Maschine abstufen und das Deckhaar einen Tick l&#228;nger und mit Schere&#8221; und danach sieht es gut aus. Oder die vielen Frauen, die schon Wochen im voraus Pl&#228;ne f&#252;r jedes Haare erstellt zu haben scheinen. Und dann sagt man &#8220;Ja, so oben ein bisschen l&#228;nger als an den Seiten und den Nacken mit Maschine&#8221; und sieht anschlie&#223;end aus wie Forrest Gump. Unter dem Gekichere der Angestellten verl&#228;sst man gepr&#252;gelt den Laden und pr&#252;ft die Frisuren der drau&#223;en Umherlaufenden, die alle so normal aussehen, w&#228;hrend das da oben &#252;ber den eigenen Augen sogar Lady Gaga zu krass w&#228;re. Und man setzt sich in die Stra&#223;enbahn, geht noch schnell einkaufen, kommt nach Hause und bemerkt, dass man im Gesicht die H&#228;lfte der abgeschnittenen Haare wieder mitgekommen hat. So etwas passiert nur mir.</p>
<p>Das Gute ist: Wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umschaue, sieht es aber gl&#252;cklicherweise so aus, als w&#228;re das alles nur noch Frage der Geschwindigkeit der evolution&#228;ren Entwicklung, bis M&#228;nner ohnehin keinerlei Haare mehr auf dem Kopf haben und sich somit den Gang zum Friseur sparen k&#246;nnen. So kommen vielleicht wenigstens die Generationen nach mir in diesen Genuss. F&#252;r sie halte ich hier meine Pein fest. Sch&#228;tzt euch gl&#252;cklich, ihr M&#228;nner der Zukunft! Glatzen sind super, wenn sie einem stehen und man sich von jenem Gedankengut fernh&#228;lt, das den Kahlschlag in Verruf gebracht hat. Und auch wenn die Geheimratsecken meines Vaters schon nach dem Nacken greifen, sieht es wohl oder &#252;bel so aus, als werde ich noch lange Zeit zum Friseur gehen m&#252;ssen. Zwar wei&#223; ich bis heute nicht, was ich dort sagen soll, um anschlie&#223;end halbwegs annehmbar auszusehen, aber ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit. </p>
<p>Und vielleicht muss das alles ja so sein. Wenn man es genau nimmt, k&#246;nnte alles viel schlimmer sein. Zum Beispiel k&#246;nnte die Wehrpflicht wieder eingef&#252;hrt werden, diesmal allerdings f&#252;r alle Leute &#252;ber 23 Jahren oder ich k&#246;nnte mir so eine Schieberm&#252;tze kaufen, wie sie alle tragen. Oder &#252;berfallen und in ein Clockwork-Orange-m&#228;&#223;iges Umprogrammierungskino gesperrt werden, in dem ich mit unendlichen Stern-TV-Sendungen gefoltert w&#252;rde, bis ich mir freiwillig <a href="http://www.flickr.com/photos/ubi-bene/2616487902/">so etwas</a> machen lassen w&#252;rde. Man muss nur genau hinschauen, dann findet man immer gen&#252;gend Leute, deren Kopf es weitaus schlimmer getroffen hat, als den eigenen.</p>
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		<title>Die n&#246;tige Tragik des Sommers</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 17:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><iframe width="500" height="28" src="http://www.youtube.com/embed/OCCUAw11Slk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><img style="border: solid 1px #444" src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/07/rainy.jpg" alt="" title="rainy" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-8372" /><br /><span style="font-size: 10pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/silent-shot/500251940/in/photostream/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/silent-shot/">silent shot</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Ich gestehe, die Schuld am Wetter trage ich. Das mag egozentrisch klingen, aber es ist eben auch die Wahrheit. Es dreht sich alles um mich. Und es ist doch wirklich nett, dass der Sommer pausiert, solange ich damit besch&#228;ftigt bin, eine Hausarbeit zu verfassen. Wie unertr&#228;glich w&#228;re es denn, wenn ich in der Bibliothek sitzen m&#252;sste, w&#228;hrend man drau&#223;en vorm Fenster spontan einen Pool er&#246;ffnet, in dem mich leicht bekleidete M&#228;dchen mit Wasservolleyball verh&#246;hnen? Jede Zeile w&#228;re eine Tortur. Juli, w&#252;rde ich denken, drau&#223;en ist Juli und du musst hier sitzen und Texte exzerptieren, w&#228;hrend sie drau&#223;en gerade das gr&#246;&#223;te Bierfass Europas anstechen, bevor sie in der D&#228;mmerung damit beginnen, sich an Hegels brennendem Gesamtwerk zu w&#228;rmen und dabei Lagerfeuersongs zu singen. Und w&#228;hrend ich das denken w&#252;rde, w&#252;rde sich all mein Schwei&#223; an meinen Fingerkuppen sammeln und direkt in mein Notebook flie&#223;en, um sich mit dem Netzteil zu einem neuen Stromkreis zu verb&#252;nden, der mich sek&#252;ndlich mit schmerzhaften Stromst&#246;&#223;en meines ekelhaften Schicksal versicherte.</p>
<p>F&#252;chterhaft! Wahrscheinlich war es genau so bei Silvana Koch-Mehrin oder dem Chatzimarkakis. Die sa&#223;en brav am Schreibtisch, w&#228;hrend rund um die Bibliothek gerade die gr&#246;&#223;te Achterbahn der Welt gebaut wurde. Solcherlei Umst&#228;nde m&#252;sste doch jeder verst&#228;ndnisvolle Vroniplag-Nutzer verstehen. Und nat&#252;rlich w&#228;re ich allein. Das hei&#223;t, fast allein. Denn es g&#228;be ja immer noch die, die sowieso immer in der Bibliothek sind. Jene, die wie in einem Zombiefilm schon morgens sabbernd an den T&#252;ren kratzen und um Einlass betteln. Die man zu egal welcher Zeit in der Bibliothek trifft, das hei&#223;t, die man meist mit Kaffee und Kippe in der Hand auf der Eingangstreppe &#252;berrascht. Die nie vor 22 Uhr nach Hause gehen k&#246;nnen, weil sie von der &#8220;Bitte verlassen sie Bibliothek&#8221;-Ansage abh&#228;ngig geworden sind. Aber darum geht es bei diesen Bibliotheks-Sit-Ins ja gar nicht. Es geht allein darum, sich nach dem Seminar mit den Worten &#8220;Oh, nein, ich kann jetzt leider nicht mit euch diese f&#252;nfhundert Meter lange Wasserrutsche einweihen gehen, ich muss noch in die Bibliothek!&#8221; verabschieden zu k&#246;nnen. Den anderen ein schlechtes Gewissen machen, darum geht es, nur um sich dann in der Bibliothekscafeteria mit Nudeln und Kaffee vollzupumpen, aber &#228;u&#223;erlich den Anschein gewahrt zu haben, besch&#228;ftigt zu sein.</p>
