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A Week in Pictures 21/2018

Dinge, die keinen eigenen Absatz rechtfertigen, aber trotzdem erwähnt sein wollen:

  • Ich war anbaden. Im Mai! Es war sehr kalt, aber in der Verklärtheit meiner Erinnerung war es doch nicht so schlimm. Auf jeden Fall tat es gut.
  • Ich bin nicht prüde, aber ich trage gern Badesachen. Und noch lieber diskutiere ich darüber, dass das kein Widerspruch ist.
  • Manchmal bewundere ich Leute, die sonntags in die Kirche gehen. Nicht, weil sie an Science Fiction glauben, sondern weil sie einen Grund haben, sonntags früh aufzustehen und rauszugehen, wenn nur ganz wenige Leute unterwegs sind und die Stadt so angenehm ruhig ist.
  • Ich würde mein Fahrrad verkaufen, aber nicht damit klarkommen, wenn damit jemand verunglückte.
  • Mir ist Eigentum unangenehm, aber ich brauche dringend ein Haus am See.
  • Das Haus am See muss am besten mitten in der Stadt liegen, weil ich mich sonst schnell abgeschnitten fühle.
  • Ich muss nicht weiter darüber nachdenken, weil ich mir eh kein Haus am See leisten kann.
  • In München kostete ein Quadratmeter eines Hauses im Jahr 2016 6.300 Euro. Mein Haus müsste sehr sehr seeeehr klein sein.
  • Ich glaube, eine der denkbar schlechtesten Arte, aufzuwachsen, ist es, wenn „ostmäßig“ erzogen wird, aber in der BRD aufwächst. Man ist bescheiden, uneigennützig und freundlich, aber das interessiert ja den Kapitalismus nicht.
  • Ja ja, es gibt auch Menschen, die im Bürgerkrieg geboren werden, aber Sie wissen, was ich meine.
  • Ich überlege seit Wochen, ob ich mir ein Buch bestelle, traue mich aber nicht, denn das Buch kostet 1 Cent und die Versandkosten 3 Euro.


Links: Feuerprofi André kann binnen Sekunden überall Feuer machen. Selbst 16 Uhr, wenn es noch viel zu warm ist, weshalb sich dann alle beschweren. Aber meine Zeit wird kommen. Spätestens nach dem Atomkrieg, wenn überall nuklearer Winter herrscht, dann werden sie mich brauchen und angekrochen kommen: „André, André, bitte mach uns ein Feuer.“ „Nein!“, werde ich dann sagen, „Erst ab 20 Uhr!“
Okay, ich mache Feuer mit Grillanzünder. Aber trotzdem sehr schnell! Wenn ich irgendwann mal dran denke, dann werde ich mal versuchen, das oldschool zu machen, so wie bei Cast Away. Ich werde mir einen Volleyball aufstellen und dann geht’s los. Das geht bestimmt. Also natürlich geht es! Aber die Frage ist ja, ob ich das hinbekomme.
Rechts: So lässt es sich aufwachen. Wobei man leider nicht sieht, dass auf der Bettdecke zu dieser Zeit bereits viertausend Grad waren und unter ihr wahrscheinlich so fünftausend, auf jeden Fall kurz vor dem Zeitpunkt, da die Haut anfängt, so eklige Blasen zu werfen. Und dabei war es erst 5 Uhr morgens.


Links: Und dann waren nochmal vier Folgen Comedy ohne Karsten. Die erste Folge ist sogar schon online. Comedy OHNE Karsten, ja, wird in der Sendung erklärt.
Gelernt habe ich auch etwas bei Comedy ohne Karsten. Und zwar von Lutz van der Horst. Nämlich, dass Hornissen nirgendwo ein Nest bauen, wo es in der Nähe eine aufgepustete, braune Papiertüte gibt. Dann denkt die Hornisse: „Fuck man! Da sind wir schon!“ und zieht wieder ab. Ich weiß zwar nicht, in welchem Abstand man die braunen, aufgepusteten Papiertüten anbringen muss, aber ich werde es ausprobieren. Hauptsache, man muss jetzt nicht den gesamten Garten damit vollhängen. Weil wenn die Hornisse schon auf so einen simplen Trick hereinfällt, dann würde es mich nicht wundern, wenn sie doof genug wäre, einfach einen Meter weiter zu fliegen und zu denken: „Geil! Hier waren wir noch nicht! *baubaubau*“.
Rechts: Der supererere Markus Barth. Schwieriger Nachname, weiß er sicher selbst, aber dafür ein exquisiter Twitter-Account.
Nicht im Bild: Die große Angst vor der DSGVO, der Datenschutzgrundverordnung. Plötzlich hat Bettinas Backblog Angst, in Grund und Boden verklagt zu werden. Und eigentlich sollte die DSGVO dazu führen, z.B. weniger Sinnlosnewsletter zu bekommen, führte zuallererst aber nur dazu, dass man noch viel mehr Newsletter bekam, weil alle erstmal über ihre neue Datenschutzerklärungen aufklären mussten. Aber wir wollen nicht gleich meckern. Oder vielleicht nur sachlich: Schöner Text übrigens zum Thema hier.


