Alle Artikel in der Kategorie “Allzumenschlich

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A Week in Pictures 20/2018

Letztens bekam ich ein Paket, was mich sehr wunderte, weil ich gar nichts bestellt hatte. Und wenn mir jemand etwas von meinem Wunschzettel bestellt (zwinker, zwinker), dann kommt das ja eh zur Packstation. Kommt ein Paket bei mir zu Hause an, dann muss es sich also zwangsläufig um eine Briefbombe oder irgendetwas von irgendjemandem handeln, der/die mich kennt. Long story short: Das Paket kam von der Steuerberatung. Bei denen ist das so ein Mittelding. Die kennen mich eigentlich nicht, aber haben trotzdem meine Adresse. Und es war eigentlich auch kein richtiges Paket, sondern nur der Ordner mit den Belegen des letzten Jahres. Allerdings, und jetzt kommt das Krasse: Befand sich der Ordner in einem Paket, das extra für Ordner konzipiert wurde. Wie geil ist das denn? Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt. Sorry, wenn Sie das jetzt nicht krass finden, aber ich stehe halt auf Büromaterialen und solches Zeug. Mich kriegt das total. Ich bin sowieso schon immer neidisch auf Leute, die in einem Büro arbeiten. Weil die immer die krassesten Büromaterialien haben und sich auch überhaupt keine Gedanken machen müssen, wenn mal was alle ist. Was die bei der Steuerberatung für geiles Zeug benutzen, es ist unfassbar. Angeschrägte Trennstreifen aus Pappe, „Lochverstärkungsringe“, damit das gelocherte Loch im Blatt stabil bleibt und nicht ausfranst, Textmarker in GRAU (!!!!) oder so Stempel, mit denen man GEBUCHT! stempeln kann. Den ganzen geilen Büroscheiß haben die. Ich bin sowas von neidisch. Und ich freue mich so sehr auf unseren Besuch bei Staples in den USA. Ein halber Koffer gehört mir. Also bringe ich einen halben Koffer voll Schreibwaren mit zurück. Es wird so cool.

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A Week in Pictures 19/2018

Wenn ich früher sah, dass meine Eltern meinetwegen Geld ausgeben mussten, dann fand ich das immer ganz schlimm. Ich wollte nicht, dass sie sich für mich in Unkosten stürzen, wenn es dabei nur um so nebensächliche Dinge wie Schulsachen, Kleidung oder Nahrung für mich ging. Noch schlimmer war es allerdings, wenn meine Eltern unerwartete Ausgaben zu tätigen hatten. Wenn das Auto urplötzlich in die Werkstatt musste, mein Vater dann meiner Mutter die Rechnung zeigte und meinte: „Oh je, das war aber ganz schön teuer!“, dann stand für mich fest: Ich werde ab jetzt kein Geld mehr verbrauchen, sonst landen wir auf der Straße. Und wenn meine Mutter dann fragte, ob wir am Wochenende mal essen gehen sollten, dann sagte ich so etwas wie: „Nein, ein Stück Brot würde mir reichen.“ Dann sagte meine Mutter: „Oder wir machen uns einfach hier was Schönes? Worauf hast du Lust?“ Und ich antwortete: „Was ist denn am Günstigsten?“ Und meine Mutter: „André, du musst doch was essen!“ Und ich: „Ja, aber nicht jeden Tag!“

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A Week in Pictures 18/2018

Ich glaube, ich habe letztens zum ersten Mal geträumt, dass ich jemanden erschossen habe. Einen Boxer, warum auch immer. Und es war gleichzeitig unglaublich gruselig wie auch interessant. 1) Weil ich es im Nachhinein echt schlimm finde, dass ich es tatsächlich gemacht habe, weil ich immer dachte, ich würde so etwas nie machen, nicht einmal im Traum, 2) obwohl ich irgendwie Teil einer Armee und es deshalb irgendwie okay war, jemanden zu erschießen und 3) weil es nicht lange dauerte, bis für mich im Traum trotzdem eine ganze Welt zusammenbrach und ich dachte: Oh Fuck, dafür gehst du jetzt in den Knast und das auch noch zurecht. Und dann heulten alle um mich rum und ich dachte: Au backe, das war jetzt echt das Dümmste, was du je in deinem Leben gemacht hast, du Idiot und wollte dann so zum Gefängnis, aber alle dort meinten: „Nee nee, du hast niemanden erschossen.“ Und ich so: D“och doch, guck hier, meine ganze Familie, alle heulen doch, weil ich diesen Boxer erschossen habe.“ Und die vom Gefängnis so: „Ach, das war doch jetzt kein Mord! Das war doch völlig richtig!“ Und ich so: „Eh, nee? Ich muss jetzt bitte ins Gefängnis.“ Aber alle so: „Nee nee, geht schon klar.“
Google sagt, im Traum jemanden zu erschießen, deutet auf ein erfolgreiches Leben auf kosten Anderer hin. Aber das kann nicht sein, denn dazu müsste ich erfolgreich sein.
Oder aber unterdrückter Zorn, ein ungelöster innerer Konflikt. Aber weiß ich ja schon immer, daran gewöhnt man sich auch irgendwann. Außerdem hätte ich ja sonst nichts, worüber ich schreiben könnte.
Dritte Erklärung: Spirituelle Wiedergeburt, Altes sterben lassen, um Platz für Neues zu schaffen. Na ich bin gespannt.

