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A Week in Pictures 21/2017

Tschuldigung, sorry und so. Aber man wird ja wohl mal ein paar Tage weg sein dürfen. Außerdem hatte ich das ja so ein bisschen angekündigt. Muss man mir ja nicht gleich erzürnte Mails schreiben. Nein, hat auch niemand. Das war’s dann also. Austauschbar geworden, naja.


Ich hatte ja schon irgendwie im Gefühl, dass nicht alles so reibungslos laufen würde, wie es ursprünglich mal geplant war. Insofern war die SMS, die um 05:30 Uhr kam und besagte, der liebe Fernbus habe anderthalb Stunden Verspätung, durch die das rechtzeitige Erreichen des Flughafens schon ein bisschen fraglich wurde, zwar etwas weniger schockierend, aber nichsdestotrotz natürlich etwas suboptimal. Also doch Auto. Völlig übermüdet nach Berlin, nur um gleich mit dem nächsten Problem konfrontiert zu werden: Wo parkt man für anderthalb Wochen, wenn man nicht vierzig Euro bezahlen will? Antwort: Irgendwo an der S-Bahnstrecke Richtung Flughafen, wobei ich wieder einmal feststellen durfte, dass ich beim Thema Parkverbotsschilder in der Fahrschule anscheinend abwesend war und deshalb die ganze Zeit ein bisschen unsicher war, ob das liebe Auto am Ende überhaupt noch da stehen würde, wo wir es abgestellt hatten. Spoiler: Tat es, zum Glück. Am Flughafen dann das übliche Spiel: André wird bei der Sicherheitskontrolle rausgezogen. Diesmal allerdings nicht allein deshalb, weil er schwarz angezogen war (normalerweise der Standardgrund), sondern weil André sich geweigert hatte, sein Duschgeld in eine Plastiktüte zu packen. Nach wie vor eine der für mich unverständlichsten Regelungen überhaupt, aber was soll’s. Kommentar des Durchsuchungsmannes beim Auspacken des Rucksacks: Schwarz is abba schon ihre Farbe, wa? Leider nicht geantwortet: Schwarz ist gar keine Farbe!
Hat dann aber doch alles geklappt. Pünktlich zum Start wieder unendlich müde geworden und praktisch den ganzen Flug über geschlafen. Keine Ahnung wieso, aber mich überfällt beim Flugzeugstart resp. beim In-den-Zug-setzen immer eine derartige Müdigkeit, dass sich Reiselektüre für mich einfach überhaupt nicht lohnt. Stattdessen sollte ich mein Geld vielleicht einfach mal in ein Nackenkissen investieren. Und schließlich: Ankommen in Dublin mit dieser grandiosen Kulisse.
Nicht im Bild: Die vermutlich nervigsten Fluggäste der Welt in Form eines polnischen Rentnerehepaars. Der Mann total gelassen, die Frau die Ungeduld in Person, die einem ständig am Hacken klebt, ständig rumhummelt und mit solch einem Verhalten nichts Anderes bewirkt, als dass ich dann extra langsam mache, nur damit sie noch genervter und noch hummeliger wird, woraufhin ich noch genervter und noch langsamer werde. Vielleicht hätte ich direkt beim Nobelpreiskomitee anrufen sollen, weil ich soeben ein perpetuum mobile aus Nervosität und Langsamkeit entwickelt hatte. Hab ich aber nicht, denn ich telefoniere nicht gern.
Auch nicht im Bild: Auto abholen (natürlich teurer als gebucht) und wieder merken: Ach ja, die fahren ja auf der linken Spur hier. Und man sitzt rechts. Immerhin: Man schaltet zwar mit links, aber nach demselben Muster wie hier. Trotzdem würde es im Verlauf des Urlaubs noch zirka achtzig mal passieren, dass ich auf der falschen Seite einsteigen wollte. Aber darüber hinaus okay. Zwar hat man am Anfang des Gefühl, man sei noch nie Auto gefahren und irgendwie gewöhnt man sich beim Einbiegen auf eine Straße nie so richtig daran, wohin man jetzt gucken und auf welcher Seite man fahren muss, aber es geht irgendwie. Zum eigentlichen Problem des Autofahrens in Irland dann später mehr.
Ebenfalls nicht im Bild: Ich brauche dringend eine Kreditkarte. Es nervt so hart.
Und wiederum nicht im Bild: Wohin fahren wir jetzt eigentlich? Der „Plan“ war in etwa: Wir fahren da hin, holen uns ein Auto und dann gucken wir mal. Auf jeden Fall so Westküste und so. Man sollte entscheidungsängstliche Menschen einfach nicht zu Entscheidungen zwingen. Also erstmal Richtung Süden und festgestellt: Autobahnfahren ist ein Stück Küchen, unterwegs sieht man hauptsächlich Schafe, Autobahnbrücken speziell für Kühe und, naja, Kühe. Dann: Ausfahrt Kilkenny, weil „da kommt doch das Bier her“ und deshalb erster Stopp in Kilkenney. Fazit: Hübsche Ministadt, Fish & Chips fürs Etappenziel und natürlich ein Kilkenny. Der Campingplatzmann vermutet bereits nach einem einzigen Wort „Hi!“, dass wir Deutsche sind. Jetzt sieht man es also auch schon, na klasse.
Letztlich auch nicht im Bild: Abendliche Diskussionen von höheren Wert („Gibt es eigentlich wildes Gemüse? Gibt es irgendwo einen Wald, in dem Salat wächst? Wo wachsen wilde Möhren?“).


