Kommentare 3

A Week in Pictures 25/2017

Ruhiger, als es aussieht. Also umgedreht. Unruhiger, als es reinsieht, oder so. Halt wie die vom Baumarkt sagen: Es gibt immer was zu tun! Und das tun wir dann mal und schauen, was passiert. Wie die von KIZ sagen: Wenn’s cool wird, ist’s cool, wenn nicht, bist du, naja. Bis dahin versuchen wir einfach, so wenig auf all das Gerede zu hören und in Zukunft selbst weniger zu reden. Was mich zu einer bahnbrechenden Ankündigung führt: Ha! Das dachten Sie sich so! Falsch gedacht! Nee, das sag ich jetzt nicht. Da können Sie jetzt ruhig so rührselig gucken, ich bleibe eisenhart! Nee! Neijen! Vergessen Sie’s! Es gibt auch gar nichts anzukündigen. Wirklich nicht. Nee, das sag ich jetzt nicht nur so. Ach, lassen Sie mich!


„Ja, eh, Herrmann hier. Ich hätte gerne, eh, zwee Segways zur Zwille, bitte! Ja, ich weiß, dass es 2:30 Uhr ist. Nee, von Geschäftszeiten stand da auf Ihrem Anhänger nämlich nix! Verstehe. Ja. Mhm. Andere Frage: Klappt das jetzt oder soll ich vielleicht zum Kreuz hochkommen?“
Nicht im Bild: Das „neue“ Fahrrad, das aber immerhin supercool ist, denn man kann mit ihm sogar so krasse Sachen machen wie zum Beispiel über Kopfsteinpflaster fahren, was mit dem Fixie ja mal überhaupt nicht geht. Außerdem hat man beim Fahren komischerweise nicht dauernd Angst, dass man gleich über den Lenker fliegt und sich sämtliche Knochen bricht, was sehr ungewohnt ist. Wer weiß, was man damit noch alles Krasses machen kann. Über Waldwege fahren? Zum See oder so? Ich bin völlig fasziniert von den Möglichkeiten, die sich plötzlich bieten. So als hätte ich nach Jahren der Blindheit endlich wieder meine Sehkraft erlangt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Das Fixie ist natürlich noch da und wird auch benutzt. Aber vielleicht wirklich nur noch zum Eindruckschinden resp. Kopfschütteln-Hervorrufen. So geht sie dahin, die Coolness. Fuck.


Ach ja. Seit letztem Mittwoch läuft jetzt wieder wöchentlich um 23:35 Uhr unsere kleine Fernsehsendung. Ich habe sie geschrieben, denn HBO will mich nicht. Außerdem wollte ich nur die Zeit der unendlichen Langeweile überbrücken, ehe das eigentliche Highlight des Fernsehabends ansteht. Wenn die Leute vom Sender jetzt jedenfalls wieder sagen: „Jungs, wir können euch nicht mehr Geld geben, wir haben schließlich noch andere Projekte“, dann weiß ich immerhin, wovon sie reden.
Genau bei solchen Sendungen wäre ich gern beim Entstehungsprozess dabei gewesen. Wie läuft so etwas ab? Sitzen da im gläsernen Konferenzraum ist obersten Top-Leute des Senders, daneben mehrere Leute von Netflix, HBO, Amazon Video und so ziemlich jede*r Headwriter*in des Landes, alle grübeln vor sich hin und jemand springt auf: „Ich hab’s! Wir filmen mit der Kamera auf den Boden!“ Und jemand sagt: „Ja! Im Dunkeln!“ Und ein Anderer ruft: „Und die Kamera ist aus!“ Alle klatschen, liegen sich in den Armen. Aber der Programmchef winkt ab, schüttelt ermattet den Kopf und sagt: „Nee, Leute! Das machen wir seit 20 Jahren! Das ist zu spektakulär! Wir brauchen etwas Langweiligeres! Die ersten fünf Sekunden! Auf die kommt’s an! Wenn wir da unsere Zuschauer nicht direkt zu Tode gelangweilt haben, dann schalten die einfach um! Dann gucken die Halligalli und Neoparadise oder wie das heißt! Und dann sind unsere Quoten im Arsch!“ Alle nicken, jemand zieht traurig an seiner Zigarette, niemand sagt etwas. Und plötzlich erhebt der kleine Praktikant schüchtern den Finger: „Ich hätte, also ich, ich, vielleicht hätte ich da eine Idee.“ Schwarzer Bildschirm. Herzklopfen. BAM! BLOCKSCHRIFT! +++ AUTOBAHN VON OBEN! +++ Schwarzer Bildschirm! +++ NONSTOP! +++ EXPLOSION! Die Buchstaben erscheinen einzeln, dazu Schussgeräusche: S-A-C-H-S-E-N +++ A-N-H-A-L-T. Schwarzer Bildschirm. Applaus. Ende.
Ja, so wird’s gewesen sein.


