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A Week in Pictures 30/2018

Ich habe nichts gegen Sommer, aber ich finde Sommer immer dann problematisch, wenn er in Verbindung mit zu vielen Menschen und hitzebezogenen Probleme auftritt. Beispiel: Es ist so trocken, dass irgendwelche Felder oder Bahndämme anfangen zu brennen, weil Rüdiger F. (53) aus Wummsen an der Prengel unbedingt bei 45 Grad Celcius nach achtzig Tagen ohne Regen unbedingt grillen musste („DAS HAMMWER FRÜHER OCH IMMER SO GEMACHT!!!1“). Und weil Bahndämme brennen, können bestimmte Züge nicht fahren. Sie fallen aus und am Bahnhof stapeln sich die Zugreisenden. Profi-Tipp: Wenn Sie immer noch an irgendeine mystische Überlegenheit der Deutschen glauben, dann verbringen Sie einfach mal mitten im Hochsommer zwei Stunden in einem beliebigen Großstadthauptbahnhof. Diese Sturheit, diese Hilflosigkeit und diesen Egoismus, gepaart mit abartigsten Modegeschmäckern und ästhetischen Totalausfällen zu sehen, das erdet enorm. Und plötzlich sieht man die indische Familie, die in luftigen Gewändern supergechillt im Schatten wartet, mit weitaus mehr Bewunderung aus vorher.
Aber es auch schöne Begegnungen im Sommer: Wie zum Beispiel das Berliner Pärchen, beide Ende 50, das auf meiner Rückfahrt von Hamburg nach Leipzig in Berlin zustieg und sich zu mir ins Abteil setzte. Der Mann: Ein großer, bulliger Rocker mit Vollbart, schwarze Klamotten, Lederweste. Die Frau: Gelbes Top, weiße Hose und nicht auf den Mund gefallen.
Während sich die beiden erstmal kaum wieder einkriegten vor Dank, als ich ihnen anbot, sie könnten doch an meiner statt am Fenster am Tisch sitzen, denn sie wären ja zu zweit, folgte bald das beste von vielen schönen Gesprächen.
Sie: „Gleich simmer in Leipzeh, da müss’mer umsteijen.“
Er (nach zwei Minuten Nachdenken): Wie hieß dit Nest, wo wir umsteijen müssen.
Sie: „Leipzig!“
Er: „Leipzig, aha.“
Sie: „Und dit is‘ überhaupt keen Nest! Leipzeh is‘ ’ne rischteh schöne Stadt!“
Er: „Ah Leipzeh! Ja, kenn ick!“
Sie: „Siehste!“
Er: „Ja, als ich ’84 nach Berlin jekomm‘ bin. Da ha‘ ick mich eenfach bei mir ins Dorf in‘ Zuch jesetzt und bin losjefahr’n. Denn bin ick ’s erste Ma in Erfurt ausjestiejen, hab mir umjeguckt und jedacht: Nee, jefällt mer nich! Ick also wüller rinn in‘ Zuch. Nächster Halt Leipzeh! Ick also ausjestiegen und eenen irjendwas jefragt: Ha‘ ick nüscht verstanden, glei wüller rinn in‘ Zuch. Und denn bin ick halt na Berlin jezojen.“


Links: Die Polizei ist schon lustiger Haufen. Gut ein Jahr, nachdem Olaf Scholz den friedlichen Protest gegen den G20-Gipfel in Hamburg niederknüppeln ließ, werden die Wasserwerfer heute benutzt, um die städtischen Bäume und Parkanlagen zu wässern, damit sie in der Hitze nicht eingehen. Bravo, das ist das die erste sinnvolle Verwendung der Fahrzeuge. Wie motiviert man wohl die Polizist*innen zu solch einem Einsatz? Hängt man hier und dort eine Antifa-Fahne zwischen die Bäume? Und wie viel Monate Untersuchungshaft bekommt so ein Strauch, der keinen Meter zurückweicht?
