Kommentare 4

23/2013

Und dann war Hochwasser. Sogar in Leipzig, obgleich es hier gar keinen so reißenden Strom wie die Elbe oder die Saale gibt. Aber Leipzig hat eben alles, auch Hochwasser. Und weil ich mitten im Hochwassergebiet der Stadt wohne und längst Katastrophenalarm ausgelöst worden war, war ich also den gesamten Montag damit beschäftigt, meine gesamten Wertsachen in den Keller zu räumen, damit sie überschwemmt werden und ich mich dank Versicherung neu einrichten kann. War aber nicht so. Kam nicht mal übers Ufer, das Wasser. Muss ja auch nicht sein. Aber es sah schon ganz imposant aus, wie schnell das Flüsschen plötzlich war und wie des öfteren ein Regal vorbei geschippert kam. Mein Beileid jedenfalls für alle, die das Hochwasser wirklich getroffen hat.

Seit ich nicht mehr in den Genuss eines Semestertickets komme, fahre ich wieder verstärkt Fahrrad. Leider ist mein Fahrrad eines dieser Mordgeräte und mir spätestens seit dem ersten Sturz nicht mehr so ganz geheuer. Aber damit fahren muss ich trotzdem, ich habe keine Wahl. Glücklicherweise ist neuerdings ja wieder regelmäßig kalt, sodass ich wenigstens nicht nur mit T-Shirt unterwegs bin und mir im Falle des Falles (Wortwitz, haha!) wieder die kompletten Arme aufreiße. Aber es macht ja auch irgendwie Spaß. Und dieser athletische Body, den man automatisch davon bekommt, ist auch ganz okay. Besser jedenfalls als beim Bowling, wo man nur einen dicken rechten Arm und Muskelkater in der linken Pobacke bekommt.

Und dann wurde doch noch evakuiert. Nicht ich, aber zumindest die alten Leute dort. Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn die Polizei doch, wie zuerst angedroht, mit dem Megafon durch die Straßen gefahren wäre und alle aus dem Bett gescheucht hätte. Vermutlich hätte ich mich gar nicht evakuieren lassen. Zumindest nicht, solang es noch Strom gegeben und ich weiter hätte Anno spielen können. Nein, natürlich nicht. Was nimmt man in solch einem Fall denn mit? Die Notizbücher, die Gitarren, die Bowlingkugel, den Laptop und den Team-Sieger-Kranz vielleicht. Und eine Tüte Chips nebst einer Flasche Cola für unterwegs. Naja, Glück gehabt.

Ich hatte schon fast befürchtet, mein Kopf hätte nicht mitbekommen, dass sich das Wetter mal wieder andauernd ändert. Aber glücklicherweise kamen dann doch nicht die unendlichen Kopfschmerzen. Es ist eben doch Verlass auf ihn. Ein bisschen gewöhnt man sich ja daran, irgendwie aber auch nie. Und das Schlimmste an diesem dauernden Regen-Sonne-Rhythmus ist, dass es genau dann regnen muss, wenn eigentlich das große Völkerball-Turnier im Park stattfinden sollte. Eine Schande. Deshalb: Vorhänge zu, Schlafbrille auf und abwarten.

Die Autobahn. Völlig ungewohnt, mal mit dem Auto unterwegs zu sein. Muss ich auch nicht dauernd haben. Zumal ich im Auto völlig handlungsunfähig bin, weder lesen noch in der Gegend herumschauen kann, sondern einfach nach vorn gucken oder schlafen muss, damit mir nicht schlecht wird. Im Zug ist das komischerweise anders. Nunja, trotzdem mit dem Auto unterwegs gewesen. Hier irgendwo auf dem Weg nach Osnabrück. Noch lachten wir über die armen Leute auf der anderen Seite, nur um auf der Rückfahrt am nächsten Tag genau dasselbe Schicksal zu teilen. Ansonsten ist der Weg von Leipzig nach Osnabrück denkbar unspannend. Okay, es ist schon witzig, dass gerade durch den Luftkurort Bad Oyenhausen eine Autobahn führt. Aber darüber hinaus, nichts. Osnabrück an sich ist eine witzige Stadt. Sie sieht aus, als hätte man sie komplett 1950 erbaut (bis auf diesen wunderschönen Bahnhof) und dann einfach so gelassen. Außerdem gibt es überall Blitzer und Idioten, die einem im Backstage Geld klauen, während man mal kurz auf der Bühne ist. Das Publikum aber ist nett und die Lagerhalle macht exorbitant gute Pizza.

Ich hatte ja schon an anderer Stelle darüber geschrieben. Mittlerweile habe ich auch schon ein paar Geschichten gelesen und es ist wirklich sehr lustig geworden. Und dazu noch die schöne Kolumne, fetzt. Und wird doch. Als nächstes dann das Streiflicht und der obligatorische Jahrhundertroman. Oder Pro-Bowling, mir egal.

Und zum Abschluss nochmal ein bisschen Autobahn, wobei schon nach einer Viertelstunde der Anruf kommt, dass man wieder umkehren darf, weil die Veranstaltung buchstäblich ins (Hoch-)Wasser fällt. Eigentlich ein Wunder, warum man erst so spät auf die Idee kommt, aber naja. Ein bisschen Kontemplation beim Dahinrauschen hat auch was für sich. Jetzt noch ein kurzer Endspurt und dann ist Ruhe. Ruhe, um eigentlich keine Ruhe zu haben. Die aber immerhin nicht durch Unruhe im Sinne des Umherfahrens gestört wird.

In Kategorie: a week in pictures

4 Kommentare

  1. Das Ferrari keine Sanktionen zu erwarten hatte, war klar. Dort hat man sich an das Reglement gehalten (2 Jahre altes Auto Testfahrer eingesetzt). Bei Mercedes sieht die Sache dann schon ganz anders aus. Sollte da keine ofizielle Genehmigung seitens der FIA vorliegen, was ja nicht sein kann da man ansonsten den Fall nicht ans Tribunal weitergereicht hätte, muss eine Strafe folgen. Wie diese dann ausfällt, bliebt abzuwarten. Bei einer harten Bestrafung (hohe Geldstrafe oder Ausschluß aus der WM) wird wohl der Konzern die Reißleine ziehen und sich als Team aus der F1 verabschieden. Das wollen aber weder Bernie noch die Zuschauer. Es ist also ein schmaler Grat auf dem man da wandert. Und ich gleube auch nicht, daß es so einfach wäre, jetzt für alle Teams einen extra Test zu organisieren. Schaut man sich den Rennkalender an, so ist dieser bis zur Sommerpuase doch recht prall gefüllt. Jetzt ist man in Übersee und in 2 Wochen geht es dann schon in Europa weiter, wo in 4 Wochen dann 3 Rennen zu absolvieren sind. Also alles recht schwierig. Die einzige Möglichkeit wäre dann die Sommerpause zu verkürzen und den Test vor Spa durchzuführen. Da ich aber nicht mit einer schnellen Entscheidung rechne, wird das nicht funktionieren.Also heißt es nur abwarten und schauen was passiert.

  2. ml

    Bad Oeynhausen (!) ist tatsächlich lustig. Nur eine Korrektur: das ist keine Autobahn da, sondern normale Landstraße (B30). Die Autobahn (A2) biegt nach Südwesten ab.

Kommentar verfassen