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A Week in Pictures 23/2017

Das Schöne am Urlaub ist ja, dass man die ganze Zeit Relaxen kann. Man hat keine Aufgaben, keine drängenden Termine und hat den ganzen Tag über Zeit, über nichts Anderes nachzudenken als „Alter fuck, du musst noch das, das und das machen, wenn du wieder zu Hause bist!“ oder „Die Anderen machen grad dies und das und du hängst hier nur so rum!“ Wobei das natürlich alles Quatsch ist. Ist schon alles okay so, wie es ist. Ganz ehrlich. Auch wenn gerade mal wieder diese „Waaaah! Ich verschwende meine Zeit“-Zeit ist. Mit der das Urlauben mal so überhaupt nichts zu tun hat, übrigens. Immerhin kann man im Urlaub viel lesen. Und ich habe sogar richtig Lust, zu lesen. Ich lese ohnehin gerne, nehme mir aber viel zu wenig Zeit dazu. Sie kennen das: „Büäh, ich muss ja noch dies und das machen und da muss mir ja was dazu einfallen und da kann ich ja jetzt nicht einfach lesen, also sitze ich mal lieber erst vier Stunden rum und dann mach ich das fix, sodass ich auch in den vier Stunden etwas Cooles hätte machen können, aber naja“, wobei mir beim Lesen meist viel schneller etwas viel Besseres einfällt. Und ich dann wiederum auch direkt Lust habe, es umzusetzen. Es ist ein Teufelskreis, aber so läuft das halt. Da hilft die Erkenntnis mal überhaupt nicht. Das einzig Doofe ist, dass ich gerade kein Buch habe, das mich so richtig richtig richtig mitnimmt. So Mockingbird-mäßig, Sie verstehen. Oder Das-Ende-von-Eddy-like. Immerhin habe ich endlich mal dieses eine Buch fertig gelesen. Beziehungsweise jene Parts, die mich interessiert haben, was immerhin viele (aber halt nicht alle) waren. Und da gibt es dann wieder so Sätze, die für all das Hin und Her im Kopf entschädigen. Wie zum Beispiel Jimmy Fallon im Gespräch mit Judd Apatow in Sick in the Head: Coversations über Life and Comedy: „And if you’re going to go down, you have to go down doing what you like doing and what’s fun for you, because I don’t ever want to do something painful and then have everyone go „Hey, that works. Keep doing that painful thing for years.“


Urlaub vom Urlaub. Man soll sich ja auch mal vom Zufall leiten lassen. Und wenn der Zufall sagt: „Ja, ich weiß, ihr wart jetzt grad mal wieder vier Tage in Leipzig, aber warum nicht einfach nochmal nach Kroatien? Immerhin hattet ihr doch selbst gesagt, dass das nächste Ziel warm sein soll. Mit Baden und so. Naja, hier, bitteschön. Und jetzt hört auf so komisch zu gucken, ihr müsst dringend Wäsche waschen.“ – Naja, dann macht man das halt vielleicht einfach. Ist zwar ein kleines bisschen dekadent, aber was soll’s. Es geht dann nur manchmal alles so schnell, dass man es gar nicht mehr verarbeiten kann. Grad war man noch in Galway, dann abends schon in Athone und am nächsten Tag in Dublin. Dann in Berlin, anschließend in Leipzig und schon sitzt man in Kroatien. Und dann muss man sich schon verdammt hart konzentrieren, wenn man darüber nachdenken will, wie man denn jetzt eigentlich zum Flughafen gekommen ist. Bus? Nee. Auto? Nee, das war das ja das letzte Mal. Ach ja, Zug! Und es klappte sogar erstaunlich gut. Fast schon zu reibungslos, sodass wir am Flughafen noch über eine Stunde verplämpern mussten, die ich dazu nutzte, mein Flugticket mit allen auffindbaren Parfümtestern einzusprühen, woraufhin ich quasi den gesamten Flug über keine Luft mehr bekam. Und eigentlich fühlte ich mich echt fit. Sie erinnern sich: Normalerweise überfällt mich direkt nach dem Einsteigen in einen Zug oder ein Flugzeug immer eine unendliche Müdigkeit, sodass ich spätestens fünf Minuten, nachdem es losgeht, in Ohnmacht gefallen bin. Beim Flugzeug ist es noch schlimmer. Ich erlebe meist nicht einmal den halben Start, schon schlafe ich. Ganz egal, wie wach ich vorher war. Wahrscheinlich beunruhige ich auch regelmäßig alle Menschen, die neben mir sitzen. Sorry dafür. Und natürlich war es auch diesmal so.
Nicht im Bild: Wie ich während des Fluges (ich erwachte dann kurz hinter Österreich) das erste Viertel von Mroskos Talente inhaliert habe, weil es einfach so unendlich gut losgeht. Ein Mann, der mit 23, völlig verschuldet, halb durch Zufall Scout bei Bayern München wird, dann bei St. Pauli scheitert und sich schließlich bei Wolfsburg durchbeißt, dabei seine komplette Gesundheit riskiert, weil er sich selbst nicht so ganz im Griff hat, aber eben nur, weil er Fußball so liebt. Leider verliert sich das dann ein wenig, sodass der mittlere Teil etwas zäh wird und dann bleibt es bis drei Viertel ganz okay. Aber es hält einen nicht mehr so ganz. Ganz durch bin ich allerdings noch nicht.
Auch nicht im Bild, doch, klar, voll im Bild: Kroatien, genau. Das da ist übrigens Split, aber dazu später mehr. Bis hierhin nur der Gedanke, dass es in Deutschland vermutlich unmöglich wäre, dass ein Flugzeug so tief über einer Stadt eine Schleife fliegt, um zu diesem süßen, kleinen Flughafen zu kommen.