Rechts: Meine Güte, ist das warm. Ein Glück, dass wir noch andere Themen haben und uns nicht übers Wetter unterhalten müssen. Zum Beispiel können wir ja darüber reden, wie gut Rückkehr nach Reims ist, weil dort zum Beispiel so erstaunlich präzise beschrieben ist, warum rechte Parteien so erfolgreich sind und vor allem, wie sie es geschafft haben, auch von eigentlich oder sagen wir früher eher links wählenden Menschen gewählt zu werden. Ich zitiere mal:

„Die sozialistische Linke unterzog sich einer radikalen, von Jahr zu Jahr deutlicher werdenden Verwandlung und ließ sich mit fragwürdiger Begeisterung auf neokonservative Intellektuelle ein, die sich unter dem Vorwand der geistigen Erneuerung daraunmachten, den Wesenskern der Linken zu entleeren. Es kam zu einer regelrechten Metamorphose des Ethos und der intellektuellen Koordinaten. Nicht mehr von Ausbeutung und Widierstand war die Rede, sondern von ’notwendigen Reformen‘ und einer ‚Umgestaltung‘ der Gesellschaft. Nicht mehr von Klassenverhältnissen oder sozialem Schicksal, sondern von ‚Zusammenleben‘ und ‚Eigenverantwortung‘. Die Idee der Unterdrückung, einer strukturierenden Polaritär zwischen Herrschenden und Beherrschten, verschwand aus dem Diskurs der offiziellen Linken und wurde durch die neutralisierende Vorstellung des ‚Gesellschaftsvertrags‘ ersetzt, in dessen Rahmen ‚gleichberechtigte‘ Individuen (gleich? was für ein obszöner Witz) auf die Artikulation ovn Partikularinteressen zu verzichten (das heißt zu schweigen und sich von den Regierenden nach deren Gusto regieren zu lassen) hätten. Welche ideologischen Ziele verfolgte diese diffuse ‚politische Philosophie‘, die links wie rechts, an beiden Enden des medialen und politischen Spektrums, gefeiert wurde? (Praktischerweise erklärten ihre Verfechter die Grenze zwischen rechts und links für aufgehoben und drängten so die Linke, mit deren Einvernehmen, nach rechts.) Die Absichten wurden kaum verschleiert: Das Beschwören des ‚autonomen Subjekts‘ und die damit einhergehende Vverabschiedung aller Überlegungen, die von der determinierenden Kraft historischer und sozialer Gegebenheiten ausgehen, zielten darauf, die Idee, es gäbe so etwas wie soziale Gruppen (‚Klassen‘), ein für alle Mal zu entsorgen. Im Namen einer vermeintlichen ‚Individualisierung‘ (oder Entkollektivierung, Entsozialisierung), die das Arbeitsrechts, die sozialen Sicherungssysteme und allgemeiner die Mechanismen der gesellschaftlichen Solidarität und Umverteilung betraf, wurde im gleichen Zug der Rückbau des Wohlfahrtsstaats legitimiert. Ein Gutteil der Linkehn schrieb sich nun plötzlich das alte Projekt des Sozialabbaus auf die Fahnen, das zuvor ausschließlich von rechten Parteien vertreten udn zwanghaft wiederholt worden war (‚Eigenverantwortung‘ vs. ‚Kollektivismus‘ usw.) Man könnte es auch so zusammenfassen: Die linken Parteien mit ihren Partei- und Staatsintellektuellen dachte und sprachen fortan nicht mehr die Sprache der Regierten, sondern jene der Regierenden, sie sprachen nicht mehr im Namen von und gemeinsam mit den Regierten, sondern mit und für die Regierenden, sie nahmen gegenüber der Welt nunmehr einen Regierungsstandpunkt ein und wiesen den Standpunkt der Regierten verächtlich von sich, und zwar mit einer verbalen Gewalt, die von den Betroffenen durchaus als solche erkaannt wurde. In den christsozialen oder philantropischen Ausprägungen dieses neokonservativen Diskurses ließ man sich bestenfalls dazu herab, diejenigen, die gestern noch ‚unterdrückt‘ oder ‚beherrscht‘ gewesen waren und politisch ‚gekämpft‘ hatten, als ‚Ausgeschlossene‘ darzustellen, als ‚Opfer‘ von ‚Armut, Prekarisierung und Ausgrenzung‘ und somit als passive und stumme potenzielle Empfänger technokratischer Hilfsmaßnahmen.“
(Didier Eribon: Rückkehr nach Reims, Seite 120f.)

