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A Week in Pictures 20/2018

Letztens bekam ich ein Paket, was mich sehr wunderte, weil ich gar nichts bestellt hatte. Und wenn mir jemand etwas von meinem Wunschzettel bestellt (zwinker, zwinker), dann kommt das ja eh zur Packstation. Kommt ein Paket bei mir zu Hause an, dann muss es sich also zwangsläufig um eine Briefbombe oder irgendetwas von irgendjemandem handeln, der/die mich kennt. Long story short: Das Paket kam von der Steuerberatung. Bei denen ist das so ein Mittelding. Die kennen mich eigentlich nicht, aber haben trotzdem meine Adresse. Und es war eigentlich auch kein richtiges Paket, sondern nur der Ordner mit den Belegen des letzten Jahres. Allerdings, und jetzt kommt das Krasse: Befand sich der Ordner in einem Paket, das extra für Ordner konzipiert wurde. Wie geil ist das denn? Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt. Sorry, wenn Sie das jetzt nicht krass finden, aber ich stehe halt auf Büromaterialen und solches Zeug. Mich kriegt das total. Ich bin sowieso schon immer neidisch auf Leute, die in einem Büro arbeiten. Weil die immer die krassesten Büromaterialien haben und sich auch überhaupt keine Gedanken machen müssen, wenn mal was alle ist. Was die bei der Steuerberatung für geiles Zeug benutzen, es ist unfassbar. Angeschrägte Trennstreifen aus Pappe, „Lochverstärkungsringe“, damit das gelocherte Loch im Blatt stabil bleibt und nicht ausfranst, Textmarker in GRAU (!!!!) oder so Stempel, mit denen man GEBUCHT! stempeln kann. Den ganzen geilen Büroscheiß haben die. Ich bin sowas von neidisch. Und ich freue mich so sehr auf unseren Besuch bei Staples in den USA. Ein halber Koffer gehört mir. Also bringe ich einen halben Koffer voll Schreibwaren mit zurück. Es wird so cool.


Links: Never not grindin‘, wie mein Idol Bonez MC immer in seinen Instagram-Stories sagt. Irgendwann zu dieser Zeit muss es auch gewesen sein, als ich erfuhr, dass der Trailer zu Til Schweigers Klassentreffen-Film erschienen war. Und ich sage mal so: Der Drang, mir danach mit einer Gabel in die Augen zu stechen, war sehr sehr groß. Meine Güte, wie grauenhaft schlecht. Ob es in dem Film auch noch um etwas Anderes geht als um schlechte Peniswitze und Mittfünfzigermänner, die sich unbedingt von jungen Mädchen bestätigen lassen müssen, dass sie doch noch nicht so ganz Rentner sind? Und dafür musste mein Film sterben? Das Schlimmste aber ist: Natürlich wird der Film erfolgreich. Wenn es wenigstens so wäre, dass niemand hingehen würde. Aber es trifft ja den Geschmack. Für mich aber wirkt es so, wie bspw. bei Roter Beete oder Brokkoli. Anscheinend bin das Problem halt wirklich nur ich. Denn nur mir ist klar, dass Rote Beete und Brokkoli das wirklich Allerletzte sind. Okay okay, natürlich gibt es da noch andere Leute, die das glücklicherweise genau so sehen. Oder wenigstens nachvollziehen können. Aber das ist so eine winzig kleine Gruppe, quasi wie die Guten bei Maze Runner. Bitte entschuldigen Sie, dass ich ausgerechnet Maze Runner als Beispiel anführe, wo der Film an sich doch auch nicht gerade vor Qualität sprüht. Ich bin einfach ein Fan von young adult fiction. Und manchmal brauche ich einfach so etwas Seichtes, um meinen Kopf zu entspannen. Wobei das auch ein super Argument für Til Schweigers Klassentreffen-Film wäre. Wahrscheinlich gehen die Leute dort auch alle hin, um ihre Köpfe zu entspannen. Oh Gott, genau so wird es sein. Ich hasse mich.
Rechts: Der Kafka-Nachfolger und damit neue Neues-Schauspiel-Hund Puschkin. Meine Güte, ist der süß.
Nicht im Bild: Das Treffen. Ab jetzt wird alles anders. Schwöre.


