Follow

Lass dich über neue Beiträge per Mail benachrichtigen.

Mach's wie 525 andere Follower:

 

39/2012

30. September 2012, a week in pictures

 

Wahrscheinlich werden Sie fragen: Darf man so etwas überhaupt tragen? Die Antwort: Natürlich! Schon der Besitz eines solchen Awesome-Pullovers ist geradezu die Pflicht, ihn auch voller Stolz zu tragen! Denn ein Pullover, der schon aus 10 Meter Entfernung 'Lass mich in Ruhe, ich bin ein böser böser Mensch!' ruft, ist in so vielen sozialen Szenarien hilfreich. Ihnen fehlen nur 2 Cent, um die Blutwurst zu bezahlen? Kein Thema, die Supermarktfrau legt es gern für Sie aus. Ein Zwölfjähriger will sich in der Straßenbahn auf den letzten freien Platz setzen? Einfach mal kurz einen Blick zuwerfen und der Platz gehört Ihnen. Die junge Mutter schielt im Drogeriemarkt schon so lüstern auf die letzte Tube Gesichtsreiniger? Einfach finster gucken und Ihrer Haut stehen reine Zeiten entgegen. / Ich glaube, ich habe diesen Pullover jetzt schon seit 12 oder 13 Jahren. Dass er mir immer noch passt heißt dabei aber nur, dass ich schon damals sehr vorausschauend Kleidungsgrößen kaufte und gleichzeitig akzeptierte, bis zu meinem ausgewachsenen Zustand mit viel zu viel Stoff behangen herumzulaufen. Aber naja, heute ernte ich stolz die Lorbeeren der damals auf mich genommenen Bürdern. Nur, dass man mit dem Pullover keine Blitze schießen kann, bedauere ich ein wenig.

Ich weiß, was Sie jetzt denken: Hat André eine Nahtoderfahren gehabt oder war er einfach nur auf einem x-beliebigen Amt? Die Lösung: Nichts davon stimmt. Dieser gruselige Gang gehört zu dem wunderbaren Komplex, wo wir große Teile unseres Albums aufgenommen haben. Zum Zeitpunkt dieses Bildes wurde gerade gemastert. Ich weiß nicht, ob und was dort wohl gearbeitet wird. Aber bisher habe ich noch niemand jemanden dort gesehen. Vielleicht sind es alles Geister oder verlorene Seelen, die so lange an ihren Schreibtischen sitzen und Akten stempeln müssen, bis sie ihre Schuld verbüßt haben. Vielleicht haben Sie auch einfach aufgegeben, immer wieder zu versuchen, in einem Haus, in dem ca. 30 Metal- und Hardcore-Bands proben, konstruktiv zu arbeiten. Man weiß es nicht.

Und das ist unser Cover. Ziemlich cool, hm? Wie schön, dass unsere athletischen Bodies so gut rüberkommen. Auch, dass wir in unserem natürlichen Lebensraum, der backalley, abgebildet wurden, gefällt mir sehr. Falls Sie noch nie in Leipzig waren: So sieht das hier aus. Überall brennen Mülltonnen, alle fahren Trabi und wir sorgen für Ordnung in all dem Durcheinander. Jetzt müssen wir nur noch das fertige Master ein bisschen rauf und runter hören, ein paar kleine Cover-Änderungen und die Gema-Freistellung abwarten, dann geht's ab ins Presswerk. Und dann werden wir mal schauen, wie lang das dauert, bis das gute Stück im Handel erscheint. Spaß hat's gemacht, das Ding aufzunehmen, auch wenn es im Endeffekt nahezu ewig gedauert hat. Aber die CD ist schön geworden, so objektiv ich das überhaupt sagen kann.

Das obligatorische Zugbild (endlich mal wieder): Das hier ist irgendwo zwischen Leipzig und Magdeburg. Eigentlich ganz hübsch dort. Aber man müsste wohl irgendwo auf einem Feld zelten. Und zelten geht gar nicht. Sehe ich gar nicht ein. Dafür haben wir Menschen nicht Jahrtausende lang Zivilisation gespielt, um letztendlich in einem Zelt auf dem Boden zu pennen. Ok, Festivals, meinetwegen, aber darüber hinaus nein. Egal, darum ging es hier gar nicht: Ich mag Landschaft. Vielleicht, weil ich alt werde. Vermutlich werde ich bald auf die Idee kommen, dass ich Wanderschuhe brauche und mal 'eine schöne Tour in der sächsischen Schweiz' machen muss. Und mir Imprägnierspray für die Schuhe kaufen, damit ich damit auch tauchen kann. Alt zu sein ist wirklich nicht cool, wie ich früher mal dachte.