Wow, mitten ins Gesicht, liebe Parteienlandschaft. Was also tun? Erneuerung als Rückbesinnung begreifen und endlich aufhören, nur auf die AfD zu reagieren, sondern auch mal wieder agieren und anfangen, Politik zu machen, die die Regierten angeht und darauf abzielt, ihre Situation zu verbessern. Das heißt Entlastung des Wohnungsmarktes, Verkürzung der Arbeitszeit, ernsthaftes Durchdenken eines Grundeinkommens, massive Investitionen in Kindergärten, Schulen, Hochschulen und soziale Projekte. Neudenken eines ÖPNV und der Städte. Es gibt so viele Themen, wenn man sich mal nicht nur auf die verdammte AfD konzentriert und nebenher nicht nur versucht, den eigenen Arsch mit Posten abzusichern.
Nicht im Bild: Schreibi schreibi und auswendiglerni auswendiglerni. Sie erfahren weiter unten wofür.



Und dann gab es ja noch dieses Video zu Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft, in dem ich gesagt habe, dass ich 1) des Rücktritt total nachvollziebar finde, 2) man das Erdogan-Foto ruhig kritisieren darf, denn so gern Özil Fußball als unpolitisch begreifen will, kann man sowohl als Fußball als auch als sonstwer einfach kein Foto mit Erdogan machen, ohne dass es auch gleichzeitig ein politisches Statement ist, 3) das aber nichts daran ändert, dass Özil sich diskriminiert und rassistisch angegriffen fühlt, weil völlig andere Baustelle.
Sagen wir so: Nach 628 Kommentare unter dem Youtube-Video, weiß ich ein paar Dinge jetzt sehr genau: 1) Sehr viele Leute schauen das Video weder komplett noch hören wirklich aufmerksam zu, weil sie nur zwei Dinge wollen: a) ihre Meinung schnellstmöglich bestätigt sehen oder b) ihren Unmut über eine ihrer Meinung nach falschen Meinung Ausdruck verleihen. 2) Die Leute, die etwas kacke finden, sind eindeutig die Aktiveren und daher bekommt man auch weitaus mehr Hass ab als Zustimmung 3) Dadurch entsteht allerdings auch leicht der Eindruck, die Mehrheit der Menschen wäre mit der Aususage des Videos nicht einverstanden 4) Das ist gar nicht so unproblematisch, weil sich daraus viel größere Zusammenhänge ergeben, oder wie Gilda Sahebi so schön schrieb: Die stille Mehrheit kann mich mal 5) Ich konnte anhand des Videos und der Wellen, in denen die Kommentare kommen, gut erkennen, dass es wirklich so etwas wie rechte Trollnetzwerke gibt, die plötzlich über vermeintlich unliebsame Videos herfallen und alles in Grund und Boden mit Hass zukommentieren 6) Auch unabhängig davon ist Youtube tatsächlich die Kloake des Internets, wie Richard Gutjahr es mal genannt hat 7) Ich lösche mittlerweile sehr rigoros und von 628 Kommentaren sind mittlerweile nur noch 417 übrig geblieben und selbst davon müsste ich wahrscheinlich noch einige löschen 8) Aber das ist immens viel Arbeit und manchmal habe ich nach zwanzig ‚Mögest du von zwanzig Ausländern vergewaltigt werden‘- oder ‚Wart nur ab, wenn wir an der Macht sind, dann bist du dran‘-Kommenatren auch erstmal keine Lust mehr solchen Unsinn zu lesen 9) Es muss also irgendeinen Weg geben, dass die Stillen so langsam anfangen, sich zu artikulieren, damit sie nicht den Lauten das Feld über- oder wenigstens den Eindruck entstehen lassen, sie wären in der Überzahl 10) Damit meine ich gar nicht: Alle sollen Videos machen, sondern jede/r muss einmal in sich gehen und schauen, was sie/er machen kann. Und wenn es „nur“ ist, dass sie/er nicht länger am Kaffeetisch auf den Boden schaut, wenn wieder rechte Parolen salonfähig gemacht werden. Sondern dann einfach auch mal klar ausspricht: Das ist Rassismus! Das sind überhaupt keine Fakten! Sehr interessant diesbezüglich: Rechte Gesprächsstrategien erkennen und wie man gegen sie argumentieren kann.
