
Sie sehen richtig: Hier wird richtig hart an der Masterarbeit geschrieben. Das da ist Kumpel Julius bei unserem total unehrgezeigen Bowl-Ausflug. Total unehrgeizig heißt, dass wir fighteten, bis sich die Haut von unseren Fingern zu schälen begann und ich einen Bluterguss am Daumen bekam. Und natürlich ging es nur ums Gewinnen. Und gewonnen hat in erster Linie die total teure Bowlingbahn. Ich möchte ja nicht zu hoch greifen, aber ich glaube, Bowling ist der beste Sport der Welt. Jedenfalls: Meine Führung in der Allzeit-Bowlingliste ist jetzt ausgebaut und gefestigt. Wenn ich dieses Niveau bis zu meinem oder dem Tod einer meiner Mitspieler durchhalte, werde ich vermutlich gewinnen. Okay, werden Sie sagen, das könnte man ja sehr leicht manipulieren. Stimmt, aber ich glaube nicht, dass sich das jemand traut. Nicht für Bowling. Wobei. Blut fließt ja mittlerweile schon. Also wer weiß. Ist noch nicht abschließend geklärt. Aber im Moment wäre ich siegmäßig safe.

Wie jeden Montag salutiere ich zuerst nach dem Aufstehen Herrn Marx, damit eine gute Woche garantiert ist. Manchmal bete ich auch ein bisschen. Zum Beispiel dafür, dass in dieser Woche mal keine Zeitung schreibt, dass Leipzig das neue Berlin ist und doch alle Berliner herkommen und hier einfach ebenfalls das machen sollen, womit sie in Berlin schon kein Geld verdienen konnten. Das nervt doch, wenn einem dauernd jemand sagt, dass man etwas sei, was man gar nicht sein will. Ich weiß, so funktioniert wahrscheinlich jede normale Ehe, aber das muss doch nicht sein. Haben Sie sich schonmal auf der Sachsenbrücke beim Eiswagen ein Eis kaufen wollen? Seit es cool geworden ist, auf der Sachsenbrücke herumzulungern, dauert das mindestens 30 Minuten, weil jedermann ein Eis will und jedermann erstmal nachfragen muss, ob das Eis auch vegan ist und ob es nicht auch Kirsch-Knoblauch-Geschmack gäbe. Wenn das so weiter geht, werde ich nächsten Sommer auch einen Eisstand eröffnen. Bei mir gibt es dann nur eine Sorte. Und die nennt sich dann 'gefrorenes Hackfleisch'. Wer weiß, wenn ich irgendeinen hippen Designer meine Werbeschilder gestalten lasse, müsste es eigentlich ein Erfolg werden.

Natürlich wird auch wirklich ein bisschen gearbeitet. Denn wer letztendlich frei sein will, muss sich zeitweise einsperren. Toller Spruch. Völlig nichtssagend, vermutlich in 99% aller Fälle sogar falsch, aber trotzdem würde man ihn sofort auf eine Postkarte drucken und den eigenen Freunden schicken. Falls Sie es noch nicht kennen: Es gibt Menschen, die kommentieren genau solche Sinnsprüche sehr gern und sehr witzig. Z.B. diesen hier. Oder schauen Sie einfach mal hier, dort gibt's Tonnen davon. Sie merken: Es wird hier _richtig_ hart gearbeitet. Oder einfach seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen. Wäre ja auch irgendwie doof. Arbeit abgeben und dann tot umfallen. Aber wie ich mich kenne, würde ich nicht erst nach der Abgabe sterben. Ich würde vielmehr genau beim Ausdrucken sterben, weil ich von einem explodierenen Toner am Kopf getroffenen werden würde. Und dann würde ich durchfallen und exmatrikuliert werden, weil ich keine Arbeit abgegeben hätte. So wird's kommen.

Zwei Dinge gibt es, die ich wirklich gern hätte: So eine Art iPad, das ich so schildmäßig 2 Meter über meinem Kopf schweben haben könnte und das ständig bestimmte Sätze anzeigen würde. So etwa in übervollen Kaufhäusern 'Wenn Sie das lesen können, habe ich sie vermutlich angesteckt!' oder 'Da haben Sie aber sicher schon sinnvoller ihr Geld verschleudert!' Außerdem hätte ich gern die Möglichkeit, Leuten echte Popups vorm Gesicht aufploppen zu lassen. Am besten mit obigen Bild und kleinem Sinnspruch. Zum Beispiel, wenn sie gerade in der Straßenbahn zu diesem niedlichen Mädchen gesagt haben: 'Oh ja, ich spiele übrigens in einer Free-Jazz-Band!' Zack! Popup vorm Gesicht. 'Birni findet deine Anmachsprüche doof!'