Nicht der südlichste Punkt, aber immerhin ganz weit im Süden: Der Old Head of Kinsale. Eigentlich hieß es, man müsse da irgendwo kurz vorher halten und könne dann zu Fuß bis zur Spitze laufen. Die traurige Realität des Spätkapitalismus‘: Die Spitze ist „members & guests only“, weil sie aus einem Golfplatz besteht. Naja, hipsterige Stimmungsbilder kann man auch von der Fast-Spitze aus machen.
Nicht im Bild: Die Frage, warum Rentner immer in Hafenstädten abhängen. Das süßeste Getränk der Welt und das eigentliche Problem des Autofahrens in Irland: Die Straßen sind einfach nicht für Autos, sondern vermutlich ausschließlich für Fahrräder konzipiert worden. Anders kann man sich kaum erklären, warum es dauernd, gerade an den Küstenstraßen, so unendlich eng wird. Immerhin habe ich sofort verstanden, warum es auf der ganzen Insel zwar andauernd Blitzerwarnschilder, aber keinen einzigen Blitzer gibt: Weil man selbst auf den verschwurbelsten Straßen noch 100 km/h fahren darf, was, wenn man es täte, den sicheren Tod durch Klippe-Runterfahren bedeuten würde. Cleveres Konzept.
Auch nicht im Bild: Die Feststellung, des unglaublich dumm war, kein Navi zu buchen, aber gleichzeitig unglaubliches Glück, dass es im Auto ein fest eingebautes Navi gab, dass die netten Vermietungsleute freundlicherweise nicht rausgerissen haben, obwohl wir es nicht gebucht hatten. Problem war bloß, dass sie Navifrau sich relativ ungern an die Einstellungen, die man ins Navi eingab, hielt und zum Beispiel einfach mal ingnorierte, wenn man „Keine Mautstraßen“ einstellte. Überhaupt musste ich wieder einmal feststellen: Maut ist doch kacke. Ich will damit gar keine Armuts- oder Exklusionsdiskussion starten. Mein credo ist überhaupt nicht „Niemand soll arm sein“, sondern vielmehr „Alle sollen Luxus haben“. Das heißt also Geld für Maut für alle! Oder halt keine Maut. Es nervt ja schon, wenn 20 Kilometer 1,90 Euro kosten. Aber dann muss man das auch noch passend zahlen. Oder mit Kreditkarte. Und wenn man beides nicht hat, dann ist man hoffentlich so stark, dass man das eigene Auto einfach über die Schranke heben kann, denn Personal gibt’s an den Mautstellen eh nur in Dublin. Und da kostet die Maut für diesen Supertunnel Richtung Flughafen zwischen 13 und 16 Uhr mal direkt 10 Euro. Alles klar.