Diesbezüglich noch zwei ganz großartige Links: 1) Die Scheinheiligkeit der BILD, die ernsthaft behauptet, nie eine Kampagne gegen Özil gemacht zu haben. 2) Ein Interview mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan, das mich praktisch in jedem Absatz beeindruckt hat.


Joa, und dann war ich im Stadion. Auch mal ganz schön, wenn der Strom ausfällt und es weiter über den Anpfiff hinaus einfach still bleibt. Okay, die Aufstellung zu hören, das mag ich schon, aber die Chartmukke resp. die grauenhaften Hymnen brauche ich auf keinen Fall. Zum Spiel: Ganz schön mühsam zu Anfang. Dass es nachher doch noch vier Tore geworden ist, liegt wohl maßgeblich daran, dass man an Tor 2 und Tor 4 gut gesehen hat, wie Häcken zu knacken war: Durch gut platzierte Schüsse aus der Ferne (Cunha, wow!) oder schnelles Durchstecken nach vorne (Augustin ist einfach ein Juwel). Unendlich sinnlose Gelbrote Karte von Ilsanker. Da will sich wohl jemand unbedingt für die Bank der den Vereinswechsel empfehlen. Im ersten Spiel! Und beide Karten völlig unnötig. Na gut, Häcken sollte damit abgehakt sein. Aber nicht zu früh freuen natürlich. Ich habe bei RB schon alles erlebt.
Nicht im Bild: Wie ich jetzt auch endlich mal Nanette geschaut habe. Und es ist wirklich wirklich gut. Ich würde zwar nicht mit der Meinung überstimmen wollen, dass es das lustigste Comedy-Programm der Welt ist, aber schon damit, dass es eines der aufrührendsten und sehr sehr gut gebaut ist. Bitte legen Sie die Mistgabel und die Fackel weg. Es ist doch gar nicht schlimm und überhaupt keine Kritik, wenn ich sage, dass ich es gar nicht soooo lustig finde. Ich fand es doch trotzdem gut. Und ich würde auch nicht mitgehen wollen bei der These, dass Hannah Gadsby quasi so etwas wie Concious-Rap im Comedy-Bereich erfunden hat, also quasi Concious-Comedy. Natürlich gab es schon Leute, die sich quasi auf der Bühne mental nackig gemacht haben. Und ich meine damit nichtmal ausschließlich Männer. Aber was ich an Nanette so beeindrucken fand, war vor allem dieser Twist in der Mitte. Den sie aus drei Strängen aufbaut (Ich spoiler mal eben. Nicht weiterlesen, wenn Sie das Programm noch nicht geguckt haben! Einfach zum nächsten Bild scrollen.) Also, dieser krasse Twist. Zuerst erzählt sie, dass sie sich noch immer nicht vor ihrer Oma als lesbische Frau geoutet hat. Und sie macht Witze darüber, weil es auch witzig ist, dass sie es auch nach Jahrzehnten nicht hinbekommen hat. Und dann erzählt sie die Geschichte, wie ihr ein Typ in einer Bar Schläge angedroht hatte, weil er meinte, sie als lesbische Frau hätte seine Freundin angemacht. Und dann aber gemeint: Ach du bist gar keine Schwuchtel, na dann ist ja gut. Woraufhin sie die