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A Week in Pictures 17/2018

Wenn die Abiturmenschen ab nächstem Jahr tatsächlich Mathe abwählen dürfen, das heißt kein Mathe-Abi schreiben müssen, dann bin ich wirklich böse. Erstens, weil es das schon einmal gab und ich damals schon so unglaublich enttäuscht war, als man sich kurz vor meinem Abi einfallen ließ: Ach nee, lass die ruhig mal Mathe im Abi schreiben und sich ihren Durchschnitt versauen. Das ist doch inkonsequent. Kann man sich nicht einfach mal für eine bildungspolitische Leitlinie entscheiden? So ein paar Grundfeste, die sich auch durch verschiedene Legislaturperioden halten? Oder dann wenigstens die Uni-NCs anpassen? Hätte ich Mathe nicht schreiben müssen, es hätte meinen Schnitt quasi revolutioniert. Und ich wäre heute wahrscheinlich Raketenwissenschaftler. Okay, ich würde alles falsch berechnen, aber darum geht es jetzt gar nicht. Zweitens, weil ich mittlerweile den Punkt erreicht habe, an dem ich möchte, dass es niemand leichter haben soll, als ich es hatte. So wie diese Opas, die ihren Rasen bis heute mit der Sense mähen, weil sie sich einfach weigern, die Erfindung des Rasenmähers zu akzeptieren. So werde ich langsam auch. Aber ich wollte es ja auch nicht einfach haben. Ich habe es damals als Frechheit empfunden, dass ich plötzlich erst nach 13 Jahren Schule Abi machen sollte, weil dann alles soooo viel leichter wurde. Dabei wollte ich lieber schnellstmöglich mein doofes Abi haben und nie wieder eine Schule besuchen müssen. Für mich hieß 13 Jahre Schule nur ein zusätzliches Jahr, das mich davon abhält, nie wieder vor 9 Uhr morgens aufzustehen. Vielleicht habe ich also aus reinem Masochismus damals Leistungskurs Physik gemacht. Weil ich dachte: Wenn du schon ein Jahr länger hier rumhängen musst, dann mach es dir wenigstens extra schwer. Nun ja, sagen wir so: Mathe oder Physik, ohne wäre ich heute vermutlich Raketenwissenschaftler.
Btw: Bester Song ever.