Links: Impressionen von der Hunderunde.
Nicht im Bild: Wie wir fünf Minuten später durch den Wald liefen und die Schäden vom letzten Sturm begutachteten, als es plötzlich ein paar Meter weiter grunzte und sich bei uns sofort der Survival-Modus aktivierte. Rehe kein Problem, Füchse meinetwegen, aber wenn ich auf irgendetwas keinen Bock habe, dann ist es, im Wald mit Hund einem Wildschwein zu begegnen. Erstens weil ich nicht weiß, wie der Hund sich verhält. Dreht er durch und rennt weg? Soll ich ihn überhaupt loslassen? Wie finde ich aber, falls ich überlebe, später den Hund wieder? Soll ich den Hund auf einen Baum hochwerfen? Kann ich 35 Kilo überhaupt einen Baum hochwerfen? Und bleibt er dann auch oben? Oder aktiviert der Hund seinen Kampfmodus? Schafft der Hund ein Wildschwein? Will ich eigentlich, dass der Hund mit einem Wildschwein fightet? Die haben doch gerade alle Kinder! Und ich weiß, wie Muttertiere reagieren, wenn sie ihre Kinder in Gefahr sehen. Ich saß daneben, als ein Kumpel aus dem dritten Stock eine Wasserbombe in einen Kinderwagen geworfen hat. Ich weiß, wie Mütter austicken können! Aber nehmen wir an, wir hätten die Hundefrage geklärt: Was tun dann wir? Ja klar, einen Baum hochklettern. Aber welchen Baum denn? Die haben alle keine erreichbaren Äste? Ich kann doch nicht die ersten acht Meter nach oben springen? Und selbst wenn ich es schaffe: Was dann? Warten, bis das Vieh geht? Geht es überhaupt? Und wenn es geht: Wer sagt mir, dass es nicht nur Verstärkung holt? Oder eine Axt? Dass ich all diese Fragen nicht zufriedenstellend beantworten kann, das wurmt mich maßlos.
Rechts: Im Internet bewege ich mich offenbar wie ein Achtjähriger. Ja, meine Güte, ich gucke halt gern die Youtube-Kiddies. Ironisch natürlich. Und ich rege mich immer maßlos über sie auf. Aber nur, weil ich insgeheim neidisch bin. Und Bibi Blocksberg ist ja mal der Oberhammer. Bis auf diese Lüge mit Boris Blocksberg. Ich warte ja nur drauf, dass irgendwann mal „Der kleine Hexer“ online kommt. Das war die Folge, wo Bibi plötzlich nicht mehr das einzige Kind mit Zauberkräften in der Stadt ist, weil der kleine Italiener Carlo plötzlich am Start ist. Und der ist eigentlich auch viel cooler als Bibi, denn zum Beispiel lässt er es auf dem Marktplatz Chips regnen. Und immer, wenn ich im Bett lag und die Folge gehört habe, habe ich immer extremen Chipshunger bekommen. Aber ich bekam nie Chips. Obwohl sogar der Erzähler welche abbekommen hatte. Mit Paprika und Knoblauch. Chipsregen, wow. Eine Sache, die ich als neuer Oberbürgermeister auch einführen werde.


Spätestens nach dem Lesen dieses Artikels über GNTM fühle ich mich offiziell schuldig. Ja, es stimmt alles. Und man sollte das einfach nicht gucken. Aber irgendwohin muss der überschüssige IQ ja hin. Deshalb nur ganz kurz: Im Prinzip war das Finale todsterbenslangweilig. Viel zu erwartbar, plötzlich fanden alle alles nur noch geil und amazing und am Ende gewann natürlich Toni. Das durfte auch gar nicht anders sein. Obwohl ihr Finalsieg ein kleines bisschen zu offensichtlich geskriptet war. Dass Christina, die selbstverliebte Bitch als Erste rausfliegt, das war klar. Obwohl ich es cool gefunden hätte, sie bis ins Stechen mitzunehmen und sie dann vorm Scherbenhaufen des zweiten Platzes sitzen zu sehen. Aber nein, sie hätte das wahrscheinlich sogar noch cool gefunden, wenigstens Zweite geworden zu sein. Dass aber Pia als zweite rausfliegt, das ging eigentlich gar nicht. Und eigentlich hätte am Ende, wenn man das Finale nimmt, sogar Juliana gewinnen müssen, denn Toni war wirklich nicht gut. Aber wieso schreibe ich überhaupt darüber? Die Tragqueens waren am Coolsten. Obwohl ich mich noch ein bisschen tiefer in den Boden geschämt habe, als dann Diktatorin Heidi die Weißwürste und Brezeln rausholte, damit die Dragqueens mal was „richtig Deutsches“ kriegen. Ach, ach, ach, reden wir nicht mehr drüber. Doch, zwei Dinge noch: Den einzigen Lichtblick am Abend, nämlich Klaudias Rede abzubrechen, war lame. Zweitens: Hoffentlich schafft es Toni, sich schnellstmöglich aus ihrem Knebelvertrag rauszuklagen und dann wird sie halt Model, meinetwegen.