Anatomie eines Witzes erklärt: Feedline + Punchline = Haha. Und dann merkt: Mhm, eigentlich erzähle ich hier gar keine Witze. Beziehungsweise tue es doch, aber nur, weil ich wahre Geschichten zu Witzen mache, die in Wirklichkeit nämlich gar nicht witzig sind oder waren. Der Typ in der Bar hat mich nämlich tatsächlich anschließend zusammengeschlagen, als er mitbekommen hat, dass ich lesbisch bin. Und ich bin nicht zur Polizei gegangen und wusste lange Zeit nicht warum. Und erst, als ich darüber nachgedacht habe, warum ich mich bis heute nicht vor meiner Oma geoutet habe, wurde mir klar, warum: Weil ich mein Lesbischsein noch immer als etwas Falsches betrachte. Tief in mir drin. Und das ist halt auch überhaupt nicht witzig, sondern eigentlich unendlich traurig und vielleicht mache ich deshalb auch gar keine Comedy.
Wie gesagt, sehr tolles Programm. Schauen Sie es sich an.


Links: Reden wir nicht drüber. Oder vielleicht ganz kurz. Ganz ganz kurz. Nur mit einem Wort vielleicht: Warum?
Rechts: Sehr gute Kolumne von Sascha Lobo über das oben bereits angesprochene Thema: Was tun gegen den Rechtsruck? Schweigen ist vermutlich keine Lösung.
Nicht im Bild: Wie wir schon vor Wochen nachts Esel gerettet haben und ich es bisher einfach immer vergessen habe, zu erwähnen. Ja, das ist wichtig. Wie sollen die Germanistik-Student*innen denn später mal ein vollständiges Bild von mir zeichnen können?
Auch nicht im Bild: Die Schwalbe, die einfach so früh ins Schlafzimmer geschwalbt kommt, während ich kurz einkaufen bin und sie noch im Bett liegt, woraufhin sich einer der schönsten Chats der Welt entspinnt, der den oben angesprochenen Germanistik-Student*innen sehr viel Freude bereiten wird.

Auch nicht im Bild: Wie ich aus unerfindlichen Gründen auf einmal stundenlang Videos über Urlaub in Japan geschaut habe und seither umso fester davon überzeugt bin, dass wir dorthin müssen. Okay, ich weiß, womit es anfing, nämlich mit diesem Video. Dort gibt’s durchsichtige Cola, hallo?! Und diese Spielhallen aus Lost in Translation auch. Ich muss (!) dieses Trommelspiel spielen. Und in einem Kapsel-Hotel in einer dieser Röhren schlafen, obwohl ich jetzt schon weiß, dass ich furchtbar Platzangst bekommen werde. Und dann muss ich ganz viele Gerichte aus Automaten essen! Oder etwas an einer dieser Steh-Suppen-Buden. Und Wasabi-Chips muss ich kaufen! Und bestimmt gibt es dort auch total coole Schreibwarengeschäfte. Nein, es soll eben gar nicht soooo teuer sein, wenn man ein bisschen plant und sich umschaut. Ja, da bin ich mir sicher! Das haben die bei Youtube auch gesagt! Lassen Sie mich! Auf jeden Fall muss ich dort hin. Am besten natürlich zur Kirschblüte. Damit wäre ich der König von Instagram.


