Alle Artikel in der Kategorie “a week in pictures

awip29201601
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A Week in Pictures 29/2016

Lange Woche.
Ich frage mich, wann sich die absurde Logik durchgesetzt hat, dass man auf komplexe Probleme am besten mit besonders einfachen Lösungen antwortet. Da messert sich ein Verrückter durch den Zug und Renate Künast entdeckt ihre Liebe zu Schusswaffen. Schon mal Zug gefahren, Renate? Wo willst’n da ’ne Pistole hernehmen? So etwas nennt man Restrisiko, Mut oder einfach Vertrauen in die eigene Weltanschauung. Oder eben den Amokläufer aus München. Wie hätte man den stoppen sollen? Indem jede*r andere Person im Einkaufszentrum auch eine Knarre in der Tasche hat? Indem ich Counter-Strike verbiete? Und wieso stoppt eigentlich niemand Thomas de Maizière oder klebt ihm endlich auf ewig den Mund zu? Leider finde ich diesen Text nicht mehr, den ich letztens gelesen habe. (Ha! Das Internet fetzt! Danke Martin für’s Finden des Textes!) Darin ging es darum, ob die Welt nun immer schlechter und grausamer wird, oder ob wir es einfach nur mehr mitkriegen, ungefilterter und viel viel schneller. Ich denke, die meisten Menschen sind einfach nicht dafür gemacht, solche Situationen auszuhalten. Sie reagieren kurzatmig und deshalb unüberlegt, emotional und rachsüchtig. Und deshalb AfD! Oder Roboter! Entschuldigung, das war pietätlos. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, in wie vielen Situationen man „Und deshalb AfD!“ sagen kann? Brot alle, aber ALDI hat schon zu. Und deshalb AfD! Wieder die Bahn verpasst, weil man noch schnell am Pokestop einchecken musste. Und deshalb … Ich glaube, dass im Menschen einfach das komplette Spektrum aus Crazyness angelegt ist. Bei den meisten wird es zum Glück nie aktiviert, weil sie doch in relativ okayen Umfeld aufwachsen, ernst genommen wurden und kein Interesse daran haben, irgendjemandem etwas heimzahlen oder beweisen zu müssen, weil sie sich abgehängt oder ausgegrenzt fühlen. Und weil Ihnen relativ wenig Unrecht angetan wurde. Sie sich nicht bloß wie ein Hamster fühlen, dessen Anstrengungen eh nix bringen, weil sie in diesem System nichts verloren haben. Und weil noch niemand so fies war, diese ihre Verzweiflung für sich nutzbar zu machen. So banal es klingt, ich glaube, die Gründe für so etwas findet man nicht bei Computerspielen oder weil es im ICE-Bordbistro keine Schrotgewehre gibt. Es hat nichts mit Ausländer*innen, Geschlecht oder Religion zu tun (Wobei, Religion …), sondern beginnt vermutlich immer dort, wo im System etwas gehörig falsch gelaufen ist. Sei es in der Familie, in der Ausbildung oder der Freizeit. Bzw. dort, wo Politik und Zivilgesellschaft versagt haben, weil sie weggeguckt, nicht nachgefragt oder einfach nur verboten haben. Und deshalb AfD! Sorry, schon wieder pietätlos.

I can't go on, I'll go on. (Weiterlesen…)

awip28201601
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A Week in Pictures 28/2016


Ach Träsdne! Da fährt man mal in die Landeshauptstadt und schon wird man so freundlich begrüßt, wie man es kaum erwartet. Mit Elbe, Luftballon und Sonnenuntergang. Und KIZ-Konzert natürlich. Aber dazu später.
Schnelle Woche auf jeden Fall. Eine von denen, da man im Dreistagstakt denkt, schon genug für sieben Tage erlebt zu haben. Wie allgemein schon das erste Halbjahr 2016 für zwei ganze Jahre ausreichen könnte. Aber dann geht’s eben weiter. Fest steht, dass gerade sehr viel passiert. Zum Beispiel löst sich gerade der rechte Lenkergriff meines Fahrrads auf. Und der Wert der Pfandflaschen in der Küche ist garantiert schon wieder weit in der Zweistelligkeit angelangt. Nur im Busch vorm Haus wohnt noch immer kein neuer Heroinbenutzer, vielleicht, weil das Ordnungsamt und die Polizei seit der Schießerei neuerdings öfter vorbeischauen. Das klingt jetzt mal wieder krasser, als es ist. Aber ich gehe ja auch nie raus. Einfach, weil es draußen zu krass ist.