<p>Aber ich schweife ab. Danke, danke, danke, lieber Sommer, dass du uns mittem im Juli schon eine Vorschau auf Ende Oktober und den Winterdepressiven schonmal einen Grund gibst, ihre Tabletten zu testen. Fast hat man das Gef&#252;hl, die Bundesregierung w&#228;re nun endg&#252;ltig durch einen Firmenvorstand ersetzt worden, der kurzerhand die Weltzeituhr schneller gestellt und schlichtweg den Sommer &#252;bersprungen h&#228;tte. Regen, Temperaturen nahe des internationalen &#8220;Ich nehm mal lieber &#8216;ne Jacke mit!&#8221;-Niveaus, keine Fr&#246;hlichkeit auf den Stra&#223;en und vor allem niemand, der bei offenem Fenster Clueso h&#246;rt und mich damit in den Wahnsinn treibt. Das hilft. Das verleiht der ganzen Sache die n&#246;tige Tragik und Ernsthaftigkeit, die ich jetzt brauche. Das wollte ich nur einmal gesagt haben. Wenn man keine andere Wahl hat, als es einfach zu machen, dann geht es doch immer am einfachsten.</p>
<p style="padding-top: 30px;">P.S.: Der Song oben ist von Tim Barry. Das ist kein Country. Das ist cool.</p>
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		<title>Und dann kommt Geld ins Spiel</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 16:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/06/central.jpg" alt="" title="Dichterschlacht" style="width: 500px; border: solid 1px #444" /><br /><span style="font-size: 8pt;">Bild von <a href="http://www.freundederkuenste.de">freundederkuenste.de</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Seit ein paar Tagen kursiert in der Slam-Szene die <a href="http://www.heag.de/site/pressemeldung.php?id=86">Ank&#252;ndigung</a>, das ab kommendem Jahr ein erster gr&#246;&#223;erer Preis, der Darmst&#228;dter Dichtungs-Ring, f&#252;r Poetry Slam im Zweijahresrhythmus ausgelobt werden soll. Daf&#252;r will die Darmst&#228;dter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HEAG">HEAG Holding AG</a> 10.000 Euro plus Sachpreise zur Verf&#252;gung. Dabei soll der Preis explizit keine Konkurrenz zu den deutschsprachigen Meisterschaften sein, zumal er auf eine offene Liste verzichtet und die Qualifikation &#252;ber Regionalausscheide erfolgen soll. Noch gibt es &#252;ber das genaue Prozedere keine Informationen, au&#223;er dass das jede Person im Publikum per Dichtungsring abstimmen wird.</p>
<p>Erstaunlicherweise ist es bis jetzt relativ ruhig geblieben, so wie man es von der &#8220;Szene&#8221; aka Slamily (verzeiht) sonst gar nicht kennt. Gab es zuerst nur vereinzelte Wortmeldungen (mir bekannt sind zwei), scheinen seit gestern das erste Erstaunen &#252;ber diese Summe verdaut und sich die Gedanken sortiert zu haben, sodass es jetzt an die (intern so oft gekannte und herzlich geliebte) Diskussion geht. Ich wei&#223; nicht, inwieweit ich mir ein Urteil &#252;ber die Sache erlauben kann/darf/sollte, aber ich will zumindest ein paar Gedanken (die durchaus manch einer schon aufgeworfen hat) dazu &#228;u&#223;ern.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Fangen wir mit dem Stifter an. Manch einer wird es schade finden, dass die HEAG auf den ersten und auch auf einen weiteren Blick keine b&#246;se Firma ist, denn w&#228;re sie es, w&#228;re auch die Diskussion relativ schnell vom Tisch. Die HEAG aber ist nur der Weg der Stadt Darmstadt, die eigenen privatwirtschaftlichen Organisationen m&#246;glichst gut unter einem Dach zusammenzufassen. Dazu z&#228;hlen (laut Wikipedia) haupts&#228;chlich Energieversorgung, &#214;PNV, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Um so etwas wirklich doof zu finden, m&#252;sste die HEAG aber schon in <a href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/wie-leipzig-sich-mithilfe-der-ubs-verzockte-421966/">Skandale à la Leipzig</a> verstrickt sein oder sonstwie b&#246;sartig unterwandert sein.</p>
<p>Ob nun gut oder schlecht, man kann niemanden davon abhalten, einen egal wie hoch dotierten Preis f&#252;r irgendetwas zu stiften. Insofern macht es wenig Sinn, &#252;ber den Sinn eines solchen Preises (witzig) zu diskutieren, denn man wird ihn wohl kaum wieder einstampfen, nur weil einige Slammer/Slammaster die H&#246;he des Preisgelds problematisch finden. Ein Boykott w&#252;rde ebensowenig funktionieren und w&#228;re meiner Meinung nach auch v&#246;llig kontraproduktiv. Denn ein gro&#223;es Problem f&#252;r die Slamily (ich bleibe jetzt einfach mal bei dem Begriff, wenn ich &#8216;Poetry-Slam-Szene&#8217; meine) scheint mir ein eigentlich altbekanntes zu sein: Slam in Deutschland funktioniert als dichtes Netzwerk mit jeweils st&#228;rkeren und schw&#228;cheren Knotenpunkten, die selbst wieder kleinere Netzwerke bilden und so weiter. Das finde ich sehr gro&#223;artig und absolut erhaltenswert, da es im Endeffekt niemandem die M&#246;glichkeit bietet, sich irgendein sonstwie geartetes Recht auf Slam im deutschsprachigen Raum zu sichern. Problematisch ist dieses Netzwerk aber dann, wenn eine Firma/Organisation/etc auf die Idee kommt, irgendetwas &#8220;mit Slam machen&#8221; zu wollen, viel Geld in dieses Vorhaben pumpt und es dann der Slamily vorsetzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich besagte Firma eventuell sogar mit einem Knotenpunkt des Slam-Netzwerks abgestimmt hat, denn, wie gesagt, die einzelnen Knotenpunkte folgen nur einer groben Orientierung, k&#246;nnen sich in Detailfragen (z.B. ob 5000 Euro Preisgeld eine gute Sache sind) durchaus unterscheiden. In so einem Moment sind zuerst einmal alle ein wenig baff, da beim deutschsprachigen Slam doch noch immer eine gro&#223;e L&#252;cke zwischen Beliebtheit und Verdienstm&#246;glichkeit klafft und ein insgesamt mit 10000 Euro dotierter Preis schon etwas hermacht. Im Endeffekt hat sich die St&#228;rke der deutschsprachigen Slamily, vielleicht ein wenig langsamer (weil schwerer konsensf&#228;hig), aber im solidarischer (weil prinzipiell gleichberechtigt) zu sein, aber schon mehrmals gezeigt, bspw. bei der Diskussion und letztendliche Umsetzung der <a href="http://www.european-poetryslam.org/">European Slam Days</a>. Auch dort war mit einem Mal das Konzept mit viel Geld vorhanden, alle waren baff, aber schlie&#223;lich wurde diskutiert, man fand eine Position und einige w&#252;rdige Slamily-Vertreter, die zwar ohne rechtlich wirksame Organisation, aber eben mit der allseits geliebten <em>Community</em> im R&#252;cken, an die European-Slam-Leute heran treten und die Sache nach Slamily-Vorstellung sogar soweit &#228;ndern konnten, dass es nur noch f&#252;r wenige eine wirklich problematische Veranstaltung wurde (man denke an das Sprichtwort, dass nichts so hei&#223; gegessen wird, wie man es kocht). Ich bin &#252;berzeugt davon, dass sich sich so etwas auch bei Darmst&#228;dter Dichtungs-Ring machen l&#228;sst, sei es nun, dass die Dotierung der Preise zu Gunsten eines gleich verteilten Startgeldes verringert oder f&#252;r Slammer wertvolle Sachpreise (BahnCard 100, etc.) vergeben werden.</p>