Der Ausblick vom vermutlich besten Café des ganzen Ortes. Der Kellner nervt nicht, es ist megabillig, direkt am Strand, der nie voll ist und die Tischchen stehen auf ganz vielen Terrassen, sodass man quasi immer einen Tisch für sich hat. Moment, „Ort“ benötigt eine Erklärung. Sagen wir so: Wenn man so klug ist, sich absolut nicht zu informieren, wo man eigentlich hinfährt (Vorhandene Daten bis hierhin: Also Kroatien. Wir kommen in Split an, müssen dann irgendwie zum Hafen, dort auf die Fähre, dann per Bus in den nächsten Ort und da müssen wir irgendwie die Leute von unserem Haus treffen zwecks Schlüsselübergabe) so steht man schon am Flughafen vorm ersten Problem. Wie kommt man eigentlich zum Hafen? Nun ja, kurz rumlaufen, Geld wechseln (Der lustige Automat fragt dauernd, ob man mit dem Wechselkurs einverstanden ist und wenn man „Nein“ drückt, dann kriegt man immer einen noch schlechteren Kurs vorgeschlagen, bis man irgendwann aufgibt) und dann steht da zufällig ein Bus. Der Busfahrer sagt: Ja ja, einfach einsteigen. Und dann sitzt man und wartet, irgendwann will der Busfahrer doch mal Geld und dann geht es los. Der Bus ist natürlich voller Deutscher und natürlich sitzt direkt nebenan jenes Pärchen, das sich direkt beim Einsteigen für immer und ewig disqualifiziert hat, weil es den einen Typen natürlich fragt, ob er sich nicht woanders hinsetzen könne, weil sie seien ja zu zweit und da könnten sie ja zusammen sitzen, wenn er woanders sitzen würde (vermutlich unterm Radkasten). Pfui. Und dann fährt man und alles, was der Typ zu erzählen weiß ist: „Guck, H&M!“, „Guck, DM!“, „Guck, Müller!“ und „Guck, McDonalds.“ Hass. Aber er weiß noch mehr: Wenn er nämlich mal alt ist, dann will er auch in Kroatien wohnen, weil hier die Wohnungen so billig sind und in Thailand machen das ja auch total viele Deutsche. Also nicht „diese“ Deutschen, sondern „die guten“. Brr. Nach ungefähr 50 Minuten ist man dann auch endlich am Hafen. Split wirkt auf den ersten Blick ein wenig wie Prag: Außenrum DDR-Pracht in Form hässlichster Hochhäuser, aber je näher man Richtung Zentrum und Hafen kommt, desto schöner wird es. Richtig schön. Aussteigen, erstmal was zu Trinken kaufen. Ich erfreue mich im Ausland ja immer daran, neue Colasorten zu probieren. Leider war direkt der erste Versuch eine mittlere Niederlage, denn „Cockta“ schmeckt wie Mucosolvan-Hustensaft, sprich unheimlich eklig (nein, der schmeckt nicht gut, Sie Monster!). Wieder einmal gemerkt: Ich kann mich richtig schön darüber ärgern, wenn ich einen Euro für schlechte Cola verschwende. Aber egal, nächster Halt Post, denn da gibt es Internetflats im Wochentarif (so mit das Einzige, worüber ich mich immer sehr eingehend informiere). Und dann zur Fähre. Alles reibungslos. Viel zu reibungslos, wenn Sie bereits ahnen, dass es noch komplizierter wird. Ankunft auf der Insel gemeinsam mit circa fünfzig Autos und hundert Leuten. Erster Eindruck: Warm! Und überall Lavendelbüsche und Olivenbäume. Alles strömt aus der Fähre. Denken: „Na da fährt doch auf jeden Fall ein Bus.“ Tut er nicht. Zumindest nicht am Feiertag und schon gar nicht nach 18 Uhr. Na ja, und dann steht man da vorm Busfahrplan und rätselt, wie man jetzt wegkommt. Und nebenan stehen schon die grinsenden Taxifahrer. Und eigentlich will man ja nicht, aber in dem anderen Ort, da warten die Leute mit dem Schlüssel und außerdem sind die Rucksäcke ganz schön schwer und Laufen geht eigentlich grad gar nicht und ach komm, ja, dann kostet es halt ein halbes Vermögen, was soll’s. Und dann kommt man bei den Schlüsselleuten im „Ort“ an und sie sagen: „Ehm, ihr wisst schon, dass euer Haus drei Kilometer außerhalb auf einem Berg liegt, ja?“ Und man denkt: „Whaaaat? Fuck fuck fuck!“ und antwort: „Pfff, klar, easy!“ Und dann fahren sie einen zur Sicherheit doch mal hin und es ist unglaublich schön, der Ausblick ist spitze und dann stellt man fest, dass man nichts zu Essen oder zu Trinken gekauft hat. Ganz normaler Move.


