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Die Leipziger Volkszeitung vom Freitag. So schnell kann's gehen. Ich fühle mich geehrt. Zwar kann ich nicht so cool per Zeitung antworten, aber sei's drum.

Tja, was hätte er wohl gesagt? Vermutlich, dass es immer noch resp. wieder total schön in der Stadt ist. Dass der Hauptbahnhof verdammt cool, diese Kirchenuni aber irgendwie komisch ist. Und dass Gyros-Mann am LVB-Turm mal der absolute Boss ist.

Vermutlich hätte er aber auch gesagt, dass all diese Feststellungen nicht bedeuten, dass Leipzig jener magische, problemlose Ort ist, an den man nur vermittels Feenstaub und einer Runde Fliegen gelangen kann. Oder dass er seinen Faust woanders auf einem Fass hätte reiten lassen, hätte es damals schon diesen schrecklichen Slogan gegeben.

Vielleicht hätte er bemerkt, dass Connewitz kein linksextremer Problemstadtteil ist und dessen Probleme vielmehr einer politischen Diskussion entbehren, statt einer quartiersgemanagten Kommunikationsstrategie. Dass die freie Kultur nach wie vor nicht die versprochen 5% des Kulturetas abbekommt, aber vom Stadtmarketing als gütiges Zugpferd gesattelt wird. Dass wir gespannt sein dürfen, was bei 1400 Euro Durchschnittseinkommen und einem Mietspiegel jenseits der 10 Euro/m² passieren wird. Und dass auf der Sachsenbrücke eigentlich nur die Leute mit ihren schlecht gestimmten Akustikgitarren nerven.

Womöglich hätte er sich gefragt, ob die Innenstadt wirklich dreiundzwanzig Einkaufszentren und achtzig Hotels braucht. Ob Stadtvillen und Luxussanierungen tatsächlich das non plus ultra sein können. Warum wir bereits fast Mai haben, aber die LVB noch immer nicht ihre Ticketpreise erhöht hat. Oder ob er selbst bekannt genug wäre, sodass seine Streetart ebenfalls hinter Glas käme.

Und vielleicht, aber nur ganz ganz ganz vielleicht, hätte er noch hyperpathetisch hinzurezitiert: "Du kannst! So wolle nur!". Oder er wäre einfach bei mir vorbei gekommen. Immerhin habe ich noch Dichterbier aus Marburg im Kühlschrank.

P.S.: Es sind 87 Artikel ;)

Danke an Konrad fürs Finden und den Ausschnitt!

 

Hätte ich nicht sicherheitshalber mal nachgefragt, hätte ich es vermutlich nie erfahren. Wäre einfach hier sitzen geblieben und hätte darauf gewartet, dass etwas passiert. Hätte gewartet. Und gewartet. Und dann wäre ich auch schon wieder gestorben. Aber ich habe ja nachgefragt und deshalb weiß ich jetzt: Ende nächster Woche werde ich exmatrikuliert. Ehrenhaft oder wie das heißt. Aber eben auch tonlos. Zeugnis abholen, fertig.

Damit ich nicht falsch verstanden wäre: Ich sehne mich nicht nach einer großen Zeugnisausgabe, einer Abschlussfeier oder so etwas. Als Rory bei den Gilmore Girls ihren Abschluss aus Chilton bekam, diese schwülstige Rede hielt und alle AbsolventInnen ihre viereckigen Hüte in die Luft warfen, war ich schon ein immer ein bisschen froh, dass es so etwas hier nicht gibt. Und gerade die Politikwissenschaftler sind, was Uniformen und seltsam tradierte Verhaltensweisen angeht, immer ein bisschen vorsichtig.

Als ich mein Abizeugnis bekam, verteilte die Schule Geldprämien an die drei besten AbiturientInnen und ich wäre am liebsten im Boden versunken. Als ich mein Bachelorzeugnis bekam, war ich schon im zweiten Mastersemester. Jetzt liegt hier der Fragebogen zur Prüfung der Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz. Wenn ich nächste Woche mein Masterzeugnis abhole, wird die Prüfungsamtsfrau wahrscheinlich fragen, was jetzt kommt. Und ich werde antworten: "Ich mach erstmal ein Burnout-Jahr". Und dann wird sie vermutlich sagen: "Machen Sie's gut." Und wenn man es sich genau überlegt, reicht das auch völlig.

Schüss Uni.

