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A Week in Pictures 18/2017

Ich glaube, ich habe die Schlafkrankheit. Oder diese Krankheit des Mannes aus Karte und Gebiet: „Er hat eine sehr seltene Krankheit – eine Demeleumaiose oder wie immer das heißt. Er leidet überhaupt nicht, sondern ist nur ständig erschöpft und schläft alle paar Minuten ein, selbst beim Essen. Wenn er spazieren geht, setzt er sich nach wenigen Metern auf eine Bank und nickt ein. Er schläft jeden Tag ein bisschen mehr, und irgendwann wacht er dann gar nicht mehr auf. Es gibt Menschen, die haben bis zum letzten Moment Glück.“
Auf jeden Fall könnte ich gerade den ganzen Tag lang schlafen. Liegt bestimmt am Wetter. Viel zu gutes Wetter, da schaltet mein Körper einfach ab. Aber beschweren wir uns nicht übers Wetter, sonst klingt man direkt wie so ein Landwirt. Die haben auch entweder gerade zu viel Regen oder zu wenig, es ist zu heiß oder zu kalt, auf jeden Fall ist es nie richtig. Vielleicht bin ich ja so ein innerer Landwirt.


Oben: Wir zeichnen wieder auf! Comedy mit Karsten und so. Und ich hab’s geschrieben. Mal gucken, wie es wird. Ich bin ja immer noch ein bisschen verliebt in die „Comedia con Carlos“-Folge. Dienstag und Mittwoch bzw. die Woche drauf Montag und Dienstag kann man ab 18:30 im Neuen Schauspiel das Ganze live angucken. Also nicht mehr im Saal, weil da ist es längst ausverkauft, aber dafür nebenan an der Bar via Leinwand (eh der coolere Platz). Pro Tag drehen wir zwei Folgen à 45 Minuten. Mit dabei sind zum Beispiel Anna Mateur, Sebastian 23, FIL, Felix Lobrecht, Torsten Sträter und Bodo Wartke. Und natürlich noch mehr, aber die fallen mir jetzt gerade nicht ein.
Unten: So wenige Leute braucht man, um fünf Folgen [sla(m]dr) aufzuzeichnen. Am kommenden Mittwochabend/Donnerstagfrüh um 00:20 Uhr läuft übrigens die letzte Folge, d.h. das große Finale mit den Gewinner*innen der bisherigen Ausgaben. Und damit Sie wissen, wer das ist, gibt’s hier nochmal Folge 1, Folge 2, Folge 3 und Folge 4 zum Nachgucken. Leider trägt das Publikum im Saal nicht so konsequent schwarz wie die Crew.
Nicht im Bild: Endlich endlich endlich mal Stoner fertig gelesen. Hat mich einfach nie so gekriegt wie Die Kunst des Feldspiels, obwohl beides immer in einem Zug genannt wird. Ich weiß gar nicht, wieso. Stoner ist in der Mitte großartig, den Anfang fand ich dann aber doch zu langweilig und das Ende viel zu seicht. Und jetzt endlich mal: Bonjour Tristesse.


Theater Titanick encore – Alice on the run, um genau zu sein. Hatte ich letzten Sommer schon gesehen, allerdings noch ohne das Ende und dafür aber wie dieser Nazi-Fightnight nebenan, weshalb damals alle so ein bisschen angespannt waren auf dem Heimweg. Wenn Sie die Möglichkeit haben: Hingehen, es lohnt sich. Sehr sehr liebevoll gemacht und viele schöne Ideen.
Nicht im Bild: Die neue Bravo, fünf Zentimeter Kasslerbraten. Die Kälte.
Auch nicht im Bild: Ein Hochbeet bauen. Ich dachte, das könnte ich gar nicht. Kann ich genau genommen auch nicht, aber ich kann nach Anleitung einfach das tun, was man mir sagt und dann ist da irgendwann halt ein Hochbeet. Alles, was man tun muss, ist, ganz viele Steine heranzuschleppen, sie aufeinanderzupacken, bis sie so eine Beetform ergeben, dann Äste rein, Laub, Kompost und anschließend Erde drauf, zack, fertig, Hochbeet. Und aufgerissene Stellen an Daumen und Hacken gibt’s gratis dazu!
Ebenfalls nicht im Bild: Globus kann alles, außer Mettbrötchen. Das Bangen, ob nicht irgendwann doch die Feuerwehr kommt, weil man vermutlich nur ganz schwer übersehen, dass wir das komplette Feld eingeräuchert haben. Der Hund, der immer zwei Zigarettenlängen sein Ding macht.
Und auch nicht im Bild: Endlich mal Philadelphia geguckt. Lohnt sich. Hier und da hätte ich es mir etwas anders gewünscht, aber trotzdem ein sehr guter Film.