Links: Das Elisabeth-Krankenhaus ist das coolste Krankenhaus der Stadt. Okay, Krankenhäuser können per se eher weniger cool sein, weil man ja meistens aus schlechten Gründen da ist, aber trotzdem. Wenn ich jemals meine lang ersehnte Arzt-Serie in Serienlänge produzieren darf, dann unbedingt dort. Die Ärztinnen und Ärzte müssen alle wahnsinnig intelligent sein, denn zumindest ich habe ich einmal auf Anhieb den richtigen Weg durch all diese verrückten Gänge und über die Glasbrücken gefunden. Außerdem hat mich die Kantinenfrau für einen Arzt gehalten, weil ich gerade einen Kittel trug. Das hat mir sehr imponiert. Mich hat noch nie jemand für irgendetwas gehalten. Noch nie hat jemand zu mir gesagt: „Oho, sie tippen auf einem Laptop, sind Sie etwa Schriftsteller?“ oder „Aaaah, ein Hartz-IV-Antrag, haben Sie etwa einen Master in Politikwissenschaft?“ Vielleicht himmle ich deshalb in letzter Zeit Handwerker so an. Die dürfen, nein, die müssen sogar mit dreckiger Hose im Netto stehen, sonst nimmt man ihnen gar nicht ab, dass sie richtige Handwerker sind. Sobald ich mit dreckiger Hose draußen herumlaufe, zeigen sofort die Kinder auf mich, machen Fotos von mir und beleidigen mich öffentlich in ihren Instagram-Stories.
Rechts: War ich nicht (denn ich würde Halle niemals betreten), aber immerhin viel davon geschrieben. Unser kleiner Versuch, Halle wieder cool zu machen. Dazu haben wir uns verschiedene Konzepte überlegt, wie man das machen könnte (kleiner Spoiler: Dem Namen „Halle“ alle Ehre machen und einfach eine riesige Kuppel drüber bauen). Ob’s geklappt hat und wie die Hallenser*innen solche Ideen finden, sieht man dann später in der Sendung. Wobei mir, als ich just die Dispo zur Sendung geschickt bekam, auffiel, dass die allererste Folge direkt am letzten Aufzeichnungstag ausgestrahlt wird. Das heißt, man könnte von der Aufzeichnung der letzten beiden Folgen nach Hause gehen und dort sogleich die erste Folge im Fernsehen anschauen. Das wäre gut, vor allem, wenn man so ein Quotenmessgerät hat. Dann wäre es sogar besonders hilfreich, denn den Herrn MDR interessiert eigentlich ausschließlich die Quote. Und damit ist gemeint: Die Fernsehquote. Internet gibt es für Herrn MDR nicht. Btw: Ja, Julius trägt ein Krokodilskostüm. Es ist das neue Maskottchen der Stadt Halle: Ein Halligator namens Hallexander. Ja, es ist lustiger, wenn man betrunken ist.
Nicht im Bild: „Wo treffen wir uns?“ „Wo ist denn dein Hotel?“ „In der Innenstadt.“ „Achje, wo trifft man sich denn in der Innenstadt?“ – Es ist komisch, wie wenig Cafés mamn kennt, wenn man keinen Kaffee trinkt. Und deshalb endet man irgendwie immer dort, wo es Eis gibt. Da kann man wenigstens Spaghetti-Eis essen, auch wenn es so windig ist, dass nebenan ständig Stühle vorbeifliegen.
Auch nicht im Bild: Die komische Aktion mit der Sendung. Wirklich komisch. Wirklich, wirklich komisch. Aber da gehen wir ausnahmsweise mal nicht ins Detail.


Links: Es wird. Es muss ja. Und es macht tatsächlich Spaß, sich einfach ein bisschen zwingen zu müssen. Vor allem, weil es dann auch geht. Ich kann das mittlerweile kaum mehr nachvollziehen, wenn Leute sagen, sie bräuchten irgendwie immer das richtige Umfeld zum Schreiben, bla bla. Alles Quatsch. Das Einzige, was man tun muss, um zu schreiben, ist zu schreiben. Gut gut, ich kann das auch nicht wie manche Leute, einfach ins Blaue hineinschreiben. Ich muss schon immer wissen, wo ich hin will und mir das vorher überlegen. Aber immerhin hilft es dann, sich wenigstens hinzusetzen und zu überlegen. Nun ja, auf jeden Fall nähern wir uns dem Ende. Ein Cover gibt es mittlerweile, aber sagen wir so: Es wird noch sehr anders.
Rechts: Nimm das, Deutschland. Wow, zum ersten Mal alles richtig. Und dann auch noch beim Hip-Hop-Quiz. Und das, obwohl ich dachte, zwischen 12 und 15 hätte ich praktisch gar nichts gemacht.
Nicht im Bild: Der wöchentliche GNTM-Treff. Und ENDLICH ist Trixie raus. Tut mir leid, aber das war höchste Zeit. Dieser Stiftzahn hat mich wahnsinnig gemacht. Und noch dazu diese gespielte Kindlichkeit, furchtbar. Mag sein, dass die gute Fotos gemacht hat. Und hässlich nenne ich sie auch nicht. Aber nee, einfach nee. Mich hat Trixie von Anfang an genervt. Noch viel mehr als Zoe, und die hat es ja nun auch schon erwischt. Ein bisschen unsicher bin ich mir gerade bei Sally. Deshalb mein neuer Finaltipp: Toni, Julianna, Klaudia mit K und, sollten es vier werden, vielleicht Sally. Aber eher noch Pia. Und dann wird es auf jeden Fall Toni. Da bin ich zumindest hundertpro sicher.
Auch nicht im Bild: Wie wir versuchten, neue Serien zu gucken und ich irgendwie von Taboo gehört hatte. Weil ich doch so Jane-Austen-Style gut finde und „Krieg und Frieden“ so mochte. Aber nee, das war nichts. Hat mich nach zehn Minuten schon gelangweilt. Und wenn es schon so anfängt, dann darf man das Projekt auch ruhig direkt mal sein lassen. Nächster Versuch dann The Marvelous Mrs. Maisel. Aber erst eine halbe Folge gesehen. Bisher nicht schlecht, aber auch noch nicht weltbewegend. Aber sie kriegt noch ihre Chance, so viel sei der Gilmore-Girls-Schreiberin zugestanden. Btw: Ich habe letztens beim Saubermachen ein bisschen die letzte Staffel Gilmore Girls geguckt und wurde zu meinem Erschrecken wieder daran erinnert, wie kacke auch Logan seiner Zeit mal war. Das tat mir schon ein bisschen weh, zumal ich Logan immer so hart gegen den doofen Emo-Jess verteidige.