Links: Da es den öffentlich-rechtlichen Sendern aus unerfindlichen Gründen angeblich nicht erlaubt ist, warmes Essen bereitzustellen (fragen Sie nicht), nimmt es die Crew einfach selbst in die Hand. Es gibt: Fleisch mit Fleisch an Fleisch. Direkt aus Thüringen!
Nicht im Bild: Wie wir gerade die fünfte Staffel Comedy mit Karsten aufzeichnen, oder Comedy ohne Karsten besser gesagt. Aber zu der causa dann mehr in der Sendung selbst. Krass, dass es schon fünf Staffeln sind. Und ich dachte schon nach der ersten, dass mir nichts mehr einfallen würde. Sehr nette Gäste und Gästinnen haben wir jedenfalls. Und mit „In aller Feindschaft“ die vermutlich besten Einspieler ever.
Rechts: Ach naja, so nervig ist es ja gar nicht. Aber es ist nur auffällig, wie bei jeder neuen Funktion erstmal _alle Welt_ eben jene Funktion ausprobieren muss, auch wenn es gar keinen Anlass dazu gibt. Ich verhalte mich da seit jeher anders. Ich bin erstmal dagegen und dann, wenn sich der Trubel wieder gelegt hat, springe ich auf den Zug auf und blicke herab auf all jene, die noch nicht mitmachen. So hab ich das beim Smartphone gemacht, so mache ich das auch bei den Schiebereglern. Nur was Politik angeht, ist das vielleicht ein wenig anders. Man könnte sagen, ich habe lange Zeit auf den Zug gewartet, aber er kam einfach nie. Deshalb bin ich dann einfach schonmal vor gegangen, in der Hoffnung, dann aufspringen zu können, wenn der Zug endlich käme. Aber er kam einfach nicht. Und deshalb zweifle ich mittlerweile an Zügen (also rein metaphorisch, in echt finde ich Züge übelst cool!) und glaube, dass ein anderes Fortbewegungsmittel vermutlich die bessere Wahl ist. Nur leider weiß ich selbst nicht so genau, welches das sein soll. Flugzeug? Fahrrad? Auto? Aber die Zuglobby ist halt auch ziemlich stark und deshalb wird man meist ziemlich weird angesehen, wenn man Züge komplett kritisiert und etwas sagt wie „Züge waren mal das probate Mittel, aber warum sollte das heißen, dass nicht etwas Anderes besser wäre, wenn doch die Probleme des Zuges an sich immer offenbarer werden“, statt einfach zu sagen: „Naja, die sind beim Anfahren schon ein wenig träge, da müsste man mal was ändern, aber ansonsten …“ Wow, das war ganz schön meta. Haben sich vier Semester Philosophie also doch gelohnt.
Auch nicht im Bild: „Ja doch, ja, lass uns unbedingt mal treffen. Mitte Juli hätte ich Zeit (so zwanzig Minuten, aber wahrscheinlich sage ich eh zwei Stunden vorher ab).“


Links: Und dann war Lesebühne. Die letzte vor der Sommerpause. Ja ja, im Mai in die Sommerpause zu gehen, ist vielleicht ein wenig früh, aber es hat einfach keinen Zweck, während der WM irgendetwas zu veranstalten, was nicht das Ausstrahlen von Fußballspielen und das Ausschenken von Bier beinhaltet. Glauben Sie mir, alles schon ausprobiert. Und jedes Mal kommt auch jemand, der/die sagt: „Ach was, soooo viele Leute gucken gar kein Fußball.“ Und dann vor zwei Leuten sitzen, von denen eine Person das Spiel dann nebenbei auf dem Handy guckt. Das bringt einfach nichts. Schon das WGT zieht Leute. Aber davon ab: Wie immer sehr schön. Ganz besonders, weil es im Backstage diesmal Jumpys gab und ich sie fast komplett allein gegessen habe. Wenn es dann im Herbst wieder kälter wird, dann bringe ich mir wieder Fertiggerichte mit.
À propos WGT: Ja, das ist ja gerade. Oder wie meine Oma einmal so schön sagte: „Jetzt machen die bei euch wieder ihre Magie.“ Das wirklich Einzige, das mich am WGT stört, ist, dass die Lokalmedien vier, fünf Tage lang nichts Besseres zu tun haben scheinen, als semipornografische Fotos von Gothics zu posten oder O-Töne von Rentner*innen zu sammeln, die dann immer Dinge sagen wie: „Also die seh’n ja alle furschtbar aus. Aber nett sind’se och alle! Nee, wir hamm keene Probleme mit denen! Solang die ihren Müll mitnehmen und keen Grach machen, is‘ das doch schön. Sinn‘ ja auch ä baar Äldere dabei, nisch alles nur junge Leude. Nee, gans friedlisch sinn die alle.“ Außerdem auffällig: Wie irgendwie alle Menschen ihre Wohnungen übers WGT vermieten (und das alle natürlich brav beim Finanzamt versteuern, weil sie sonst den Wohnungsmarkt kaputtmachen) und ich die einzig übrig gebliebene Person hier bin, weil ich in Ruhe schreiben wollte. Und wie es dann dauernd klingelt, weil irgendeinem Gothic Haarspray fehlt, ich aber nur Wachs habe. Und wie ich dann, wenn ich zum achten Mal aus meiner Konzentration gerissen wurde, beschließe, mir etwas zu essen zu holen und dann selbst der Asiamann und die Asiafrau geschlossen haben, weil sie vermutlich ihren Laden übers Wochenende ebenfalls vermietet haben. Es ist alles nicht so einfach.
Rechts: Aber es wird. Es muss ja. Ich glaube, es ergibt schon längst alles keinen Sinn mehr, aber das sehen wir, wenn ich es dann noch einmal komplett lese.