<p>Das gr&#246;&#223;te und schlagendste Gegenargument &#252;berhaupt ist wohl aber nachwievor der &#8220;the points are not the point&#8221;-Grundsatz. Nun, damit ist man direkt bei der n&#228;chsten Grundsatzdiskussion, in die man ebenso die Frage mit einbeziehen m&#252;sste, ob wir nicht generell etwas falsch machen, wenn wir Poeten in irgendeiner beliebigen H&#246;he geartete Gagen zahlen, bzw. es zulassen, dass sich PoetInnen mit Soloprogrammen, Shows, usw. mehr oder minder finanzieren und sich dabei mit dem &#8220;antikommerziellen&#8221; Slam-Logo schm&#252;cken, weil es so herrlich authentisch ist. Workshops w&#228;ren da eine andere Geschichte. Es ist schwierig, die eigene Position dazu richtig auszubreiten, sodass ich es vielleicht hierbei belasse: Ich sehe ein gro&#223;es Problem darin, einen Preis zu stiften, der die M&#246;glichkeit birgt, das Poeten dem Publikum nach der Nase schreiben, um viel Geld zu gewinnen. Ich finde es nicht allzu verkehrt, Slam mit Gagen zu honorieren, die prinzipiell jedeR erreichen kann (wie publikumsnah man sich in der Qualifikation zeigen will, ist die n&#228;chste Frage), insofern sie/er sich im normalen Slambetrieb profiliert und von der Community getragen/akzeptiert wird (und gerade letzteres, finde ich, funktioniert doch ziemlich gut). Ich finde es nicht schlimm, wenn PoetInnen versuchen, sich mit Soloprogrammen zu finanzieren, im Gegenteil. Man muss jedoch sehen, dass der Darmst&#228;dter Dichtungs-Ring abseits aller Kulturfreundlichkeit etc. nat&#252;rlich auch ein Werbemittel der Stadt Darmstadt ist, weshalb ich eine Solidarisierung des Preisgelds sehr gut finde, sprich nicht zu versuchen, Deutschlands Pseudosuperpoeten zu casten und damit unendliche Zwietracht zu s&#228;hen, sondern vielleicht einfach ein finanziell gut unterst&#252;tztes Format zu schaffen, das zu erreichen jedem und jeder PoetIn im deutschsprachigen Raum m&#246;glich ist. Ich glaube nicht daran, dass sich &#8220;die lustigen Texte auf Dauer durchsetzen&#8221;, ich finde diese Meinung sogar ziemlich doof und empirisch abwegig, wenn man Veranstaltungen in bestimmter (jetzt hier nicht ausgebreiteter) Weise aufzieht (und bspw. dem Publikum, ganz basal, als Moderator schon einsch&#228;rft, worum es beim Slam geht). Solche Veranstaltungen, wo &#8220;ernst und lustig&#8221; (was ich niemals als Grundunterscheidung festmachen w&#252;rde) gleichberechtigt neben einander agieren, gibt es und es sind meist die am Besten organisierten, moderierten und sch&#246;nsten, weil die sp&#252;rbare Gleichwertigkeit der Texte einen den Wettbewerb erst rech aus den Augen verlieren l&#228;sst.</p>
<p>Richtig und wichtig finde ich, das ein Wettbewerb durch seine Dotierung nicht das zu nichte macht, was Slam von vielen anderen Str&#246;mungen abhebt, n&#228;mlich die besagte Solidarit&#228;t untereinander, die Zweitrangigkeit des Wettbewerbs und so fort. Solche Dinge kann Geld meiner Meinungen nach ziemlich gut zerst&#246;ren. Nat&#252;rlich, niemand w&#252;rde davon abgehalten werden, sein Preisgeld zu verschenken, aufzuteilen oder zeremoniell zu verbrennen und ein Video davon bei Youtube einzustellen, aber mal ehrlich, das w&#252;rde niemand tun. Abmildern kann man meiner Meinung nach solche Prozesse, indem man z.B. mal eine BahnCard100 vergibt (wenn die Bahn denn schon keine stiften will), bzw. in einem mehrstufigen Wettbewerb in der letzten Runde merkliche und gleich hohe Startgelder vergibt, meinetwegen auch mit einem Bonus f&#252;r den Sieger. Man bedenke, dass es auch jetzt schon Auftrittsm&#246;glichkeiten gibt, die mehr als die &#252;blichen Aufwandsentsch&#228;digungen mit Bonus abwerfen und es die Slamily noch nicht zerschossen hat, wenn pl&#246;tzlich nur 30 von 150 Aktiven (alles nur gesch&#228;tzt) beim WDR auftreten und zumindest einen Hauch von Fernsehber&#252;hmtheit um ihre Nasen wehen sp&#252;ren. Jeder wei&#223;, wie viel Zufall daran h&#228;ngt, wer im Endeffekt im Fernsehen auftritt oder von Spiegel Online interviewt wird. Au&#223;erdem scheint es bisher (f&#252;r meine Begriffe) noch immer vertretbare Leute getroffen zu haben, die die ungeahnte Publicity ereilt hat, &#252;ber deren Vorankommen man sich sogar noch freuen kann. Und solang die Veranstaltungen gut organisiert und der Wettbewerb m&#246;glichst objektiv gestaltet wurde, konnte ich bisher immer sagen, dass der/die SiegerIn verdient gewonnen hatte. So, wie sich z.B. auch bei den Meisterschaften immer wieder beschwert wird, wie unf&#228;hig und bl&#246;d manche Runden vom Publikum bewertet werden, so stand doch am Ende eigentlich immer jemand, von dem man sagen konnte, dass er/sie dort nicht zu Unrecht stand.</p>