Links: Einkaufen für die Poet*innen beim Best of Poetry Slam. Und wenn ich mir aussuchen kann, was es geben darf (Vorgaben: Hauptsache vegetarisch, am besten vegan), dann hole ich immer irgendwas vom Asia-Mann. Das ist jetzt bitte bitte nicht rassistisch zu verstehen. Eigentlich ist es sogar eine Asia-Frau. Beziehungsweise gibt es dort auch einen Mann, aber ich weiß nicht, was der macht. Sagen wir: Ein Asia-Ehepaar. Wobei ich mit „Asia“ jetzt nicht definieren will, dass sie Asiat*innen sind (sind sie zwar auch, aber lassen Sie mich erklären), sondern welche Art Nahrung sie herstellen. Sie basteln nämlich die besten Sommerrollen der Welt. Sogar vegan. Und meist in vier Geschmacksrichtungen: Fake-Huhn, Fake-Ente, Tofu und Tempeh. Ich habe keine Ahnung, was Tempeh ist, aber es schmeckt. Meine Güte, sind sie lecker. Und diese Soße dazu, von der ich keine Ahnung habe, woraus sie besteht, noch dazu, wie man Soße in dieser großartigen Konsistenz herstellen kann. Auf jeden Fall hat sich die Frau unendlich gefreut, dass ich total viel kaufen wollte. Und als ich dann meinte: Ach, was soll’s, ich nehm noch eine Packung mehr. Ach, und hier, das Sushi, das sieht doch auch super aus. Ach, mehrere Geschmacksrichtungen gibt’s da auch noch? Ja, dann muss ich die wohl probieren. Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr irgendwo viel zu viel Geld ausgegeben (wobei es prinzipiell wirklich supergünstig ist), ohne dass es mich gestört hätte. Was vielleicht auch daran lag, dass es nicht mein Geld war, aber ich gebe generell ungern Geld aus. Der Tag, an dem ich mir eine Waschmaschine kaufen musste, wird mir auf ewig als Wunde auf der Oberfläche meiner Seele bewusst bleiben. So viel Geld für ein Gerät, dessen Besitz mich stresst. Und jetzt besitze ich sogar noch einen Herd und einen Kühlschrank. So wollte ich nie werden.
Nicht im Bild: Wie ich irgendwo in meinem Leben massiv falsch abgebogen sein muss, denn ich kenne mittlerweile Leute, die einfach so sagen: „Joa, wir müssen jetzt los, wir wollen uns noch dieses Teil für 30.000 Euro kaufen.“ Was geht? Wieso sind alle um mich herum plötzlich reich und ich wüsste nicht einmal, ob mein Konto überhaupt mehr als drei Stellen anzeigen kann? Ich wüsste auch gar nicht, ob es irgendein Ding gibt, das ich haben will, das so teuer ist. Ein Auto? Nö. Wenn ich mir ein Auto aussuchen dürfte, würde ich schon ein teures finden, aber bis dahin ist es mir relativ egal. Ein Computer? Will ich, aber für das Geld bekomme ich ja 20 gute Computer. Wegfahren, ja, immer. Aber für 30.000 Euro würde ich vermutlich erst in zwei Jahren wiederkommen. Krass. Irgendwas habe ich massiv falsch gemacht. Gut, dass ich bald einen Manager habe. Der regelt das für mich.
Rechts: Moderieren in der Muko. Also Best of Slam. Wie unkompliziert und eingespielt das mittlerweile ist, herrlich. Und wie viel einfacher es ist, wenn man das ganze Zeug einfach kurz hinfahren kann, statt alles mit dem Rollkoffer dort hin zu buckeln und dann nachts mit dem Rollkoffer durch den gruseligen Park zu laufen.
Nicht im Bild: Gießerfest. Krass, wie groß das mittlerweile geworden ist. Und wie organisiert. Gab es da in den letzten Jahren auch schon richtige Bändchenkontrolle? Einlassstopp und so etwas? Das soll gar keine Kritik sein, ich erinnere mich nur nicht daran. Im Gegenteil, ich finde es ja sogar okay, zu kontrollieren, ob die Leute mit weitergegeben Bändchen versuchen, reinzukommen. Ich meine, wieso kann man nicht die paar Euro für die Gießer zahlen? Oder einfach gleich rechtzeitig da sein, um auf jeden Fall rein zu kommen? Auf jeden Fall alles sehr liebevoll dort. Mir graut schon ein bisschen vor dem Tag, an dem die Stadt versuchen wird, sich daran zu vergreifen. Ich glaube, spätestens bei der Stö und der Gießer gibt es dann wirklich richtig Stress. Und den auch vollkommen zu recht.
Auch nicht im Bild: Der ewige Heimweg per Fahrrad, allen Autos winken, ein Polaroidfoto an der Kreuzung und endlich mal wieder ausschlafen. Heimliches Highlight: Viscous Irene.