Nun ja. Weil so ganz ohne Trinken und Essen auch doof ist, beschließt man also am ersten Abend, nochmal da runter zum Strand zu gehen. Das sei nur ein Kilometer in die andere Richtung, sagte der Schlüsselmann, zum Strand sogar nur 400 Meter, da gäbe es auch ein Café/Restaurant und das stimmt vermutlich auch, wenn man nicht zwischendrin achttausend Serpentinen und sechstausend Kilometer Höhenunterschied überwinden muss. Und dass das Café/Restaurant halt um 17 Uhr schließt, hätte man vielleicht auch vorher wissen können. Aber keine Bange, ist ja Urlaub und noch ist ja nicht dunkel. Also fünf Kilometer Fußmarsch zurück Richtung Ort, zwischendrin wunderbare Buchten und obiger Ausblick, der dann natürlich doch alles versöhnlich macht. Nur dass man eben trotzdem Hunger hat und jetzt so langsam ruhig mal etwas zu Essen kommen könnte. Kam dann zum Glück auch. Und so gab es Fisch und Steak und Sonnenuntergang und das reichte genau so lang, bis einem wieder einfiel, dass man den Weg ja im Dunkeln auch wieder zurücklaufen muss. Nur eben direkt an der Straße entlang. Mit geschätzt zehntausend Metern Höhenunterschied zwischendurch.
Nicht im Bild: Die vier Eselfreunde, die direkt in der Nähe des Hauses wohnen und die jetzt meine Buddies sind. Und die drei bis vier Babykatzen, die unendlich vielen Schafe. Und die Eidechsen, die immer am Grill entlangklettern. Und die Wespen, die einfach nerven, weil sie so eine Art fliegende Nazis sind.
Auch nicht im Bild: Wie wir am nächsten Tag alles besser machten, direkt einkaufen gingen (Ich sage nur: Sky Cola!) und anschließend die ganze Zeit am Beach abhingen. Wie ich abends Schweinebauch über Olivenholz grillte und das mindestens so fantastisch funktionierte, wie die Folienkartoffeln ein paar Tage später (es wird immer mehr zum Foodblog). Reden wollen wir allerdings nicht über das Bierdosenhuhn, eigentlich ein totsicheres Rezept, immerhin habe ich mal daneben gestanden, als es gemacht wurde. Huhn mit irgendeiner Marinade/Würzmischung einschmieren, auf eine fast volle Bierdose setzen, ab in den Ofen/Kugelgrill, Stunde warten, bam! In so einem Grillofen mit Holzkohle funktioniert das prinzipiell auch ganz okay. Dauert halt ein bisschen länger. Und wenn man dann das Huhn beim Versuch, es da wieder rauszumanövrieren nicht einfach umschubst, es in die Glut fällt und dann auch noch oben so herrlich roh ist, dann schmeckt das bestimmt auch so richtig gut. Ansonsten gibt’s halt Bemme mit Brot.