Etwa hier muss es die Planänderung gegeben haben. Denn wenn man nicht dauerhaft im Auto sitzen und zugegeben, unheimlich schöne, verschnörkelte Küstenstraßen entlangfahren, sondern vielleicht auch mal etwas „sehen“ will, dann reicht eine Woche für die Westküste nie im Leben. Also Halt in Glengarriff, weil da gibt es Robben. Und Robben sind gut. Ich finde, es ist ein vollkommen legitimer Grund, irgendwo Halt zu machen, wo man Robben sehen kann. Oder Wale. Spoiler: Keine Wale gesehen. Schon wieder nicht. Der Ort aber ganz süß. Ein bisschen wenig Menschen vielleicht, was aber auch mal okay ist.
Makaberer Fakt zwischendurch: Wie im Radio angesagt wurde, Ariana Grande würde übermorgen in Dublin spielen und just am selben Abend erfährt man, dass sich in Manchester dieser Typ nach dem Ariana-Grande-Konzert gesprengt hat. Vielleicht deshalb gab der Mann vom indischen Imbiss, indem wir die einzigen Gäste waren, noch eine Runde viel zu süßes Brot aufs Haus aus.
Nicht im Bild: Die vermutlich krasseste Passstraße der Welt (aber der anderen vermutlich krassesten Passstraße der Welt, die immer als solche beworben wird, waren wir nicht) inkl. Schafe, die aus der Weide ausbrechen und auf die Straße rennen, Tunnel in achttausend Metern Höhe (vielleicht waren es etwas weniger) und ein Ausflug nach Kenmare. Noch schönere kleine Stadt mit den vermutlich besten Curry-Cheese-Chips der Welt. Ja, diese Superlative sind Pflicht in Irland, immerhin hängt dort praktisch an jedem Geschäft irgendeine Plakate für irgendeinen Award, dass das Geschäft schon gewonnen hat. Es gibt also entweder viel zu viele Awards in Irland, sodass jedes Geschäft einen abkriegt, oder die Geschäfte in Irland sind einfach alle unheimlich krass. Wahrscheinlich stimmt Letzteres.
Auch nicht im Bild: Der zum Robbengucken gehörende Stopp auf der Rentnerinsel, d.h. einer Insel, auf der es ausschließlich hübsche Blumen zu sehen gibt, was Rentner magisch anzieht. Blumen und Dinge, die kostenlos sind, das sind eigentlich genau die beiden Dinge, die Rentner haben wollen. Da stellen sie sich an. Und sie stellen sich natürlich auch dort an, wo einfach schon viele Leute anstehen. Egal, ob sie sehen, wofür eigentlich angestanden wird. Manchmal wird vermutlich auch für gar nichts angestanden, aber man stellt sich halt erstmal an, sonst war da nachher doch etwas und dann hat man sich nicht angestellt, verpasst es und ärgert sich dann.
Und sowieso nicht mit im Bild: Wie wir fast einen suizidalen Hund überfuhren, zum Glück aber noch bremsen konnten, nur um wenig später für eine Kuh bremsen zu müssen, gegen die wir vermutlich verloren hätten.


