Alle Artikel in der Kategorie “a week in pictures

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A Week in Pictures 15/2018

Und so beginnt sie wieder: Die Zeit, in der ich praktisch nur mit Sonnenbrille rausgehen kann. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde Sonnenbrille supercool. Manchmal vielleicht ein bisschen unhöflich, aber halt trotzdem notwendig. Wenn man so lichtempfindlich ist wie ich, dann hat man zwischen April und Oktober nur zwei Möglichkeiten: Sonnenbrille auf oder die Welt nur durch zwei Schlitze sehen. Möglichkeit 1 heißt aber leider auch, dass man spätestens gegen Abend, wenn man die Sonnenbrille absetzt, fünf Minuten lang zum Gesprächsthema wird, weil man so einen schönen hellen Sonnbrillenfleck im Gesicht hat, während drumherum alles braun ist. Möglichkeit heißt hingegen, bis zu 90 Prozent der eigenen Sehkraft einzubüßen und noch dazu Krähenfüße des Todes. Sie sehen, mein Leben ist nicht einfach. Oder anders gesagt: Langweiliger wird es praktisch nur beim Echo.

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A Week in Pictures 14/2018

Es ist ein erhabenes Gefühl, eine Duschstange zu besitzen. Das heißt: Endlich freihändig duschen! Okay, der Duschkopfhalter hielt genau zwei Tage lang fest und rutscht seither immer ganz langsam nach unten, sobald man den Duschkopf einhängt, aber was soll’s. Viel nerviger ist, dass er sich beim Runterrutschen auch noch gleichzeitig gaaaanz langsam von links nach rechts dreht, sodass man quasi auch noch ständig ein Stück zur Seite watscheln muss, aber naja. Man gewöhnt sich dran. So richtig nervig ist nur, dass der Duschkopf die letzten dreißig Zentimeter immer mit einem Rutsch runterknallt und er einem deshalb volles Ballett auf die Schulter knallt. Aber irgendwann werde ich sicher eine Schicht Hornhaut auf der Schulter haben. Und dann wird mir auch das egal sein.

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A Week in Pictures 13/2018

Das wahrscheinlich untrüglichste Zeichen, dass alle Welt davon ausgeht, dass der Winter jetzt endgültig vorbei ist: Die unzähligen Zu-verschenken-Kisten vor jedem zweiten Haus. Keine Ahnung wieso, aber gefühlt jede*r Person im Viertel scheint die letzten Wochen damit verbracht zu haben, unbenötigten Ramsch in Kisten auszusortieren. Überall stehen diese Kisten. Und in keiner ist irgendetwas Brauchbares zu finden. Doch, wobei! Ich habe einen Jutebeutel aus dem Deutschen Bundestag gefunden. Das ist die Form von Ironie, die mir gefällt. Besser wäre eigentlich nur ein SPD-Beutel gewesen. Wobei es dann nicht ironisch wäre, sondern masochistisch (und gelogen).
Witzig an dieser Stelle: Dass jemand im Hausflur „Er ist wieder da“ zum Mitnehmen ausgelegt hat, das Buch für einen Tag weg und dann wieder da war.

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A Week in Pictures 12/2018

Spotify Premium zu kündigen und anschließend wieder Spotify „Normal“ zu haben, wie auch immer es heißt, ist einer der größten sozialen Abstiege, die es gibt. Was kommt vor Premium? Spotify „Standard“? Spotify „Egal“, ich weiß es nicht. Ich habe schon viele Abos gekündigt, aber ich glaube, nur bei Spotify fühlt es sich so sehr nach einem Abstieg ins Unermessliche an. Nach Zeitreise zurück in die Steinzeit. Ich spüre schon, wie Jens Spahn über mich lacht. Bei Amazon ist es sogar umgekehrt: Man merkt nicht einmal, dass man Amazon Prime hat. Die Pakete kommen trotzdem binnen eines Tages und Amazon Video benutzt eh niemand. Bei Spotify Premium ist alles perfekt. Keine Werbung, Offline-Playlists, ziemlich viel Musik. Klingt nach nicht sooo viel. Bis man dann plötzlich wieder zwischen jedem zweiten Songs die Obergefreite Jenny anhören muss: „Mein Name ist Jenny, ich bin Obergefreite bei der Bundeswehr. Schießen fetzt, Auslandseinsätze sind cool und deshalb komm auch du zuuuur Bundeswehr! Peng! Peng!“. Oder bis man mal wieder in der Bahn sitzt und Musik hören will. Und dann startet man Spotify und zwei Minuten später kommt diese SMS: „Liebe/r Kunde/in (Ja, mein Mobilfunkanbieter ist einer von der menschlichen Sorte!), Sie haben Ihr Datenvolumen bereits zu 80 % ausgereizt, weil sie zwanzig Sekunden Spotify „Normal“ benutzt haben, bla bla bla, hahahahahHAHHAA!“ Und dann kommt auch schon wieder Werbung, die so laut ist, dass man förmlich sehen kann, wie alle in der Bahn sie mit anhören müssen. Und schon sind da die strafenden Blicke der Sozialwissenschaftsstudent*innen: „Bundeswehrwerbung? Seriously, du komischer Typ?“
Ich weiß doch auch nicht, warum ich das gekündigt habe. Ich glaube, ich muss das alle paar Monate immer mal abbestellen, weil mich dieses Into-the-Wild-Gefühl packt. Oder weil ich einfach kurzzeitig geizig werde. 10 Euro fürs bloße Musikhören ist ja auch ganz schön frech. Netflix läuft ja immerhin auch 24/7. Mal sehen also, wie lang ich Obergefreite Jenny diesmal ertragen werde.

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A Week in Pictures 11/2018

Als ich letztens mal wieder irgendeine Hausbau-Einrichtungs-Sendung schaute (ja ja!) und die eine Frau bei der Planung ihrer Küche extra darauf achten musste, dass sie auch genügend Schränke für ihre Tupperwarensucht hat, da habe ich darüber nachgedacht, ob ich überhaupt irgendeine Sammelleidenschaft oder so habe. Also etwas, das ich, sobald ich es irgendwo sehen würde, auf jeden Fall mitnehmen müsste. Promizeitschriften, ja. Aber die hebe ich ja nicht auf. Cola. Aber die trinke ich und dann trennen sich unsere Wege. Bücher vielleicht. Ich hatte wirklich mal richtig viele Bücher. Aber irgendwann habe ich dann mal beschlossen, dass nur noch die zu behalten, die ich entweder noch lesen muss oder die mir wirklich am Herzen liegen. Und das sind erstaunlich wenige. Also jene, die mir wirklich am Herzen liegen (zum Beispiel die Komplettausgabe Calvin & Hobbes, die Trakl-Biografie, die Hackertales oder Odem – On the run). Der Noch-zu-lesen-Stapel hingegen ist immer riesengroß. Und es gibt kaum Bücher, die es schaffen, behalten zu werden. Die meisten verschenke ich oder lege sie einfach eine Parkbank. Und der seltenste Fall ist eben gerade passiert: Ich habe mir ein Buch gekauft, das ich schon kenne und vielleicht auch nicht direkt jetzt lese, aber trotzdem unbedingt wieder haben und behalten will, weil ich es sehr mag.

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