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A Week in Pictures 17/2018

Wenn die Abiturmenschen ab nächstem Jahr tatsächlich Mathe abwählen dürfen, das heißt kein Mathe-Abi schreiben müssen, dann bin ich wirklich böse. Erstens, weil es das schon einmal gab und ich damals schon so unglaublich enttäuscht war, als man sich kurz vor meinem Abi einfallen ließ: Ach nee, lass die ruhig mal Mathe im Abi schreiben und sich ihren Durchschnitt versauen. Das ist doch inkonsequent. Kann man sich nicht einfach mal für eine bildungspolitische Leitlinie entscheiden? So ein paar Grundfeste, die sich auch durch verschiedene Legislaturperioden halten? Oder dann wenigstens die Uni-NCs anpassen? Hätte ich Mathe nicht schreiben müssen, es hätte meinen Schnitt quasi revolutioniert. Und ich wäre heute wahrscheinlich Raketenwissenschaftler. Okay, ich würde alles falsch berechnen, aber darum geht es jetzt gar nicht. Zweitens, weil ich mittlerweile den Punkt erreicht habe, an dem ich möchte, dass es niemand leichter haben soll, als ich es hatte. So wie diese Opas, die ihren Rasen bis heute mit der Sense mähen, weil sie sich einfach weigern, die Erfindung des Rasenmähers zu akzeptieren. So werde ich langsam auch. Aber ich wollte es ja auch nicht einfach haben. Ich habe es damals als Frechheit empfunden, dass ich plötzlich erst nach 13 Jahren Schule Abi machen sollte, weil dann alles soooo viel leichter wurde. Dabei wollte ich lieber schnellstmöglich mein doofes Abi haben und nie wieder eine Schule besuchen müssen. Für mich hieß 13 Jahre Schule nur ein zusätzliches Jahr, das mich davon abhält, nie wieder vor 9 Uhr morgens aufzustehen. Vielleicht habe ich also aus reinem Masochismus damals Leistungskurs Physik gemacht. Weil ich dachte: Wenn du schon ein Jahr länger hier rumhängen musst, dann mach es dir wenigstens extra schwer. Nun ja, sagen wir so: Mathe oder Physik, ohne wäre ich heute vermutlich Raketenwissenschaftler.
Btw: Bester Song ever.

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A Week in Pictures 16/2018

Vor einem Jahr habe ich mir eine Powerbank gekauft. So eine richtig große, mit der man das Handy fünf, sechsmal nacheinander aufladen kann. Ideal für Festivals bzw. dafür, der größte Pokémon-Go- Trainer der Welt zu werden. Leider wurde Pokémon Go doch recht schnell langweilig, aber die Powerbank blieb und leistete auch auf dem Festival gute Dienste. Bis ich dann diese Mail bekam, ich solle doch bitte aufhören, die Powerbank zu benutzen, denn sie werde zurückgerufen. Grund: Bei manchen Leuten sei sie wohl explodiert, bei anderen wiederum hätte sie sich während des Betriebs entzündet. Also bitte bitte einfach entsorgen, als Entschädigung gibt’s den Kaufpreis zurückerstattet. Und nun sitze ich hier mit erstattetem Kaufpreis _und_ der Powerbank und befinde mich in einem moralischen Dilemma. Wobei es weniger mit Moral zu tun hat, sondern eher mit Wagemut, wenn’s schief geht, würde man vermutlich auch sagen, mit Dummheit. Die Powerbank wurde bei mir niemals auch nur warm. Selbst, als wir zwei Handies gleichzeitig luden. Wenn ich sie quasi behalte, aber beim Laden immer ganz weit weg lege, wäre das nicht okay? Oder sollte ich einfach den Expert*innen vertrauen, die meinten, wahrscheinlich passiert nichts, aber bei manchen ist halt etwas passiert, also riskier es lieber nicht. Was wäre, wenn das Ding just beim Einstöpseln des Handies detoniert? Was würden die Omas hier im Haus sagen, wenn ich plötzlich brennend durch den Hausflur renne? Und was, wenn gerade Mittagsruhe ist? Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Vielleicht warte ich einfach noch mal ein bisschen ab.

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