<p>Eine andere Sache: Kann jemand, der sich in egal welcher Weise soweit professionalisiert hat, dass er versucht von Slam, Workshops oder &#196;hnlichem (meistens ja irgendwie alles in Kombination mit eigenen Soloprogrammen, ihr wisst, was ich meine), &#252;berhaupt dagegen sein, das sich f&#252;r sie/ihn in Zukunft die M&#246;glichkeit bietet, einen (anzunehmenderweise) medienwirksamen und auch noch ganz nett dotierten Preis zu gewinnen, wenn der Preis an sich keine negative Konnotation hat? Klar, man k&#246;nnte solche Preise an sich schlimm finden, aber da w&#228;ren wir wieder bei der ganz basalen Professionalisierungs- contra Subkulturdiskussion. Fakt ist f&#252;r mich, und das ist auch bereits in einigen Statements von Slammern aufgekommen, dass niemand solche Betr&#228;ge ausblenden k&#246;nnte, st&#252;nde er/sie nun in so einem Wettbewerb. Genau das ist das dahinter liegende Problem, das es im Sinne des Slam-Gedanken abzumildern geht. Generell finde ich, das in den letzten Jahren ein bisschen viel Ehrgeiz in die Slamszene eingezogen ist, deshalb ist dieser Punkt f&#252;r mich unumg&#228;nglich. </p>
<p>Man kann solche Entwicklungen nat&#252;rlich v&#246;llig zu Recht doof finden und ablehnen, aber man wird sie wohl oder &#252;bel nicht unterdr&#252;cken k&#246;nnen. Stattdessen ist es wichtig, sich, insoweit sie nun einmal aufkommen, damit auseinander zu setzen und m&#246;glichst im eigenen Sinne auf sie einzuwirken, was, wie oben beschrieben, bisher schon oft gut und im Sinne der Slamily funktioniert hat. Ich glaube nicht, dass solch ein Preis gleich eine ganze Szene zerst&#246;rt, wohl aber, dass er ihr schaden kann. Insofern finde ich es wichtig, dass wir dar&#252;ber diskutieren und M&#246;glichkeiten erw&#228;gen, wie wir in unserem Sinne darauf Einfluss nehmen k&#246;nnen. Denn das sch&#246;ne an der deutschsprachigen Slamily ist doch, und ich glaube, das sehen viele unserer internationalen G&#228;ste so, das wir ein freundschaftlich und sehr dicht organisiertes Netzwerk sind, das bisher noch alles in seinem Sinne hat regeln k&#246;nnen.</p>
<p style="padding-top: 30px;">Ein gro&#223;es Dankesch&#246;n an die Damen und Herren, die bisher schon etwas dazu gesagt haben, deren Meinungen ich hier aber bewusst nicht mit Namen kenntlich gemacht habe. Wenn es gew&#252;nscht ist, hole ich das nat&#252;rlich nach.</p>
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		<title>In Leipzig sind wir ja quasi der Hip Hop</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 18:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><iframe width="500" height="28" src="http://www.youtube.com/embed/NRc2MvMu6IA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wie die Leserzahlen der letzten Tage vermuten lassen, habt ihr alle entweder EHEC oder streunt, was wahrscheinlicher und erfreulicher ist, an der Frischluft umher. Nichtsdestotrotz soll euch und der Welt zum ausklingenden Wochenende nicht eines der <a href="http://facebook.com/teamtotalezerstoerung">TTZ</a>schen Spontanmeisterwerke vorenthalten werden, das wir zu Ehren unserer Show beim <a href="http://www.prosanova.net/">Prosanova</a>-Literaturfestival in Hildesheim als Begr&#252;&#223;ungstrack <del datetime="2011-06-04T17:43:15+00:00">gebastelt</del> zusammendilletiert haben. Bei den ersten beiden Shows gab es den Erfolgstrack &#8220;Schuld war nur das Prosanova&#8221; des <a href="http://facebook.com/thfo1a">The Fuck Hornisschen Orchestra</a>, bei der letzten eben folgenden vielversprechenden, von Eminems <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NRc2MvMu6IA">Cleaning Out My Closet</a> mehr als inspirierten Mehrzeiler, der euch hiermit m&#246;glichst tight treffen, deep ber&#252;hren und fettest in harte Begeisterungs-riots ausbrechen lassen m&#246;ge.</p>
<p style="padding-top: 30px;">Hast du jemals das Gef&#252;hl und das Bed&#252;rfnis gesp&#252;rt<br />
an einen Ort zu fahren, wo es prost und dramt und auch lyrt?<br />
Ich hab schon lange in mir so ein Feuer gesch&#252;rt,<br />
das brennt und lodert und mir die Gedanken verr&#252;hrt.</p>
<p>Es ist nur aller drei Jahre, derer ich harre, dann fahre<br />
ich an die Innerste, das Fl&#252;sschen ohne Schiffe und Bade-<br />
M&#246;glichkeit, daf&#252;r isses zu klein, pass auf den Reim<br />
auf &#8211; der an dem Ort dem Fluss, das ist Hildesheim.</p>
<p>Du musst mich gehen lassen, Mutti, komm&#8217;, ich flehe dich an,<br />
ich schw&#246;re auch ich passe mich den ganzen Hipstern nicht an,<br />
ich bleib&#8217; so, wie ich bin, aber ich muss da halt hin,<br />
ohne dieses Festival ergibt das Leben keinen Sinn.</p>
<p>I&#8217;m sorry Mama,<br />
I never meant to hurt you,<br />
I never meant to make you cry<br />
but tonight I&#8217;m going to the Prosanova!</p>
<p>Ich h&#246;re Lesung &#252;ber Lesung, lerne nette Leute kenn&#8217;,<br />
die aus Leipzig, Biel und Hildesheim hier auf&#8217;m Rasen penn&#8217;.<br />
Sie fahren rose Mofa, trinken auf&#8217;m Sofa Cola,<br />
lecker Bio, klar, klar, sind das schon Poser, oder?</p>
<p>Cosa Nostra und Toaster wirste hier kaum finden,<br />
eher bitches, die in Handarbeit Gedichtb&#228;nde binden.<br />
Kinder sind auch am Start, zumindest in Produktion,<br />
denn wenn die Worte sanft fall&#8217;n, f&#228;llt auch die letzte Bastion</p>
<p>der Ladies und die sind in Hildi wirkleh allererste Sahne,<br />
M&#228;dels aus Berlin nehmt euch ein Beispiel, denn ick mahne<br />
streicht euch diesen Term&#246;ng in euren Molesk&#246;ng &#246;ng,<br />
denn dit n&#228;chste Prosanova wird bestimmt jenau so f&#246;ng.</p>
<p>I&#8217;m sorry Mama,<br />
I never meant to hurt you,<br />
I never meant to make you cry<br />
but tonight I&#8217;m going to the Prosanova!</p>
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		<title>Liebes Prekariat!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 18:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/05/lp.jpg" alt="" title="Liebes Prekariat" width="500" height="282" class="alignnone size-full wp-image-7975" style="border: solid 1px #444;" /><br /><span style="font-size: 8pt;">gesehen im Leipziger Osten, nahe des W&#228;chterhauses in der Ludwigstra&#223;e</span></p>
<p style="padding-top: 30px;"><em>Auch wenn sie dir jeden Abend erz&#228;hlen, dass nur noch wenige Dinge zu deinem Gl&#252;cke fehlen&#8230;  Die h&#228;ngenden Trauben am Stocke sind am kommenden Morgen gleich weit weg wie seit deinen Jugendtagen&#8230; Also..</em></p>
<p>.</p>
<p style="padding-top: 30px;">Wenn alles gut geht, bin ich ab n&#228;chstem Jahr Mitglied im Club der &#220;berqualifizierten. Das wird ein Spa&#223;. Ich freue mich riesig darauf.<br />