Und dann: Ausflug nach Split. Das heißt: Ganz früh aufstehen, achtzig Stunden in den Ort laufen, dort auf den Bus warten, vom Taxifahrer angequatscht werden („Hey, wollt ihr zur Fähre? Kostet nur ein Zehntel des Preises, den ihr am ersten Abend bezahlt habt!“), anschließend zurecht ein wenig reserviert sein, aber trotzdem mal einsteigen, dann aber recht schnell das Geschäftsmodell des Taxifahrers begreifen: Er wartet einfach so lange an der Bushaltestelle auf Fahrgäste, bis der Bus kommt, fährt dann ganz schnell los und sammelt immer direkt vorm Bus an der jeweiligen Haltestelle Fahrgäste ein, verlangt dabei immer einen Tick weniger Geld als der Bus, hat so immer ein volles Taxi und die Leute sind zufrieden, weil sie schneller an der Fähre sind und weniger bezahlt haben. Ein Schlitzohr, dieser Taximann! Dann noch eine Stunde Fähre und gut drei Stunden nach Hausverlassen ist man quasi blitzschnell im rund 30 Kilometer Luftlinie entfernten Split.
Dort ist allerdings, wie bereits angedeutet, sehr sehr sehr schön. Zwar megavoll, weil megatouristisch, aber schön. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen ist super. Und der Ausblick vom Glockenturm über das Ganze ist supercool. Man sollte vielleicht nur darauf achten, dass man nicht Punkt 12 Uhr direkt neben den Glocken steht. Wir haben es probiert. Es ist nicht schön. Ansonsten: Viel zu viele Deutsche. Viel zu viele Selfiesticks. Viel zu viele Reisegruppen, die sich von ihrem Reisegruppenleiter an diesen wunderschönen Innenhofgarten inmitten der kleinen Gassen erklären lassen, dass dieser Garten ein total ruhiges Gemeinschaftsprojekt der Anwohner*innen sei und dass es da immer Streit gäbe, wer wie lang die Wäsche aufhängen dürfe. Macht bestimmt total viel Spaß, dort Wäsche aufzuhängen, wenn einem ständig 200 Leute mit Kameras dabei zugucken.
Nicht im Bild: Hauptaufgaben in Split. Ein Visor Cap mit rot-transparentem Schirm finden (Gibt’s nicht! Eine Schande!), ein Tank Top kaufen (Im T-Shirt stirbt man bei der Hitze ja) und Cevape/Cevapcici essen (keine Ahnung, wo dieses umgedrehte Circonflexe auf der Tastatur ist). Also erstmal Bier getrunken (das geht in Kroatien wirklich überall sehr gut!) und dann zum Einkaufszentrum gelaufen. Ich mag ja Souveniers nur so halb. Soll heißen, es gibt schon coole Souveniers, aber die meisten sind halt doof. Daher kaufe ich im Urlaub lieber Dinge, die ich später noch gebrauchen kann. Jetzt habe ich also ein kroatisches Tank Top. Es wird sich sehr gut vertragen mit meinem irischen Steckeradapter, dem Pariser Paar Schnürsenkeln und der tschechischen Spülbürste.
Auch nicht im Bild: Cevape! Cevape! Cevape! Man muss unbedingt Cevape essen, allein schon, um dem Cevape-Messias zu huldigen. Aber wir sind ja schon lange aus dem Wettbewerbsgame raus und deshalb genießen wir nur noch. Wobei Genuss dann auch bei der mittleren Mixed Plate aufhört. Sieht zuerst wenig aus, geht auch alles gut, kommt dann aber zwei, drei Stunden später umso hörter im Magen an. Und so sitzt man dann mit einer ekelhaften Fleischkugel im Bauch im Hafen von Split, hält die müden Füße ins Hafenbecken und bemerkt gar nicht, wie romantisch zwei Meter weiter ein Opa direkt von der Kaimauer ins Wasser pinkelt. So romantisch, das gibt es zu Hause nicht.


