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A Week in Pictures 52/2016

Das ist dann also der letzte Rückblick für 2016. Obwohl ja eigentlich schon 2017 ist. Aber da haben die Kalendererfinder*innen halt einfach nicht nachgedacht. Danke für nichts! Falls Sie zufällig den grandiosen Jahresrückblick verpasst haben sollten, dann schauen Sie bitte hier.

Oben: You can’t go home again und so. Alternativtitel: Flucht zurück.
Was steht 2017 so an? Wir könnten endlich mal den zweiten Teil fertigschreiben, hm? Zwei Skripte gibt’s da ja auch noch zu basteln. Und diese eine Sache, die dann vielleicht bald endlich klappt. Und das danach dann. Und Lesebühne! Und ich würde gern mal nach Tokio fahren. Wieder nach Chicago! Nach Irland! Und vielleicht nie wieder irgendwohin, wo ausschließlich deutsche Rentner sind. Ich nehme mir ja nie etwas vor für das neue Jahr. Erstens, weil ich der Überzeugung bin, dass man, wenn man etwas ändern will, dafür nicht erst auf ein bestimmtes Datum warten muss, sondern es auch einfach gleich lassen/anfangen kann. Wobei das auch schwierig ist, wenn man zum Beispiel an die ganzen Leute denkt, die sich vornehmen: „Ich fange dieses Jahr an, Rennrad zu fahren!“ Und dann kaufen sie sich als erstes ein Rennrad für 5.000 Euro, dazu dann noch so bedruckte, hautenge Radlerklamotten, einen total windschnittigen Helm und dann fahren sie exakt zweimal und danach nie wieder. Egal. Zweitens jedenfalls, weil ich es einfach so oder so Quatsch finde. Ich nehme mir sowieso zu vieles vor und zu wenig davon tue ich dann wirklich. Wenn ich nur ein Viertel von dem täte, was ich mir vornehme, würde ich sicher doppelt so viel tun, als ich jetzt tue. Aber das ist okay. Denn manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich vielleicht immerhin schon manchmal etwas getan habe und das ist dann meist mehr, als manch andere getan haben. Obwohl man sich ja nicht vergleichen soll. Ich vergleiche mich ja auch nicht. Ich nehme nur zur Kenntnis und das kann ich eben nicht abstellen. Außerdem, das habe ich schon mal gesagt: Ich bin auch nicht neidisch. Ich finde nur, dass die meisten Menschen zu unrecht Erfolg haben. Okay, auf die Macher*innen von Modern Family bin ich neidisch.
In diesem Sinne: Viel Erfolg mit allem, was Sie sich vorgenommen haben. Ehrlich.


Endlich normale Leute.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieser Bilder wusste ich übrigens noch nicht, dass das Jahr 2016 stilsicher enden wird und mich das Fahrrad noch einmal wunderbar abwerfen würde. Das heißt, eigentlich war es gar nicht meine Schuld. Das blöde Auto war schuld! Kurze szenische Schilderung meiner Gedankengänge, während es passierte:

EXT. KREUZUNG – NIGHT
ANTREH fährt mit dem Fahrrad Richtung Hauptbahnhof. Fröhlich fährt er auf eine Kreuzung zu. Er hat grün. Just in dem Moment, da er sich auf der Kreuzung befindet, bemerkt er, dass sich von hinten links ein Auto nähert, das offensichtlich rechts abbiegen will.

ANTREH
Häh?

Das Auto scheint ANTREH nicht zu bemerken und fährt stoisch weiter nach rechts, wobei es ANTREH peu à peu den Weg abschneidet.

ANTREH
Aldr, aldr, aldr!

Aber das Auto scheint ANTREHs Gedanken nicht zu hören.

ANTREH
Aldr, ey! Willst du bitte anhalten?!

Aber das Auto will nicht. Notwendigerweise kollidieren das Auto und ANTREH. ANTREH schlägt gegen das Beifahrerfenster, kippt und rutscht anschließend an der rechten Fahrzeugseite Richtung Asphalt.