Ist doch süß, dass er immer wieder an mich denkt. Ich denke ja auch ständig an ihn. Weiß nicht, was das jetzt mit diesen ganzen Stickern sollte, aber seit er wieder regelmäßig die Bravo liest, ist er ganz schön komisch geworden. Manchmal mache ich mir ein wenig Sorgen.
Btw: Dort steht nicht „Dr.“, sondern „Drakonischer Herrscher“.
Nicht im Bild: Wie ich neuerdings täglich acht Briefe von der Bank bekomme, weil ich voll der neue Neukunde bin und die mich total lieben und ich trotzdem zur Sicherheit alles einzeln geschickt bekomme. Wie ich einfach mal stundenlang überall die neue Bankverbindung einbasteln und tausend Briefe an jene schreiben musste, die das nur offline bearbeiten können. Und wie sehr ich mich schon freue, bei meiner jetzigen Bank anzurufen und nichts zu sagen als das hier. Wobei das komisch ist, weil erstens ist das ja eine Geste und zweitens trage ich keinen Lippenstift, aber was soll’s. Verwirrung gehört zum Handwerk, wie meine Mutter immer sagt. Ich werde da eh nicht anrufen. Ich bin doch nicht lebensmüde. Ich werde das schön schriftlich machen. Und wahrscheinlich ist denen das auch völlig egal. Ich bin ein viel zu kleiner Fisch mit meinen 12 Millionen Euro. Aber ich stelle es mir total erdrutschmäßig vor. Tränen bei meiner persönlichen Kundenberaterin, die immer nur anruft, wenn die monatlichen Grundgebühren wieder gestiegen sind. Verzweiflung, weil es so plötzlich kam und „Der André doch immer so ein Netter war.“ Da wird der Vorstandsvorsitzende wohl seinen Stuhl räumen müssen. Tja. Pech! Das war’s jetzt. So ist das immer bei mir. Ich warte viel zu lang, aber wenn, dann ist es endgültig. Nächster Halt: Handyvertrag.


Oben: Direkt wieder Urlaubsgefühle. Café Miami, Steakhouse Oklahoma, Hotel California. Ich bin mehr als Fan. Gitter vor den Fenstern, Tittenkalender direkt überm Tresen und „Klar bekommt der junge Mann ein Eis, wenn er ein Eis will!“ (1,40 Euro für 2 riesige Kugeln, Leute! Da ist die Welt noch in Ordnung!)
Nicht im Bild: Aus Verlegenheit eine Bionade im Getränkehandel kaufen, obwohl man eigentlich nur mal durch den total trven Laden laufen wollte, der aussieht, als wäre er gerade per Zeitmaschine aus dem Jahr 1980 hierher transportiert worden. Highlight: Die „Storchcam“ direkt an der Kasse, mit der man auf das Storchennest der Kirche gucken kann, damit man nicht extra aus dem Laden raus muss, der netterweise direkt neben der Kirche liegt und einen direkten Blick auf das Nest ermöglicht.
Auch nicht im Bild: Wie sich schon langsam das Unwetter bereit machte, ganz Sachsen in Schutt und Asche zu legen. Und in Anbetracht der sächsischen Landesregierung wäre das sicher auch gerechtfertigt gewesen, aber irgendwie will man ja doch nicht von einem Blitz erschlagen werden. 30 km/h, wo 100 erlaubt sind, weil es niemand eilig hat, dazu Baby one more time.
Und ebenfalls nicht im Bild: Rasenmähen, der weltbesteste Obstsalat (der Welt!), Kochen ohne Salz (trotzdem gut) und überraschendes Überleben des Unwetters trotz andauernder Wachwerdung, bedingt durch übelstes Geblitztwerden weil voll nah seiendes Gewitter.
Unten, aus der Reihe: Falls ich jemals wieder einen Grund brauche, warum ich nie wieder ein Buch verleihen wollte.