Links: Und dann bin ich nach Hamburg gefahren, um dort bei dem neuen Format von Poetry Slam TV mitzumachen. Das Ganze nennt sich „Lokalrunde“ und besteht aus insgesamt acht Eins-gegen-Eins-Battles, die jeweils unter einem bestimmten Thema laufen. Zu diesen Themen schreiben dann zwei (im Falle der anderen Teilnehmer*innen) mehr oder (in meinem Fall) minder bekannte Autor*innen Texte und tragen sie dann in einer kleinen Kneipe vor Publikum vor. Jeder Mensch im Publikum muss dabei am Anfang wetten und der Gewinner der beiden Autor*innen gibt dann am Ende quasi eine Lokalrunde für alle aus, die auf sie/ihn getippt haben. Klingt komplizierter, als es ist. Nun ja, und ich durfte eben direkt die erste Folge mitmachen. Thema: Ostdeutschland gegen Westdeutschland. Sie dürfen jetzt raten, welche Seite ich vertreten sollte. Mehr darf ich leider noch nicht sagen, aber das Video kommt Mitte September und sobald es da ist, werde ich Sie sowieso damit zuspammen.
Rechts: Die Schanze Samstagmorgen um 6:30 Uhr. Wieso, höre ich Sie fragen? Wenn es im Zimmer eh viel zu heiß war, die halbe Nacht unter dem Fenster irgendwelche besoffenen Sportstudenten herumgröhlen mussten, man dann irgendwann doch völlig ermüdet einschläft und dann um 6 Uhr im Zimmer nebenan ein Baby anfängt zu schreien, dann stehe ich lieber auf, geh duschen, schlafe ein bisschen im Zug und dann lieber nachmittags zu Hause.
Nicht im Bild: Wie ich am Vorabend nach der Aufzeichnung noch sehr lange auf dem Balkon des Haus73 gestanden und Leuten dabei zugeschaut habe, wie sie Hosen verkauft haben. Das ist nicht mal ein Codewort für Drogen, nein. Die haben dort wirklich Hosen vertickt. Bei 30.000 Grad Außentemperatur. Und während dieser komische Mond am Himmel zu sehen war, der mir eigentlich egal war, weswegen ich jetzt anscheinend DAS Ereignis der kommenden 5.000 Jahre verpasst habe.
Auch nicht im Bild: Wie ich endlich mal den neuen Ghostbusters-Film gesehen habe und er doch gar nicht so schlimm war, wie alle immer gesagt haben. Im Gegenteil, ich fand ich ihn sogar ganz unterhaltsam. Ja, ein bisschen zu klamaukig vielleicht. Und ich hätte mir gewünscht, dass alle „alten“ Ghostbusters Cameo-Auftritte bekommen hätten. Also nicht nur Peter und Ray, sondern auch Winston und Egon. Wobei ich dann feststellen musste, dass der Egon-Schauspieler schon 2014 gestorben ist, oh nein! Ha, da fällt mir auf! Doch natürlich hatte auch Winston einen Cameo-Auftritt! Er war der Onkel Patty! Na dann ist ja alles gut. Wobei ich es ganz generell ein kleines bisschen komisch finde, dass die Geschichte des „neuen“ Films fast haargenau dieselbe ist wie die des „alten“, also des ersten alten Films. Das fand ich dann doch ein bisschen schade, weil zu einfach. Ich hatte vor allem befürchtet, dass mich die richtig geil am Computer produzierten Geister ein bisschen abschrecken würden. Weil ich so auf diese schäbigen 80-Jahre-Computergeister stehe. Aber nein, haben sie nicht. Die erste Geisterfrau fand ich ein bisschen zu krass 3-D-gemoddelt, aber dann habe ich mich dran gewöhnt. Und ja, ich fand den Thor-Mann, der den Sekretär spielt, ein bisschen nervig. Aber vor allem seine Rolle als trotteliger Sekretär halt. Trotzdem: Ein guter Samstagvorabendfilm.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

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