ANTREH
Och nö, nich schon wieder! Immerhin ist es diesmal die linke Seite. Was für ein Assi, ey!

Als sich ANTREHs Körper dem Hinterreifen nähert, wird die Sache noch einmal spannend.

ANTREH
Bitte nicht mit dem Arm ins Rad kommen, bitte bitte nicht!

Aber ANTREH hat Glück, kann sich gerade noch am Heck abstützen, klatscht dann allerdings, als das Auto weiterfährt, recht unsanft mit der Hüfte auf den Boden. Als er aufschlägt und ein bisschen umherschlittert, bemerkt er, wie sich der Gummiknubbel seines linken Köpfhörers löst und auf einen Gulli zurollt.

ANTREH
NA, GEIL! FUCK. MY LIFE, aldr! Die scheiß Kopfhörer haben 90 Euro gekostet!

Dann bemerkt ANTREH die Schmerzen.

ANTREH
Aua.

ANTREH gestikuliert dem Auto wütend hinterher, das in einer Entfernung dann tatsächlich anhält. ANTREH schleppt sein Fahrrad zur Seite, alles heil geblieben. Sofort kommen Leute an und fragen, ob ANTREH Zeugen braucht. Nee, nee, sagt ANTREH, denn der Autofahrer ist eigentlich total nett und nach einer Bestandsaufnahme durch kurz mal Ausziehen, weiß ANTREH, dass immerhin nichts kaputt oder offen ist. Außerdem will der nette Herr Autofahrer auf gar keinen Fall, dass die Polizei hinzugezogen wird. ACAB, genau, denkt ANTREH und man einigt sich auf unentschieden.

THE END


Und weil Fahrradfahren sehr gefährlich ist, laufe ich neuerdings. Zur Apotheke zum Beispiel. Auch so ein Ding.
Wenn ich in der Apotheke sage: „Hier, hi, ich bräuchte da was gegen Dummheit, also eher gegen die Auswirkungen von Dummheit, weil ich schon wieder hingeflogen bin und jetzt ist irgendwie meine Hüfte geprellt. Und die Schulter. Und die andere auch, aber das ist noch vom letzten Mal.“
Und die Apothekerin sagt: „Ja, hm, wir hätten da dieses Hycifilibilicerin, das ist schon mal ganz nice. Oder halt das gute also Diclololokeineahnungwas, das nimmt man ja auch ganz gern. Und dann haben wir noch ganz neu das Pfffeefefeefwtf, das ist mit diesem neuen Wirkstoff Xexehjdxejd, aber das muss ja jede*r selbst wissen.“
Und ich denke: „Mhm, klar, geh deinen Weg, Frau Apothekerin, danke für gar nichts“ und sage: „Ja, pff, welches empfehlen Sie denn?“
Und sie sagt: „Ja, also das kommt ja darauf an, ob es jetzt ein innenliegender Bluterguss oder eher so eine Quetschung ist. Wie ist es denn passiert?“
Und ich sage: „Ja, pff, keine Ahnung. Erst war da nix und dann tat das weh.“
Und sie sagt: „Ja, also wenn Sie das vielleicht mal nachstellen könnten?!“
Und ich sage: „Nee?“
Und sie sagt: „Naja, das eine hier kostet 97 Euro und das andere hier 4 Euro.“
Und schon haben wir eine Entscheidung.
Außerdem schneit es ja mittlerweile. Was soll das eigentlich? Sind wir in Norwegen? Ich dachte, wenigstens auf den Klimawandel könne man sich verlassen und dann wacht man morgen, okay, mittags, na gut, nachmittags auf und plötzlich ist da alles weiß! Die Junkies vor dem Küchenfenster haben über Nacht sogar einen Schneemann gebaut. Also ich hoffe zumindest, dass es ein Schneemann ist, sonst wäre das ziemlich schlecht. Falls Sie also zufällig Straßenbahnkontrolleur*in sein sollten, bleiben Sie in den nächsten Wochen doch einfach zu Hause. Gönnen Sie sich eine Auszeit. Es ist ja nicht so, dass ich nicht bezahlen will. Okay, doch. Aber davon ab: Selbst wenn ich bezahlen wollen würde, machen es eine*m die LVB ja auch noch liebend gern extrem schwer. Leute, wir haben das Jahr 2017 und ich kann noch immer nicht mit Karte zahlen? Das funktioniert sogar in Halle! Kein Witz! Oder wie oft weigern sich die Automaten, Wechselgeld zu geben? Soll ich ständig, wie im Mittelalter, mit einem Lederbeutel voller Münzen herumlaufen, nur damit ich im Zweifelsfall mit der Straßenbahn fahren kann? Und warum funktioniert eigentlich ausgerechnet mein Handyvertrag nicht mit eurer glorreichen App? Sollte ich irgendwann mal ein Straßenbahnunternehmen besitzen, dann werde ich dafür sorgen, dass NIEMAND, der/die auch nur die kleinste Verbindung zur LVB hat oder hatte, mit meinen Straßenbahnen wird fahren dürfen. Ja, das ist diskriminierend, aber dann wissen Sie ja jetzt, wie ich mich fühle.