Es gr&#252;&#223;t herzlich, Ihre Resignationslust.</p>
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		<title>Fruchtbarer Entzug</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2011 18:40:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=F1HNuAE9WdU">Breaking Bad</a> fetzt. So eine gute Serie, meine Herren. Wie das Intro schon andeutet geht es um einen v&#246;llig &#252;berqualifizierten und gleichsam unterbezahlten Chemielehrer, der wegen einer Krebserkrankung beginnt, das beste Crystal-Meth aller Zeiten zu kochen. Gro&#223;artig, die ganze Story dazu, mit dem Schwager, der leider bei der Drogenfahndung arbeitet, dem Partner, der leider selbst zu gern vom eigenen Produkt probiert und der komischen Ehefrau, die nichts von alledem wissen darf. Und wie sich so viele kleine Fetzen nach mehreren Folgen immer zu gro&#223;en Erkl&#228;rungen zusammen f&#252;gen, das gab&#8217;s zum letzten Mal so richtig gut bei LOST. Aber seit diesem verkorksten Ende&#8230; Lassen wir das. Wenn eine Serie also mal wieder richtig Suchtpotential hat, dann kann es schon passieren, dass man eine Staffel am Tag schaut und damit aus Versehen den <a href="/wo-faengt-sucht-an/">ewigen LOST-Rekord</a> bricht. Man darf es eben nur nicht &#252;bertreiben mit dem Konsum, sonst folgt auf das kurze Hoch ein langer und schmerzhafter Entzug, ehe die n&#228;chsten Staffel in kleinen H&#228;ppchen erscheint. Anyway, ich muss mich z&#252;geln. Erst im Juli gibt es neue Folgen, bis dahin muss ich mir die &#252;brig gebliebene dritte Staffel einteilen. Aber ich habe mich im Griff. Sport hilft. Und wenn ich gerade mal nicht vom filmischen Nektar naschen darf, aber trotzdem keine Lust habe, mich &#252;berschw&#228;nglich zu bewegen, kann ich ja immerhin das Bad putzen. Oder Gitarre spielen. Letzteres nicht sehr gut, aber immerhin reicht es gerade so, um <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fZeuWoIBuo8">Powderfinger</a> zu spielen. Hab ich heute auch getan. Was f&#252;r eine &#220;berleitung.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><iframe width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/embed/RT_4g-r3Si8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		</item>
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		<title>Warum ich Hannelore Kraft und Christine Lieberknecht ab jetzt nicht mehr vergessen werde</title>
		<link>http://www.andreherrmann.de/wihkuclajnmvw/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 08:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die beiden Krankenschwestern machen nicht einmal den Anschein, als h&#228;tten Sie besondere Lust darauf, den 100-Bier-Gutschein zu gewinnen. Klatsch und Tratsch ist ihre Rubrik, haben sie gesagt und warum auch immer, bei Klatsch und Tratsch wei&#223; ich auch alles. &#8220;Wer ist seit kurzem in den Schlagzeilen, weil er sich j&#252;ngst nach f&#252;nfundzwanzig Ehejahren von seiner Frau getrennt hat?&#8221;, &#8220;Wer ersetzt Charlie Sheen bei Two and a Half Men?&#8221;, &#8220;Wie oft haben sich Kate Middleton und Prince William bei ihrer Hochzeit auf dem Balkon des Buckingham Pallace gek&#252;sst?&#8221;, alles kein Problem. Stufe f&#252;r Stufe geht es nach oben, zehn Bier, f&#252;nfzehn, zwanzig, f&#252;nfundzwanzig, den Krankenschwestern scheint&#8217;s irgendwie seltsam egal zu sein. Sodass sie bei f&#252;nfzig Bier einfach noch das Zwei-Runden-Weiter-Feld erdrehen. So wird&#8217;s gemacht, so erspielt man sich den gelben Gutschein mit den hundert freien K&#228;stchen, obwohl man augescheinlich lieber Wein gewonnen h&#228;tte.</p>
<p>Nat&#252;rlich haben <a href="http://facebook.com/teamtotalezerstoerung">wir</a> auch unsere Namen auf Zettel gekritzelt und in die Karaffe geworfen. Erst unser vierter Versuch, &#252;berhaupt mal bei <a href="http://facebook.com/riskierdeinbier">Riskier dein Bier</a> dranzukommen, es passt ja zeitlich nicht so oft. Aber wenn ich in der Pause meinen Pullover schon mit der Ketchup-Senf-Mischung meines Hot-Dogs beschmiere, ist das prinzipiell eine ziemlich gute Ausgangslage daf&#252;r, sp&#228;ter doch noch auf die B&#252;hne zu m&#252;ssen. </p>
<p>Die restlichen Teilnehmer sind leider nicht so das Wahre und kommen dementsprechend auch nur langsam voran. Klar, die Fragen werden irgendwie schwerer und wenn man Pech hat, muss man sich die ganze Zeit &#252;ber mit Bundesligafragen von 1964, Bieroullette oder verr&#252;ckten 80er-Musikfragen zu mysteri&#246;sen Backgrounds&#228;ngerinnen herumschlagen. Und man glaubt es kaum, in der allerletzten Runde haben wir Gl&#252;ck. Muss nur schnell gehen, hei&#223;t es, denn es wird schon sp&#228;t. 100 Bier also, alles Andere ist Kinderkram. </p>
<p>&#8220;Wie alt ist der nachgewiesen &#228;lteste Mensch der Welt geworden?&#8221; Mehr oder weniger.<br />
Der nette Mann aus dem Publikum, der unser Ma&#223; vorgeben muss, sch&#228;tzt 127, klasse. H&#228;tte er nicht 500 sagen k&#246;nnen? Naja, muss ja schnell gehen, darum weniger, was erfreulicherweise stimmt.</p>
<p>Aus mir unerkl&#228;rlichen Gr&#252;nden verfange ich mich bei fast jedem Dreh mit den Fingern zwischen den N&#228;geln der Drehscheibe. Tut weh sowas, aber die Leute m&#246;gen es, wenn man sich wehtut, sie finden ungewollte Selbstverst&#252;mmelung sympathisch.<br />
&#8220;Welche Person ist die &#228;lteste? Irgendwer, noch irgendwer, Madonna, Cher?&#8221;<br />
Das Publikum br&#252;llt Cher, super. Nur dass es bei dem Spiel darum geht, dass wir antworten. Z&#228;hlt also nicht, prima.</p>
<p>&#8220;Welches Land liegt am Golf von Aden.&#8221;<br />
Wei&#223; ich, h&#228;tte ich fast meine Bachelorarbeit dr&#252;ber geschrieben. Somalia, yeay. Wei&#223; aber auch irgendwie jeder, muss man nicht stolz drauf sein.</p>
<p>&#8220;Der wievielte Bundeskanzler war Helmut Schmidt?&#8221;<br />