Dinge, die mein Vater zweifellos kaufen würde, Teil 45: NVA Feldsuppe. Dass es tatsächlich noch immer möglich ist, mit falscher DDR-Nostalgie Geld zu machen. 'Es war ja nicht alles schlecht' und so weiter. Hoffentlich wird man später, wenn endlich das Star-Trek-Zeitalter herrscht, über unsere Zeit sagen: 'Jo, damals war echt alles doof. Statt Hoverboards gab's Bubble Tea und ARD-Vorabendserien waren völlig unterbewertet.' Und dann wird man hoffentlich in den alten Schriften wühlen, auf mich stoßen und mich posthum zum Held der Föderation erheben. Das ist sowieso meine einzige Hoffnung: Posthumer Ruhm. Kann man sich immer so herrlich einreden. Zwar machen das alle verkannten Supertalent-Nicht-Talente genau so, aber im Gegensatz zu denen wird es bei mir funktionieren.

Und das ist der weltbekannte Helmstedter Klotz! Keine Ahnung, wie das Ding in Wirklichkeit heißt, aber es schindet schon mächtig Eindruck. Und es dreht sich! Noch besser wäre es natürlich, wenn es der Aussichtsturm des ersten Unterwasserhotels wäre, aber naja, wir wollen nicht meckern. Zwar verstehe ich nicht, warum vor gut 10 Jahren alle ostdeutschen Kleinstädte begannen, zweifelhafte Kunstwerke aufzustellen (Grüße in Richtung Heimatstadt), aber ich muss auch nicht alles verstehen. Denn wer weiß, vielleicht darf ich ja irgendwann auch mal so ein Kunstwerk bauen. Für Stendal oder so. Ich glaube, meine Kunst wäre eine sehr subtile. Ich würde bspw. nicht einfach ein riesiges Stahlkunstwerk vors Rathaus setzen und fertig. Nein, ich würde vielmehr den ganzen Marktplatz neu pflastern lassen. Und nur aus der Luft könnte man erkennen, dass er dann das Muster einer riesigen Zielscheibe trüge.

Wühlen im Kinomüll in Helmstedt. Interessant, was man dort alles findet. Alte Loriot-Filme und auch solche, für die die vormals tolle Nora ihre Seele an den Teufel verkauft hat. Kann man ruhig mal sagen. Hat Olli Schulz ja auch so eindrucksvoll demonstriert.

Und das war unser Auftritt in Helmstedt. War total super und ausverkauft. Weil in Helmstedt alle so tierisch reich sind, kaufen die Leute immer alle Tickets und kommen dann einfach nicht, weil sie doch lieber zu Hause bleiben und TV gucken. Na gut, das hier war nur der Soundcheck. Später war's dann richtig voll. Und wir sind jetzt total down mit Tobias Regner, dem Gewinner der dritten DSDS-Staffel, sowie seiner Band. Coole dudes. Sowieso sind mir alle Menschen, mit denen man nachts an einer Tankstelle stehen und Gouda essen kann, sofort sympathisch. Und auch das Helmstedter Publikum ist überaus korrekt.

Ich weiß, Hotelposing ist der größte Mist seit der Erfindung von iTunes. Aber was ich mit diesem Bild nur sagen will: Hotels sind super. Man kann sich schon morgens direkt nach dem Aufstehen in die Badewanne legen und von dort aus ARD-Serien schauen oder lesen. In Hotels bekomme ich immer unendliche Lust, sofort einen Jahrhundertroman zu schreiben. Den ich natürlich nicht schreibe, weil ich dann doch lieber in die Badewanne gehe, um TV zu gucken. Es ist ein echter Graus, keinen Fernseher zu besitzen, weil man überall, wo man plötzlich einen Fernseher sieht, sofort davor hockt und sich freut, selbst den größten Mist aller Zeiten zu gucken. Quasi ein temporärer Rückfall in die Steinzeit, der sich aber so entspannend anfühlt, dass man es aufbrandende Gefühl der eigenen Bräsigkeit zumindest für diese kurze Zeit überwiegt. Das war doch mal ein Satz.

Was fehlt: Nüscht.

2 Kommentare

  1. Sophie Gosling via Facebook

    1. Oktober 2012

    Iron Maiden-Pulli ♥

  2. christiane

    4. Oktober 2012

    andré!
    schönes sendeformat mit c. roche, kannte ich noch nicht. aber til schweiger der teufel? so wichtig ist er nun auch nicht. oder doch?

Hinterlasse eine Antwort