Links: Als zukünftiger Oberbürgermeister der Stadt Leipzig ist es mir wichtig, mit allen Akteur*innen der Stadt ins Gespräch zu kommen. Aber vorher erstmal zu Penny. Mein 10-Punkte-Sofortplan steht bereits, jetzt geht es daran, weitere Punkte zu formulieren. Zum Beispiel verfüge ich, dass jedes Auto, dass „mal kurz“ auf dem Fahrradweg parkt, gerammt werden muss. Mindestsachschaden: 5.000 Euro. Sollte das Auto indes weniger wert sein, so muss es eben komplett zerstört werden. Spaß, liebe Menschen, Spaß. Aber das Problem ist natürlich da und muss angegangen werden. Interessant fand ich die Initiative, auf die mich ein Bürger aus Berlin hingewiesen hat. Dort hat in Kreuzberg eine Gruppe einen rechtlichen Leitfaden erstellt, wie man mit solch „falschparkenden“ Autos umgeht, das heißt, wie man sie schnellstmöglich abschleppen lassen kann, ohne dass sich die Polizei dem widersetzen kann. Klingt gut, aber ich befürchte, man könnte da manchmal arge Probleme bekommen, vor allem, wenn man beim betroffenen Auto warten soll, bis die Polizei vor Ort ist. Und sicher trifft man da auf den ein oder anderen Atzen, der das nicht so witzig findet. Beziehungsweise auf irgendwelche Almans, die es sowieso auf Fahrradfahrer*innen abgesehen haben. Ich bin gespannt, was in dieser Hinsicht das Dashcam-Urteil bringen wird. Auch wichtig: Im Zoo ist schon wieder ein Tapir geboren worden und ich ahne, dass er auch diesmal wieder nicht Mirko heißen wird. Das muss sich endlich ändern. Diese Absurdität, dass ausgerechnet ein Zoo von artgerechter Haltung spricht und damit versucht, zu legitimieren, den Tapirbabies Namen zu geben, die nicht nach Tapir, sondern eher nach einem Nissan-Automodell klingen, muss endlich ein Ende haben.
Rechts: Auch als angehender OBM muss man sich ab und zu eine kleine Auszeit gönnen. Zum Beispiel mit Cobra Kai, dem großartigen Karate-Kid-Spinnoff. Es ist wirklich großartig. Okay, am Ende vielleicht doch ein bisschen zu viel Referenz auf den Film, aber die Idee an sich und die ersten Folgen, Wahnsinn! Ein Mann, dessen Niederlage gegen Daniel Larusso beim All Valley Karate-Turnier, sein ganzes restliches Leben aus der Bahn geworfen hat und der erst seine Bestimmung wieder findet, als er das Cobra Kai-Dojo wieder auferstehen lässt. Ein vom Zufall gebauchpinselter, in Saus und Braus lebender Turniersieger namens Daniel, der erst durch das Wiederauftauchen des Cobra Kai darauf aufmerksam wird, dass er in einer Scheinwelt lebt. Großartig! Und wie beide auf ihre Art und Weise dann geläutert werden. Und es beiden wieder entgleitet, weil die Welt nun einmal schlecht ist. Ach, ich gerate ins Schwärmen. Und jetzt wieder ein dreiviertel Jahr lang warten auf Staffel zwei, meine Güte.

Was fehlt:

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