
Jetzt, da sich die Aufnahmen unseres Albums dem Ende nähern, gibt es zwei Neuerungen: 1) Ich habe uns eine Domain besorgt, die lustigerweise auch nur auf unsere Facebookseite führt. 2) Ich lasse mich nur noch in dieser DDR-Rikscha durch die Gegen chauffieren. Sie wurde hergestellt aus 50% eines echten DDR-Mercedes und wird gezogen von zwei Ovo-Lacto-Vegetarier-Hipstern aus der Leipziger Südvorstadt.

Anfang der Woche ging es nochmal für zwei Tage ins Studio. Wenn ich richtig gerechnet habe, sind wir mittlerweile bei locker 60 Stunden Aufnahmezeit. Glücklicherweise merkt man das auch dem Album im positiven Sinne an. Also hoffe ich. Vielleicht ist es ja auch Quatsch. Man fängt ja irgendwann automatisch an, davon so zu reden, als sei es das eigene Kind. Das ist auch immer das beste und tollste, obwohl es in den meisten Fällen durch nur durchschnittlich doof ist und zumeist auch noch heimlich im Edeka Überraschungseier klaut.

Es wird ja immer mehr usus, dass Menschen, die früher mal auf Poetry-Slam-Bühnen herumstaksten (und es hin und wieder sicher immer noch tun), heutzutage alle möglichen Kabarett- und Comedypreise gewinnen oder bei total renommierten Verlagen große Bücher rausbringen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Zumal viele Preise sowieso seit Jahren immer abwechselnd die gleichen 20 Leuten verliehen wurden oder immer die falschen Leute Bücher veröffentlichen durften. Jetzt ist jedenfalls Kathrin mit ihrem Buch Drüberleben dran. Kathrin hat mich damals bei meinem ersten Auftritt im Hamburg im Zeise Kino aus meiner Vorrunde gekickt. Vielleicht wird mir das in Zukunft helfen. Denn wenn das Buch ein totaler Erfolg wird, kann ich auf diese Weise immerhin ein paar Klatschblätter bedienen und Insiderwissen streuen. 'Ja ja, ich hab das ja damals schon in ihr gesehen und gewusst, dass aus der mal eine Große wird' und so weiter.

Bis auf den schlechten Filter und das viele Gras am unteren Bildrand ist dieses Bild nahezu perfekt. Schauen Sie, es gibt eine Brücke, einen See, einen toten Baum _im_ See, Hochhäuser _hinterm_ See und einen fliegenden Graureiher _überm_ See. Das soll mir erst einmal jemand nachmachen. Ok, ich scheine fast jede Woche ein Bild von diesem Park zu machen. Aber der ist nun einmal einfach schön.

Und der Fanboy hat wieder zugeschlagen. Gar nicht so leicht, an die unautorisierte Biografie zu kommen, obwohl es sie mittlerweile auch wieder bei Amazon zu geben scheint. Konnte noch nicht richtig reinschauen, aber das kommt. Und es wird mir eh gefallen.

Und dann war ich in Eisleben. Menschen, die in Eisleben wohnen, nennt man 'Eisleber', was ich ziemlich gut finde. Auf diesem Bild sieht man ein Stück des Marktplatzes, wo so ziemlich jeder coole Jugendliche der Stadt abhustlet und rumcasualt. Man einer dieser Zwölfjährigen trägt sogar einen Teleskopschlagstock mit sich rum und macht auf dermaßen hart, dass man ihm das Ding eigentlich nur permanent wegnehmen und es auf irgendein Haus werfen möchte. Abends wird es am Marktplatz erst richtig lustig, denn dann trauen sich auch die ganzen Jungs mit Knightrider-Syndrom (Jungendliche, die keine Zukunft, aber dafür ein gepimpte Karre haben und deshalb von fünf Jahre jüngeren Schulmädchen verehrt werden, haben das Knight-Rider-Syndrom) plötzlich auf die Straße und fahren die fünf Meter lange Promenade so lange auf und ab, bis sie erstmal wieder nach Hause müssen, um Mutti und Vati nach ein bisschen Spritgeld zu fragen. Aber davon ab: Hübsches Städtchen.

Und dann war das TTZ-Album tatsächlich gemixt und wir durften Probehören. Fetzt fetzt fetzt. Fehlt noch das Cover, dann geht's los. Das hier ist auch die Tracklist, allerdings total ungeordnet. Und es fehlt das Outro. Aber so in etwa wird es werden.

Was für ein Glück, dass jemand diese Warnung auf die Straße geschrieben hatte, sonst wäre ich fast in die Gefahrenzone gerannt. Nachdem wir in Leipzig nämlich nicht wissen, worein wir die ganzen Solibeiträge investieren sollen, hat die Stadtverwaltung beschlossen, einfach wieder Dinosaurier im Leipziger Westen anzusiedeln. Jetzt leben sie dort, essen Vöner, tragen dicke Rahmenbrillen und lassen die Mieten explodieren. Nur nachts sind sie eben noch ein bisschen ungestüm und ziehen unschuldige Passanten ab, um sich ihren gnadenlos teuren Lebensstil leisten zu können.

Nur ein Wort: Warum?
Was fehlt: Nüscht.









Kathrin Weßling via Facebook
10. September 2012
ahahaha. ich kann mich gar nicht daran erinnern :/
André Herrmann via Facebook
10. September 2012
Jaja, der Größenwahn ;)
Kathrin Weßling via Facebook
10. September 2012
Manno, ich weiß es echt nicht mehr. Ich war ja auch immer betrunken immerzu, wer will da schon Erinnerungen von mir erwarten.
Stefan Auf der Laur
11. September 2012
Endlich bekommt der Salon Esthetik seine verdiente Aufmerksamkeit.
Ein Freundin wohnt da um die Ecke und wenn ich sie besuche, muss ich da vorbei. Das erklärt jetzt auch, warum ich immer so wtf-mäßig gucke, wenn ich vor ihrer Tür stehe. Hat natürlich esthetische Gründe.
Hanna
11. September 2012
Ich habe deinen Blog erst vor kurzer Zeit “entdeckt” und lese auch viele der älteren Einträge. Ich wollte mal die Seite neunzehnhundert.org ansehen, konnte sie aber nicht finden. Gibt es sie nicht mehr? und was war das überhaupt für eine Seite?
André
11. September 2012
Hey Hanna,
das war nur eine der alten Domains. Wenn du in dem Link “neunzehnhundert.org” durch “andreherrmann.de” oder “nnamrreherdna.de” ersetzt, sollte es funktionieren.
Aber ließ zu weit im Archiv, denn da wird es gruselig ;)