Alle Artikel in der Kategorie “a week in pictures

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A Week in Pictures 02/2017

Gibt es diesen Zustand, in dem man nicht weiß, ob man jetzt krank ist oder nicht? Halt so kurz davor. So von wegen „Ah kacke, jetzt geht das los, der Rücken tüt schon weh, die Augen sind irgendwie dick“ und dann passiert aber doch nichts? Ich glaube, ich habe diesen Zustand schon seit Ende letzten Jahres. Quasi seit dem letzten Mal Kranksein. Heißt das, dass ich das verschleppt habe? Ich hörte, das soll ja total schlimm sein, wenn man so etwas „verschleppt“. Und ich glaube es, dann zum Beispiel ein Kind verschleppen, das ist ja auch schlimm. Vielleicht ist das aber auch nur meine ganz persönliche Form von Hypochondrie. Ich kaufe mir ja auch immer Wick Medinait, sobald ich das Gefühl habe, krank zu werden. Und dann nehme ich es nur eine Nacht lang (also nicht die ganze Nacht lang, sondern nur so vorm Schlafengehen) und dann nie wieder, weil dann meistens schon wieder alles okay ist. Oder aber, ich bekomme es in der Apotheke gar nicht erst verkauft, weil ich auf die Frage „Und Sie haben auch die Beschwerden?“ irgendwas Dummes antworte, um die Stimmung ein bisschen aufzulockern, wie zum Beispiel „Nö nö, ich trink das gern zum Fisch!“ Und mittlerweile habe ich also ein Stadium erreicht, in dem ich quasi ständig das Gefühl habe, demnächst krank zu werden, aber eben nie krank werde. Das mag verlockend klingen, fühlt sich aber wie ein dauerhaftes Damoklesschwert über dem eigenen Kopf an. Als ich letztens am Angebot (siehe oben) vorbei lief, da hustete wieder jemand. Und weil ich eben ich bin, hielt ich dann erstmal hundert Meter lang die Luft an, um auch ja keine Krankheitserreger einzuatmen. Faszinierend finde ich auch diesen Punkt, an dem man exakt merkt: „Ja, jetzt werd ich krank“, weil man gerade wieder jemanden per Umarmung begrüßt hat, der Stein und Bein schwor, dass das „schon wieder am abklingen“ ist.
Willkommen in meinem spannenden Leben.

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A Week in Pictures 01/2017

Neun Tage im Januar und irgendwie fühlt es sich noch immer nicht an, als hätte das Jahr begonnen. Von mir aus könnte es ruhig ewig in diesem Schwebezustand weitergehen. So zwischen Weihnachten und Neujahr und irgendwiegehtesjetztwiederlos. Da, wo irgendwie nichts anliegt, und es draußen immer so aussieht, als würden gerade alle auf der Couch liegen. Weil ja auch alle erst aufstehen, wenn es in zwei Stunden eh schon wieder dunkel wird.
Als letztens der Heizungsablesemann da war und sich mir die Frage stellte, ob Heizungsablesemenschen eigentlich ausschließlich in der ersten Januarwoche arbeiten, schließlich war irgendwie gerade bei allen der Heizungsablesemann (und gibt es eigentlich auch Heizungsablesefrauen oder ist hier mal ein gehöriger #aufschrei nötig?) und das vielleicht der perfekte Job für mich wäre, weil ich dann den Rest des Jahres einfach frei hätte, da musste ich so früh aufstehen, dass ich erst einmal merkte, dass vor 11 Uhr eine ganze andere Welt vor der Haustür existiert. Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen habe, die aber offensichtlich auch hier im Viertel wohnen, waren da unterwegs. Und dann dachte ich, dass man das vielleicht immer machen müsste. Und dann fiel mir ein, dass ich doch sehr gern auch schlafe. Weswegen ich wieder an goodnight nobody und dass Nicht-Schlafen halt auch keine Lösung ist, weil man dadurch offensichtlich auch nicht mehr gebacken bekommt. Dann fühlte ich mich kurz ohnmächtig, weil ja bald wieder Dinge zu tun sind und das irgendwie schade ist, wenn auch irgendwie okay. Aber das Jahr beginnt gut. Ja.

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A Week in Pictures 52/2016

Das ist dann also der letzte Rückblick für 2016. Obwohl ja eigentlich schon 2017 ist. Aber da haben die Kalendererfinder*innen halt einfach nicht nachgedacht. Danke für nichts! Falls Sie zufällig den grandiosen Jahresrückblick verpasst haben sollten, dann schauen Sie bitte hier.