 

Wie sie vielleicht gehört haben, existiert im Leipziger Zoo seit kurzer Zeit ein Babytapir. Tapire sind die besten Tiere der Welt. Sie färben ab, wenn man sie streichelt und können ihre Nasen lustig nach oben biegen, wenn sie einen traurigen Menschen aufheitern wollen. Sie liegen oft auf dem Boden, lassen sich massieren wie Gangsterrapper und ernähren sich gesünder als jeder Plagwitz-Veganer. Heidi das schielende Opossum habe ich nie verstanden, Knut war ganz okay, aber ein Babytapir toppt einfach alles.

Jetzt kam der Zoo auf die Idee, bis zum 18. März öffentlich Namensvorschläge für den Minitapir einzuholen, bis er dann am 27. März offiziell getauft wird. Und da ich es nicht ertragen könnte, wenn der arme Tapir "Tapsi", "Flecki", "Piri" oder "Pünktchen" getauft würde, hier mein Namensvorschlag: Mirko.

Mirko ist ein absoluter Top-Name für einen Tapir! Mirko ist die Kurzform von Miroslav, was wiederum für "Mir" (Friede) und "Slava" (Ruhm, Ehre) steht (Wikipedia). Mirko repräsentiert Hypezig besser als Auerbachs Keller. Mirko versteckt sich nicht hinter aufgeladenen Werbesprüchen, lässt sich nicht instrumentalisieren und bewegt sich sicher in der Gentrifizierungsdebatte.

"Der Name sollte zum Lebensraum der Tapire passen. Wir betrachten unsere Tiere als Botschafter für ihre Artgenossen in freier Wildbahn", sagt Zoodirektor Junhold (LVZ).

Ich werde jetzt bis zum 18. März jeden Tag Mails an den taufe@zoo-leipzig.de schreiben, damit der tolle Tapir einen schönen Namen bekommt. Das Namensgame ist hart, mittlerweile bestechen sogar Rentner den Zoo mit Geld (LVZ), damit sie den Tapir nach ihrem Lieblingsmedikament benennen dürfen. Aber dazu wird es nicht kommen. Denn wenn er schon nicht bei mir einziehen darf, dann ist es ja wohl das Mindeste, dass Mirko Mirko heißen wird.

Bereits 2011 wusste ich:

Eigentlich würde ich mich nur politisch engagieren wollen, damit ich endlich einen Tapir adoptieren kann.
@nnamrreherdna
André Herrmann

 

Da ich dieses Blog mittlerweile anscheinend wirklich in die Modeblog-Ecke manövriert habe, heute ein neues Anliegen:

Darf ich vorstellen, das ist Rico. Rico ist mein wunderbarer Reiserucksack, der mich seit zwei Jahren durch die Weltgeschichte begleitet und stets treu seine Dienste geleistet hat. Er kann praktisch alles, außer einen Bagger transportieren und Laserstrahlen schießen. Es gibt nur ein Problem: Rico wurde auf heimtückische Art und Weise durch ein Geschenk ersetzt. Und jetzt steht er hier, einsam und unbenutzt und ich befürchte, dass er sich bald etwas antut, wenn nicht bald mal wieder jemand mit ihm wandern oder einen riesigen Berg Klamotten durch Deutschland tragen geht.

Darum: Wer möchte Rico haben? Offiziell heißt Rico Deuter Traveller 80+10. Er fasst, wie der Name sagt, 80 Liter und hat einen abnehmbaren Rucksack, der nochmal 10 Liter fasst. Dazu kann er wirklich alles, hat ein Nasswäschefach, einen Zwischenboden, damit alles Mitgenommene stabil bleibt, tausende Taschen, höhenverstellbare Träger und so weiter und so fort.
Und ich möchte ihn verkaufen. Möchte ihn jemand haben?

Anbei ein paar Fotos und Erläuterungen:

Das ist Rico von hinten. Sieht ein bisschen wie ein komplizierter Käfer aus, ist aber eigentlich ganz leicht. Die Schultergurte sind, wie gesagt, höhenverstellbar. Dreißig Kilo habe ich mit Rico mal herumgetragen. Das ging dank der guten Polsterung und diesen Hüftpolstern ziemlich gut.

Rico von innen. Hier passt eine ganze Menge rein. Und falls es doch zu wenig Platz ist, kann man an der Rückseite des Rucksacks nochmal per Reißverschluss sein Volumen erweitern. Es würde mich wundern, wenn solche Rucksäcke noch nicht auf jeder Baustelle verwendet werden. Und weil ich so nett bin, lasse ich den Glückscent einfach drin.