Erste Reaktion meinerseits: Pfft, keine Ahnung. &#8220;Aber du studierst doch Politik und so weiter?!&#8221; Gut, aber irgendwie schmei&#223;e ich trotzdem die ganze Zeit &#252;ber Bundeskanzler und -pr&#228;sidenten durcheinander. Was soll&#8217;s, daf&#252;r gibt es schlie&#223;lich Sidekicks. Der argumentiert &#8220;Adenauer, Erhard, irgendwer, ach ja, Kiesinger, Brandt, Schmidt, der f&#252;nfte&#8221; und hat nat&#252;rlich recht.</p>
<p>Irgendwann kommen wir auch mal eine Runde weiter, ohne etwas daf&#252;r tun zu m&#252;ssen, aber nat&#252;rlich erdrehe ich danach sofort wieder eine Runde zur&#252;ck, that&#8217;s me. Immerhin zwei Gratis-Curryw&#252;rste beschere ich uns, ehe es im Debakel enden muss.<br />
&#8220;Wie viele weibliche Ministerpr&#228;sidentinnen gibt es derzeit in Deutschland?&#8221;<br />
Alles klar, macht&#8217;s gut, Freunde. Wenn andere Teilnehmer zuvor auf das Politik-Geschichte-Feld kamen, mussten sie wissen, wer neuer Ministerpr&#228;sident von Baden-W&#252;rtemberg ist und solche Sp&#228;&#223;e, wir aber kriegen nat&#252;rlich die Nerdfragen, fantastisch.<br />
Gut, Hannelore Kraft h&#228;tte uns einfallen m&#252;ssen, wirklich. Aber wer kennt denn bitte diese Frau aus Th&#252;ringen? Christine Lieberknecht? Nichts gegen Frau Lieberknecht als solche, aber das Einzige, was wir &#252;ber Th&#252;ringens Ministerpr&#228;sidentInnen wissen, sind wir uns schnell einig, ist, dass wir nichts dar&#252;ber wissen, Sokrates w&#252;rde uns High Five geben. Und so sagt man dann halt einfach &#8220;Null&#8221;, hetzt sich wahrscheinlich alle anwesenden FrauenrechtlerInnen auf den Hals und endet ohne die angepeilten einhundert Flaschenbiere. Aber eine CD, eine Platte und ein Knicklicht bekommen wir. Das ist doch auch sch&#246;n. Wir nennen es eine Auftaktveranstaltung.</p>
<p>Und w&#228;hrend wir sp&#228;ter an der Bar versacken und uns &#252;berlegen, welches ein gutes Masterthema f&#252;r eine Titelverteidigung (nat&#252;rlich denken wir schon optimistisch nach vorn) w&#228;re, zerbreche ich vor Aufregung das Knicklicht, sodass meine Jacke von jetzt bis ewig im Dunkeln scheu&#223;lich leuchten wird. Und irgendwann fachsimpeln wir pl&#246;tzlich &#252;ber Herr der Ringe, Die unendliche Geschichte und Star Trek und wundern uns in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden, woher und warum wir all dieses Zeug wissen, ohne uns dennoch daran erinnern zu k&#246;nnen, wie die Tabaksorte hie&#223;, die Gandalf und Bilbo rauchen. Und als wir sp&#228;ter &#252;ber die feuchten Stra&#223;en nach Hause laufen, leuchtet meine Jacke nur noch halb so grell. Und nat&#252;rlich m&#252;ssen wir noch irgendetwas Ungesundes zu Essen kaufen. Und dann viel zu m&#252;de sein, um das Spiel der Mavs zu gucken, obwohl wir punktgenau zu Spielbeginn wieder in unseren Wohnungen sind. Und wir wissen schon beim Aufschlie&#223;en, dass wir am n&#228;chsten Morgen etwas l&#228;nger schlafen werden. Und kurz vorm Einschlafen f&#228;llt es mir dann ein: Das, wor&#252;ber ich am Allermeisten wei&#223;, mein pers&#246;nliches Masterthema, die Konzentration all meines Detail- und Hintergrundwissens auf einen einzigen Punkt. Ich w&#252;rde <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8oP2F5CM30k">Karate Kid Teil 1</a> nehmen.</p>
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		<title>Ein weiterer Meilenstein meines Lebens</title>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2011 10:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/05/sh.jpg" alt="" title="Hach, Stars Hollow ..." width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-7902" style="border: solid 1px #444" /><br />
<span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.flickr.com/photos/meczilla/532885995/">Foto</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/meczilla/">meczilla attacks</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Ich wei&#223; gar nicht, ob man so etwas laut sagen sollte. Vielleicht w&#228;re es besser, Stillschweigen dar&#252;ber zu bewahren. Es ist ohnehin schon immer irgendetwas zwischen peinlicher Ber&#252;hrtheit und Anteil nehmender Freude, das einem entgegen weht, wenn man es offen zugibt. Wenn man bei den Gespr&#228;chen nicht blo&#223; still bleibt und sich seinen Teil denkt. Wenn man etwas dazugeben muss, weil man ja auch eine wohlerwogene Meinung dazu hat. Weil man ja auch alle Staffeln <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gilmore_Girls">Gilmore Girls</a> geguckt hat und sich bestens in der Stars-Hollow-Szene auskennt.</p>
<p>Jawohl, jetzt kenne ich alle Folgen, alle Staffeln, alles. Ich wei&#223; wer Dean, Jess und Logan sind und erinnere mich sogar an Max Medina. Ich wei&#223;, das <em>Paris</em> nicht nur eine Stadt und eine verr&#252;ckte Hotelerbin bezeichnet, wei&#223;, was das Maskottchen der Yale-Universit&#228;t ist und h&#228;tte so gern einmal mit Emily Gilmore in voller Boshaftigkeit bei einem Drink die Welt seziert.</p>
<p>Und trotzdem wei&#223; ich gar nicht mehr so genau, warum ich mal damit angefangen habe, die Serie zu schauen. Vielleicht war es damals schlichtweg die einzige Serie, die gerade lief, wenn ich am Dienstagnachmittag von der Schule nach Hause kam. Denn eigentlich wird man, von Frauen wie von M&#228;nnern, eher daf&#252;r bel&#228;chelt, rund 116 Stunden lang zwei Frauen beim Schnellsprechen zuzuschauen, als dass man dazu begl&#252;ckw&#252;nscht wird, ebenfalls die Heile-Welt-Optik von Stars Hollow zu sch&#228;tzen. Wo alle Probleme nur deshalb so gro&#223; erschienen, weil die Stadt so winzig und v&#246;llig verkitscht war. Nicht so &#252;bertrieben und scheu&#223;lich wie in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eine_himmlische_Familie">Eine himmlische Familie</a>, aber immerhin mit so viel victorianischen Flaniermeilen und bunten Laubb&#228;umen, dass es die eigene Welt eine Dreiviertelstunde lang ertr&#228;glicher machen konnte.</p>