Selbstvergewisserungs“selfie“ auf dem Rückweg.
Nicht im Bild: Der Gedanke in Split aka „Ach ja, lass uns doch die späte Fähre nehmen, da wird schon irgendein Bus fahren und wenn nicht, da kommen so viele Leute mit der Fähre an, da wird man sich doch mit irgendwem ein Taxi teilen können“. 1) Es kommt kein Bus. 2) Es nimmt auch niemand ein Taxi. Ich weiß nicht, wie die Leute es machen, aber exakt fünf Minuten, nachdem die Fähre ankommt, sind alle Leute verschwunden. Und dann steht da schon wieder dieser grinsende Taxifahrer. Aber diesmal nicht, Freundchen! Also losmarschiert, Daumen raus und schon hält ein freundlicher Inselhandwerker, der einen mitnimmt. Die Fensterscheiben sind unten, im Hintergrund geht die Sonne unter und im Radio läuft feinster kroatischer Pop. Man muss nur ein, zwei Tage in Kroatien sein, um genau zu wissen, warum die ganzen Ostblockstaaten beim Grand Prix immer so hart absahnen. 1) Weil sich alle gegenseitig hohe Punkte geben. 2) Weil im Radio, ausschließlich und überall, die Popmusik in der eigenen Landessprache läuft, in Kroatien halt kroatischer Pop und 3) Weil kroatischer Pop einfach mal richtig gut ist. Ich bin mittlerweile absoluter Fan. Ich verstehe kein Wort, aber ich fühle _alles_. Da geht es um große Gefühle, um Liebe, Schmerz, Trauer, Sehnsucht und zwischendurch darf es ruhig mal ein bisschen rockig werden. Es ist der Wahnsinn. Vielleicht liegt es an der Sonne und daran, dass hier täglich 30 Grad im Schatten sind, aber für kroatischen Pop lege ich mittlerweile meine Hand ins Feuer. Aber nur in Feuer, das mit Olivenbaumholz entfacht wurde. Alles andere wäre ja nicht kroatisch.
Auch nicht im Bild: Wir wir auf die komische Idee kamen, uns Fahrräder zu mieten, weil damit kommt man viel schneller von A nach B. Und wie wir so ein bisschen unsicher waren, weil der Fahrradmann so extrem gechillt war. „Ja ja, kommt einfach vorbei, gebt mir mal 50 Kuna (Zur Erklärung: In Kroatien zahlt man in Kuna. „Kuna“ ist kroatisch und heißt so viel wie „Euro“, ist viel weniger wert. 1 Euro sind circa 7,50 Kuna. Kann man sich gut merken. Wenn man es bei Google eingibt, muss man allerdings „1 Euro in HRK“ eingeben, weil das wäre sonst zu einfach. „Cent“ heißt übrigens „Lipa“ und ist auch 7,5 mal weniger wert) und dann sehen wir uns, wenn ihr die Fahrräder holt.“ Keine Ahnung, ob der Mann sich da dran hält. Aber er tat es. Das einzige Problem ist: Jetzt haben wir Fahrräder. Und müssen Fahrrad fahren. Was für eine Schnapsidee. Bei all den Serpentinen und Höhenunterschieden. Eigentlich wollten wir direkt nach dem Abholen nochmal entspannt 10 Kilometer in einen anderen Ort fahren. Das Ende vom Lied war: Bier gekauft und den ganzen Tag im Haus Pretty Little Liars geguckt. War ja auch schon wieder viel zu warm. Und die Fahrräder glänzen so schön im Sonnenschein.


Und so sieht das aus, wenn man „arbeitet“. Unten fährt vielleicht alle 30 Minuten mal ein Auto vorbei. Ab und zu macht ein Schaf „Mäh!“ und auf dem Berg nebenan klingelt öfter mal ein Pferd, dem man schändlicherweise eine Glocke umgehängt hat. Es ist nach wie vor sehr warm. Komischerweise bekomme ich überhaupt keinen Sonnenbrand, obwohl ich normalerweise schon beim Gang zum Briefkasten welchen bekomme. Und der Briefkasten hängt direkt im Hausflur. Nebenan spielt jemand seit Stunden abwechselnd Minesweeper und Solitaire und alles, was ich mitbekomme, sind Ausrufe wie „Maaaaaaaan! Ich hab aus Versehen mit rechts geklickt!“, „Orrrrr, das geht schon wieder nicht fertig zu machen!“ oder „Gibt es auch Eis aus Zucchine? Aus Gemüse gibt’s hier nix! Dann halt Vanille, aber fix!“. Und es ist wie immer dasselbe: Man schafft weniger, als man sich vorgenommen hat, aber mehr, als man tatsächlich geglaubt hat. Immerhin muss ja bis Oktober dieses Dings geschrieben werden. Und wenigstens bis Ende des Monats sollte da mal das erste Viertel stehen. Aber wird schon, weil wurde bisher immer. Genug Ideen sind ja da. Am Schreibtisch wird das dann. Und danach mache ich dann das Buch, haha.

Was fehlt:

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