Schafe gibt es wirklich überall auf der Insel. Eigentlich wollten wir zwei davon stehlen, weil wir keine Kissen dabei hatten, aber das stellt man sich leichter vor, als es im Endeffekt ist. Diese hier waren einfach nur kamerageil und rannten immer sofort weg, wenn man sie mitnehmen wollte. Ich mochte das schwarze da rechts ja sehr.
Nicht im Bild: Diese verrückten irischen Mücken, vor denen mich ruhig mal jemand hätte warnen können. Kommen immer erst abends, dann jedoch in Schwärmen zu achttausend Stück, sehen harmlos aus wie Fruchtfliegen, lassen sich aber partout nicht ermorden, weil sie so verdammt schnell sind. Und dann beißen die zu, es entstehen so ganz niedliche, kleine rote Punkte auf der Haut. Solche Punkte, die man sich gern abends beim Rumsitzen zeigt und sagt: „Ach guck, in Irland machen die Mücken nur so ganz niedliche Stiche, hihihi!“. Und dann schwellen diese Minipunkte plötzlich an, vermehren sich sogar irgendwie und dann jucken die tagelang, bis man fast wahnsinnig wird und eine dieser total verschwurbelten Passstraßen hinunterfahren will, einfach nur, um den Juckreiz loszuwerden. Und dann kratzt man, obwohl man natürlich weiß, dass das alles nur schlimmer macht und schon hat man an jedem Bein über 50 Stiche (ich hab gezählt!) und sieht dank des Kratzens aus wie ein 1-A-Crystal-Konsument vom Leipziger Hauptbahnhof. Grr!
Auch nicht im Bild. Aus Versehen Zeche prellen im Café, weil man einfach felsenfest davon ausgeht, dass bereits bezahlt worden ist. Und so bringt man auch noch fröhlich die Tassen vor, die Caféfrau sagt artig danke und dann geht man einfach, ohne etwas bezahlt zu haben. Wahrscheinlich bin ich in Irland längst ein gesuchter Krimineller. Falls du also mitliest, liebe Caféfrau: Es tut mir sehr leid. Das war wirklich keine Absicht. Ja, vielleicht haben wir auf dem Rückweg absichtlich versucht, dein Café zu umgehen. Aber das war nicht, weil wir nicht bezahlen wollten, sondern weil wir uns so schämten. Sorry, sorry, sorry. Aber die heiße Schokolade mit den Marshmallows war super!


Und dann waren wir auf Dursey Island. Man kommt auf die Insel ausschließlich über eine Seilbahn, angeblich die einzige Seilbahn in Europa, die über das Meer führt. Ihr Wikipedia-Artikel ist sehr vertrauenserweckend: „Deutsche TÜV-Kriterien erfüllt die in die Jahre gekommene Anlage wohl nicht, sie wird jedoch jährlich von der zuständigen Versicherung überprüft. Im April 2009, nach 40-jähriger Betriebsdauer, waren die Seile so abgenutzt, dass die Bahn für zwei Monate stillgelegt werden musste, um die Seile komplett auszutauschen. Gleichzeitig wurde eine neue Kabine eingesetzt, die in der Form der alten ähnelt. In der Kabine dienen ein Fläschchen Weihwasser und ein Aushang von Psalm 91 der Beruhigung ängstlicher Fahrgäste.“ In Echt jedoch ist es überhaupt nicht schlimm. Das einzig Enttäuschende an der Seilbahnfahrt war, dass es nirgendwo das Weihwasser und den Bibelaushang gab. Glatte Lüge! Und man hätte uns ruhig mal vorher sagen können, dass die Insel ganz schön groß ist und man bis zu ihrem Ende bestimmt zwei/zweieinhalb Stunden läuft. Oder dass die Seilbahn zwischen 11 und 14:30 Uhr Mittagspause macht, wäre auch eine nette Info gewesen. Naja, aber schön ist die Insel schon. Auch wenn ich mich immer wieder fragen musste, was die paar Leute, die dort wirklich wohnen, eigentlich arbeiten. Man kommt doch kaum weg von dort. Und selbst, wenn man Vorrang in der Seilbahn hat, dauert es noch locker zwanzig Minuten, ehe man die Passstraße hinauf zum nächsten Ort gefahren ist. Wie die Leute ihre Autos, die sie auf der Insel haben, in die Seilbahn bekommen haben, werde ich sowieso nie verstehen. Wahrscheinlich sind es Amphibienfahrzeuge und die Leute arbeiten alle als Webdesigner. Oder Werbetexter. Oder sie arbeiten gar nicht. Beziehungsweise als Inselgarnitur. Ja, wahrscheinlich ist es das.
Nicht im Bild: Die wahrscheinlich besten Taco-Chips der Welt, sprich Pommes mit Tacosoße, sprich quasi Bolognesesoße, wobei die Imbissfrau eine der cleversten Frauen überhaupt war, denn sie hatte die optimale Schichtung der Einzelteile des Essens perfektioniert: Pommes, Käse, Soße. Man schaut drauf und denkt sich: Joa, ganz geil, aber kein Käse? Dann nimmt man sich Pommes und bam! Käse! Zerlaufener Käse, weil von unten warm durch die Pommes, von oben warm wegen der Soße. Hut ab, Imbissfrau, Hut ab!


