
Am Montag hatten wir die Ehre, mal wieder im Fernsehen auftreten zu dürfen. Pufpaffs Happy Hour heißt die Sendung, in deren Pilotsendung wir am 28. Oktober um 20.15 Uhr auf zdf.kultur zu sehen sein werden. Und ganz ehrlich, ich fand die Show super. Die zweite, die gleich danach aufgezeichnet wurde, ebenso. Bin gespannt, ob man uns in der zweite Sendung dann im Publikum sitzen und Lakritze essen sehen wird. Ach und oben auf dem Bild lässt sich der feine Herr Julius nach der Show von den Maskenbildnerinnen verwöhnen abschminken, während Signore Pufpaff und ich den sichtlich verwirrten Kerl bedrängen. Bin gespannt, was unsere Chicago-Homies sagen, wenn sie das schicke Chicago-Shirt sehen, das ich anhatte. Und nein: Das sind keine grauen Haare bei mir. Das ist Licht.

Flughafen Leipzsch-Halle. Als Weltreisender, wie ich es nun einmal bin, ist man dort ja ständig. Aber vielleicht habe ich auch nur jemanden abholen müssen. In Dogma hängen die beiden Engel dauernd am Flughafen ab, weil der eine von ihnen es so schön findet, wie sich die Menschen in die Arme fallen. Aber der Film ist auch steinalt. Wer schon einmal in jüngster Zeit am Flughafen war, weiß, wie schrecklich das dort ist. Überall Hektik. Drängelnde Zurückgelassene stapeln sich vor dem Ankunfts-Ausgang, wedeln mit tränenden Augen mit Blumen, so als ob gerade erst die Mauer gefallen wäre und sie ihre Familie endlich, nach 50 Jahren, wieder sehen. Dazu werden noch einige Weisheiten über den jeweiligen Urlaubsort gekickt: 'Jaja, warm is' bei de Türken! Könn' ja nich viel, aber warm könn' se, höhö!' Und dann geht's husch ins Auto, dessen Parkplatz in der ersten halben Stunde lockere 5 Euro kostet. Wahrlich, man weiß am Flughafen echt kaum wohin mit all der Wut.

Zwei hab ich durch. Und eigentlich wollte ich die ja ganz hübsch auseinander nehmen, so wie damals bei Twilight, aber leider sind die Bücher einfach nicht sinnlos genug. Vielleicht muss ich also im Anschluss doch noch Shades of Grey lesen. Vielleicht kann man sich darüber dann schön lustig machen. Aber nachdem das erste Buch ziemlich voraussehbar und doch sehr an Battle Royal erinnert, kriegt die Story dann im zweiten auch endlich mehr Umfang. Und der ist gar nicht mal so schlecht. Kann man wirklich mal lesen, wenn man gerade keinen Bock mehr auf Dostojewski hat. Vermutlich werde ich also Die Tribute von Panem nicht allzu ausschweifend sezieren, sondern nur mal kurz etwas dazu schreiben. Aber das ist auch okay.

Ich ein ein bisschen Stolz, dass mich Fettes Brot retweetet haben, auch wenn das ein bisschen quatschig ist. Aber es stimmt ja wirklich, dass ich noch so viele Songs aus dem Effeff kann, wie z.B. eben auch Fast 30. Und weil mir das innerlich so unheimlich viel Kraft gegeben hat und der Spinat auf der Pizza schon beim Schneiden gewirkt hat, war das leider das viel zu frühe Ende meines Pizzaschneiders. Kann man nichts machen, passiert uns Superhelden ständig.

Da hab ich doch tatsächlich noch ein paar alte Aufkleber gefunden. Genau zu dem Zeitpunkt, da die neuen in die Druckerei gingen. Überhaupt darf ich verkünden: Unser Album 'Wir sind dann mal whack!' befindet sich im Presswerk, der Vertrieb ist informiert und auch die MP3s sind auf dem Weg in die Shops dieser Welt. Das wird sicher sehr schön, wenn das alles fertig ist. Anfang November haben wir gesagt, soll es rauskommen, am besten direkt am Ersten. Und dann gibt's das gute Stück endlich zu erstehen. Und auch wenn's weird ist: Wir werden auch einen Teil signieren, weil das schon manche Leute erfragt haben. Und dazu gibt's dann mit etwas Glück einen der 5 Oldschool-Aufkleber mit Myspace-Link. Die neuen sowieso. Das nur zur weiteren Verfahrensweise.

Berlin und so. Vielleicht muss ich mich revidieren: Ich find den Prenzlauer Berg noch immer schön. Zwar am Besten ohne Menschen, aber okay. Aber auch das ist wieder nur eine extrem eingeschränkte Meinung, haben wir uns diesmal doch nur rund um den Szenefelderplatz herum aufgehalten. Aber da gefällt's mir. Und immer, wenn ich an der Charité vorbeifahre, bin ich sowieso glücklich. Ich weiß nicht, wieso ich es gerade toll finde, an einem Krankenhaus in Berlin vorbeizufahren, aber irgendwie fühlt sich die Charité von außen (ich würd nur bedingt reingehen wollen) für mich so sturm-und-drang-mäßig an. So als ob dort ganz eifrig gelernt wird und es eine total tolle Athmosphäre da hat, wie bei 'A beautiful mind', auch wenn der Typ dort ernsthaft krank ist. Aber passt ja irgendwie. In der Uni hatte ich dieses Gefühl eigentlich immer nur, wenn ich in den großen Mediziner-Hörsaal zur Logik-Vorlesung musste. Das war fettest. Aber ob mich dieses Gefühl allein durch ein Medizinstudium getragen hätten? Wer weiß. Vermutlich wäre ich sowieso erst jetzt angenommen worden, weil ich erst tausend Wartesemester hätte sammeln müssen.

Was sonst noch so geht: Achja, ich muss ja dieses Ding schreiben. Und dafür sitzt man dann schonmal 8 Stunden lang am Schreibtisch und errechnet haufenweise Zahlen, um am Ende so lustige bunte Diagramme darauf basteln zu können. Die Statistik sagt: 167 Quellen, 2/3 davon gelesen und exzerpiert. Was Piraterie angeht bin ich mittlerweile Fachmann. Und die Fälle in den Piraterieberichten lesen sich besser als jeder Abenteuerroman. Denkt man gar nicht, was so auf den Meeren abgeht. Aber darum soll's ja nur nebenbei gehen, ist ja schließlich Wissenschaft und so.

So sieht das gute Stück, in das wir so viele Stunden Handwerksarbeit investiert haben, dann in Aktion aus. Die Kette ist vielleicht noch ein bisschen lang. Aber im Moment habe ich noch keinen Bock, die Metallsäge wieder anzufassen. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das ding Ding peakt!
Was fehlt: Zwanzig Texte, zwei Texte, ein Text.