Achja, Best Of Poetry Slam war auch noch. In diesem lustigen Haus dort, der Musikalischen Komödie. War lustig, war voll. Ich glaube, es hat den Besuchern auch gefallen. Weiter geht's kommenden Freitag in der Distillery. Und weil ich eh da sein und mich um das Wohl aller Auftretenden kümmern muss, mach ich auch gleich mal wieder mit. Mal gucken, ob ich überhaupt noch weiß, wie das geht, so mit Wettbewerb. Oder ob ich nicht einfach wegen meiner Klamotten disqualifiziert werde, weil mir niemand glaubt, dass ich tatsächlich auch draußen so rumlaufe. Ich hab schon jetzt Angst.

Dass sich anscheinend alle außer mir kostümieren durften, ist wirklich eine Schande. Hier sehen wir die beiden Notenanschreibedamen vom Best Of Poetry Slam. Die Outfits stammen übrigens von original 14-jährigen Innenstadtdiskobesucherinnen. Todsichere Abschleppklamotten. Falls Sie übrigens noch nicht Olli Schulz als Pick Up Artist bei neoParadise gesehen haben, holen sie das nach (Teil 2 hier). Aber vorsicht: Unendliche Fremdschämgefahr. Nicht wegen Olli Schulz, sondern vielmehr wegen seines großen Lehrmeisters Devil. Orrrrr ist das schrecklich. Man schämt sich fast noch mehr, als wenn man an einem Sonntagabend mal so ein bisschen bei Twitter rumliest. Aber nur fast. Spaß beiseite: Beim nächsten Mal will ich ein Kostüm. Und zwar genau das von dem Typen aus The Cell.

Hier waren wir beim Nicht-Traditionsfußball. Ich finde, das Fehlen jedweder Tradition wird in diesem Verein viel zu wenig kultiviert. Wo bleiben die riesigen 'Fußballtradition seit 2009'-Banner? Wo sind die 'Wir haben keine Farben / und sind auch nichtmal laut / Alles was wir über Fußball wissen / haben wir geklaut!'-Choräle? Wobei: Als echten Nicht-Traditionsverein müsste man den Verein ja spätestens nach 50 Jahren wieder auflösen und neugründen, einfach damit nicht zu viel Kontinuität in die Angelegenheit kommt. Bloß keine Tradition aufkommen lassen. Das hat schon bei Nationen nicht funktioniert. Vielleicht kann ich das ja irgendwann durchsetzen. Ich persönlich hätte den Verein sowieso 1. SFC Leipzig genannt. 1. Satirischer Fußballverein Leipzig. Und dann all mein Geld darin investiert, einen Heldenkult um einen ominösen und übereifrigen Zeugwart zu schüren, der sich anno dazumal als Schlussstein hat angeblich mit ins Stadion einbetonieren lassen und jetzt als Gespenst durch den Gästeblock spukt. Wie man übrigens sieht: Der Gästeblock der Herthaner war brechend voll.

Und hier: Der schiefe Turm von Promo. Da stürzte er gerade ein. Ich glaube, wir bringen die CD einfach doch nicht raus. Jetzt, da es ernst wird, hab ich ein mulmiges Gefühl. Aber so ging mir das ja schon bei meiner Geburt. Als damals mein Vater Zeus... lassen wir das. À propos: Ich werde 2013 Großcousin oder Onkel zweiten Grades oder sowas, keine Ahnung. Vorsorglich habe ich dem Wesen (ob es ein Mensch oder ein Nazgul wird, ist noch nicht ganz geklärt) mal einen Twitter-Account angelegt, damit es direkt mit 10.000 Followern in diese schreckliche Welt starten kann. Hier: @nochkeinname. Ich will nicht zu viel verraten, aber vermutlich wird das es beste Wesen der Welt. Und ich mag Kinder nicht einmal besonders. Aber ich werde es trainieren. Und wenn sein erstes Wort kein Rambo-Zitat sein wird, dann werde ich unendlich enttäuscht sein! Zwei Beispiele:











Dominik Bartels via Facebook
29. Oktober 2012
Der Beitrag mit Olli Schulz ist der Hammer!!! :D
Katrin Jahns via Facebook
29. Oktober 2012
BIRNI <3
Hanna
30. Oktober 2012
super video!
Bei welchem verlag/label erscheint denn euer album?
André
30. Oktober 2012
Das Album erscheint im “Wir machen alles selbst!”-Verlag ;-) Aber wir haben einen digitalen und physischen Vertrieb.