Links: Arbeitseinsatz. Meine Güte, haben wir gestrichen. Und wie gut man sich fühlt, nachdem man etwas Händisches vollbracht hat. Vor allem, wenn man zu recht eine dreckige Hose hat und damit im Lidl steht. Ich habe neuerdings auch wieder etwas, das ich wahrscheinlich maximal bis 12 oder 13 hatte: Eine Räuberhose. Die ziehe ich nur an, wenn ich davon ausgehen kann, dreckig zu werden. Und die Räuberhose darf auch dreckig werden, überhaupt kein Problem. Einen Pullover, der dreckig werden kann, habe ich auch, aber der heißt deswegen natürlich nicht „Räuberpullover“, das wäre Quatsch. „Räuberschuhe“ gibt’s auch nicht. Das sind einfach „die ollen“.
Nicht im Bild: Der nächste Arbeitseinsatz am Wochenende. Meisterhaftes Türen-Abschleifen, Beete-Säubern, Rasenmähen und Neu-Bepflanzen. Dann in der Sonne sitzen und das hier zusammentippen. Und abends halb zehn völlig fertig einschlafen. Na gut, diesen Meta-Tatort haben wir noch geguckt. Ganz nett. Bisschen viel Meta am Ende. Und irgendwie gab es diese Geheimgesellschaft ja dann entweder doch nicht oder der nette Ermittler hat vollkommen versagt, nichts aufgedeckt und es gibt die böse Leute einfach weiter. Aber guckbar. Und ist beim Tatort ja schon mal was.
Rechts: Selbstvergewisserungsfoto. Passt.

Was fehlt:

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