Ricos Innenleben Teil 2: Diesmal das abtrennbare untere Fach. Dort passen sogar diese riesigen DDR-Schlafsäcke und vierzehn Kilo Steine rein.

Was wie ein Ufo-Käfer ausssieht, ist in Wirklichkeit der kleine Rucksack, der sich direkt an Ricos Vorderseite per Reißverschluss festzurren lässt.

Und so sieht Rico aus, wenn man das Ufo abgenommen hat. So habe ich ihn auch meistens benutzt. Wie man sieht, ist Rico sehr gepflegt und hat praktisch nur ganz winzige Gebrauchsspuren.

Und wenn man Rico mal im Flugzeug transportieren will, kann man die Träger einfach unter dieser fancy Plane verstecken, die sonst immer im Boden zusammengerollt ist.

Jut. Rico hofft, euer Interesse geweckt zu haben. Er mag ausgelassene Wanderungen durch unwegsames Gelände und lange Touren durch Mitteldeutschland. Rico wiegt zarte dreieinhalb Kilo und ist 79 cm * 38cm * 30cm groß. Wenn du also Ricos Herzblatt werden willst, so schreib einfach eine Mail an post (at) andreherrmann (punkt) de mit einer Preisvorstellung. Er kommt dann per Post. Neu hat Rico entspannte 240 Euro gekostet, aber ich bin durchaus bereit, ihn eine Ecke billiger abzugeben.

 

ronny

Das ist Ronny. Ronny ist mein Rucksack und ich mag ihn sehr. Bisher war er fast überall dabei, hat mit mir Abi gemacht, ein bisschen studiert, war in vielen Städten und sah immer gut aus. Mittlerweile ist er bereits 13 Jahre alt (schwieriges Alter) und beginnt, nicht mehr immer das zu tun, was ich von ihm erwarte. Soll heißen: Manchmal öffnet Ronny von selbst seine Reißverschlüsse und speiht bspw. meine Einkäufe auf die Bundesstraße oder verteilt sie in der Straßenbahn. Da kann man schimpfen und reden, wie man will, er macht ja doch, was er will. Und weil ich im Laufe der Zeit eine so unglaubliche Brustmuskulatur entwickelt habe, riss auch irgendwann der linke Tragegurt, den ich völlig dilletantisch nach bestem Wissen mit Gaffa verarztet habe.

Vielleicht ist auch so einfach die Zeit gekommen, sich von Ronny zu verabschieden. Irgendwann hört es halt auf, cool zu sein, nur des Logos wegen dauernd von all den Survival-Menschen und Camel-Rauchern gegrüßt zu werden. Worum geht es also? Ich brauche einen neuen Rucksack. Und da ich zwar immer sage, dass das hier ein Modeblog ist, es in Wirklichkeit aber total gelogen ist (Nein! Ehrlich?), weil ich Angst vor echten Läden plus den darin befindlichen Verkäuferinnen habe und ich darüber hinaus seit 13 Jahren raus bin aus der aktuellen Rucksack-Szene, brauche ich Hilfe bei der Suche nach dem perfekten Ronny-Ersatz. Unter perfekt geht leider nicht, denn Ronny war zumindest schon fast perfekt. Rucksackvorschläge sind also sehr willkommen, ich bin aber auch schon mit der Nennung dedizierter Rucksackquellen zufrieden. Und damit sind wir auch direkt bei den Anforderungen an Ronny II.:

  • Keine Jutebeutel. Keine Signalfarbe. Kein Leder.
  • Keine Logos, die mehr als 20% der Fläche des Rucksacks bedecken.
  • Eine Möglichkeit, einen Laptop stabil (!) zu transportieren wäre super.
  • Keine Jack Wolfskin-, The North Face-, Mammut-, Fjällräven-, Bundeswehr- oder Trekking-Rucksäcke. Bitte auch keine Firmennamen, für die man mich in der Straßenbahn auslachen könnte ('Cox' oder so etwas).
  • Rollen bitte nur, wenn er auch hält, bis ich 60 Jahre alt bin.
  • Genug Platz, um damit auch mal Klamotten usw. für 2 Tage transportieren zu können, aber auch nicht mehr.
  • Möglichst günstig teuer.

Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Und falls es für genau meine Anforderungen etwas ganz Anderes gibt, das ich bloß noch nicht kenne (eine fliegende Transportwolke oder so etwas), dann immer her damit! Merci Vielmals!