Und dann war ich kurz in Chemnitz. In Chemnitz ist mir ja vor Jahren mal dieses unsägliche Wort aus Hype und Leipzig eingefallen. Das verbindet mich also bis heute mit der Stadt. Zu Ehren meiner Ankunft gebärdete sich die Stadt genau so, wie ich sie in Erinnerung hatte: Niemand war auf den Straßen. Was ist da los? Gibt es in Chemnitz feste Ausgehzeiten? Darf man samstags zwischen 14 und 19 Uhr einfach nicht rausgehen? Chemnitz ist fast wie Dresden. Nur eben leer. Große, ausladende Straßen, viel Osten, weite Wege, aber eben keine Menschen. Okay, die waren natürlich alle am See. Hat Chemnitz einen See? Oder hat Kraftklub irgendwo gespielt? Ich habe im Fernsehen gesehen, dass immer, wenn Kraftklub spielt, ganz Chemnitz da ist. Vielleicht sollte Kraftklub meine Chemnitz-eigene Vorband werden. Auf jeden Fall habe ich mich sehr gefreut, mit Ahne in Chemnitz zu sein. Ahne ist einer der besten Lesebühnenautoren der Welt und wird ewig in meinem Gedächtnis bleiben, weil er die geniale Idee hatte, sich aufzuschreiben, welche Kneipen in welcher Stadt cool sind. Müsste er nur mal weiterführen. Ich wäre sogar bereit, Tipps zu geben. In Frankfurt würde mir zum Beispiel die „Lebensfreude pur“ einfallen. Oder in Würzburg dieser Irish Pub beim Bahnhof. In Hamburg die Mutter. Oder noch besser: Erika’s Eck. In Krakau das Alchemia. Oder in Berlin das Brüsseler Eck. Bitte unbedingt weiterführen, diese Liste!
Nicht im Bild: Wie ich vorher tagsüber dreimal auf ein und demselben Flohmarkt war. Ich kann aber aus Gründen der DSGVO nicht erklären, warum.
Auch nicht im Bild: Wie es noch genau zwei Kapitel sind und dann endlich das verrückte Buch fertig ist. Wie es bis Anfang der Woche noch vier Kapitel waren und ich eigentlich fertig sein wollte, ich dann aber erst noch zwei neue hinzuerfinden musste, weil schon wieder alles keinen Sinn mehr ergab. Und wie das Buch also doch wieder länger wird als geplant, ich aber trotzdem keine Ahnung habe, wie manche Leute einfach mal so 600 Seiten runtertippen können, weil es werden ja nicht mal 500. Auch keine 400. Wobei, wenn wir die Schrift groß genug machen, dann vielleicht sogar 1.000.


Links: Müder Wuschelhund.
Rechts: Es ist schon ein bisschen komisch. Da gewinnt man 6:1 und am Ende freuen sich trotzdem alle nur so halb, weil der ärgste Verfolger gleichzeitig leider auch gewonnen hat und die Entscheidung damit auf den letzten Spieltag verschoben wurde. Auswärts Meister werden ist zwar ein bisschen ungeil, aber immerhin wird man ja trotzdem Meister.


Mitternacht am Hauptbahnhof. Schön.
Nicht im Bild: Wie der feine Herr unbedingt mit dem Taxi nach Hause fahren musste, weil er so war und dann direkt die Bonzenquittung dafür kassierte, indem der Taxifahrer unbedingt talken wollte und dabei übersah, dass man an roten Ampeln und Kreuzungen vielleicht ab und zu mal halten sollte. Zumindest, wenn von links und rechts Autos kommen. Immerhin: Das ABS funktionierte. Was für eine gruselige Fahrt.
Auch nicht im Bild: Wie der Taxifahrer erzählte, dass es nicht wenige Fahrgäste gibt, die per Taxi in andere Städte fahren. Nach Chemnitz kostet es übrigens 170 Euro. Nach Berlin 400, wenn ich mich recht erinnere. Kann ich aber irren, denn zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits die erste Vollbremsung machen müssen und ich konnte dem Gespräch nur noch so halb folgen, weil ich mir nebenbei vor meinem inneren Auge anschauen musste, wie mein Leben an mir vorbeizog. Zum Flughafen kostet es 45 Euro. Nach Dresden weiß ich nicht mehr. Aber machen angeblich wirklich Einige. Meistens aber so Anzugleute.

Was fehlt:

In Kategorie: Allzumenschlich

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