Follow

Lass dich über neue Beiträge per Mail benachrichtigen.

Mach's wie 527 andere Follower:

 

24/2012

18. Juni 2012, a week in pictures

 

So schnell kann's gehen. Eben noch hängt man wie jeden Tag auf dem Fensterbrett ab und starrt gleichmütig auf alles, was vorbeiläuft und zack! endet es so. Einfach ein bisschen übertrieben beim Aus-Dem-Fenster-Gucken, die gute Frau Rentnerin. Und dann sowas, schrecklich. Bisher dachte ich immer, das größte Risiko läge drin, einfach auf dem Fensterbrett einzuschlafen und runter auf die Straße zu kippen. Hoffentlich wacht man dann wenigstens nicht noch im Fallen auf. Stelle ich mir ziemlich doof vor, wenn man sich erstmal orientieren muss und plötzlich feststellt, dass man sich im freien Fall befindet und der Erde immer nä---

Fein, laut Internet dürfen wir also in die USA. Das heißt, eigentlich bedeutet das hier nur, dass wir ein Flugzeug besteigen und uns damit in die USA transportieren lassen dürfen. So richtig schön am Chicagoer Flughafen abgewiesen können wir noch immer werden. Wenn es dazu kommt und es dann in der Freihandelszone kein Taco Bell gibt, dann werde ich womöglich einfach wahnsinnig. Mittlerweile glaube ich fast, dass ich nur deshalb mitfliege, um einmal bei Taco Bell irgendetwas total Ungesundes zu bestellen. Und ins MoMA will ich. Sollte es zufälligerweise im MoMA ein Taco Bell geben, dann bleib ich vielleicht auch einfach gleich da.

Die Grünauer Welle, mal wieder. Auch, wenn hier so aussieht, als hätten findige Bürger das Wort 'Welle' abmontiert und mit nach Hause genommen. Schwimmbäder sind eigentlich ganz nette Einrichtungen, obgleich man immer versuchen sollte, nicht daran zu denken, mit wem man da gerade alles das Wasser teilt. Im Strömungskanal hängen meist alte Männer ab, lassen sich an den Düsen ihre Bäuche (hoffentlich nur die Bäuche) kraulen und schauen verträumt umher. Oder sie sitzen verkehrtherum auf den Whirpooldüsen und naja. Das will man nicht sehen, aber man muss wohl. Und solang man nur ein paar Bahnen schwimmt und aufpasst, dass man am Ende auch im richtigen Bereich duschen geht, dann ist eigentlich alles ok.

Je näher das Ende meines Studiums sucht, desto eifriger suche ich nach einer Beschäftigung für die Zeit danach. Momentan versuche ich, Hacker zu werden. Hier war ich gerade dabei, die Computersysteme der Kommunalen Wasserwerke zu manipulieren, sodass hoffentlich nur noch Cola aus den Wasserhähnen kommt. Hat bisher leider noch nicht geklappt. Immerhin habe ich mal wieder einige Stunden an das Installieren meiner Lieblings-Linux-Distribution verschwendet und dann beschlossen, dass ich mittlerweile zu wenig Zeit für die ganze Frickelei habe. Windows jedenfalls lief innerhalb von 30 Minuten. Und bevor die Frage kommt: Mac OS X wäre womöglich innerhalb von 20 Minuten gelaufen, allerdings auch dank des fehlenden Macs mindestens 1000 Euro teuer gewesen. Danke bitte.

Und dann war wieder Lesebühne. Endlich wieder eine neue Klassentreffen-Episode. Und Stargast Bruno Kolterer, ein wahrhaftig virtuoser Gentleman am sechsseitigen Musikgerät. Aber das wusste zumindest ich ja schon. Umso schöner, dass es das Publikum genau so sah. Jetzt ist erstmal Sommerpause, d.h. zwei Monate Zeit, die riesigen Geldberge für sinnlosen Quatsch aus dem Fenster zu schmeißen. Schließlich geht das ja ab September weiter und irgendwann weiß man halt nicht mehr wohin mit dem ganzen Zaster. Mittlerweile heizen wir auch schon im Sommer. Mit Benzin versteht sich, damit es auch richtig schön teuer wird.

Und jedes Mal erschrecke ich mich beim Nachhausegehen vor diesem Spinner. Noch schlimmer ist praktisch nur der Pappmann vorm Betten-Kontor. Der leuchtet sogar noch und dreht andauernd seinen Unterarm um 360 Grad. Eigentlich habe ich kaum Angst, mal von so einem Jason oder Mike Myers überrascht zu werden, dafür kenne ich die zu gut. Aber wenn der Bäcker-Pappaufsteller mir plötzlich folgen würde, ich glaube, das würde ich nicht aushalten. Da fällt mir ein, dass ich dringend das Remake von Freitag der 13te gucken muss. Ist sicher total schlecht, aber was tut man nicht alles dafür, es einfach zu kennen.

Statt des obligatorischen Zugbildes heute mal ein Flussbild. Oder Bachbild vielmehr. Trotzdem eine Anekdote aus dem Zug. In alten Regionalbahnen gibt es noch Schiebetüren, die nicht automatisch schließen. Lässt sie man sie also offen, bleibt sie offen. Lustigerweise kommt niemand darauf klar, im Zug einer bereits geöffneten Tür zu begegnen. Man ist so an das Knöpfchen-Drücken, Psssscht-Geräusch-Abwarten und Durchgehen gewöhnt, dass bei einer geöffneten Tür lustige Dinge geschehen. Die meisten Leute schauen einfach irritiert und gehen dann hindurch. Einige Leute tasten ein bisschen herum und huschen dann schnell hindurch. Die besten Leute aber ziehe die offene Tür zu und gehen dabei einfach weiter, klatschen gegen die Tür und sind völlig überrumpelt. Ich habe mich köstlich amüsiert.

Und das ist der Leipziger Hauptbahnhof. Jaja, kennt man, ich weiß. Nachts ist er noch tausendmal besser als am Tag. Am besten ist es, wenn es sogar noch später ist, als auf dem Bild hier. Wen sie die großen Lichter längst ausgemacht haben und die Saubermachmänner auf ihren Poliermaschine durch die Gegend rotieren und nur noch ein paar Leute vom letzten eingefahrenen Zug durch die Halle stapfen. Dann ist es am besten. Am allerallerbesten. Obgleich man als halbs zerzaust Aussehender wahrscheinlich sofort vom Sicherheitsdienst 'entfernt' werden würde. Worauf ich hinaus wollte: Der Leipziger Hauptbahnhof ist so wie die meisten Dinge: Ohne Menschen irgendwie doch am besten.

Hinterlasse eine Antwort