Oben: You can’t go home again und so. Alternativtitel: Flucht zurück.
Was steht 2017 so an? Wir könnten endlich mal den zweiten Teil fertigschreiben, hm? Zwei Skripte gibt’s da ja auch noch zu basteln. Und diese eine Sache, die dann vielleicht bald endlich klappt. Und das danach dann. Und Lesebühne! Und ich würde gern mal nach Tokio fahren. Wieder nach Chicago! Nach Irland! Und vielleicht nie wieder irgendwohin, wo ausschließlich deutsche Rentner sind. Ich nehme mir ja nie etwas vor für das neue Jahr. Erstens, weil ich der Überzeugung bin, dass man, wenn man etwas ändern will, dafür nicht erst auf ein bestimmtes Datum warten muss, sondern es auch einfach gleich lassen/anfangen kann. Wobei das auch schwierig ist, wenn man zum Beispiel an die ganzen Leute denkt, die sich vornehmen: „Ich fange dieses Jahr an, Rennrad zu fahren!“ Und dann kaufen sie sich als erstes ein Rennrad für 5.000 Euro, dazu dann noch so bedruckte, hautenge Radlerklamotten, einen total windschnittigen Helm und dann fahren sie exakt zweimal und danach nie wieder. Egal. Zweitens jedenfalls, weil ich es einfach so oder so Quatsch finde. Ich nehme mir sowieso zu vieles vor und zu wenig davon tue ich dann wirklich. Wenn ich nur ein Viertel von dem täte, was ich mir vornehme, würde ich sicher doppelt so viel tun, als ich jetzt tue. Aber das ist okay. Denn manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich vielleicht immerhin schon manchmal etwas getan habe und das ist dann meist mehr, als manch andere getan haben. Obwohl man sich ja nicht vergleichen soll. Ich vergleiche mich ja auch nicht. Ich nehme nur zur Kenntnis und das kann ich eben nicht abstellen. Außerdem, das habe ich schon mal gesagt: Ich bin auch nicht neidisch. Ich finde nur, dass die meisten Menschen zu unrecht Erfolg haben. Okay, auf die Macher*innen von Modern Family bin ich neidisch.
In diesem Sinne: Viel Erfolg mit allem, was Sie sich vorgenommen haben. Ehrlich.

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A Week in Pictures 51/2016

Was ich in drei Tagen Heimat gelernt habe:

  • Tim heißt jetzt Engel.
  • Christoph heißt jetzt Schatz.
  • Mich nennt man „Schreibst du schon wieder mit, Antreh?“
  • Wenn es heißt, dass wir um 11 Uhr losfahren, dann sitzen ab 10:38 Uhr alle im Auto und warten.
  • Wenn es um 12 Uhr Mittagessen gab, dann muss es spätestens 14 Uhr Kuchen geben.
  • Zwei Tüten Chips kann ich.
  • Toni hat ein neues Auto.
  • Stefan hat jetzt eine Geschirrspülerversicherung.
  • Hauptsache etwas kaufen.
  • Wenn man 60 zahlen muss, legt man 50 auf den Tisch, sagt „70!“ und bekommt dafür 40 zurück.
  • „Na gestern, da steh ich im Supermarkt und hab den Chip für’n Einkauswagen vergessen!“ „NEIN! EINFACH VERGESSEN?“ – That’s a story in this country. People will stop doing the dishes, to hear that story.
  • Manchmal fragen mich Leute, was ich gerade so mache. Dann antworte ich und vergesse anschließend anstandshalber zu fragen, was sie denn so machen. Stattdessen gehe ich rauchen. Ich bin ein schlechter Mensch.
  • Kasseler kann ich.
  • Man verzichtet neuerdings auf Weichspüler. Dafür immer einen Schluck Essig in die Waschmaschine.
  • Kinder sind wie Katzen. Einfach ignorieren, dann kommen sie.
  • 80 Grad nach unten. Aber rapide.
  • Erster Schritt zum erfolgreichen Unglücklichsein: Verklärung des Vergangenen.
  • Zweiter Schritt: Dauerhafte passive Aggressivität.
  • Dritter Schritt: Explosion bei jedem Funken.
  • Kann nicht. Kann nicht. Kann nicht.

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A Week in Pictures 50/2016

Viel zu schnelle Woche. Mal wieder so eine, bei der man so gar nicht richtig zum Nachdenken kommt. Obwohl, als ich am Montag mal wieder mit dem Fahrrad hingeflogen bin, da dachte ich: „Och nee, bitte nicht auf den Arm“ und landete dann auf eben jenem. Und als ich dann mit komplett verdreckten Klamotten in der Post stand, mich alle anstarrten wie Jean-Baptiste Grenouille, nachdem er sieben Jahre lang in dieser Höhle gelebt hatte, sich mein Sichtfeld wieder und wieder zusammenzog, da dachte ich: „Och nee, nich jetz umkippen hier.“ Aber alles halb so wild, zum Glück. Es war ja auch mehr so ein „Scheiße, ich fall um!“ mit ein bisschen Vorwärtsbewegung denn ein „Yeah, ich kann fliegen! Der Weitsprungrekord ist gebrochen!“ Außerdem ist man im Winter ja ziemlich gut gepolstert. Und die Oma, der ich direkt vor die Nase fiel, meinte ja auch: „Na wenn Se noch offsteh’n könn‘, dann is‘ alles halb so wild!“ „Tut trotzdem weh“, sagte ich und sie antwortete: „Ach, bis Se heiraten, is‘ das weg!“ „Ich will aber nicht heiraten“, sagte ich da, „Bleibt das jetzt deswegen für immer?“ Da musste sie lachen und bin nach wie vor unsicher, ob sie lachte, weil das jetzt für immer so bleibt oder weil sie das witzig fand.

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