Oben: Das mache ich mit euren Steinstapeln, wenn ihr längst wieder abgereist seid. Was soll dieser Quatsch eigentlich? Das habe ich schon auf Teneriffa nicht verstanden. Warum stapeln die ganzen Hippies immer Steine? Beruhigt das irgendwie? Soll das irgendwas von wegen Einklang mit der Natur darstellen oder häh? Überall, wo nicht Stadt ist, fühlen sich Leute plötzlich dazu berufen, solche Stapel aufzustellen. Warum? Und nein, ich habe früher nicht die Sandburgen der anderen Kinder kaputtgemacht. Ich habe sie gar nicht beachtet. Außerdem war ich eher ein Freund des Grabens. Ich hab einfach immer nur Gegraben, vorzugsweise direkt am Zaun des Kindergartens oder der Schule.
Unten: Noch immer kein Regen. Obwohl alle meinten „Haha! Irland! Na viel Spaß im Regen!“. Aber windig war’s immerhin. Und endlich gab’s auch den ersten Sonnenbrand.


Cliffs of Moher, dies das. Ja, richtig entlang gelaufen. Ja, den kompletten Weg. Den wirklich kompletten Weg. Von Doolin bis zu diesem weirden Besucherzentrum, von dort bis nach ganz unten und dann auch noch bis nach Liscannor. Und, wenn ich einen Tipp geben darf: Niemals von Süden nach Norden, sondern immer von Norden nach Süden die Klippen entlang gehen. Viel bessere Kulisse. Denn es geht erst so ganz allmählich los und man denkt sich: „Whaaaaaat?“ und dann werden die Klippen doch noch höher und man denkt: „Whaat Whaaaaat?“, nur um dann plötzlich ÜBELST hoch zu sein und man denkt sich: „Fuck, hier ist das dämliche Besucherzentrum und diese achttausend Touristen nerven härtestens!“, doch dann geht man weiter, die Touristen werden wieder weniger und man denkt sich: „Fuck, hier sind schon wieder diese Steinstapel!!“ und dann sieht man noch einmal alle Buchten und Klippen hintereinander, so wie man sie, von Süden kommend, gleich ganz am Anfang gesehen hätte.
Nicht im Bild: Hörbuchhören beim Autofahren Teil 2: Der Tastenficker. Auch sehr schön. Vielleicht nicht ganz so pointiert, aber trotzdem lustig. Und auch so ein bisschen alltagsweise. Das mag ich ja. Leider nicht fertig geworden.
Auch nicht im Bild: Karte und Gebiet-Vorlesen. Allerdings auch nicht fertig geworden. Aber kommt noch. Immer noch ein so gutes Buch. Lesen Sie es, wenn Sie es noch nicht getan haben. Allein für solche Passagen wie jene über die perfekten Produkte. Besaßen Sie jemals ein Produkt, das so perfekt war, dass Sie am besten direkt hätten noch fünf als Reserve kaufen sollen? Es aber natürlich nicht getan haben, woraufhin dann die Produktion eingestellt wurde und jetzt gibt es nur noch halbgaren Schrott? Ich zum Beispiel hatte ja einmal den perfekten Rucksack. Okay, er war nicht schwarz, aber den hätte ich schon gefärbt bekommen. Aber darüber hinaus: Perfekt. Für mich absolut perfekt. Genug Platz, aber nicht klobig, Pizza- aka Laptopfach, bequem, extrem widerstandsfähig und garantiert nicht mainstream (ist mir eigentlich egal, aber sobald ich täglich dreimal meinen Rucksack sehe, nervt es mich dann doch). Und naja, was soll ich sagen? Gibt’s nicht mehr. Gab’s noch eine ganze Weile, aber da hielt meiner ja noch. Als dann doch irgendwann das Futter des linken Tragegurts aufging, weil in einer Kneipe irgend so ein dreckiger Ersti seinen dreckigen Fahrradschlüssel da langratschen lassen musste, naja, da gab es ihn dann natürlich nicht mehr. Oder die perfekte Hose, die ich mal hatte. Bei der ich das auch sofort merkte und mir direkt drei weitere bestellte. Die dann aber _alle_, jede für sich, anders als die anderen waren. Wtf? Seither meide ich diese Marke. Ich meide ja auch Menschen, die so sind.
Auch nicht im Bild: Der Typ, der einfach mal direkt an den Klippen im Schlafsack lag und versuchte, bei Windstärke 8.000, zu schlafen.
Leider nicht im Bild: Der coole Busfahrer auf dem Rückweg, der noch mehr Schimpfwörter benutzt, als ich.
Leider ebenfalls nicht im Bild: Der typografisch am ungünstigsten gestaltete Flyer der Welt (Stichwort: Absätze!), nämlich der eines Streichelzoos. Attraktionen:
– Donkeys
– Sheep
– A family of vietnamese (WAAAAS?)
pot-bellied pigs


