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25/2012

25. Juni 2012, a week in pictures

 

Bei uns im Haus ging man sehr gut mit der Gratis-Aktion der BILD um, wie ich fand. Was für eine Papierverschwendung, 41 Millionen Exemplare davon drucken zu lassen. Da passte es wunderbar dazu, dass am Freitag nochmal so eine richtig schlimme Schlagzeile verbraten wurde: 1. Heimspiel in Danzig, ich glaub es geht los. Aber so kaltschnäuzig ist man ja bei der GEMA anscheinend auch. Wie schlecht einem dabei werden kann, wenn man bedenkt, dass es Leute gibt, die mit derart viel Hohn und Arroganz Positionen besetzen, von denen aus sie bedenklich viel drehen können. Das ist wirklich bitter.

Das da ist der Cospudener See. Also da ganz hinten, im Dunkeln, hinter der Kurve und hinter den Bäumen. Spielt aber keine Rolle, ist auf dem Bild ja sowieso dunkel. Ich war zum ersten Mal in diesem Jahr baden, abgesehen vom Schwimmbad, wo man mich mittlerweile mit High Five begrüßt. Und wie herrlich das war! In den ersten fünf Minuten wollte ich sterben und danach nicht mehr raus aus dem Wasser. Ok, kurz darauf griff dann dieser riesigen Spinnen-Roboter an, mit dem die Illuminaten auf dem Grund des Sees nach Atlantis suchen, aber glücklicherweise waren ja die freundlichen Delfine vor Ort, die schnell und mit Hilfe von Cpt. Hagbard Celine persönlich, die Unholde verjagten und mich auf eine Reise voller Abenteuer mitnahmen. Wie? Die Geschichte kennen Sie nicht? Dann lesen Sie sofort das hier. Ich wette, Sie haben noch nichts Verrückteres gelesen.

Wie bereits erwähnt, bin ich mittlerweile ein fleißiger Hunger-Games-Leser. Gleich beginnen die ersten Spiele, d.h. etwa ein Drittel des ersten Buches ist geschafft. Ist erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht. Aber bis dahin fand ich ja auch den Film noch gut. Wer weiß, wie das später wohl werden wird, ich bin gespannt. Es ist aber wirklich erstaunlich, wie schnell die Geschichte voran kommt. Bei Twilight wären Bella und Edward nach 125 Seiten gerade mal über ein 'Hallo!' hinausgekommen, da wird in Panem schon bald losgetötet. Auch verwunderlich, ein Jugendbuch, in dem es praktisch nur um ein sinnloses Tötungsspiel geht. Aber wenn selbst die Sendung mit der Maus schon den Tod in Trickfilmen auftreten lässt, der den Kindern Angst vor Schnupfen machen soll.

Und sonst so? Schön Adorno lesen zum Beispiel. Oder Tschick. Kann ich nur empfehlen, so wie es ja irgendwie alle gerade tun.

Hier mal wieder das schöne Leipzig. Anders, als man es jetzt womöglich in München vermuten wird, sind das hier alles solidarpaktgeförderte Sozialwohnungen. Hier leben die städtischen Arbeitslosen in friedlicher Einkehr, sitzen im Straßencafé und tun so, als würden sie Kunst machen. Nein, an dieser Stelle ist es durchaus preisintensiv. Obgleich ich finde, man müsste den Mietpreis erheblich senken, dafür, dass man täglich mit ca. 30 Stadtrundfahrtsbussen belästigt wird, die den zum Laufen zu faulen Touristen die schönen Häuser zeigen.

Und dann benutzen sie die Kunst der Arbeitslosen zum Sanieren! Darf doch wohl nicht wahr sein. Im Gegenzug habe ich gerade die Befürchtung, das mein Viertel anti-gentrifiziert wird. Denn im Moment scheinen hier überall Zahnärzte zuzuziehen. Ich meine soll das weitergehen? Ein total durchsaniertes Wohnviertel, alles ist schön teuer, alle sind zufrieden, dann zieht der erste Zahnarzt zu. Die Wohnungspreise fallen rapide, die ersten Reichen ziehen weg, neue Zahnärzte ziehen hinzu und das ganze Viertel geht vor die Hunde. Na vielen Dank auch.

Samstag. Find ich gut, wenn es hauptsächlich um mich zu gehen scheint und ich dann am Ende nur moderiere. Aber es war witzig. Dem Fußballmammon einen vollen Laden abgetrotzt und so weiter. Wie gut, dass mich erst am Tag danach mal wieder das Tsubasa-Fieber ereilte, mich lähmte und viele viele Folgen lang an die Couch fesselte. Aber Tsubasa ist einfach der Größte. Wie er drei Folgen lang das halbrunde Fußballfeld entlang rennt und es erst dann im Strafraum angekommen ist. Wie er Bälle im Zick-Zack aufs Tor schießt, sodass der Star-Torwart Wakabayashi erstmal in die falsche Richtung fliegt und mitten in der Luft nochmal umkehren muss. Hach, es gibt doch nichts Schöneres. Nagut, vielleicht als erste Tageshandlung sechzehn mal das Kickers-Lied zu singen und dann zu merken, dass das Fenster ja sperrangelweit auf steht.

Das Schlimmste an der EM, dass ich immer lesen muss, 'ich' hätte irgendwas gewonnen, weil ich zu diesem ominösen 'wir' gehöre, das bei der gerade laufenden EM ganz gut spielt. Problem ist: Ich gehöre nicht zur Nationalmannschaft, auch wenn die mich gern sponsorn dürfte. Und selbst das würde ich noch verkraften, wenn es so viele nicht so schlimm ernst nehmen würden und irgendeinen komischen Stolz darauf entwickeln, zufällig in Deutschland geboren zu sein. Ich weiß, auf wie viele Errungenschaften dieses Landes man stolz sein kann, aber dass es genügend Leute gibt, die keine Ahnung haben, warum wir mal lieber unseren Mund halten sollten, ist sehr gut hier zusammengefasst. Und genau das macht dieses Fahnengeschwenke, Ans-Auto-Gebastele und diese schrecklichen 'Sieg!'-Rufe im Stadion so unerträglich. Ich hoffe, die UEFA-Klagen werden wenigstens richtig schmerzhaft, sodass der DFB mal merkt, dass Bengalos vielleicht erstmal nicht das größte Problem sind.

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