Symbolfoto Sonntag: Man sollte einfach nicht vor die Tür gehen. Und schon gar nicht auf die dumme Idee kommen, mit einer Regionalbahn zu fahren oder zum Supermarkt am Hauptbahnhof zu gehen. Keine Ahnung, woran es liegt, aber es sind einfach nur noch Verrückte unterwegs. Das Rentnerpärchen mit dem Tandem, das zuerst mit dem Zugbegleiter diskutiert, es hätte die Namen auf dem Sachsenticket ja nur mit Bleistift eingetragen, weil der Kollege im anderen Zug sich geweigert hätte, ihnen einen Kugelschreibern auszuhändigen. Dann der selbsternannte Bundespolizist, der kein Ticket hat, sicher aber weigert, Strafe zu bezahlen, weil „Glauben Sie wirklich, ich als Polizist würde schwarzfahren?“ und dann noch etwas über „Aber der Schwarze da!“ hinterherschiebt. Dann wieder die Rentner, die schon nervös werden, weil so viele Leute ihr Fahrrad vor ihres stellen und sie müssen ja dringend Leipzig Hauptbahnhof aussteigen. „Ja, ist das ihr Fahrrad? WEM GEHÖRT DENN DAS FAHRRAD HIER?“ – „JA, WEIL LEIPZIG HAUPTBAHNHOF MÜSSEN WIR AUSSTEIGEN!!“ Währenddessen steigt die Bahnsicherheit zu und sucht den schwarzfahrenden Freund und Helfer: „Wo is‘ denn jetzt der Kunde? Der selbsternannte Polizist.“ Dann wieder die Rentner: „SIE STEIGEN AN DER MESSE AUS, JA? IST DAS VOR DEM HAUPTBAHNHOF? WEIL WIR MÜSSEN HAUPTBAHNHOF RAUS!“ Schließlich kommt der Zugbegleiter zurück und verlangt, das Tandem weiter an den Rand zu räumen, woraufhin die Rentner jetzt endgültig abdrehen: „WEGEN 10 MINUTEN? DIE SEITENTASCHEN HIER ABMACHEN? WEGEN 10 MINUTEN! DAS IST DOCH!“ Und dann reißen sie und räumen sie, ohne Rücksicht auf Verluste. Scheißegal, ob dabei vielleicht das Fahrrad eines/r Anderen zu Bruch geht, immerhin geht es hier gerade um ihr Fahrrad. Und dann kommt der Ausstieg. Man möchte meinen, die Menschheit hätte noch nie vor einer schwerwiegenderen Aufgabe gestanden, als mit dem Fahrrad aus einem Zug auszusteigen. Mondlandung, die Niederschlagung Nazideutschlands, Wiedervereinigung, alles kein Thema. ABER WEM GEHÖRT DENN DAS FAHRRAD HIER VOR MEINEM? OB DER DAS MAL WEGNEHMEN KÖNNTE? WIR MÜSSEN IN 25 MINUTEN AUSSTEIGEN! ACH, ICH REIß DAS EINFACH MAL WEG HIER UND SCHMEIß DAS DORT IN DIE ECKE, DENN IMMERHIN GEHT ES HIER UM MICH! Ich hasse Menschen. Wirklich.
Und wenn ich also Menschen hasse, muss ich mich ja auch selbst hassen. Also ab zum Supermarkt. Am Sonntag. Um 16 Uhr. Weil mein Leben sinnlos ist. Eigentlich reicht es schon, sich in der Nähe des Bahnhofs aufzuhalten. Viel zu viele Menschen. Und alle wollen sich irgendwo durchquetschen und zwingen einen dadurch, sie aus Versehen zu berühren. Pfui. Wenn ihr dringend Körperkontakt, gern auch eklig und ungewollt, sucht, dann seid einfach weiblich, geht nach Mitternacht ins Flowerpower und versucht mal, Richtung Toilette zu gehen. Hände ohne Ende! Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber es gibt diesen Punkt, da bin ich einfach übermenscht. Da ertrage ich einfach nicht einmal mehr den Anblick von Menschen. Da nervt mich jedes Wort, jeder Anblick und ich muss einfach nur ganz dringend allein sein. Und genau in diesen Momenten trifft man dann natürlich auch nur noch jene Mesnchen mit den Bullet-for-my-Valentine-Shirts, die an der Rewe-Kasse behaupten, sie wären die Tochter Satans. Und neben ihnen steht dann ihr Freund, dem man so haargenau ansieht, dass er immer noch nicht verstanden hat, wieso das Rad jetzt eigentlich besser ist als Viereck und dessen Hobby „Ennerdschie-Drink“ ist. Hass.
Nicht im Bild: Pretty-Little-Liars-Entspurt zum Runterkommen. Wobei das auch nur so mäßig hilft, gegeben wie blöd sich die Mädchen bei der „Ermittlung“ anstellen. Wahrscheinlich Spoiler: Selbst in Staffel 7 laufen sie immer noch total blauäugig in irgendwelche (oder in zum Beispiel in Käfige hinein) und wundern sich dann, wenn die Türen plötzlich auf mysteriöse Art und Weise zufallen und sie eingesperrt sind. Außerdem nervt es mich, dass Spencer ganz offensichtlich auf Polizisten steht. Und dass jetzt alle miteinander upbreaken, nur um wieder mit ihren Soulmates aus den ersten Staffeln zusammenzukommen, weil true love und „Wir alle haben uns verändert, aber wir wissen jetzt halt auch, wer wir sind“ und solcher Quatsch. Und wie frustrierend ist es bitte, dass ständig irgendein „A“, „A.D.“, whatever gefunden wird, der/die dann aber doch nur für „A“, „A.D.“, whatever arbeitet. Oder dass die Mädchen immer total leicht Leute verdächtigen (Beispiel Aria: „DU HAST CHARLOTTE GETÖTET, EZRA! DU SCHWEIN! ICH WERDE MICH ZWAR IN DREI FOLGEN MIT DIR VERLOBEN, ABER DU BIST JETZT GERADE VOLL DER BÖSE!“) und andererseits auch andauernd vergessen, dass Person X oder Y sie letzte Folge noch umbringen wollte oder irgendwo eingesperrt hat, aber jetzt ist ja alles wieder gut (Mona? Hallo?). Egal, am Dienstag ist Finale. Ich bin so aufgeregt.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

3 Kommentare

Kommentar verfassen