Fast der letzte Halt, irgendwo auf halber Strecke zwischen Galway und Dublin. Immerhin mit spitzenmäßigem Sonnenuntergangssee (das weitaus bessere Foto gibt’s hier), dafür aber auch mit Regen und der Erkenntnis: Wenn auf einem eigentlich ziemlich guten Stück des Platzes noch kein Zelt steht, obwohl es eigentlich ziemlich voll ist, dann liegt das vielleicht daran, dass bei Einbruch der Dunkelheit ein übelster Baustrahler angeht, der das nun heldenhaft darunter aufgebaute Zelt taghell erscheinen lässt.
Nicht im Bild: Galway. Minidublin. Am Hafen sitzen und Bier trinken. Sonntags zu Tesco. Mal wieder Mautstrecke, grr! Regen in der Nacht. Und grad noch rechtzeitig Shepherd’s Pie gegessen.

Was fehlt:

  • Das „Was fehlt“. So ist das halt, wenn man kaum Internet hat. Aber ein bisschen was gab’s natürlich doch.
  • Eisenbahnstraße ist vorbei. Kotti ist wieder da!
  • Was ist denn hier los? Supertyp Sebastian 23 bei Nichtsosupertyp Markus Lanz! Und das Experiment zeigt: So ein Auftritt beschert einem schon mal Platz 1 bei Amazon. Schmerzensgeld.
  • Und sapperlot! Einen Tag später ist Supertyp Michel Abdollahi in derselben Sendung?
    Da macht der Agent wohl gute Arbeit.
  • Als Frau muss man sich mittlerweile bedingungslos und andauernd selbst lieben. Dass das nervt, schreibt endlich mal jemand auf.
  • Jetzt geht der Hypezig-Mist also wieder los. Einmal Brechen zum Mitnehmen, bitte. Meine Güte, ist Leipzig „geil“. Ich kann’s kaum fassen, ich bin kurz davor, ein Onlinemagazin zu gründen. Nönö, hier ist alles super erschwinglich, wenn Mutti eine Kanzlei hat und Vati im Porsche-Vorstand sitzt. Und dass es so ein bisschen teurer wird, ist doch normal. Ich kenne ja die entmieteten Leute aus meiner Wohnung nicht persönlich. Stadtvillen in Connewitz sind auch sexy. Ich überlege fast, mir ein Zweitloft am Kanal zu kaufen, solang die Preise noch sechsstellig sind. Weißweinschorle, Spiegelreflex, Vintageflohmarkt, Cupcakeladen, Cold Brew Kaffee. Ach was, das ist keine Werbung, das ist endorsement. Pfui. Alle.
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