<p>Und ich kannte schon eine ganze Menge Folgen, nur eben das gro&#223;e Ende nie. Also habe ich irgendwann im vergangenen Winter angefangen, alle Staffeln noch einmal zu schauen. Ich dachte, ab der sechsten von sieben Staffeln w&#252;rde mir alles fehlen, aber im Endeffekt h&#228;tte es wohl ausgereicht, einfach die letzten f&#252;nf, sechs Folgen zu schauen und ich w&#228;re perfekt informiert gewesen. So aber bin ich nunmehr der absolute Fachmann, was die Miss Patties, die Babettes usw. angeht. Und es war sogar ganz sch&#246;n, zu merken, wie anders ich die Serie jetzt im Vergleich zu fr&#252;her geschaut habe, als ich bspw. Rory noch mochte. Nicht, weil ich sie besonders h&#252;bsch fand, sondern vielmehr, weil ich mich so gut mit ihrer Unsicherheit identifizieren konnte. Heute dagegen erscheint sie mir nur noch wie ein verw&#246;hntes M&#228;dchen mit reichen Gro&#223;eltern, das leider immer wieder von allen Seiten eine falsche Einzigartigkeit attestiert bekommt und dabei st&#228;ndig gro&#223;e Lebensentw&#252;rfe kreiert, nur um sie kurze Zeit sp&#228;ter wieder einzurei&#223;en. So ein M&#228;dchen, das jeder aus der Schule kennt, das nach der Klausur immer halb weinend &#8220;Ich krieg bestimmt &#8216;ne Sechs!&#8221; pl&#228;rrt, am Ende dann aber z u f &#228; l l i g doch eine Eins bekommt und dummerweise nie bemerkt, dass es ein Kleid im Wert von mehreren tausend Dollar tr&#228;gt, w&#228;hrend es auf seine <em>street credibility</em> schw&#246;rt.</p>
<p>Grrr! Aber genug des Rory-Hassens. Ich k&#246;nnte mich jetzt dar&#252;ber auslassen, wie vorhersehbar die Geschichte ist, wie sehr die Serie entzaubert wird, wenn man sie mal auf ihre Grundpfeiler, sprich das ewige Hin- und Her zwischen Luke und Lorelai, Rorys Werdegang und all den Klatsch und Tratsch drumherum reduziert und wie herbeiinszeniert das gro&#223;e Finale wirkt, weil es offensichtlich macht, dass die Serie eben keine andere gro&#223;e Storyline als das siebenj&#228;hrige Begleiten zweier junger Frauen hatte, aber wozu? Denn das Besondere entsteht schlie&#223;lich erst aus der Einbettung der Serie in das Leben des Zuschauers. Klingt nach wahnsinnig krasser Medientheorie à la Marshall McLuhan, ist aber auch so. Wir m&#246;gen eine Serie, einen Film, ein Bild, ein Kunstwerk allgemein, was auch immer, genau deshalb, weil es in uns eine bestimmte Reaktion hervorruft, die nichts Anderes so hervorrufen kann. Daf&#252;r r&#228;umen ihm einen Platz in unserem Ged&#228;chtnis und in unserem Herzen ein. Klingt wahnsinnig kitschig. Ist es auch. Aber nur deshalb kommen einem diese 116 Stunden auch nicht v&#246;llig verschwendet vor.</p>
<p>Und wenn jetzt irgendwann doch noch die vierte und beste Staffel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aus_heiterem_Himmel">Aus heiterem Himmel</a> auf DVD erscheint, w&#228;re alles perfekt. Dann schlie&#223;t sich der Kreis.</p>
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		<title>Berliner Etappen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 06:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzumenschlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/05/1304193784199.jpg" alt="" title="b&#246;rlinn" width="500" height="500" /></p>
<p syle="padding-top: 30px;">Die Polizisten verteilen sogar Plastebecher, in die man sein Bier umf&#252;llen kann, naja, umf&#252;llen muss. Sieben Stunden lang machen sie das schon, sagt einer, und wenn&#8217;s schlecht l&#228;uft, geht das noch zehn Stunden so weiter. Sieht fast schon menschlich aus, wenn sie die Helme nur am G&#252;rtel h&#228;ngen und den Mundschutz gar nicht erst dran gebastelt haben.<br />
&#8220;Irgendwo hier ist auch Maria&#8221;, sagt Christoph.<br />
&#8220;Welche Maria?&#8221;, fragte Stephan.<br />
&#8220;Na, die Maria halt&#8221;, sage ich.</p>
<p>Es sind vielleicht tausend, denke ich, als wir uns durch die schwarz gekleidete Masse schl&#228;ngeln und nach einem Sitzplatz Ausschau halten. Von der kleinen B&#252;hne dr&#252;ckt sich unbestimmbares Gitarrengeschrammel &#252;ber den ganzen Platz. Alle warten, keiner scheint so richtig zu wissen worauf, aber alle warten darauf, dass es losgeht.<br />
&#8220;Und was machen wir jetzt?&#8221;, fragt Stephan.<br />
&#8220;Wir gucken mal nach Maria&#8221;, sagt Christoph.<br />
&#8220;Und gehen Bier holen&#8221;, sage ich.</p>
<p>Plastebecher leeren, Plastebecher abgeben, Polizei gr&#252;&#223;en, Sp&#228;ti rein, Sp&#228;ti raus, Polizei gr&#252;&#223;en, Plastebecher nehmen, umf&#252;llen. Scheinen hier alle so zu machen, ist usus. Bei der dritten Runde wird es langsam dunkel, Stephan reicht Chili-Reis-Waffeln herum, die sollen gut sein gegen alles und mir f&#228;llt mein Handy herunter. Neue Handies sind daf&#252;r zwar nicht mehr konzipiert, aber wie es aussieht, hat es &#252;berlebt.<br />
&#8220;Guck, da ist Natalie Portman!&#8221;, ruft Stephan und zeigt auf ein Thor-Plakat.<br />
&#8220;Ja, aber wir suchen Maria&#8221;, sage ich.<br />
&#8220;Au&#223;erdem ist die nicht echt&#8221;, sagt Christoph.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Irgendwann brennt etwas in unserer N&#228;he. Dass die Musik l&#228;ngst verschwunden ist, bemerke ich erst jetzt. Ein Polizistenkreis, der fast wie eine R&#246;mer-Formation von Asterix und Obelix aussieht, trabt heran und stellt sich auf die schwehlende Stelle. Ein paar Mal knallt es so laut, dass es fast nicht von einem handels&#252;blichen Knaller zu stammen scheint. Die Polizeischildkr&#246;ten dr&#228;ngen in eine anliegende Stra&#223;e, von hinten kommen die jetzt Behelmten, ob wir wollen oder nicht, wir m&#252;ssen mit. Ein paar Flaschen klatschen auf den Asphalt, wir dr&#252;cken uns an einen Hauseingang und warten, bis die schwarze Schlage an uns vorbei ist.<br />
&#8220;Ich geh mal raus&#8221;, sagte Christoph und zeigt auf seinen leeren Becher.<br />
&#8220;Jetzt?&#8221;, fragt Stephan.<br />
&#8220;Naja, wenn er halt Durst hat&#8221;, sage ich.</p>
<p>Stephan geht dann vorsichtshalber mit. Nat&#252;rlich, bleib ich halt allein und hoffe, dass mich zwischenzeitlich keine Flasche erschl&#228;gt. Aber ich w&#228;re nicht ich, wenn ich nicht eine magische Anziehungskraft auf&#8230;<br />
&#8220;Die hamm alle Funk!&#8221;, erkl&#228;rt mir ein Typ mit Dreads und BW-Parka, w&#228;hrend er auf die Schildkr&#246;ten-Polizisten deutet.<br />