Das Weihnachtsgame kam noch einmal strong zurück.
Oben: Die glorreiche Alf-Figur! Und endlich habe ich wieder Mein Leben und ich! Einziges Problem: Ich kann es nicht gucken, denn ich habe kein Bluray-Laufwerk. Ich habe eigentlich gar kein Laufwerk in meinem Laptop. Wer hat so etwas überhaupt noch? Das ist total 2015. Hat also irgendjemand ein externes Bluray-Laufwerk, dass er/sie mir mal für ein paar Stunden leihen könnte? Ich zahle mit guten Ratschlägen (Ein kostenloser zur Probe vorab: Fahren Sie niemals Fahrrad!).
Unten: Sehr gutes Buch von David Harvey. Hab erst 50 Seiten gelesen, weil dann der Mann vom Asia-Imbiss schon so komisch geguckt hat, aber es ist gut. Und dann noch The Sellout. Kenn ich gar nicht, habe ich auch noch nicht angefangen. Aber ich finde es schon super, dass jemand, der beim Poetry Slam angefangen hat, irgendwann mal den Man Booker Prize gewinnt. In your face, Maeckes! Danke jedenfalls, liebe*r Wunschlisten-Schenker*in. Ich freu mich.


Oben: Normale Nachrichten aus Sachsen-Anhalt.
Unten: Silvester im Gefahrengebiet. Ich möchte ja nicht sagen, dass ich mir Feuerwerk nicht gern angucke, noch dazu, wenn es gut gemacht ist, aber es beunruhigt mich immer ein wenig, wenn ich Böller, mit denen man ohne Probleme einen Fiat Ciquencento in tausend Einzelteile sprengen könnte, in den Händen von taumelnden Gestalten sehe. Oder wenn es Leute witzig finden, das Zeug in meine Richtung zu werfen. Ich glaube, seit mir, 2014 war das,, dieser Idiot die Hälfte seiner Knallerbatterie in den Nacken schoss, bin ich einfach geheilt, was meine Lust auf Feuerwerk betrifft. Angucken meinetwegen, aber ich muss wirklich nicht direkt daneben stehen. Es hilft mir jedenfalls nicht bei der Auslebung meiner Persönlichkeit, wenn ich irgendetwas anzünde, es dann ganz doll rummst und ich anschließend zwei Finger weniger habe. Das war früher so. Und dass ich noch alle Finger habe, ich rückblickend manchmal ein kleineres Wunder. Aber so wie ich mich kenne, klappt das schon noch. Dann aber viel sinnloser. Wahrscheinlich so an der Ofenklappe oder so. Oder weil ich mich mit den Finger in meinen eigenen Kniekehlen verhake.

Was fehlt:

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