Schön, wenn man gerade total viel am Skript geändert hat und dann das passiert. So macht das Spaß.
Nicht im Bild: Wie ich mir kurz zuvor mit einem Skalpell in den Finger schnitt und anschließend das Bad vollblutete, weil sich das so lustig aufklappen ließ. Wie ich überlegte, ob man damit jetzt zum Arzt müsse und dann erstmal per Whatsapp rumfragte. Wie ich es dann ließ und das wohl glücklicherweise die richtige Entscheidung war. Und wie ich festgestellt habe, dass meine komplette linke Körperseite jetzt wohl endgültig hinüber ist. Gesprengtes Schultereckgelenk, Fingerkuppe ab, das Blut unterm Zehnagel ist noch immer nicht rausgewachsen und dann auch noch ein Blitz auf dem Unterarm. Bin gespannt, was ich mir als nächstes antue. Fest steht, dass ich irgendwie seit letztem Jahr ein bisschen Pech hab. Vielleicht, weil da etwas ausgeglichen werden muss.
Auf jeden Fall habe ich mir jetzt vorgenommen, alles nur noch ganz bewusst zu machen. Vielleicht hilft das ja. Vielleicht ist das aber auch nur der schlechte Einfluss des Minimalismus-Films, den ich kürzlich gesehen habe. Ich mag ja Minimalismus, aber man muss vielleicht nicht direkt eine Religion draus machen. Vor allem, weil ich es viel interessanter finde, was manche in dem Film sagen: Dass Konsumismus eher das Produkt (haha!) einer Flut an Werbung, Marketing und Langeweile ist. Dass man sich nur deshalb dauernd Dinge kauft, weil man gar nichts Besseres zu tun hat. Und natürlich, weil man ständig überall erzählt bekommt, man sei wertlos, wenn man nicht das neuste Produkt hätte. Ich weiß nicht, ob man dazu jetzt unbedingt in einem 20 Quadratmeter-Haus wohnen muss. Und irgendwie nehme ich solchen „Life-Coaches“ das ja nie so richtig ab, wenn sie sagen, es gehe ihnen ja nur um ihre Message, während sie gleichzeitig überall ihr Buch in die Luft halten und sich natürlich überhaupt nicht freuen, dass sie damit steinreich werden.


Kampf Club Ost und Team Eisenbahnstraße war vorbereitet. Leider sind die Aufführungen schon wieder vorbei, das heißt, wenn ich das jetzt trotzdem empfehle, dann heißt das vermutlich nur: Merken und wenn es noch einmal gezeigt wird, dann unbedingt hingehen.
Worum geht’s. Naja, sagen wir, so eine Art interaktiver Audiowalk durch Reudnitz. Man bekommt ein Headset und einen Empfänger zum Umhängen, startet im 4rooms und dann geht’s los. In den Kopfhörern läuft die Geschichte des Kampf Clubs Ost, während man durch die Gegend läuft, durch Hinterhöfe streift oder ab und zu in irgendwelche Läden muss, weil man selbst zum Kampf Club gehört. Währenddessen wird die Gruppe ein paar mal getrennt, was ein bisschen weird ist, wenn im eigenen Kopfhörer irgendetwas ganz Anderes erzählt wird und plötzlich stehen um einen herum alle Leute auf und gehen einfach. Aber es ist schon sehr cool, wenn man so in der Gruppe herumsteht und plötzlich kommt: „Achtung! Geheimauftrag!“ und man muss irgendetwas machen und alle Anderen drumherum so „WTF? Was tut er?“ Oder wenn man immer wieder angetrieben wird, man müsse sich beeilen und dann steht man plötzlich im Clown-Museum und irgendeine Kampf-Club-Genossin ist voll drin im Stück, zieht einen am Arm und sagt: „Los! Los! Wir müssen weiter!“
Ja, man sieht mit den Headsets so ein bisschen bekloppt aus, wenn man abends zu zehnt oder zu zwanzigst durch Reudnitz läuft. Und die Leute gucken auch komisch. Aber man selbst guckt die Leute ja auch komisch an, weil sie plötzlich alle so surreal aussehen und man sich immer fragt, ob sie womöglich zum Stück dazugehören. Von mir aus hätte es ruhig noch mehr Geheimaufträge, Gruppentrennung und -zusammenführungen geben können, vielleicht sogar noch mehr Schauspieler*innen, denen man begegnet. aber auch so war es echt ziemlich cool. Ich bin ein bisschen von mir selbst überrascht, dass ich gar nicht viel zu meckern habe. Das bin ich gar nicht gewohnt.


Und dann durfte ich in der großen Zeitung rumschmieren. Das war schön. 8.000 Zeichen darüber, dass ich zwar in Wittenberg geboren wurde, aber eigentlich nie dort war und ob das so eine tolle Idee ist, mitten in Sachsen-Anhalt den Evangelischen Kirchentag zu zelebrieren, wo doch prinzipiell alles, woran man in Sachsen-Anhalt glaubt, ist, dass die Flüchtlinge in allem schuld sind.
Nicht im Bild: Wie ich zur Kompensation von so viel Intellektualität erstmal eine stundenlange Doku über Super Smash Brothers gucken musste. Nur um mir danach dann noch ein paar Stunden lang den Kopf mit dem Song von BibisBeautyPalace aufzuweichen. Aber hey, über eine Million Dislikes innerhalb von 24 Stunden, 17 Millionen Views (natürlich nur ironisch!) in drei Tagen – ich wette, Bibi schaut auf ihren Kontoauszug und lacht einfach nur. Trotzdem: Um Himmels Willen, ist das schlecht. Und ich dachte immer, ich könnte schon nicht singen. Und natürlich muss sich Bibi dann auch noch nackt im Bett herum räkeln. Ganz einfach, weil ihr Körpergefühl halt so ultra positiv ist. Und dieser Text, meine Güte. Das einzig Bewundernswerte daran ist, dass es tatsächlich jemand geschafft hat, drei Strophen lang absolut NICHTS zu besingen, aber trotzdem Wörter dazu zu nutzen. Nach solch einem Trauma muss man erst mal dringend eine Black-Metal-Doku gucken. Nur um dann festzustellen, dass es da anscheinend eine neue gibt, die ich noch gar nicht kenne.


Good old Samstag.
Nicht im Bild: Ein guter Saisonabschluss und bald dann Youth League! Und die Großen natürlich Champions League!
Auch nicht im Bild: Kartoffeln mit Quark. Kaufrausch. „Dafür seid ihr jetzt extra in den Süden gefahren?“ Nur um dann nochmal in den ganz anderen Osten zu fahren. „Dann kriegt ihr eine besonders große Portion.“ Irgendwie genau jene Band verpassen, wegen der man eigentlich da war.

Was fehlt:

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