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awip27201603
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A Week in Pictures 27/2016

Ich muss mich entschuldigen, dass es den Wochenrückblick erst jetzt gibt. Aber Pokémon Go ist schuld. Und das, obwohl ich es noch nicht einmal habe, sondern meine Tage praktisch nur damit zubringe, fortwährend den AppStore zu aktualisieren und zu fluchen, dass es immer noch nicht verfügbar ist. Ja ja, Android und so. Und neue AppleID-anlegen und so weiter. Aber ich habe gelesen, dass die Pokémon-Go-Firma manche Geräte auch mal gern blacklistet, wenn sie nicht bis zum regulären Start warten. Und so wichtig es mir dann doch nicht. Obwohl es natürlich SEHR wichtig ist. Zu welchem Team gehören Sie? Mystic? Valor? Oder zum Team „Mimimi, hör mir mit diesem Scheiß auf, das ist alles Blödsinn, schau hier, meine coole The-North-Face-Jacke, und ja, ich bin verheiratet und mein Leben ist absolut sinnlos?“ Sorry, das ist mir so rausgerutscht. Aber ein bisschen nervt es mich, wie genervt manche Leute schon wieder sind. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man nicht sofort total energitisiert sein kann, sobald man den Pokémon-Song hört? Mich kriegt das total. Man stelle sich nur einmal vor, die tranige RB-Leipzig-Hymne wäre nicht von Ding, sondern vom unbekannten Pokémon-Komponisten geschrieben worden. Das Stadion würde doch jedesmal kochen vor Krassheit.
Oben war ich übrigens kurz in geheimer Mission in Hamburg unterwegs. In der S-Bahn saß ein vollkommen tattoovierter Mann und erklärter einer Gruppe alter Damen, dass so viele Tattoos schon klargehen, „wenn man nich arbeiten will, versteht sich“. Dann erklärte er, dass seine Mutter da auch nix dagegen hätte. Immerhin sähe er sie ja nur einmal im Jahr, woraufhin er hoch und heilig versprechen musste, öfter bei ihr vorbeizuschauen, denn das sei ja nicht schwer und würde irgendwann schließlich einmal gar nicht mehr gehen. „Schwierig“, sagte der Mann, „Ich bin ja auch oft im Knast.“ Dann war Ruhe. Aber immerhin kommt man im Knast sicher leicht an Tattoos.

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awip26201601
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A Week in Pictures 26/2016

Die schwammige Woche. Ich bin ja immer noch nachträglich davon beeindruckt, wenn ich tatsächlich etwas fertig bekomme, für das es weder einen Abgabetermin noch irgendwelche anderen Gründe gibt. Wenn es eine Quintessenz des Erwachsenseins gibt, dann vielleicht: Alles, was man tut, muss immer einen Grund haben. In diesem Sinne herzlich Willkommen zur wöchentlichen Ausgabe von Sternstunde Alltagsphilosophie. Mein Name ist André Herrmann, ich habe mal fünf Semester Philosophie studiert und weiß deshalb bestens über die Welt und ihre Bewegungen bescheid. Unser heutiges Thema ist Endlichkeit. Endlichkeit ist, wie schon Immanuel Kant sagte, derbe uncool, denn sie bringt uns dazu, unserer eigenen Endlichkeit aus Angst davor, unsere Bedeutungslosigkeit zu erkennen, einen höheren Sinn zuzusprechen, selbst wenn es dafür überhaupt keinen Grund gibt. Und wir beginnen, die Endlichkeit in Zeit zu messen und sie damit in Wertigkeiten aufzuteilen, damit wir noch okönomischer damit umgehen können und am Ende vollkommen ausrechenbar werden, weil wir uns selbst ein System auferlegt haben, das uns ursprünglich mal mehr Freiheit ermöglichen sollte, uns am Ende jedoch vollkommen vereinnahmt hat.
Andererseits ist Endlichkeit, wie schon Schopenhauer sagte, auch „der shit schlechthin“, denn sie ist es natürlich, die es uns ermöglicht, jene Freiheit zu erkennen, die in der Absurdität eines nicht sinnbehafteten Lebens steckt. Freilich ist diese Freiheit auch wieder eine Bürde, denn wer gezwungen ist, frei zu sein, ist auch zum Handeln gezwungen, selbst wenn die Handlung daraus besteht, nicht zu handeln. Hä? Jetzt wird es wirklich sinnlos. Wie schon meine Banknachbarin Melissa einmal sagte: Glück ist, was glücklich macht. Und die Zufriedenen sind tolerant. Vielleicht sollte ich nicht so viel Samuel Beckett lesen.

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awip25201601
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A Week in Pictures 25/2016

Schnelle Woche. Vielleicht sollte ich wirklich langsam anfangen, Follow me arounds zu drehen, das würde Vieles vereinfachen. Sobald ich mehr als eine Sache am Tag mache, verliert sich für mich immer alles in einem einzigen Schleier, der wiederum in den anderen Schleiern der übrigen Tage aufgeht und plötzlich ist schon wieder Montag und irgendwie hat man wieder nichts geschafft. Bzw. doch, aber man hatte ja keine Zeit, das zu erkennen, weswegen es einem anders vorkommtm als es in Wirklichkeit ist. Oder man hat nur irgendwelche Einzelschritte abgeschlossen, die aber noch nicht das Ergebnis und deshalb weniger ersichtlich sind. Aber lassen wir die Hobby-Philosophie.
Oben: Zu Besuch in Leipzigs schlimmstem Fahrstuhl, um anschließend ein bisschen über Internet zu reden bzw. hauptsächlich, um ganz viel Süßes und Muffins zu essen, wenn ich sie schon nicht bezahlen muss. Am Eingang habe ich erstmal für große Verwirrung gesorgt, weil ich vergessen hatte, dass ich ja seit Februar so einen coolen Pappausweis habe, der mir jederzeit Zutritt zum Muffinland verschafft. Ist immer gut, sich bei den Leuten gleich zu Beginn beliebt zu machen, indem man ihnen das Gefühl gibt, man hätte sie einfach nicht mehr alle beisammen.

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