&#8220;Aha&#8221;, sag ich, &#8220;Die h&#246;ren ja sonst sicher nichts durch ihre Helme.&#8221;<br />
&#8220;Pass auf, geh nicht so nah ran, die verteilen Haft-Wanzen!&#8221;</p>
<p>Da ist es wieder, das Warten. Wir warten schon wieder, ohne zu wissen, worauf genau. Fast schon eine traurige Konzentration unseres ganzen Lebens auf einen einzigen Abend. Warten, bis es zu sp&#228;t ist. Aber vielleicht hilft es ja schon, wenigstens hier zu sein. So viel Alleinsein macht melancholisch. Christoph und Stephan kommen zur&#252;ck.<br />
&#8220;Wieso kaufst du eigentlich so viel Bier?&#8221;, fragt Stephan, w&#228;hrend er, wahrscheinlich zum zwanzigsten Mal, gegen Christophs klirrenden Beutel tritt.<br />
&#8220;Ey!&#8221;, ruft Christoph.<br />
&#8220;Das brauchen wir, das ist hier wie Geld!&#8221;, sage ich.</p>
<p>Wer wei&#223;, wie lang wir dort schon herum stehen. Ab und zu geht es einen Zentimeter vorw&#228;rts. Stephan gibt minutenlange Vortr&#228;ge zur Lage. Wir k&#246;nnten jetzt kickern. Wir k&#246;nnten jetzt. Wir k&#246;nnten. Und vielleicht hat er recht und das ist das ganze Problem: Wir k&#246;nnten ja, aber wir tun es nicht.<br />
&#8220;So eine Schei&#223;e hier&#8221;, sagt Stephan.<br />
&#8220;Was?&#8221;, fragt Christoph.<br />
&#8220;Ja ja&#8221;, sage ich.</p>
<p>Gerade versuche ich, Stephans Lamento f&#252;r einen kurzen Moment auszublenden, da fliegt mir ein Typ in den R&#252;cken und rei&#223;t mich fast um. Ich drehe mich zu ihm, er ist vielleicht zwanzig, sieht ein bisschen j&#252;nger aus als ich, also versuche ich es mit der autorit&#228;ren Schiene: &#8220;EY!&#8221;<br />
Er zuckt zusammen, das wollte ich nicht, und nickt mit gro&#223;en Augen in Richtung hinter mir.<br />
Ich drehe mich um und sehe einen Typen ausholen. Klassischer Kneipenschwinger, sieht man lange, bevor er ankommt, genug Zeit auszuweichen und Autorit&#228;t wirken zu lassen: &#8220;EY!&#8221;<br />
Zweite Eigenart meiner selbst: Man haut mich nicht. Auch Reiko haut mich nicht. Ich geh zu ihm hin, zieh ihn beseite, dreh ihn um und frage ihn, was der Quatsch soll. Man muss gerade stehen dabei und ihm direkt in die Augen sehen. Und mit einem Mal sieht er nur noch wie ein Default-Besoffener aus.<br />
&#8220;Ja, ich, ich wei&#223; auch nicht, was das sein sollte.&#8221;<br />
&#8220;Und warum f&#252;hrst du dich dann so auf?&#8221;<br />
&#8220;Ja, ich wei&#223; auch nicht, man.&#8221;<br />
&#8220;Dann mach doch so &#8216;nen Quatsch nicht!&#8221;<br />
&#8220;Ja, man. Hast ja recht. Wie hei&#223;t du?&#8221;<br />
&#8220;André&#8221;, sage ich.<br />
&#8220;André, bist&#8217;n Boxer, hm?&#8221;<br />
&#8220;Boxer, ja.&#8221;<br />
&#8220;Echter Boxer, ja. Danke, man. Echter Boxer.&#8221;<br />
&#8220;Gib mir mal zwei Bier&#8221;, rufe ich Christoph zu.</p>
<p>Irgendwann sitzen sie alle nur noch da. Ein paar Parolen, deren Silbenanzahl pro Zeile nicht zusammen passt. Die Polizisten scheinen mittlerweile auch ratlos zu sein. Die Schildkr&#246;ten sind aufgel&#246;st.<br />
&#8220;Und was war das f&#252;r ein Typ?&#8221;, fragt Stephan.<br />
&#8220;Das war Reiko, den hab ich deeskaliert.&#8221;<br />
&#8220;Prost!&#8221;, ruft Christoph.<br />
&#8220;Und was machen wir jetzt?&#8221;, frage ich.<br />
&#8220;Wei&#223; nicht, nochmal hinter gehen und nach Maria gucken?&#8221;<br />
&#8220;Na klasse!&#8221;, br&#252;llt Stephan.<br />
&#8220;Halt doch mal die Fresse&#8221;, ruft Christoph.<br />
&#8220;Genau&#8221;, sag ich.<br />
&#8220;Gehen wir jetzt?&#8221;, fragt Stephan.<br />
&#8220;Meinetwegen&#8221;, sag ich.<br />
&#8220;Nee, wir gehen jetzt nochmal hinter&#8221;, sagt Christoph.<br />
&#8220;Fuck&#8221;, sagt Stephan.<br />
&#8220;Ok&#8221;, sag ich.</p>
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		<title>Jetzt kann&#8217;s nur noch abw&#228;rts gehen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 10:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ja, Frau Merkel hat schon angerufen. Sogar eine kleine Entschuldigung f&#252;r ihre v&#246;lkerrechtsfu&#223;tretende Freude ob der Osamaschen Liquidation konnte ich ihr abringen. Seitdem geht es hier drunter und dr&#252;ber. Schreiende M&#228;dchen haben das Haus gegen&#252;ber in ihre Gewalt genommen und tanzen lasziv an den Fenstern, um meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Boulevardblattjournalisten dr&#252;ben auf dem Dach drohen, sie w&#252;rden augenblicklich springen, g&#228;be ich ihnen nicht bald ein Interview. Im Treppenhaus sitzen manisch kritzelnde Literaturinstituts-studenten und versuchen, mein Leben in einen Spontanroman zu pressen. Til Schweiger will einen Film mit mir drehen, in dem ich das obgliatorische kleine s&#252;&#223;e Kind spielen darf. Das versammelte Volk auf der Stra&#223;e wartet nur darauf, dass ihm endlich Anweisungen erteile. Und die GSG9 hat angeboten, ein paar besonders penetrante Fans im Namen der Weltdemokratie aus dem Weg zu schaffen und ins Meer zu kippen.<br />
Das ist also die gro&#223;e Ber&#252;hmtheit, der Freifahrtschein in Richtung &#8220;Mach doch, was du willst, wir finden&#8217;s eh geil!&#8221;. Ein bisschen muss ich mich noch daran gew&#246;hnen, fortan, wie ich es mir gew&#252;nscht habe, nur noch gesiezt zu werden. Aber das geht sicher vorbei, sobald ich endlich arrogant genug geworden bin. Ich geb mir ja M&#252;he. Danke, liebe Academy, ich hatte schon bef&#252;rchtet, mein Ruhm k&#228;me vielleicht doch erst posthum. Und das w&#228;re irgendwie bl&#246;d gewesen.</p>
<p style="padding-top: 30px;"><a href="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/05/beruehmt2.jpg" rel="lightbox[7830]"><img src="http://www.andreherrmann.de/wp-content/uploads/2011/05/beruehmt2.jpg" alt="" title="Von hier an nur noch abw&#228;rts" width="500" style="border: solid 1px #444;" /></a><br /><span style="font-size: 8pt;"><a href="http://www.kunststoff-kulturmagazin.de/">Hier.</a></span></p>
<p style="padding-top: 30px;">Und f&#252;r alle, die sich wundern: Das ist ein Fehler. Nicht pro Monat, sondern pro Tag muss es hei&#223;en.</p>
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